Dann noch mal im Detail:
Die Details bei Tesla-Info stammen von mir. Im Prinzip habe ich das Wissen aus unseren Wiki dort eingepflegt, da ich Zugang zu deren Option Code Listen erhalten habe.
600A für den 3D7 Motor, stammen wiederum von dieser Liste aus der EG-Typgenehmigung:
Genauere Daten finden sich wiederum in den Detailgenehmigung einzelner Fahrzeuge. Dort lernt man dann, dass für den 3D7 Motor maximal 655A angegeben werden. Mehr dazu im Beitrag 1 der Motorwiki.
Dort steht auch, dass der 3D7 eine Betriebsspannung von 335V hat.
- P = U x I
- P = 335V x 655A = 219,4kW
Dazu passt die Angabe des 3D7 Heckmotor im Model Y:
So viel zur Theorie…
Praktisch entscheidet immer der Akku, wie viel Leistung der Motor bekommt. Meist resultiert das in weniger Leistung, als der Motor (theoretisch) kann. Selten aber auch in mehr Leistung.
Z.B. in diesem Fall, bei dem Tesla, wie bereits beim Long Range Akku, eine fest Stromstärke vorgibt, die der Akku bei diesem Modell immer liefert. Für gewöhnlich immer, egal ob voll oder leer oder heiß oder kalt → M3/MY RWD → ~700A
Diese 700A werden mit der Spannung unter Last multipliziert und resultieren in einer Leistung für den Motor. Die Spannung unter Last ändert sich ständig, daher ist auch die Leistung nicht immer gleich.
- Kalter Akku → Spannung bricht stärker zusammen → weniger Leistung
- Niedriger SOC → Niedrigere Grundspannung → Niedrigere Spannung unter Last → weniger Leistung
Letztendlich, egal was auf dem Papier steht, nimmt der Motor die Leistung des Akkus an und bringt sie auf die Straße. Dem sind auch Limits zum Komponentenschutz gesetzt, aber die sind (mir) nicht bekannt. Wenn beim CATL 230kW aus dem Akku kommen, dann schickt der diese 230kW an den Motor. Der Motor läuft in einigen Tesla’s quasi „übertaktet“.
Rekord ist hier der 3D5 Motor im Q1/2021er M3SR+, der laut Papier 208kW bringen soll und laut CANBUS bis zu 239kW leistet.
Laut BMS kann der BYD mehr als die 215kW, nämlich 235kW. Die oberen 20kW gibt das BMS aber nicht frei. Das war allerdings beim CATL auch schon so, der knapp 260kW kann und nur 230kW zum Motor schickt. Keine Ahnung warum Tesla das so macht. Vielleicht sollen die beiden Akkus so aneinander angeglichen werden, damit der Kunde den Unterschied nicht so spürt oder der BYD erhält noch Leistungsupdates, wenn der Akku bei Tesla besser bekannt ist.
Letzteres gab es bei den beiden Panasonic Long Range Akkus in der Vergangenheit. Beide wurden nach ca. sechs Monaten noch mal „entkorkt“ und hatten danach mehr Leistung, bzw. mehr Leistung bei niedrigerem SOC oder Akkutemperatur.
Dass der BYD noch mal eine Anspassung der Stromstärke bekommt, ist aber relativ unwahrscheinlich. Er schafft so knapp die 6,9s und liefert damit genau das was beworben wurde.