Hallo Zusammen
Gerne wollte ich mit euch meine Erfahrungen mit meinem Model Y teilen, das nun seinen zweijährigen Geburtstag feiert und bisher 40’000km gerollt ist.
Das Auto haben wir Ende Februar 2022 abgeholt, nach dem es von China über Slowenien in die Schweiz transportiert wurde. Natürlich konnte der Transport mit dem Schifftracking hier im Forum mitverfolgt werden - ein tolles Erlebnis!
Die Abholung war unspektakulär aber zweckmässig. Als Mangel wurde ein Lackfehler an der vorderen Stossstange aufgenommen, der Rest passt soweit.
Der erste Schnappschuss vom Tesla Model Y Long Range:
Und dann gings auch schon los, wir sind bisher an schon so ganz unterschiedliche Orte gereist. Wir sind noch mit keinem Auto so oft so weite Strecken gefahren wie mit dem Elektroauto ![]()
Angefangen mit einem 4500km Road Trip ins Südtirol, weiter nach Slowenien und bis in den Süden von Kroaten. Zurück in die Schweiz dann über Venedig.
Auf der Autobahn in Kroatien:
Im Slowenischen Hinterland:
Zurück am Hafen von Koper, da wo das Auto an Land gebracht wurde:
Und natürlich Superchargen!
Mitgereist ist anfangs die stete Angst nach einem Motordefekt, da ziemlich viele Probleme mit dem Inverter aufgetreten sind bei Model Ys in unserem VIN Bereich (Model Y LR - Inverterschaden nach 5000 km - Pannenservice katastrophal / Noch ein Model Y LR mit defektem Motor nach 7.000 km - #201 von XCHRX)
Zum Glück blieben wir bis jetzt verschont und der Motor funktioniert problemlos!
Weiter sind wir mit dem Model Y unter anderem an folgende Orte gereist:
- Amsterdam
- Wien
- Bratislava
- Slowenien (mehrmals)
- Nordschleife
- Côte d’Azur
- Dänemark
- Schweden (bis nach Göteborg)
- usw
Insgesamt stellt sich das Reisen mit dem Elektroauto als ziemlich problemlos heraus. Das Schnellladen an den Superchargern funktioniert problemlos, mit dem Laden an 11kw Säulen ist es immer noch ein jonglieren mit Apps und Ladekarten - das muss besser werden. Die Supercharger empfinde ich nach wie vor als das Beste Ladenetzwerk, mittlerweile sogar wieder mit den besten Preisen. Insgesamt war der Tesla ein stets zuverlässiger Begleiter.
Wein Kaufen in Andau
Auf der Öresundbrücke mit anderem Model Y
In Dänemark
In den Bergen der Côte d’Azur
Superchargern im hohen Norden
Insgesamt war das Auto in den zwei Jahren schon fünf mal im Service Center. Da war ich trotz Service-Pflicht mit meinem vorherigen BMW 330d weniger in der Garage. Folgendes wurde bisher gemacht:
- Problem mit Mobilfunkempfang (lag Schlussendlich irgendwie an Tesla im Zusammenspiel mit dem Schweizer Provider, mein Auto wurde aber zum Analysieren und Testen verwendet)
- Analyse Lackfehler
- Klappern an Rücksitzbank lokalisiert und behoben
- Klappern in rechter Hintertür lokalisiert und behoben
- Klicken/Klacken beim Lenken analysiert und behoben (untere Querlenker ersetzt bei 38’000km)
- Licht korrekt einstellen
- Hinterräder hatten Spiel (Achsschenkel ersetzt bei 38’000km da Buchsen ausgeschlagen waren)
- Fahrersitz wackelt - analysiert und als Tesla Standard deklariert (wurde jetzt noch schlimmer und muss ich erneut reklamieren)
Von der Qualität der Fahrwerkskomponenten bin ich enttäuscht. Ausgeschlagene Buchsen nach 38’000km - ich weiss ja nicht. Und das, obwohl die Probleme vom Model 3 längstens bekannt sind. Gemäss Servicetechniker sind die vorderen oberen Querlenker auch schon bald durch.
Lasst also auf jeden Fall einen End of Warranty Check machen!
Ansonsten hatte ich keine Probleme. Die Softwareupdates liefen immer fehlerfrei durch und brachten so einiges mit sich:
Positiv:
- Neues UI (gefällt mir)
- Einblendung Tot-Winkel Kamera mit roter Warneinblendung (Super!)
- Tidal (und ja, nach knapp zwei Jahren sogar mit Shuffle Funktion!
) - Verbesserungen bei der Darstellung der Navigation (Verkehr/Stau, Fotos von POIs etc.)
- kleinere Softwareverbesserungen (Google Bewertungen von POIs etc.)
- Detailliertere Supercharger Infos
- Unnütze aber schönere Darstellung vom Geschehen rund ums Auto
- Die App wurde auch stetig verbessert und funktioniert sehr gut
Neutral:
- Es gab immer wieder kleine Bugs, welche relativ lange nicht behoben wurden (z.B. Ladeplanung). Das hat mich aber nicht wirklich gestört.
- Die Kostenlosen Navigationskartenupdates sind nett und man hat immer aktuelle Strassenkarten. Auch die hinterlegten Geschwindigkeitsdaten werden aktualisiert, oft leider eher zum Schlechten.
Negativ:
- Die Phantombremsungen werden mal mehr, mal weniger, mal alarmt der Wagen wegen dem, dann wieder wegen dem anderen. Im Moment mag er zum Beispiel keine Autos, die neben einem auf die Autobahn auffahren und macht eine kurze Notbremsung. Besser wurde es insgesamt nicht, jedoch auch nicht viel schlechter. Wieviel die Abschaltung des Radars dazu beigetragen hat möchte ich nicht bewerten. Auf jeden Fall schwebt mein Gasfus seit dem Tesla stets über dem Gaspedal um jederzeit die Bremsungen übersteuern zu können
- Der Regensenor wischt je nach Softwarestand mal bisschen mehr, dann wieder weniger, dann mal trocken (bei mir aber wirklich äusserst selten!) aber halt einfach nie wirklich richtig
- Der Fernlichtassistent war am Anfang wirklich schlecht. Dann wurde es markant besser und Stand heute blendet er bei mir auf und oft ca. 5 Sekunden später wieder ab, weil er sich selbst blendet. Da hoffe ich auf Matrix Licht, welches unglaublicherweise vielleicht wirklich kommen könnnte!

- Reduktion der maximal unterstützten AP-Geschwindigkeit auf 140kmh
- In der Schweiz gibt es immer noch keine Schildererkennung auf der Autobahn
Ich mag die Software Updates. Jedes Mal fiebere ich auf die nächste Version hin und freue mich. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass es oft Kleinigkeiten oder Spielereien waren, die verbessert wurden. Grosse Fortschritte beim Autopiloten sind beispielsweise keine gemacht worden und da ist die Konkurrenz Tesla mittlerweile davon gefahren. Mein Nachbar, der kein IT-Nerd ist, nerven die Updates mittlerweile bei seinem Tesla. Ich glaube, dass das so oder so gewertet werden kann.
Mittlerweile habe ich am Auto noch ein paar Änderungen vorgenommen.
Hier ein Bild der original Fahrwerkshöhe mit Rial Lugano Felgen in 20 Zoll und Hankook Winter i*cept evo3 Reifen:
Das war mir zu hoch. Zudem ist das Fahrwerk einfach wirklich unharmonisch und holzig abgestimmt. Daher habe ich die Eibach Federn einbauen lassen. Der Komfort ist ein bisschen besser geworden (aber wirklich nur minimal). Es sieht aber viel besser aus! Zudem habe ich die Tesla Logos geschwärzt und die Spoilerlippe montiert.
Abschliesend kann ich sagen, dass ich mich auch nach zwei Jahren jeden Tag darauf freue, mit dem Model Y zu fahren. Für den Preis, den man heute bezahlt (49’900 CHF), ist es ein sehr tolles Auto. Ich hatte noch 65’000 CHF dafür hingelegt; die Preisreduktion ist für mich natürlich schlecht, insgesamt begrüsse ich es aber, wenn die Elektromobilität zugänglicher wird.
Im Alltag ist es ein praktischer Wagen (viel Platz) mit sehr gutem Soundsystem, sehr hoher Effizienz, gutem Licht (wenn es richtig eingestellt ist! Lasst es prüfen!) und überdurchschnittlichen Fahrleistungen. Das Fahrwerk ist schlecht und das unterstützt die Klapperanfälligkeit des Innenraums natürlich nicht. Die Sitze sind ok und für mich bequem, sie sind aber nichts spezielles. Das Navigationssystem ist insgesamt brauchbar, es gibt aber bessere. Nach wie vor kündet es an, den Kreisel an der ersten Ausfahrt zu verlassen, auf dem Display wird aber die vierte Ausfahrt angezeigt (?!).
Hier noch ein paar Gedanken und Erfahrungen:
- Die Ladeleistung an den Superchargern ist für mich absolut ausreichend und spielt eine viel kleinere Rolle, als ich am Anfang gedacht habe. Die 25 Minunten sind jeweils sehr schnell verfolgen.
- Die Video-Funktionen wie Netflix, Youtube oder auch die Spiele haben wir daher kaum genutzt
- Tesla als Marke erlebe ich gespalten. Die meisten Personen, mit denen ich zu tun hatte, finden die Autos toll, würden sich aber wegen Elon Musk keines mehr kaufen. Hier hoffe ich, dass das Image durch sein Handeln nicht noch weiter beeinträchtigt wird.
- Bei der Probefahrt mit einem Skoda Enyaq ist mir aufgefallen, dass es auch Details sind, die mir am Tesla Freude bereiten. Beispielsweise das durchgängig umgesetzte One Pedal Driving; Im Enyaq muss man zum Anhalten immer noch die Bremse betätigen - das ist einfach unnötig. Zudem emfpinde ich dei Gaspedalkennlinie im Tesla als optimal gewählt.
- Die anderen Hersteller haben aufgeholt und bieten mehr Komfortfeatures als Tesla (wird wohl beim Model Y mit dem Jupiter dann auch besser).
- Tesla entwickelt sich wohl zum wahren neuen Volkswagen. Man bekommt ein sehr gutes Auto zum vernünftigen Preis. Dafür muss man auf Individualität verzichten und die Ausstatungsmöglichkeiten sind begrenzt (das macht den Bestellprozess natürlich einfach). In Dänemark geht man in der Masse von Model Ys aber bereits heute wahrlich unter. Werten muss das jeder/jede für sich.
Und hier noch ein paar Zahlen und Fakten:
- Durchschnittsverbrauch nach 40’000km liegt bei 16,9 kwh
- Bei 100% Ladestand zeigt der LG 5L Akku noch 500km an. Im Neuzustand waren es 529km. Somit ungefähr 5,5% Batteriedegradation (habe ihn nur 3 Mal auf 100% geladen)
- Supercharger Anteil lag im letzten Jahr bei 23%
Und weil der liebe Tesla immer so zuverlässig funktioniert hat, habe ich ihm letzte Woche noch eine Keramikversiegelung gegönnt
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Ich möchte mich auch noch bei euch hier im Forum bedanken. Es gibt stets viele gute, angeregte Diskussionen und immer etwas Neues zu entdecken. Eine solch tolle Community hatte ich auch noch bei keinem anderen Wagen erlebt.
Es wurde jetzt etwas lang - vielen Dank fürs Lesen und bei Fragen bitte einfach fragen! Merci! ![]()


















