Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

Zunächst: schön, dass hier wieder eine lebendige Diskussion im Gange ist. Kontroversen finde ich gut, aber ich würde mich freuen wenn wir sachlich bleiben und das bessere Argument für sich sprechen lassen.

Zu den Fragen von @JoS:
Bei der Annahme im SeC bitte nichts unterschreiben auf dem in welcher Form auch immer eine Kostentragungspflicht für dich vermerkt ist. Ansonsten reicht ein Vermerk auf der Null-Rechnung oder eine Mail.

Wenn du den Mangel nun detailiert mit Fotos und einer Beschreibung angezeigt hast, reicht das fürs erste. Am Besten bei der Meldung in der App einen Screenshot der Eingabe machen und abspeichern. Generell Mängel möglichst unverzüglich melden, die 6-Monatsfrist sehe ich jedoch etwas entspannter, kritisch ist hingegen der Ablaufzeitpunkt der Gewährleistung wie Garantie. Dazu muss ich mal bei Gelegenheit ausführlicher posten.

Eine von dir angesprochene Vereinbarung mit Tesla über die Anerkennung eines Schadens und dessen spätere Behebung oder Kompensation wäre rechtlich grundsätzlich möglich und gegebenenfalls sogar sinnvoll, aber ich würde sehr darauf wetten dass du in einem SeC niemanden finden wirst, der so eine Vereinbarung auch nur treffen darf.

Daher halte ich es für das Beste, bei erfolglosem SeC-Termin das ganze im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens gutachterlich klären zu lassen. Im Prinzip kann das jeder Anwalt, bei Tesla gibt es technisch wie vom Rechtsgebahren halt ein paar Spezifika deren Kenntnis die Arbeit erleichtert :smiley:

Vielen Dank für die weiteren Infos.
Service Termin ist für den 21.04. Vereinbart und per Screenshot Dokumentiert.
Ich werde dann Berichten was beim Service Termin passiert ist und mich dann ggf. wegen weiterer Schritte melden.

Ich habe eine weitere Frage:

Es geht hierbei nicht um wie es gehandhabt wird oder sonstwas, einfach nur interessehalber.

Folgendes:

Ein Kunde kauft ein Neu - fahrzeug zB. Im Jannuar
Er Macht einen Termin mitte des Jahres (anfrage per Mail) .
Er möchte wissen ob bei seinen Fahrzeug gewisse optionen vorhanden sind oder wie es sich verhält wenn er bestimmte sachen macht und ob das freigeschalten ist.
(ER HAT KEINEN FEHLER BEMERKT - ER WILL DAS ES GECHECKT WIRD) , weil er es gelesen hätte (oder ein freund eines freundes deren cousine dessen Großvater gesagt hat) das es vorkam das manche Fahrzeuge mit so einer ausstattung zB. Nicht so schnell fahren konnten (irgendwas was sein könnte es ihm aber nicht aufgefallen ist und er kein mangel entdeckt hat).

So Kundenberater und meister schauen sich nun an was hat er gekauft wie sieht die ausstattungsliste aus überprüfen alle angaben und können keinen Mangel finden. Es hat alles seine Richtigkeit.

Hat die Firma nun Anspruch auf Bezahlung dieser investierten Arbeitszeit, selbst in der Gewährleistungs-/Garantiezeit - wohlgemerkt es ist kein Mangel vorhanden und der Kunde hat auch nichts bemängelt - er will es überprüft haben?

Warum sollten die Arbeitszeit investieren nur weil du Langeweile hast? Natürlich musst du sowas bezahlen, wenn kein Fehler vorliegt.

Ich stehe auf der anderen seite :wink: ich frage nicht ich gebe auskunft

Edit:
Es geht mir nicht darum was ich weiss wie es aussieht ich würde gerne wissen wie es zB. In Deutschland, rechtlich mit beispielen, aussieht.

Ich weiss was ich mal gelernt habe aber ich würde es interessant finden und vielleicht informativ für manchen Kunden, dies auch rechtlich belegt zu sehen.

Rechtlich ist das doch auch eindeutig. Kunde gibt einen Auftrag, damit entsteht ein Vertrag, Leistung erfolgt und Kunde muss Bezahlen…
Die Probleme, die Du siehst, sind vermutlich, dass erstens unklar sein kann, was das kosten darf, zweitens Kunden sehen ggfls. Nicht ein, dass sie bezahlen sollen, aber rechtlich denke ich, das ist keine Frage.
Zudem kann man anmerken, wer soll das aufgrund welcher Verpflichtung sonst bezahlen…

[i]
[/quote]
Hi,

Du hast von drei Fallbeispielen geschriebenp,
Aber ich vermisse ein 4tes.

Und zwar war ja der hintergund der Frage ob die Tesla DU und Batterie Garantie dann noch gilt.

Vorweg:
Ich bin kein Gutachter oder Anwalt!
Jeglicher Schaden und Garantiefall muss immer im Einzelnen betrachtet werden und ich weiss generelle Aussagen sind immer so eine sache…
Aber:

Im hinblick darauf glaube ich gerade beim „motor“ die Garantie verfällt wenn man zB. die überlastung durch einen schweren Anhänger (und das kann tesla - wie viele andere Hersteller auch - in den logs sehen — auch die belastung der hinteren achse bei einer Luftfederung) nachweist!
Ich find momentan die Beispiele aus meiner Lehrzeit nicht mehr, aber das wäre ja vergleichbar mit Verbrenner und Kupplungs/motorschaden aufgrund des nachträglichen einbaus einer (nicht vom Hersteller vorgesehenden) Anhänger - kupplung?
[/quote[/i]
]

Diese 4. Fallgruppe würde ich im Wesentlichen in die 3.Fallgruppe einsortieren. Ich hab mir nochmals die Tesla Garantiebedingungen zu Gemüte geführt und keinen Ausschluss beim Verbauen von TÜV-geprüften Zubehör gefunden, wobei ohnehin fraglich wäre, ob ein solcher wirksam wäre.Natürlich liegt bei Verwendung einer Anhängerkupplung ein etwas höherer Verschleiß an DU und Batterie nicht fern, aber ggf. wird er bei einem defensiven Fahrer insgesamt niedriger ausfallen als bei einem Fahrer der keine Anhängerkupplung hat, aber die Leistungswerte des Fahrzeugs regelmäßig ausreizt. Im Einzelfall wird es auch hier auf einen Sachverständigengutachten hinauslaufen, wobei die Beweislast hier bei Tesla läge.Ich hoffe das beantwortet die Nachfrage.

Hier geht es um einen Klassiker, nämlich die Frage, was der Kunde noch als kostenfreie Serviceleistung verstehen kann und wo man konkludent, also durch schlüssiges Handeln, einen Vertrag schliesst, bei dem Leistung und Gegenleistung zu erbringen sind. Ein klein wenig weiter hilft hier 612 Abs. 1 BGB: Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Dienstleistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.

Persönlich würde ich hier, mal davon ausgehend dass die Beratung hier nicht übermäßig lange gedauert hat, dazu tendieren, dass es sich aus Kundensicht um eine kostenlose After-Sales-Leistung gehandelt hat. Eine Vergütungspflicht jedweder Auskunft dürfte in der Kfzbranche nicht als üblich angesehen werden, so dass der Kunde einen Hinweis auf etwaig entstehende Kosten erwarten hätte dürfen.

Übrigens, anders ist dies bei Anwälten: Dort geht die Rechtsprechung davon aus, dass jeder weiß dass jede anwaltliche Auskunft grundsätzlich kostenpflichtig ist :smiley: - aber ich empfinde es als Gebot der Fairness erst etwas zu verlangen wenn man darüber mit dem Mandanten gesprochen hat.

Das sollte eigentlich die Regel sein, mein Anwalt sagt mir auch vorher ab wann’s Geld kostet. :sunglasses:

Da steht „überprüfen“. Das halt ich schon für eine kostenpflichtige Leistung.

Eine Inspektion ist auch nichts anderes. Ich zahle da ja auch nicht nur für die Teile und den Austausch.

Und wenn der Kunde das explizit wünscht, dann muss er auch mit Kosten rechnen.

Meine Meinung.

@firefox34 ist natürlich vertretbar, und natürlich kommt es auf die konkreten Umstände im Einzelfall an. Zu im Ergebnis unberechtigten Mängelrügen darf ich auf meinen Rechtstipp #3 hier verweisen
[url]Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel - #101 by T-Drive]

Danke für deine Antworten!

Beim ersten ist es interessant das die Hersteller da so unterschiedlich reagieren und damit durchkommen. (verschleißteile haben keine Garantie - gewährleistung nur beim 1sten mal)

Beim 2ten.:
Ich bin mir da nicht sicher, denn wenn ich sachen úberprüfen muss (geht ja bsp.:bei tesla gut online) ist das ja das selbe wenn der Kunde vorbeikommt und sagt ich habe zwar kein Problem aber úberprüfen sie mir das… (defacto wird der selbe Überprüfungsprozess gemacht)

Anders würde ich es sehen, so wie du gesagt hast, wenn Kunde zB. Auto kauft und beim verkäufer nachfragt, ob er sich das auto richtig konfiguriert hat (beim kauf) oder vorbeikommt/telefonisch nachfragt er hat ein problem (!) und bekommt eine Einschulung/unterweisung (das wäre meiner meinung noch Service - ausser es geht über das Maß der dinge hinaus)

Ich hatte darüber schon eine diskussion mit ein paar leuten, bei vielen wird immer differenziert ist ja nur ein Autoverkäufer = service, aber wehe es ist ein installateur/it techniker/ elektriker/schlüsseldienst usw. Da zahlst du wenn du jemanden was „überprüfen“ lässt - ohne Probleme zu haben. (bei der Herstellungs/installationsfirma des produktes - zumindest hier bei uns)
Also wird schon grundsätzlich zwischen den Berufsgruppen unterschieden?

Darum hab ich dieses Beispiel so „verworren“ geschrieben.

Der Kunde HAT keinen Fehler entdeckt und er hat auch Kein Problem, nur er will lediglich das gewisse dinge überprüft werden, der Hersteller überprüft auf Kundenwunsch alle Punkte, aber auch er findet keine Fehler.

Somit wäre dein Rechtstipp 3 ja nicht zu treffend, da selbst der Kunde kein Problem hat (grob fahrlässig trifft hier ja auch nicht zu?!)

Warum frage ich so nach?
Ich hab das Gefühl (und ich sehe es auch tagtäglich) das in der heutigen Zeit ein wenig der Hausverstand verloren gegangen ist.
Ich habe bei verschiedenen Hersteller gearbeitet und habe auch Einblicke in unterschiedliche Branchen, aber dieses Beispiel ist omnipresent und die Kunden verlangen am besten alles Gratis, und das Geschrei ist groß wenn man als Firma dann mal nein sagt.
In diesem Beispiel gehen ca pro Anfrage (im schlimmsten Fall) über 1 arbeitsstunde oder auch mehr verloren und das in der Woche mit mindestens bei 15 solcher Anfragen. Das sind hohe (personal) kosten die eine kleine/mittelgroße Firma zu tragen hat ohne sie verrechnen zu können.
Wie gesagt ich rede hier nicht von wirklichen Kunden service sondern Überprüfungsforderungen bei keinem vom Kunden festgestelltem und vorliegenden Mangel.
(ich kann leider aus rechtlichen Gründen keine „richtigen“ und genauen Beispiele hier posten)

@ T3SLArati: Die Fallgestaltung mit der unzutreffende Mängelrüge ist mehr zur Abgrenzung gedacht.Aus deinem letzten Post höre ich jedoch heraus, dass es weniger um eine juristische denn um eine betriebswirtschaftliche Fragestellung geht. Genau so wie es Händler und Verkäufer gibt, die nicht wissen wie man Service buchstabiert, gibt es halt auch Kunden mit wenig Anstandsgefühl hinsichtlich der Arbeits- und Lebenszeit der anderen. Ich gebe zu, dass das richtige Maß zu finden nicht ganz trivial ist, aber letztlich braucht es doch nur eine klare Vorgabe bis wie viel Zeitaufwand derartige Anfragen kostenlos sind und ab wann man den Kunden sagt so, wenn er mehr möchte, dann kostet es etwas. So, ich verrate jetzt aber nicht wo meine Schwelle liegt, sonst steht ab morgen das Telefon nicht mehr still :smiley:

Vielen Dank für deine beiden Antworten auf meine Frage zum Thema Garantie bei verbauter Hängerkupplung.

Im Prinzip entsprechen sie inhaltlich meinem „laienhaften juristischen Bauchgefühl“ :wink: .
Da ich eher zu der ersten von dir beschriebenen Gruppe von Fahrern gehöre, sehe ich bei der Benutzung der AHK keine größeren Probleme auf mich zukommen. Sonst hätte ich sie gar nicht erst erworben.

Und sollte doch mal was sein, weiß ich ja, an wen ich mich wenden kann… :wink:

M.A. wäre es aber bei so einer Anfrage fair, wenn man dazu sagen würde, das das und das ist noch kostenlos und ab da gilt folgender Leistungskatalog. :wink:

Hallo zusammen,

ich hoffe das Thema passt hier rein :wink:

Gleich mal vorne weg: Ich bin neu hier im Forum und hoffentlich in baldiger Bälde auch neu in der e-Mobilität dabei. Zumindest teilweise… :slight_smile:

Hab nur mal Fragen zu dem Kauf und der evtl. Rückgabe bei einem CPO. Vor Kurzem habe ich bei Tesla ein Model S85 als CPO bestellt und freu mich schon richtig auf das Auto. Da ich das Auto aber bis jetzt nicht live sehen konnte, bin ich mir natürlich etwas unsicher. Ich habe hier im Forum, im www und in den Dokumenten bei Tesla schon viel gelesen aber mir ist immer noch nicht klar, wie das bei CPO und dem Rückgaberecht im Falle eines Falles genau funktioniert.

Die 7 Tage Rückgaberichtline von Tesla bezieht sich wohl nur auf Neuwagen und CPO’s sind davon nicht mit eingeschlossen.
Das 14 Tage Rückgaberecht durch das „Fernabsatzgeschäft“ verstehe ich so, dass es nur auf den Fahrzeugbestellvertrag und somit nur auf die Anzahlung zutrifft. Meines Verständnisses nach müsste der Kaufvertrag ein eigenes 14 Tage Rückgaberecht haben, richtig? Und gilt dann dieses Recht auch ab der Übergabe?

Bis jetzt habe ich noch keine Rechnung bzw. einen Vertrag bekommen, von daher bin ich noch etwas im Blindflug unterwegs.
Ich wurde letzte Woche von der sehr freundlichen Frau A.K. angerufen, aber diese Fragen hatte ich schlicht vergessen zu stellen. Per Email und bei der Hotline erwische ich niemanden :confused: Das macht so überhaupt keinen guten Eindruck, daher frage ich jetzt hier im Forum mal nach.

Schönen Gruß
Tom

Hallo Tom,

bei mir wars so dass ich nur den Fahrzeugbestellvertrag bekommen habe, das ist dann auch der Kaufvertrag. Mit ordnungsgemäßer Widerrufsbelehrung usw hat es Tesla (wie mit anderen Verbraucherrechten) nicht so. Ein(e) Rücktritt/Widerruf/Rückgabe von CPOs war aber bei einigen Fällen hier aus dem Forum zumindest ist der Praxis schon mal recht unproblematisch möglich. Weiteres gerne per PM.

Besten Gruß
Christoph

Hallo Christoph,

PM geht noch nicht, hab hier im Forum noch zu wenig geschrieben :wink: Aber danke schonmal für die Antwort!
Wenn dieser Fahrzeugbestellvertrag gleichzeitig der Kaufvertrag ist, dann sollte der Fall des Falles ja abgesichert sein. Im kleingedruckten steht die 14 Tage Widerrufsbelehrung drin die ab Übergabe des Autos läuft.

Ich hoffe ja wirklich, dass ich das nicht brauche. Ich habe jetzt schon einen Termin nächste Woche für die Übergabe und freue mich riesig auf das Auto!

Schönen Gruß
Tom

Nachdem Tesla innerhalb der Garantie meine Klimaanlage anscheinend nicht ordentlich repariert hat und sie wenige Wochen später (dann natürlich aus der Garantie schon draußen) wieder kaputt ging und für exakt die gleiche Leistung wie innerhalb der Garantie fett abkassiert hat, hat Christoph - nachdem ich selbst von Tesla schließlich nur noch ignoriert wurde - dafür gesorgt, dass ich mein Geld wieder bekomme.

Daher auch an dieser Stelle: Danke!