Autonomes Fahren (Teil 2)

Fortsetzung der Diskussion von Autonomes Fahren (Teil 1) - #5020 von Stadlix.

Vorherige Diskussionen:

Hat überhaupt Mercedes überholt oder haben die ein System von einem Lieferant eingebaut?

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Eignes System. Die Sensoren sind eingekauft.

Wo kann ich Mercedes L3 kaufen? Hab dazu nix gefunden. Oder kommt das erst irgendwann?

Kannst du nicht. Hast du ernsthaft geglaubt Mercedes hat ein Level 3 System? Mercedes hat lediglich bei Tesla abgekupfert und ist zum Ankündigungsweltmeister mutiert mit vielen leeren Versprechen. Offensichtlich klappts ganz gut. :wink:

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Niemand kann bisher ein auf den meisten Straßen autonom fahrendes Auto bauen. Heißt das nicht auch, dass niemand vorhersagen kann, wann der Durchbruch kommen wird? Es könnte nächstes Jahr so weit sein oder erst in 10 Jahren oder auch dann noch nicht. Es ist und bleibt ein schwieriges Problem.

Ich denke, ein großer Teil des Problems besteht darin, dass wir sehr oft keine wirklich klaren Regeln haben. Wenn ich mir ansehe, wie z.B. in Deutschland Verkehrsschilder aufgestellt sind, mal links, mal rechts, nicht immer klar zuzuordnen, dann befürchte ich, dass autonomes Fahren so noch lange nicht möglich sein wird.

Menschen kommen damit irgendwie zurecht, aber auch mehr schlecht als recht. Menschen haben ein umfassendes Weltbild, mit dessen Hilfe sie allerhand erraten können.

Ich kann nur ahnen, wie frustrierend es für einen KI-Programmierer sein muss, zuzusehen, wie ein Jugendlicher in wenigen Wochen den Führerschein macht und dann autonom fahren darf.

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Entschuldigung, aber das ist völliger Unsinn! Du hast anscheinend leider keine Ahnung!

Mercedes HAT für sein System eine Freigabe nach Level 3! Das kann man jetzt verschwurbeln, ändert aber nichts an den Tatsachen.

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Du kannst es aber bisher nicht bestellen ;).

Klar war mein Post ironisch, genauso wie der von ydeepS, der vermutlich nicht mal gegoogelt hat, ansonsten hätte er die Antwort direkt gefunden.

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Das sehe ich gar nicht so als Problem. Man muss ja nicht alles auf einmal lösen. Schritt für Schritt.
Früher hatten Autos Scheinwerfer der die bessere Taschenlampen waren. Heute leuchten die Dinger ewig weit und erkennen selbstständig ob sie jemanden blenden und sparen und Bereich selbstständig aus. Auf dem Weg dahin gabs auch viele Zwischenritte.

Dass ein Auto komplett autonom fährt halte ich selbst in 10 Jahren nicht für möglich. In Städten Überland und Autobahnen mit vordefinierten Straßen schon.
Überall (ohne Geofencing) würde ja auch heißen auf solchen Straßen. Ich muss zugeben, ich sehe nicht dass da in 10 Jahren ein Auto 500x komplett so durchkommt ohne Unterstützung zu benötigen.

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Danke für deine Vermutungen. Nun brauchen wir nur noch abzuwarten und zu sehen, ob sie gestimmt haben.

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Er hat im Konfigurator von MB nachgeschaut. Kann man nicht kaufen. Ist halt so.

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Tatsächlich hab ich gegoogelt. „Mercedes Drive Pilot bestellbar“. Da steht dann ab Frühjahr 2022. Das ist natürlich ein weiter Begriff, geht ansich noch bis fast Ende Juni.

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Oh man! Was für eine Haarspalterei! Fakt ist, dass Mercedes die Freigabe vom KBA für Level 3 hat und Tesla nicht.

Stimmt! Kaufen kann man es noch nicht bei Mercedes. Da ist Tesla natürlich viiiiel besser, denn da kann man FSD kaufen, obwohl sie es nicht haben. :joy: Ja, bei Tesla kauft man nur die Option, ich weiß :roll_eyes: . Ändert aber alles nichts daran, dass Tesla es einfach nicht hat, was ich sehr traurig finde.

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OK. Ich kann’s mir nicht kaufen aber das ist ja egal denn es ist ja zugelassen? Ob das MB L3 von Kunden geschätzt wird sieht man erst wenn es Kunden dafür gibt. Hab noch keinen einzigen Kundentest gesehen. Auf der MB Teststrecke macht sowas keinen Sinn. Da wäre die A8 z. B. interessant.

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Jetzt geht es hier aber auch wieder drunter und drüber.

Die City-Funktion von „FSD“ halte ich in ihrer aktuellen Level2-Ausprägung für vollkommen sinnlos. Wenn ich den Verkehr beobachten muss und die Hände am Lenkrad behalten, kann ich auch gleich selbst fahren. Für Kollisionsvermeidung etc. brauche ich kein City-FSD sondern Notfall ADAS. Wenn ich die Hände am Lenkrad haben muss und mitlenken, dann kann ich gleich lenken. Das ist bis auf weiteres auch sicherer, weil man nicht nebenher das Auto bändigen muss.

Damit Tesla über die Level 2-Funktion hinaus kommt muss noch etwas passieren.

  • Für Level 3 müssen sie eine Funktionalität implementieren, die die Grenzen der Funktion rechtzeitig erkennt (Prädiktionshorizont > 5s) und entweder an den Fahrer übergibt oder selbstständig in einen sicheren Zustand übergeht.
  • Für Level 3 und 4 müssten sie Betriebsbereiche festlegen. Bei NoA ist das irgendwie möglich, aber für FSD ist das das sprichwörtliche Weihwasser.
  • Für Level 5 und den Robotaxi-Betrieb benötigt Tesla mindestens ein Backend welches die Koordination und Kontrolle dieser Robotaxi-Flotte ermöglicht.

Das alles ist nicht einzigartig, das fährt von GM und Waymo schon durch die Gegend. Ob das die von Tesla präferierte und propagierte Lösung ist oder nicht ist spielt keine Rolle. Noch kennt niemand die wirklich nötigen Zutaten für autonomes Fahren und die elegantesten algorithmischen Ansätze dafür.
Was man allerorts sieht ist, dass a-priori-Daten aka. „Karten“ genutzt werden oder Kommunikation zwischen Fahrzeugen oder zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur. All das generiert heute einen erlebbaren Mehrwert, bei dem es nicht so genau auf die Technologie im Hintergrund ankommt - das ist der Kern iterativer Entwicklung. Eigentlich sollte man von Tesla als einem der Musterbeispiele agiler Entwicklung erwarten können, dass ein solches iteratives Verbessern vorhandener Funktionen und das gehen von Umwegen erlaubt und erwünscht ist um daraus zu lernen und es in der nächsten Iteration dann besser zu machen.
Es passiert aber das Gegenteil: Weite Teile der Assistenz- und ADAS-Software sind im Jahr 2019 stehen geblieben und man arbeitet auf den großen Wurf hin. Und ja, es gibt die FSD-Beta-Releases. Diese erzeugen aber keinen direkten Kundennutzen, diese erzeugen einen Nutzen für Tesla indem man sich die Testing-Crew spart und die Kunden für dieses Privileg zur Kasse bittet.

An sich ist es aber schon absurd, dass wir im Thread zum autonomen Fahren über Tesla reden, und primär darum wie gravierend das regelmäßige Scheitern an den selbst gesetzten Zielen noch irgendwie schönzureden ist. Sorry, aber spätestens ab der Einführung von „Tesla Vision“ ist autonomes Fahren bei Tesla völlig vom Tisch und die sonst dafür vorgehaltene Hardware wird nach und nach weggespart. Mit „ist ja nachrüstbar“ schlägt man sich die Türe nicht völlig zu. Alles was über das letzte Jahr gelaufen ist deutet darauf hin, dass man im Hause Tesla das Thema „mehr als Level 2“ völlig abgeschrieben hat. Die Frage ist nur, wie lange der Hypetrain noch genug Schwung hat, denn ab einem gewissen Schwellwert werden geht die Klagewelle los und das ist das unweigerliche Ende von Musk als CEO von Tesla.

Die interessanten Entwicklungen passieren halt woanders und werden weniger prominent diskutiert.

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hier ein schöner Vergleich von dem Mercedes Level 3 und Tesla FSD Beta

Ich zweifle doch stark, dass du das Mercedes System noch kaufen willst, wenn du das gesehen hast.

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Mercedes testet „autonomes Fahren“ in einem eng begrenzten Gebiet um Stuttgart herum, das exakt kartiert ist und über GPS Hilfssender verfügt („GEO fencing“), mit denen das Auto auf wenige mm genau seine Position kennt.
Mit echtem autonomem Fahren hat das nichts zu tun.

Erst gestern ist mir ein EQS begegnet, bei dem die große GPS Zusatzantenne auf dem Dach gut zu erkennen war.

Außerdem waren Zusatzzeile erkennbar, die ich als LIDAR Systeme deuten würde.

Das ist nicht „Geofencing“ sondern deutet auf die Nutzung von Referenzsensorik hin. Dafür nutzt man eine Sensorik die eben nicht für den Serieneinsatz gedacht ist, aber eine hohe Genauigkeit besitzt damit man

  • hinter der Wahrnehmungsschicht entwickeln kann noch bevor diese zur Verfügung steht
  • um die Wahrnehmungsschicht zu testen
  • um irgendwelches HMI-Zeug mit Dummyfunktionen zu testen.

Die schicken DGPS-Systeme werden schon seit Jahren dafür genutzt um eine Geo-Referenz für Messdaten zu bekommen. Insbesondere für die Entwicklung und Applikation von ESC/ESP ist das ein System auch das man nur schwer verzichten kann. Also ja: mit „Autonomes Fahren“ hat das nichts zu tun, eher mit 0815-Entwickelund und Applikation

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Das „Geofencing“ bezog sich auf die speziell kartierten Bereiche und nicht die Zusatzgeräte. Ansonsten hast Du natürlich Recht.

Mercedes hat bundesweit nahezu jeder Autobahnkilometer kartiert, also nein, das System funktioniert nicht nur um Stuttgart herum. :roll_eyes: