Ich denke, Du verstehst mich falsch. Ich bin zwar Tesla-Fanboy , aber ich finde auch andere Ideen gut, solange sie der E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen. Die Frage ist also, ob eine bestimmte Idee dieses Potential hat oder nicht, wie die Umsetzung aussehen könnte und wer sie bezahlt. Tesla Motors entwickelt, plant, organisiert und bezahlt das SuC-Netzwerk selber resp. der Tesla-Fahrer kauft sich mit dem Autokauf in dieses Netzwerk ein und ermöglicht so den Ausbau und Unterhalt.
Daher frage ich mich: Welcher Fahrzeug-Hersteller (inkl. eigene Forschungsabteilungen) sieht in der Idee „Laden während der Fahrt auf Hauptachsen“ eine investitionswürdige Idee für E-Mobilität?
VAG? GM? Toyota? Ich sehe nur keine… (Hinweise erwünscht ).
Schlussendlich zahlt der Steuerzahler wieder die erste Versuchsstrecke inkl. Fahrzeugprototyp, nur damit festgestellt werden kann: „Es muss noch weitergeforscht werden.“ Ich bin ja selber Forscher und sehe dieses Muster leider ständig bei unserer Gilde…
Ich meine nur, die Ideen dürfen nicht allzu visionär sein, damit eine Chance besteht, dass sie aus der Forschung heraus bald in der Praxis umgesetzt werden (können). Grundlagenforschung kann parallel dazu immer laufen, klar. Sie darf der angewandten Forschung aber nicht ständig die Projektgelder „abzwacken“. Sonst konstruiert man mit dem Steuergeld ausschliesslich „akademische Elfenbeintürme“, aber keine praktikablen Lösungen für den E-Markt.
November 1994 fühlte ich mich dazu berufen den Verbundkonzern, das ist die Zentrale der Stromwirtschaft in Österreich, über die Zukunft der Stromwirtschaft zu informieren. Es gab ein stundenlanges Gespräch mit dem Leiter der Umweltabteilung.
Im Jahr 2000 zierte das Titelbild der Mitarbeiterzeitschrift des Verbundkonzerns eine Fotomontage mit einem Sattelschlepper mit Oberleitung.
Im Heft war ein Artikel über LKW Traktion mit Oberleitung mit Leistungsberechnungen und soager in welchen Abstand man welchen Trafo installieren muss.
Dies sollte zu einen EU Forschungsprojekt werden, aber dann kam die Freigabe des Strommarkts.
Der Verbundkonzern hatte am freien Strommarkt plötzlich ganz andere Sorgen als ein EU-Forschungsprojekt für LKW Ladespur.
So wurde dieses Projekt leider nicht weiter verfolgt.
Nachtrag, erst jetzt ist mir 1922 statt 1992 aufgefallen
Diese Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, da kann ich nicht widersprechen.
Hier habe ich einen Einwand: Welcher Autobauer bezahlt die Straßen? Autobahnen? Straßenbeleuchtung? Parkplätze? Die Kosten für Infrastruktur werden in der Regel vom Steuerzahler übernommen. Das kann natürlich kritisiert werden, aber diese Kritik hätte dann nicht sehr viel mit der konkreten Fragestellung nach induktiven Autobahnen zu tun.
Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen und sozial argumentieren: Wenn für Fernfahrten teure Akkus in individuellen Fahrzeugen notwendig sind, dann ist das ein Privileg der Begüterten. Eine aus Steuergeldern bezahlte Infrastruktur bezieht nach Maßgabe des jeweiligen Steuersystems die Mitglieder der Gesellschaft unterschiedlich stark – nämlich (zumindest der Intention nach) nach ihren Möglichkeiten – in die Finanzierung mit ein, steht danach aber allen gleichermaßen zur Verfügung. Das wäre also eine Form von gesteuerter Umverteilung und eine Demokratisierung von Mobilität. Klingt für mich erst mal nicht ganz schlecht. (Und somit habe ich jetzt ein Scheunentor aufgestoßen, durch dass die Diskussion weit off-topic führen wird… )
Stimmt. Aber ein paar grosse Autohersteller müssten sich zur Entwicklung und Produktion einer ganzen Fahrzeugpalette verpflichten, die bei Autobahngeschwindigkeiten induktiv laden können. Ansonsten ist es aus Sicht des Steuerzahlers eher nicht gerechtfertigt, die entsprechende Infrastruktur vom Staat finanzieren zu lassen.
Nur dass diese „Begüterten“ immerhin mit Ihrem Kauf teuren Teslas die Chance auf E-Mobilität mit akzeptablen bis guten Reichweiten für den Mittelstand massiv erhöhen. Das ist doch mal ein Beitrag der „Reicheren“, der für die gesamte Gesellschaft wirklich Sinn macht. Ergo hab ich kein Problem damit - im Gegenteil.
Gesteuerte Umverteilung, da bin ich durchaus offen dafür. Die Frage ist wohl, welche Umverteilung ist sinnvoll und effizient? Das, was Du für induktive Autobahnen skizzierst, scheint mir etwas sehr aufwändig und kostspielig. Meine Idee wäre etwas bescheidener und lehnt sich an das an, was @Snooper77 schon als sinnvoll beschrieben hat:
Momentan erlassen ja verschiedene CH-Kantone (Teil-)Reduktionen bei den Verkehrssteuern, um E-Mobile steuerlich etwas zu entlasten. Auch das ist eine finanzielle Umverteilung von mir als Verbrennerfahrer zu z.B. @bündner als Tesla-Fahrer (gleicher Kanton). Man könnte sich jetzt z.B. vorstellen, dass die Steuern für E-Fahrzeuge z.B. weniger stark reduziert werden; dafür aber ein Teilbeitrag für den Aufbau von z.B. Destination Chargern verwendet wird. Der „begüterte“ MS-Fahrer leistet also über seine Verkehrssteuern einen zweckgebundenen, finanziellen Beitrag für den Ausbau der Zielladeinfrastruktur (die ihm dann ja selbst wie auch den erschwinglicheren E-Fahrzeugen mit kürzeren Reichweiten zugute kommt) anstatt dass man ihn steuerlich sehr stark entlastet (siehe 0.- Verkehrssteuern im Kanton Zürich z.B.). Sowas müsste man eigentlich einführen, wenige Jahre bevor das E-Fahrzeug billiger hergestellt werden kann als ein Verbrenner; so dass die Ladeinfrastruktur auf einem guten Niveau ist, wenn der Umschwung dann auch kaufpreismässig voll in Fahrt kommt. Gemäss Lars Thomsen wäre das also in etwa heute…
Sowas fände ich - zumindest für die Schweiz - viel cleverer und eine gute Variante der finanziellen Umverteilung von „begüterten“ Tesla-Fahrern zu den mittelständlerischen Early Adoptern mit ihren Zoes und Leafs.
Man muss nicht gleich Autobahnen neu und inkl. induktiver Ladetechnik bauen. E-Mobiltät geht einfacher, billiger, schneller. Zumindest für die Schweiz. In Deutschland bei grösseren Distanzen und ohne Geschwindigkeitslimite mag das etwas anders aussehen.
So ein Quatsch mit der Solarstraße. Da sind die Chinesen ja nicht die ersten, die auf diesen Blödsinn kommen.
Da wäre es wohl billiger und effektiver, die Straße mit einem Solardach zu versehen. Somit kein Schnee und Regen auf der Fahrbahn, und die PV kann ungestört Strom erzeugen. Alles andere genannte geht auch, nur halt einfacher und billiger in der Konstruktion.
Wenn von der „Solarstraße“ nur die Möglichkeit übrig bleibt, während der Fahrt induktiv zu laden, dann finde ich das im Moment schon revolutionär genug.
Energie erzeugen und Energie abgeben geht mit dem gleichem System aber auch nicht. Man brauch Solarzellen und Induktionsschleifen. Ich halte das ganze auch für wenig realistisch. Wenn man schaut wieviel Energie man mit Solarzellen heutzutage auf dem qm erzeugt, können damit nicht viele Autos geladen werden, auch nur bei gutem Wetter und idealer Sonneneinstrahlung rund um die Mittagszeit im Sommer. Wenn man bedenkt das der liegende Einbau noch mal Effizienz kostet, die ständige Beschattung durch Autos ebenfalls. Dann sollen da noch Induktionsschleifen rein und das ganze sehr langlebig sein(Solarzellen degradieren). Der Kosten-Nutzenaufwand ist immens. Es wird ein Grund geben warum man so was probiert, mal sehen wie die Ergebnisse mit dem Projekt sind, das dies die Zukunft ist glaub ich nicht.
Wenn dann könnten eher sagen wir 10km lange Induktionsstrecken auf der AB wo zwischengeladen werden kann irgendwann mal kommen. Das bedingt dicke und schwere Induktionsspulen am Auto(und in der Fahrbahn) um viel Energie aufnehmen zu können, das wäre auch aufgrund der Energieverluste kein billiger Spass.
Bei aktuellen Induktionsladeverfahren muss man sehr genau Spule über Spule fahren um möglichst viel Energie zu transferieren und die Verluste einigermassen gering zu halten.
Schwere und dicke Spulen: bei 50 hz ja, bei einigen kHz bis einigen dutzend kHz nein, da reichen dann zwei Leiter pro Fahrbahn, die man leicht in Frässschlitzen verlegen kann.
Betreibt man sender und Empfänger im Resonanzmodus, dann liegen die Verluste bei 5 bis 15%. Das ist o.k…
Es ist vorteilhaft das zunächst auf die rechte(n) Spuren zu beschränken, da dort die größten Abnehmer (LKW) unterwegs sind. Sehr schön ist auch, daß diese Ladeinfrastruktur praktisch 24/7/365 genutzt wird, also permanenten Umsatz garantiert.
Und eine hervorragende Spurführung für entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge gibts als windfall-profit gratis dazu
So ein System würde über 100km oder mehr verbaut werden müssen um einen Ladeeffekt für zig Autos zu haben, da reichen kein 10km. Man bekommt hier auch keine konstanten Ströme hin aufgrund der Unterbrechungen was die gesamte Ladeelektronik vor Herausforderungen stellt, wenn man rekuperiert geht u.U. gar nix rein und die Spule am Auto ist auch kein Leichtgewicht.
Mich persönlich überzeugt das alles nicht, ich glaub eher das Schnellladen und eine höhere Energiedichte der Akkus so schnell verbessert werden das sich solche Projekte in Luft auflösen bevor sie begonnen haben. Problem auch wer soll so ein Netz betreiben, die Strassen sind zum überwiegenden Teil in D steuerfinanziert, das müsste dann wie bei der Maut laufen und der Staat am Ende als Stromdealer fungieren usw… Glaub ich nicht dran.
Zuerst steht die Idee, dann der Versuch, dann die Verbesserung und schlussendlich die grossflächige Implementierung.
Das wohl Wichtigste: Der Glaube an den Erfolg!
Ich bin seit 1984 regelmässig in China gewesen - erstaunlich, wie sich dort das Denken und das Verständnis der Technologien verändert haben. Die Planwirtschaft Chinas - oft belächelt - zeigt hier wohl ihre nachhaltigen Vorteile…
Auf der ehemaligen Transrapid-Versuchsanlage gibt es bereits eine Erprobungsstrecke für induktive Ladung während der Fahrt.
Die können 50 kW induktiv liefern und halten dabei alle Grenzwerte ein.
Ohne jetzt genaue Zahlen zu den Kosten zu kennen, könnte ich mir vorstellen, dass es immer noch billiger ist, auf allen mehrspurigen Straßen den rechten Fahrstreifen flächendeckend damit auszurüsten, als ein mit dem heutigen Tankstellennetz vergleichbares Wasserstoff-Tankstellennetz aufzubauen.
Wenn man bedenkt, dass diese Straßen in der Regel alle 10-15 Jahre saniert werden müssen, könnte man sie in dem Zusammenhang gleich aufrüsten.
In spätestens 15 Jahren wären dann bundesweit alle Fernstraßen mit induktiver Ladetechnik ausgerüstet.
Bis dahin brauchen wir für die Elektromobilität jedoch weiterhin große Akkukapazitäten und eine richtige Schnelllade-Infrastruktur.
Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass das wirtschaftlich darstellbar ist.
Außerdem kann man ja trotzdem nicht auf Akkus in den Autos verzichten. Der Akku muss aber für nicht elektrifizierte Strecken von wenigstens einigen 10km bis 100km dimensioniert sein, sofern man nicht ALLE Straßen elektrifizieren will.
Und von dem bisschen eingesparten Akku will man dann die Strecken elektrifizieren?
Nie und nimmer ist das wirtschaftlich sinnvoll.
Statt 100 kWh Akkus bräuchte man dann wahrscheinlich nur noch 30 kWh Akkus.
Das spart Volumen, Gewicht und Kosten.
Nützt natürlich Leuten wie mir nichts, die auf den täglichen Strecken keine solchen Fahrbahnen befahren, aber dafür würden mir ja pro Tag eine echte Winterreichweite von 150 km reichen. Längere Strecken würden dann über mehrspurige Straßen führen, dort bekäme ich dann ja den Fahrstrom induktiv und könnte sogar noch während der Fahrt aufladen.
Die Einsparungen durch kleinere Akkus werden sicher nicht reichen, aber es kämen ja noch Einsparpotentiale bei der Ladeinfrastruktur hinzu. Man bräuchte theoretisch keine einzige Ladesäule entlang der Autobahnen.
Und im Vergleich zu der angeblich so tollen Brennstoffzellen-Technologie dürften die Investitions-Kosten (unter Berücksichtigung der Einsparpotentiale) deutlich unter denen für ein flächendeckendes H-Tankstellennetz liegen.
Klar, jede Infrastruktur muss auch betrieben und gewartet werden, was laufende Kosten verursacht.
Auch hier vermute ich, dass der Betrieb und die Wartung eines flächendeckenden Induktions-Ladenetzwerks kostengünstiger sein könnte, als der Betrieb und die Wartung eines H-Tankstellennetzwerks.
Find ich auch völlig abwägig. Wenn man sich mal den Semi anschaut, der kann in den gesetzlichen Pausen ausreichend nachladen. Mit einer Technik die in 2-3 Jahren auf den Markt kommt. Somit kann man diese Infrastrukturmassnahmen den privaten Unternehmen überlassen wie bei den Tankstellen und muss nicht öffentliche Infrastrukturgelder bemühen. Führen wir noch ein Geschwindigkeitslimit ein dann sparen wir sogar beim Ausbau der Trassen, tun der Umwelt was Gutes, rein wirtschaftlich hat das null Auswirkungen, kein LKW fährst so schnell und wir retten damit auch noch Leben. Wir erhalten dann Mobilität auch auf den Millionen Kilometern von Landstrassen, auf denen ja auch Autos und LKWs fahren, die kann man nicht auch noch alle zupflastern mit Induktionsschleifen. Bauen wir an den AB an jeder Raststätte super schnelle Lader auf, rundherum Windräder, Solaranlagen und Speicherbatterien zusätzlich zum Netzanschluss. Anfänge sind ja schon gemacht.
20 cm Spalt - was soll das? Da finde ich Märklin mit den Punktkontakten ja richtig toll!
Ausserdem 200 A durch ein Kabel da ist die Straßenheizung gleich integriert.