WEG-Reform 2020 - Rechtlichen Anspruch einer Ladestation für Eigentümer (WEG) - für Mieter (BGB)

Hier findet ja bereits ein interessanter Austausch zum Thema statt.
Noch ein paar Punkte von meiner Seite, ich projektiere Ladeinfrastrukturlösungen für WEGs.

Tatsächlich ist es so wie bereits angesprochen: Alleingänge der Mieter/ Eigentümer werden in der großen Masse nicht möglich sein - das ist aber auch richtig so.
Im Bestand sind die Hausanschlüsse in der Regel nicht groß ausgelegt und bieten kaum Reserven.

Meist wird es bereits ab dem 4.-5. Ladepunkt mit 11kW kritisch. Sprich auch in kleineren Anlagen wird es knapp.

Daher ist in der WEG Reform auch geregelt, dass die Gemeinschaft die Art der Ausführung bestimmen darf - was praktisch immer auf die zentrale Lösung mit Lastmanagement rausläuft.
Die Idee den Ladepunkt auf den jeweiligen Wohnungszähler aufzuschalten ist zwar ansich eine gute - allerdings im Bestand auch selten umsetzbar, da meist großer Aufwand was Leitungsverlegung, Durchbruch von Brandschotts etc. angeht.

Hier ist die Lösung in der Regel ein eigener Zählpunkt für die gesamte LIS Infrastruktur der Tiefgarage. Dieser wird von einem Dienstleister betrieben und Versorgt, die Abrechnung des Ladestroms erfolgt dann über den Zähler in der Wallbox per Software Backend.

… und damit wird es dann viel zu teuer!

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Ich frage mich da immer was die Erwartungshaltung ist.
Soll in einer Mehrparteienanlage das Privileg für die 5 schnellsten Gelten und der Rest hat Pech?

Die Fakten sind klar: Begrenzter Hausanschluss.
Wie soll eine funktionierende Lösung deiner Meinung nach aussehen?

Infrastruktur kostet nunmal Geld - was kosten neue Wasserleitungen in einem Mehrfamilienhaus?
Noch besser das Beispiel Kabelanschluss: Den Zahlen alle mit, Fernsehen darüber beziehen aber nur 10%.

Aber genau so muss es laufen und nur so kann es funktionieren: Die Allgemeinheit (gesamte WEG) trägt die Vorbereitung (ziehen der Leitungen, ertüchtigter Netzanschluss). Dann bekommen alle eine geregelte Lösung mit Lastmanagement.
Leider steht es so eindeutig noch nicht im Gesetz…

Alles andere wäre eine Benachteiligung einzelner. Wenn diese Kosten von der gesamten WEG getragen werden sind die Kosten für den einzelnen auch überschaubar.

Man könnte vertraglich vorsehen, wenn der Hausanschluss für alle keine 11kW mehr hergibt, dass dann auf 3.7kW reduziert wird. Für die meisten Fahrprofile sollte das ausreichend sein.

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typische Tiefgarage im Durchschnitt: 30 Stellplätze a 3,7kW = 111kW! - Kein Hausanschluss hat diese Reserve. Wenn es 50kW sind ist man schon gut dabei!
Die 3,7kW sind dann nicht mehr Regelbar. D.h. auch das funktioniert in der Praxis nicht.
Durch den Umstand, dass nie alle gleichzeitig Laden werden ist das zwar in der Praxis etwas entschärft, dadurch dass aber jeder die Leistung garantiert bekommt lässt es sich Vertraglich nicht umsetzen.

Was du da Übersiehst: Der Hausanschluss muss in der Regel immer ertüchtigt werden, wer zahlt das dann?

Dazu kommt: Dein Vorschlag basiert darauf, dass es möglich ist die Wallbox auf den Wohnungszähler zu legen - das ist im Bestand jedoch in den allermeistne Fällen nicht möglich, bzw. genauso teurer oder noch teurer als der Installationsaufwand der zentralen Lösung.

Das liegt vermutlich daran, dass in unserer Tiefgarage alle 16 Stellplätze mit Kabel für 22kW vorbereitet sind. Alle sind mit dem eigenen Zähler verbunden. Ich musste nur die Steckdose anbringen lassen und den Charger anstöpseln und kann mit 11kW laden. Ist anscheinend nicht überall machbar.

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Ja das würde dann gehen, dann kannst du dich sehr Glücklich schätzen!
Ggf. wurde bei euch der Anschluss auch entsprechend dimensioniert.
Wie alt ist das Gebäude?
Ich selbst wohne auch zur Miete in einem Neubau, dort wurde das Thema gleich mitgedacht und ist daher auch kein Problem (Anschluss ausreichend + Leitungen auf eigenem Wohnungszähler bereits in der TG vorhanden).

Leider ist das aber nur für die wenigsten möglich, im Bestand ist die Elektroinstallation in der Tiefgarage meist ein Graus.
In neueren Gebäuden ab 2017 wurde teilweise (leider auch nicht immer) schon für das Thema mitgedacht. Da hat man dann Glück.

Können wir das bitte nicht überdimensionieren? Manchmal reicht es, etwas erstmal zu machen, es muss nicht gleich perfekt sein.

Bei 30 Stellplätzen wird nicht sofort ein 100% Wechsel auf BEVs erfolgen. Wenn in 20 Jahren der PKW-Bestand 100% BEV ist, dann wäre das toll.

Daher muss eine Lösung nicht innerhalb von 5 Jahren so ausgelegt sein, dass alle laden können. Warum sollten nicht die 6 von 30 (das wäre 20%, schau mal was der BEV-Anteil am Bestand, nicht an den Neuzulassungen ist), die am schnellsten sind, erstmal mit einer dummen Wallbox loslegen, wenn sie sich verpflichten, später am Lastmanagement mitzumachen. Dann kann ich jetzt schon vielen Leuten das Heimladen ermöglichen, ohne große Infrastruktur und kann immer noch in ein paar Jahren die große Lösung nachlegen.

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Das Gebäude wurde 2015 errichtet.

Ich hatte erst gestern ein Gespräch mit einem Bekannten, der in seiner WEG auch vor der Aufgabe steht, in der Tiefgarage Lademöglichkeiten bereit zu stellen (8 Plätze). Man hat ihm ein Angebot für eine Lösung mit Lastmanagement gemacht in Höhe von 30.000€.
Ich habe ihm empfohlen, einen Elektriker zu fragen, was eine Verkabelung zu jedem Stellplatz mit Anschluss an die Zähler kosten würde.

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Es muss keiner Überdimensionieren, ein paar Fragen aus der Praxis muss man sich aber doch stellen:

  1. Richtig, es gibt keinen 100% Wechsel die nächsten Jahre. Aber wie oben skizziert reicht in der Mehrzahl der Fälle ein Bestand von 4 PKW die eine ungeregelte 11kW Ladeeinrichtung bekommen, um den Anschluss zu sprengen - kein so unrealistisches Szenario für eine durchschnittliche TG mit 2ß-30 Stellplätzen…

  2. Wie soll das deiner Meinung nach funktionieren? Hast du dich mal mit den technischen Anforderungen beschäftigt? Lastmangement ist in der Regel nicht Herstellerübergreifend möglich, zudem muss explizit die Wallbox auch Lastmanagement unterstützen. Wenn sich nun die 6 angesprochenen eine „dumme“ nicht Lastmanagement fähige Wallbox installieren lassen haben diese erstmal Bestandsschutz. Wie soll das deiner Meinung nach funktionieren wenn der 7. kommt? Sie schmeißen die Box weg und kaufen eine andere?
    Was heißt verpflichten daran teilzunehmen? Man plant direkt welche Wallbox gekauft werden muss und schreibt das entsprechend vor?
    Wäre eine Möglichkeit, da kommen wir dann aber direkt zu Punkt 3:

  3. Wie sieht die Installation deiner Meinung nach aus, wenn nicht auf den Wohnungszähler gegangen werden kann? Wer legt die Leitungen und installiert den neuen Schaltschrank, wie wir der STrom gemessen und abgerechnet?
    An der Stelle sind wir direkt bei der zentralen Lösung!

Diese bedeutet übrigens nicht, dass gleich alle Stellplätze mit Ladeinfrastruktur ausgerüstet werden müssen, sondern dass die zentral notwendige Infrastruktur, die auch für die 5 ersten Wallboxen in der Regel notwendig ist entsprechend ausgelegt und vorbereitet wird - der Aufpreis das schon für alle oder zumindest einen Großteil zu tun hält sich dabei in Grenzen.
Bietet aber den Vorteil das Probleme von vorn herein vermieden werden.

So haben wir es gemacht:

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Ich denke es kommt zu spät… BIs jetzt Leute anfangen sich für BEVs zu interessieren und diese dann bestellen und geliefert bekommen ist die Anzahl der DC Schnelllader nochmals weiter in die Höhe Geschossen. Gerade für Menschen mit wenigen km kann die Installation einer WB recht schnell zu sehr hohen Preisen führen.

Beispiel, jemand fährt 10.000km im Jahr das wären dann so 2000kWh. Davon lädt er eventuell 1600 zuhause… Das sind dann in 10 Jahren 16.000kWh.

Bei der EnBW kostet DC 38ct/kWh was ca. Bei der DC Ladung kann man mit ein paar kWh weniger Verlust rechnen Bei 16.000kWh ac wären das dann ev 14.500kWh DC… mit der EnBW würde das aktuell 5.510€ in 10 Jahren kosten, wenn man 28ct /kWh ac im EFH Ansetzt dann wären das 16.000kWh 4.480€ also bleiben kaum 1.000€ für die Installation einer Ladeeinrichtung… Das könnte dann schon ganz schön eng werden…

Interessante Debatte. Ich möchte auch meine 2ct dazu geben. :slight_smile:

  • Es stimmt: 11kW dauerhaft an den existierenden Wohnungsstromzählern wird i.d.R. nicht möglich sein, ohne den Hausanschluss zu erweitern, sobald man über mehr als 2 und 3 Einheiten in der Anlage spricht.
  • Das heißt nun aber nicht, dass eine große Lösung mit Lastmanagement für alle vernünftig wäre. Das ist sie in der Regel nicht, ganz einfach deshalb weil die Technologie heute neu und deshalb teuer ist, umgekehrt aber kaum jemand heute schon eine Wallbox braucht.
  • Der Königsweg ist m.E. in den meisten Fällen, die existierenden Benutzer in einer Weise zu versorgen, die späteren Benutzern nicht die Möglichkeit verbaut, dasselbe zu tun - und falls es in Zukunft mal besser geht, dann um so besser für die Neunutzer.

Hier ein konkretes Beispiel (nämlich da, wo ich selbst wohne :slight_smile: ), wie sowas aussehen kann.

Wir sind eine Anlage mit 42 Wohneinheiten und einem Kindergarten, verteilt auf vier Häuser, die jeweils ihren eigenen Hauptanschluss haben. Mein Haus hat 9 Parteien und den Kindergarten, und wir haben 100A am Hauptanschluss. Das ist ziemlich großzügig und nur deshalb so viel, weil der Kindergarten eine Küche hat, in der mehr passiert als in einer Wohnungsküche.

Ich habe mal ausführlich recherchiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass wir tagsüber wohl problemlos bis zu 25A für Elektroautos teilabzweigen könnten (mit dem Gedanken, dass die in den meisten Fällen nicht alle gleichzeitig tagsüber laden werden und die 25A deshalb fast nie erreicht werden - insbesondere nicht in der Zeit, in der im Kindergarten gekocht wird). Wenn man sich tagsüber auf 6A beschränkt, kann man also bis zu 4 Stellplätze mit einer Wallbox ausstatten. Nachts braucht man diese Beschränkung nicht. 4 von 9 sind ja schon mal ganz schön viel - es wird Jahre dauern, bis die alle eine Wallbox haben wollen.

Falls sich jemand wegen der Gleichzeitigkeitsüberlegung Sorgen macht - keine Angst, das ist Standard und wird bei Anlagenanschlüssen immer so gemacht. Wenn z.B. 7 von uns 9 gleichzeitig die Herd/Ofen-Kombi anschalten, fliegt die Sicherung sofort. Auch wenn sonst alles aus ist und der Kindergarten Ferien macht. Die Praxis zeigt aber eben, dass es zu diesem Ereignis nie kommt.

Was passiert nun, wenn irgendwann mal noch mehr aus unserem Haus auf demselben Weg eine Wallbox haben wollen, oder wenn der Kindergarten eine haben will (wo tagsüber laden die Regel sein wird, so dass er nicht in die Argumentation oben passt)? Ganz einfach: Hausanschluss erweitern. Bis zu 160A sind bei den hiesigen Elektrizitätswerken Standard, das gibt’s zum Festpreis. Wenn es dazu kommt, würde dieser Festpreis auf alle Wallbox-Nutzer des Hauses umgelegt - auch auf die, die schon da sind. Dem müsste man vorab zustimmen, um seine Wallbox installieren zu dürfen.

Was passiert, wenn umgekehrt jemand z.B. Taxifahrer ist und deshalb verlässlich 11kW oder gar 22kW braucht, auch tagsüber? Dann ist der Zeitpunkt für eine große Lösung mit separatem Stromanschluss und separatem Zähler gekommen. Die wird ja durch die bestehenden Wallboxen in keinster Weise behindert. Und von den bestehenden Nutzern kann sich da ja jeder anschließen, ggfs. unter Aufgabe der bisherigen Hardware.

Noch habe ich dieses Vorgehen nicht genehmigt bekommen, aber in der letzten Eigentümerversammlung vor Corona hatte es bereits eine Mehrheit - hat halt mit der damaligen Rechtslage nicht ausgereicht.

Eine ‚große‘ Lösung hätte bei unserer Eigentümerstruktur keine Chance, weil’s ganz einfach niemand braucht. Wie gesagt: man muss sich jeden Einzelfall separat anschauen, das ist wirklich kompliziert. Ich glaube aber, dass in der aktuellen Situation die kleine Lösung öfter empfehlenswert ist als die große.

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Mit der Rechnung bin ich einverstanden.
Aber: Ich will keine Zeit verlieren und draußen laden, d.h. ich will nicht zur Tanke fahren.
Ich will Zuhause einstecken, 10 Sekunden Zeit :wink:
Und das ist mir viel mehr Wert :wink:

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Jetzt sind wir beim Punkt, AC Ladung wird sehr wahrscheinlich die teurere Variante in vielen Fällen aber die komfortablere sein, zumal sehr wahrscheinlich die Lader im Auto auch verschwinden werden und gegen Aufpreis zu haben sind. Dann kann schnell passieren dass man zum Laden zuhause ruck zuck 3.000-4.000€ hinblättern muss bis da genügend Strom fließt.

Wenn dann noch Themen wie Lastmanagement und Engineering dazu kommen, dann könnte es schnell zum BEV Killer werden…

Ich glaube nicht, dass AC-Lader aus den Autos verschwinden. Aber ich glaube auch nicht, dass wir mehr als 11kW in Zukunft sehen werden. Eher sogar weniger (z.B. 3.7kW) als „Notlösung“ ala über Schuko Zuhause bequem laden.
Und sogar wenn die aus dem Auto verbannt werden, werden dann Mobile DC-Lösungen günstiger oder heimische DC-Ladestationen (höchstwahrscheinlich bidirektional) auch für kleines Geld (so um 1000-2000 Euro wie heutige Wallboxen) angeboten. Dann sind wir wieder beim Punkt Zuhause laden.

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Für diese Auffassung bin ich schon mal geteert und gefedert worden :rofl: :rofl: :rofl:

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Type-2 ist europaweit die Norm, und CCS die genormte Ausnahme zum Schnelladen. Type-2 wird sich an normalen Parkplätzen durchsetzen - Destination Charger everywhere quasi. Die werden von der Anzahl her immer viel viel mehr sein als die Schnellader. Elektroautos ohne Lader werden wegen Kundenunfreundlichkeit unverkäuflich sein, auch in Zukunft. Ganz sicher. Soweit meine Glaskugel. :slight_smile:

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Das hatten wir schon mal mit dem 22kW Lader und nun hat das meist verkaufte Modell nur noch 11kW. Laden und Parken überall ist eine Traumvorstellung die sich nicht umsetzen lässt. Aber das können wir gerne im Faden Konzept öffentliches Laden diskutieren.

Hier geht es darum was dieses Gesetzt bringt, und was es kostet… ich vermutet eher, dass eine Investition von mehreren Tausend Euros „nur“ um ein BEV zu kaufen eher Menschen davon abhalten wird sowas zu kaufen.

Ich sage mal so, meine Tesla Wallbox ist defekt, leider keine Garantie mehr drauf… Bis jetzt haben die aller meisten Wallboxen NUR um ein Handshake zu machen keine 4 Jahre gehalten.