Wenn du bei meinem Arbeitgeber nachfragst, ob denn die 4 Ladeplätze vor dem Haus auch für Mitarbeiter verfügbar sind - in der Tiefgarage gibt es etliche Wallboxen für Dienstwägen - dann heißt es: Neiiiiin, die Ladeplätze außen sind ebenfalls ausschließlich für Dienstwägen, weil wir wissen nicht wie wir den geldwerten Vorteil abrechnen sollen und überhaupt.
Mein Arbeitgeber ist ein Softwarehaus das unter anderem Software für Personalwesen/Lohn u. Gehaltsabrechnung anbietet. Können wir nicht abrechnen. Alles klar.
Also bei uns standen heute vor 8 Ladesäulen auf dem Firmenparkplatz ein BEV, 4 Hybride, ein Porsche 911, ein Porsche Macan GTS und irgendein Land Rover.
Zb der Seat Hybrid lädt mit 3,6kW, blockiert den ganzen Tag die Ladesäule und hat dann vermutlich keine 50km Reichweite.
Ist schon doof für die, die nicht zu Hause laden können, wenn 7 Verbrenner die 8 Ladesäulen blockieren.
Der Alku ist aber sicherlich schon eher voll, sodass dort eine Regelung her muss, dass geladene Autos zu entfernen sind.
Anders wäre es mit einem BEV auch nicht, die müssen dort i.d.R. auch keine 8 Stunden stehen.
Über blockierende Verbrenner brauchen wir nicht diskutieren. Aber auch hier müsste der Parkplatzeigentümer regeln.
Bei uns auf Arbeit gibt es 3 Wallboxen. Eine gehört dem Chef (Panamera Hybrid, lädt aber nur 1 bis 2 mal / Woche), eine dem Prokuristen / Buchhalter (BMW-Hybrid, lädt 1h/Tag). Da kommt kein anderer ran. Die dritte WB teilen wir uns zu dritt, ein ID7, ein Polstar 3 und mein Y. Das geht noch. Interessant wird es, wenn noch ein paar Mitarbeiter auf ein BEV wechseln… Ich muss da ca. 2,5h/Tag ran oder jeden 2. Tag 5h, weil ich 130km Arbeitsweg habe.
E-Mobilität wird schwierig, wenn die GL sich 2/3 der Ladestellen reserviert.
Ich arbeite in einer Firma mit ca 8500 Mitarbeitern, wir haben hier nur 17 Ladepunkte außerhalb des Werks und 21 im Werk. Dazu das Problem, wenn das Auto voll ist muss es um geparkt werden, Parkplatz findest da natürlich keinen mehr. Aber gut, die wenigsten die ein e-Auto haben laden hier, die meisten machen das eh Zuhause.
Wir hatten das Thema kürzlich beim Bier, ein AG mit vielen Mitarbeitern meint, es sei nicht möglich, alle potenziell ladewilligen Mitarbeiter mit Ladepunkten zu versorgen, also lässt man es ganz. Was natürlich Unsinn ist. Man kann ja beliebig viele LP (dann muss niemand umparken) anbieten und per Lastmanagement eine beliebige Anschlussleistung verteilen. Die Autos stehen ja in der Regel mindestens 8 h auf dem Parkplatz und kommen nicht alle mit leerem Akku an.
Aber bei meinem AG dürfen auch nur die „Führungskräfte“ ihre 4menwagen laden, obwohl Platz an den Wallboxen wäre.
Ich stehe mit meinem e-Up! an einer Shell-Ladestation, an der ich auf meinen Sohn zum Abholen warte. Kommt eine Gruppe junger Männer vorbei.
Einer von ihnen: „Das ist der Nachteil an E-Autos: die müssen geladen werden.“
Ich: „Weißt du was der Vorteil ist?“
Er: „Nee.“
Ich: „Schau mal auf die Preistafel mit den Spritpreisen.“
Er: „Haha.“
Die meisten verstehen noch nicht das es oftmals nicht schlimm ist irgendwo zu stehen und zu laden, auch wenn es mal länger dauert. Oftmals kann das sinnvoll verbunden werden.
Die weiteren Zusammenhänge kommen auch nicht bei solchen Menschen an, das Sparpotenzial.
Es wird vielleicht doch mal Zeit das die Spritpreise so hoch bleiben oder noch etwas steigen. Viel zu billig für einige noch.