ich habe mir nach langem Forschen nun auch endlich meinen Traum erfüllt und darf mich als stolzen Besitzer eines 2014er Model S85 bezeichnen, das ich als Unfallfahrzeug in einer verrückten Aktion aus Dänemark selbst importiert habe. Für mich eine fahrende Legende. Ich habe 6.000€ dafür bezahlt. Es ist dunkelblau mit beigefarbenen Ledersitzen, MCU2, hat einen 90 kWh Akku, schon den AP1 und ist mein absolutes Traumauto, das ich mir jetzt nach und nach mit gebrauchten Teilen aufbaue Ich bin 43, zweifacher Familienvater, habe Karosseriebau gelernt, war zu Zeiten von Windows 95 sowas wie ein Computernerd und bin absolut vernarrt in diesen Wagen, seit ich mal einen in Kassel (wo ich auch herkomme) in 2014 oder 15 langsam und elegant vorbeigleiten gesehen habe. Ich saß da gerade allein im Außenbereich einer Pizzeria und trank ein Hefeweizen, welches mir bei dieser Begegnung fast aus der Hand rutschte. Es war irgendwie ein bisschen unwirklich, vielleicht vergleichbar als wenn KITT von Knight Rider und dem echten Michael Knight am Steuer vorbei fährt (ein Auto, ein Computer, ein Mann). Solch ein Tesla war damals wie heute natürlich für mich finanziell absolut unerreichbar. Ich wusste nur was von über 100.000€ und dass es ein fahrender Computer bzw. Roboter ist, der sogar selbst das Steuer übernehmen kann. Ausgestattet mit modernster Technik, Kameras, einem Radarsystem und einer Art künstlicher Intelligenz wirkte es auf mich wie frisch aus der Area 51 eingeflogen. Der Besitzer damals war vermutlich ein superreicher Yuppie, der trotz der Fähigkeit, irre viel Geld zu verdienen verrückt genug war, das wohl damals genialste und zukunftsweisendste Fahrzeug der Welt zu kaufen.
Und da sind wir schon beim Thema (verzeiht mir diesen kurzen Exkurs zu meiner persönlichen Situation) - das Model S begegnet mir nur sehr sehr selten, sodass ich es immernoch als Exoten bezeichnen würde. Liegt es daran, dass das Model S eben ein Luxusauto ist und eben nur wenige verkauft wurden? Und jetzt zusätzlich immer mehr Akkus und LDUs die Füße hoch reißen? Bin gespannt auf euere Meinungen!
Gruß, Frank
„Edith“: Alle bisher angefallenen Kosten für den Wiederaufbau mit meistens gebrauchten Teilen - Transport jeweils inklusive - entweder Versandkosten oder bei Abholung den Kraftstoffkosten zugerechnet (Low Budget Job ):
Hallo Frank
Herrlich geschrieben, vielen Dank!
Bei mir war es anders, aber mit dem gleichen Resultat. Ich habe einen P85+ mit AP1, MCU2 und CCS. Heckantrieb mit AP1 ist selten. Der P85+ mit AP1 noch seltener, ca. 170 Stk weltweit.
Die Geschichte mit der LDU habe ich letzten Monat ausführen lassen. Die Unbrella’s sind auch gewechselt und jetzt stehen noch die hinteren Radlager an. Eigentlich nur rechts, aber ich halte nichts davon, nur eine Seite zu reparieren. Haben wir letzten Monat bei den vorderen, oberen Querlenker auch so gemacht.
Wie ich schon einmal schrieb, ein etwas teurerer Spass, aber immer noch Spass.
So haben wir Ende Juni, Anfang Juli 3’000 km im Urlaub in 12 Tagen gefahren.
Siehe Bilder in Model S Bilder ohne Diskussion
Viel Spass und Erfolg beim Aufbau.
Danke für das Feedback und die aufbauenden Worte.. Mit dem P85+ hast Du aber auch ein besonderes und sehr seltenes Model S. Der + hatte soviel ich weiß auch noch mehr Leistung als der „normale“ Performance, habe mal was von 470 PS gelesen. Wohl gemerkt nur mit der LDU. Hatte mal einen P85+ mit AP1 in einem Video von Ove Kröger gesehen, da sagte er auch dass diese Kombination extrem selten gewesen ist.
Ich wünsche Dir viel Spaß mit dem tollen Flitzer und hoffentlich noch viele sorgenfreie Kilometer.
Das Damoklesschwert der nachlassenden Wellendichtringe und der Feuchtigkeit im Akku schwebt neben der immer wahrscheinlicher werdenden Möglichkeit von ausfallenden Zellen immer über einem alten Tesla mit LDU. Ein bisschen wie eine tickende Zeitbombe. Aber das blenden wir mal lieber ganz schnell aus
Werde zu meinem vermeintlichen Schnäppchen aber auch gerne noch einen extra Thread machen mit der Auflistung aller Kosten, ich schreibe alles auf einfach weil ich auch selbst wissen will was der dann schlussendlich gekostet hat wenn er wieder fährt.
Na klar, gerne. Da ich im Moment im Urlaub bin, steht er 700km weit weg, aber da sich nach dem Kauf noch nichts getan hat ist das egal. Reiche gerne weitere Bilder, die den Verlauf der Reparatur zeigen, nach.
Der Händler hat ihn mir auf den Autotransporter geladen. Das war übrigens ein Spezialtransporter, der 2,2 Tonnen Nutzlast hatte und trotzdem noch mit Führerschein Klasse B gefahren werden darf. Möglich macht es eine besondere Zulassung; in dem Fahrzeug ist ein Anhänger integriert unter einem gemeinsamen Aufbau (Plattform). Das Fahrzeug hat 3500kg zGG plus 750kg zGG zusammen 4250kg zGG und es war der einzige, den ich in Deutschland finden konnte. Den musste ich vorher 200km entfernt von Kassel abholen und nach der gesamten Aktion zurückbringen. Ich war insgesamt 32 Stunden ununterbrochen mit dem Transport inklusive Notreparatur beschäftigt, da er mit gebrochenem Achsschenkel nicht rollfähig war und ich ihn so nicht hätte abladen können. Ich hatte mir nach dem Kauf, was übrigens ein Blindkauf war also außer ein paar Fotos hatte ich nichts, sämtliche Achsteile für vorne rechts im Internet bestellt inklusive gebrauchtem Achsschenkel und Stoßdämpfer. Ich hatte zum Glück ein Foto vom Display, in dem ich sehen konnte, dass kein Menü für das Luftfahrwerk vorhanden war sodass ich einen Stoßdämpfer mit Schraubenfeder gekauft hatte. Alles mitgenommen und dann eingebaut. Es war ein wirklich extremer Trip, den ich so nicht wieder machen würde zumal ich mehr und mehr mit der Müdigkeit zu kämpfen hatte. Aber es ist alles gut gelaufen und er steht jetzt zuhause und wartet auf seine Reparatur. Ich habe mir dann zum Aufladen eine 4 Jahre alte aber unbenutzte Wallbox für 150€ von Kleinanzeigen gekauft, die ich dank vorhandenem 32A Drehstromanschluss mittels Erdkabel anschließen konnte. Soweit habe ich ihn vor dem Urlaub noch auf 80% aufladen können.
Da der Achsträger ausgerissen war, was ich nicht eingeplant hatte, habe ich den fehlenden Fixpunkt des Lenkers durch einen Spanngurt ersetzt, sodass das Rad dann geführt wurde. Das reichte um ihn bei uns aufs Grundstück zu fahren. Der ABS Fehler verschwand dann sofort von selbst (ohne dass ich was gelöscht hatte), da der gebrauchte Achsschenkel komplett mit Radlager und Sensor war, den ich gleich anschließen konnte. Tja soweit ist es erstmal, weitere Updates gebe ich wenn ich weitere Teile einbauen konnte. Den Radsatz habe ich übrigens für unglaubliche 99 Euro erstanden, da die Reifen schon älter waren. Ich musste dafür aber auch 350km fahren; das hatte sich aber durch den günstigen Preis trotzdem gelohnt. Man braucht schon eine gewisse Leidensfähigkeit, wenn man kaum Geld hat, aber das war mir bewusst und ich bin voller Tatendrang und freue mich schon auf die Zeit mit dem tollen Flitzer. Er hat übrigens schon 350.000km gelaufen. Und wie gesagt irgendwann mal einen 90 kWh Akku bekommen. Ansonsten weiß ich nichts, wirklich gar nichts. Es war wie gesagt ein Blindkauf, ich saß an der Arbeit gerade in der Pause, als ich bei mobile zum gefühlt 100. Mal auf aktualisieren geklickt hatte. Bam, da war er. 6.000€. Ich musste schnell sein, schließlich bewegt man sich bei mobile gefühlt in einem Haifischbecken, in dem man umzingelt ist von ausgehungerten Raubfischen, die genau auf so eine Beute warten. Ich habe dann sofort da angerufen, ein paar Fragen gestellt, der Chef wusste dass er prinzipiell funktionsfähig ist und da habe ich gesagt, OK, dann kaufe ich den jetzt. Alles auf eine Karte. Mir gingen danach so Floskeln durch den Kopf wie „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ um mich selbst zu beruhigen. Meiner Frau schickte ich nur die Nachricht „Ich hab einen“ woraufhin sie mir nur mit diesem Smiley antwortete Naja, ich kam dann etwas zittrig und 15 Minuten zu spät aus der Pause zurück und machte meinen Kram weiter (bin in der Industrie). Ich habe noch keine Papiere, die werden noch nachgeschickt. Ich habe aber gesehen, dass das Kühlwasser voll ist, somit sollten die Dichtringe in der LDU noch ok sein.
Herzlichen Glückwunsch zu dem Auto! Ist wohl die Zwillingsschwester meiner Betty Blue. 2014er S85 dunkelblau beiges Leder. Hat deiner noch free Supercharging? Das Typenschild vom Akku ist meiner Erinnerung nach vorne links sichtbar, wenn du wissen willst, was der Akku schon so alles erlebt hat, besorg dir ScanMyTesla + Adapter + Kabel.
Die Reparatur wird in jedem Fall eine größere Aktion. Hebebühne hast du?
Mir erging es mit meiner Begeisterung für das MS ähnlich. Vor 10 Jahren mit meinem 50er Roller zum Bäcker ins Nachbardorf gefahren und da stand ein nagelneuer 75. Da im Laden nur ein Kunde wartete, diesen Angesprochen, hat mich gleich zu einer Testfahrt eingeladen. Und da wars klar… Irgendwann.. Und das war dann vor etwas über einem Jahr und 20000km, einem neuen Motor für die EPB und einer sauteuren Akkureparatur… Ich fahre viel Langstrecke, auch mal 3000km in 5 Tagen und bin immer noch begeistert..
Drücke dir die Daumen, dass es dir genauso geht (bis auf die Akkureparatur natürlich).
Liebe Schraubergrüße aus dem Taunus nach Kassel
Vielen lieben Dank, tja so ne Bühne wäre Luxus Habe ich leider nicht. Alles mittels mehrerer Wagenheber auf dem Boden. Yogaübungen inklusive wie vor 20 Jahren Habe ihn erst kurz vor dem Urlaub gekauft und solche Sachen wie Scan My Tesla und Co. noch nicht. Auch noch keinen Adapter. Ich konzentriere mich jetzt erstmal auf die Reparatur und gehe knallhart davon aus, dass mit Akku und LDU alles ok ist. Das nächste ist erstmal der Achsträger und natürlich alles zerlegen. Ich finde es toll dass der offenbar selbst seine Fehler löscht. Wenn man was repariert hat, merkt der das. Bei VW und Co muss man erstmal einen Adapter anschließen und löschen falls man nicht noch eine spezielle Software dafür braucht. Er zeigt jetzt überhaupt keinen Fehler an (Rückgaltesysteme haben bei dem Unfall nicht ausgelöst), und ich hoffe das ändert sich nicht, wenn er seine ersten Kilometer wieder fährt Ja, die Testfahrt ist verhängnisvoll das stimmt. Hatte auch eine Anfang des Jahres gemacht mit nem Model Y seitdem wurde der Wunsch immer größer. Und da sich Ersparnisse und Preise von verbrauchten Unfallautos immer weiter genähert haben, habe ich dann zugeschlagen Wünsche Dir auch noch viel Spaß mit Deinem Model S P.S. Da Du noch gefragt hattest nach SC01, das kann ich noch nicht sagen, da ich ihn noch nicht in der App habe. Dazu brauche ich erst die Papiere um ihn dann durch Tesla da irgendwie einpflegen zu lassen. Genaueres weiß ich noch nicht.
Hast vermutlich Recht. War der Meinung, dass die bis auf zusätzliche Motorhalterungen gleich sein sollten. Lt Tesla EPC sind sind Teilenummer aber unterschiedlich und einiges sieht anders aus Parts Catalog
Ob man den trotzdem nehmen könnte, keine Ahnung…
Tja vielleicht, weiß man erst, wenn mans probiert. Zusätzliche Halterungen kann man ja abflexen. Nur mit Anschweißen ist eben nicht wegen Alu. Da habe ich großen Respekt vor. Würde ich niemals versuchen vor allem nicht an dem Achsträger also die Aufnahme - NIEMALS - dafür ist die Aluminiumlegierung eine viel zu diffizile Angelegenheit das kann schnell lebensgefährlich werden. Hält erstmal und reißt in ner Kurve dann ab.
Der Wagen wurde mit Gabelstapler aufgeladen. Ich hoffe, dass die Batterie keine Dellen bekommen hat. Da ist der TüV nämlich pingelig. Ich glaube 0,8cm dürfen die nur tief sein.
Ja das mit dem Verladen war so eine Sache. Er wurde aber längs aufgeladen, also die Gabel war ca. 5 Meter lang und hat mittig unter der gesamten Länge des Fahrzeugs gesessen. Ich habe ihn mir von unten noch nicht angeschaut, hoffe aber nicht dass da was eingedrückt wurde.
P.S. Die Batterie wird ja auch statisch belastet mit ihrem Eigengewicht (rund 800kg), wenn sie nach dem Ausbau gelagert wird. Da es meines Wissens keine andere Möglichkeit gibt, liegt sie mittig punktuell auf einer hydraulischen Hebevorrichtung oder besser weil mehr Auflagefläche auf Europaletten. So schlimm wird das also nicht gewesen sein, auch wenn es nicht den Tesla Bestimmungen entspricht. Schlimmer ist wenn man mit hoher Geschwindigkeit über einen hoch stehenden Stein fährt, der das Gehäuse aufschlitzt oder eine tiefe Furche in das Batteriegehäuse drückt
Der-Kieler hat Recht. 2,3t lädt man nicht - Schrammenfrei mit nem Gabelstapler hoch - es sei denn mit einigem SCHUTZ / Lastverteilung zw. Akku und Gabeln. Ich habe AUCH Bedenken - drück’ dir aber noch mehr die Daumen !!
OK, danke, werde ich mir anschauen hoffentlich wurde da nichts verdrückt. Kann dann auch mal eine Wasserwaage oder einen Richtscheid dranhalten. Gibt es denn für den TÜV entsprechende Vorschriften, in denen die maximalen Verformungen des Batteriegehäuses beschrieben werden?
Der folgende Thread hat zwar nur indirekt mit dem Thema zu tun, zeigt aber recht gut die Batterie von unten und beschreibt die Bodenplatte als 6.35mm starkes Aluminium, zusätzlich ist das Gehäuse längs und quer verstrebt:
ABER: das ganze steht oder fällt natürlich damit, wie und wo der Stapler die Gabeln unter das Fahrzeug gebracht hat. War die Gabel (jeweils beim Be- und Entladen) waagerecht oder nach oben geneigt: Übel. War sie nach unten gerichtet und schrabbte über den Boden unter dem Fahrzeug, wird alles gut sein. In jedem Fall wäre es aus meiner Sicht besser gewesen das Fahrzeug quer anzuheben, da so die „Längskufen“ die Last verteilt hätten. Völlig problemlos wäre es gewesen die Gabeln weit auseinander zu fahren und das Fahrzeug quer über vier Tesla-Pads anzuheben. Mit dem fehlenden Vorderrad hätte man sich da noch was einfallen lassen müssen. Drücke alle Daumen..