Im April hat sich der Akku meines 2020er LR AWD mit einer Warnmeldung verabschiedet, ich habe dann ein neues SR-Modell als Ersatzwagen bekommen. (Vergleichsbericht hier: Model 3 SR neu vs. LR AWD 2020).
Der Abholtermin war der 22. Mai. Zu meinem Erstaunen habe ich fast 3 Wochen früher, am 4. Mai, die Nachricht auf dem Smartphone gehabt, dass ich mein Auto abholen kann. Ich habe dann geklärt, dass es sowieso wieder nur ein Fahrzeug-Tausch ist ohne viel bla-bla, also habe ich das nachts auf der Heimfahrt von einem Arbeitstermin erledigt.
Mein Fahrzeug hat mich gleich „wiedererkannt“, alle Einstellungen waren wie vorher. Es war auf 100% geladen und hat 399 km Reichweite angezeigt. Das hat mich etwas stutzig gemacht: Ich habe vorher nie auf 100% geladen, immer nur auf 80%, aber der Wert schien mir doch ziemlich tief zu sein. Auf meine Nachfrage meinte der freundliche Service, dass Ersatzakkus immer mindestens den gleichen SoH wie der getauschte Akku aufweisen würden. Die Anzeige würde sich wahrscheinlich noch ändern, wenn ich mehrere Male geladen und etwas Strecke gefahren wäre.
Mit den knapp 400 km habe ich kein Problem, ich habe den LR ja in dem Wissen gekauft mit 93’000 km auf dem Tacho, dass ich eine gewisse Degradation haben würde, und dass der Verlust durch den grösseren Akku in einem Rahmen bleiben würde, wie ich ihn benötige. Das ist der Fall.
Trotzdem eine Frage: bringt es beim LR-Akku etwas, ihn mal unter 10% leer zu fahren und dann auf 100% zu laden, oder ist das nur für den LFP-Akku interessant? Und ist der Wert in einem vernünftigen Rahmen für knapp 100’000 km? Wenn das Teil die nächsten 300’000 km hält, ist das für mich vollkommen in Ordnung. Ich möchte nur keinen Ersatz-Akku haben, der älter ist als das Auto selbst, womöglich noch mehr Kilometer drauf hat und in 2 Jahren kurz nach Ende der Garantie die Flügel streckt. Aber ich nehme an, das lässt sich kaum feststellen. Egal, bin gespannt wie Ihr das seht.
Das Problem ist, dass Tesla deinen Akku aus unterschiedlichen gebrauchten Zellen zusammenbaut. Die passen nur sehr selten haargenau zusammen.
Da müssten ja 2 defekte Akkus über ihre Laufzeit in den gleichen Betriebszuständen, Lade-/ und Endladekurven betrieben worden sein und dann nach dem Defekt aus den besten Zellen wieder zusammengebaut werden.
Ich hoffe, dass du mit den oben genannten Maßnahmen bessere Werte bekommst, eventuell muss das BMS wirklich erst mal die „Performance“ aller Zellen erleben.
Diesen Spruch von Tesla, dass der Tauschakku immer mindestens die Kapazität des alten Akkus hat, halte ich für reines blabla. Dann würde man ja bei der Übergabe dem Kunden zeigen, wieviel Kapazität der alte und wieviel der gebrauchte Akku hat, was dann für Transparenz sorgen würde.
Hallo zusammen! Sehr interessantes Thema. Ich bin noch relativ neu hier und technisch nicht besonders versiert. Ist dieser Batterie-Test im Service-Modus eigentlich auch für Anfänger sicher durchzuführen, oder sollte man als Laie lieber einfach bei der Methode bleiben, den Akku auf unter 10 % zu fahren und dann auf 100 % vollzuladen, um das BMS zu kalibrieren?
Solange du nur den Akkutest ausführst und nicht wild in anderen Bereichen rumklickst sehe ich da keine Gefahr - einfach den Wagen möglichst weit runterfahren und ihm dann 10-16 Stunden Zeit geben…
Du solltest Dir halt vorher durchlesen, was auf der Seite dann steht. Wichtig: Akku auf <10% leer fahren, dann anstecken und starten. Das kann dann bis zu 16 Stunden dauern in denen das Auto nicht verwendet werden kann.
mittlerweile ist der sogar im offenen Servicetab des normalen Infotainments angekommen, kann man ohne Bedenken machen. Ich würde vorher einmal bei 100% balancieren (>90 reichen bei NMC), da sonst Imbalance die Qualität des Ergebnisses beeinträchtigen kann, aber inhaltlich ist das größte Risiko, dass man zwischendurch das Auto braucht und nichts in Akku hat,
Es gibt schon seit einiger Zeit den Akkutest im normalen Menü.
Da braucht man nicht mehr in den Service Mode.
Falsch machen kann man da eigentlich nichts, man muss nur wissen und beachten, dass man 10 bis 16 Stunden nichts am Auto machen kann und die Stromversorgung nicht unterbrechen darf.
Ich habe vor kurzem noch die Gelegenheit genutzt, als ich abends von einem Ausflug mit recht leerem Akku heim kam und hab den Test dann gleich gestartet.
Worauf man sich einstellen muss: Die Wärmepumpe orgelt erstmal bis 0% runter, danach bleibt der Wagen laaange Stunden ohne erkennbare Aktivität bei 0% stehen, und wenn man allmählich überlegt ob da was schiefgelaufen ist lädt er endlich bis 100% durch.
Ich formuliere es noch mal anders, vielleicht fällt dir dann der Perspektivwechsel zur Persona „Anwender der das zum ersten Mal erlebt“ leichter: Als Anwender hast du eine App, in der dein Auto mit 0% Akku zu sehen ist, einem Zustand den man sonst vermeidet. Es gibt keine sichtbare Aktivität. Über Stunden hinweg gibt es keine sichtbare Veränderung, auch vom Auto kommt kein Geräusch mehr. Dieser Zustand wirkt beim ersten Test verunsichernd, wird auch nicht in der Testbeschreibung angekündigt. Drum schildere ich das hier für jemanden der es noch nicht erlebt hat und nach den Risiken fragt - damit der diesen Zustand einordnen kann.