Nach Kreta mit Voyager über Kroatien und Albanien

Schon wieder geht es nach Kreta mit unserem Model S Voyager.

Zuletzt waren wir ja im August 23 auf einer anderen Strecke dahin unterwegs.

Diesmal haben wir auf dem Weg die Nikola Tesla Rallye 2024 mitgenommen.

In Kroatien haben wir dann noch einen Tag Dubrovnik dran gehängt mit einem schönen Altstadtbummel.

Heute ging es dann weiter die schöne Adriaküste entlang durch Montenegro nach Albanien in die Stadt Shengjin, die nicht weit hinter der Grenze liegt. Das sind zwar nur gut 200km, aber völlig ohne Autobahn über die serpentinenreiche Küstenstraße mit 2 Grenzübergängen hat es dann trotzdem 5 1/2 Stunden gedauert.

Das Hotel Domus in Shengjin haben wir gewählt wegen seiner Type2 Ladestation in der Tiefgarage. Das Zimmer ist modern und geräumig. Die Übernachtung kostet hier nur 1/3 des Preises in Dubrovnik, wobei Shengjin allerdings auch keine schöne Altstadt hat und wir auch den Strand nicht besonders reizvoll finden.
Wir werden wohl ein wenig die Gegend erkunden und übermorgen auf dem Weg nach Griechenland in Vlora Station machen.

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Das Zentrum von Shengjin fanden wir eher häßlich. Es reiht sich ein neuer Betonklotz (Hotelhochhäuser) an den anderen. Alles ist inhomogen, es ist kein Stil zu erkennen. Eine Pizzeria, deren Terrasse ein paar Meter ins Meer gebaut ist, gefiel uns ganz gut.

Wenn man die Strandstraße etwas nach Süden fährt, kommen zuerst Baustellen, an denen neue Betonklötze entstehen und dann eine etwas idyllischere Gegend mit Campingplätzen und einsameren Stränden.
Verläßt man den Bereich von Shengjin, ist man sehr schnell in der Provinz. Dort ist es dann eher ländlich einfach, aber auch meist nicht schön.

Wir sind dann weiter an der Adriaküste entlang Richtung Durres und Vlora gereist.
Ein kurzer Aufenthalt in Durres zeigte, dass es noch deutlich schlimmer geht als in Shengjin. Noch mehr inhomogene Betonklötze ohnen einen erkennbaren Sinn für Zusammenhang oder architektonische Schönheit. Hat uns so wenig gefallen, dass wir gleich weiter gefahren sind.

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(Die Reflektion auf manchen Fotos stammt von einem Schutzengel, den uns eine Freundin vor der Abreise geschenkt hat.)

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Vlora ist im Prinzip ähnlich, aber etwas weitläufiger. Es gibt eine lange Strandpromenade mit einigen schönen Stellen, aber insgesamt überwiegt auch hier der Eindruck, dass Betonklötze ungeordnet aus dem Boden sprießen.

Dort haben wir das Hotel „Le Palezzine“ gewählt und damit leider voll ins Klo gegriffen. Die auf booking erwähnte „Ladestation für Elektroautos“, die uns das Hotel auf Anfrage auch bestätigt hat, stellte sich als vierpolige (3 Phasen + Schutzleiter) CEE Dose heraus. Leider kann der Tesla in Dreieckschaltung nicht laden und somit hatte ich dafür auch keinen Adapter. Das Personal im Hotel war extrem freundlich und hilfsbereit. Gemeinsam haben wir dann eine fünfpolige CEE Dose in der Küche gefunden. Da ich aber weder ein langes CEE Verlängerungskabel mit hatte, noch Voyager direkt bei der Küche parken konnte, nützte auch die Möglichkeit nichts. Schließlich zeigte mir der Wirt einen Sicherungskasten im Außenbereich und erlaubte mir, dort eine normale CEE16 Kupplung, die ich glücklicherweise mitgenommen hatte, anzubringen. Dort konnte ich auch sehen, dass man die vierpoligen 16A Dosen einfach alle parallel an einen 40A Leitungsschutzschalter angeschlossen hat. Naja, so etwas wie VDE gibt es wohl in Albanien nicht.
Nach etwas Elektrikerarbeit konnten wir also laden.

Unser Zimmer im „Le Palezzine“ war klein, häßlich, begrüßte und mit einem feuchten Laken und hatte keine Ähnlichkeit mit den Bildern auf booking. Der „Bergblick“ führte im Wesentlichen auf eine baufällige Mauer. Fast immer gab es fließend Wasser, allerdings nicht mit nennenswertem Wasserdruck.
Insgesamt konnte also „Le Palezzine“ nicht überzeugen trotz freundlichem und hilfsbereitem Personal.

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Von Vlora ging es weiter über die Albanien-Griechenland Grenze nach Ioannina. Am Grenzübergang war nicht viel los und die griechischen Zöllnerinnen waren überaus freundlich und winkten uns nach kurzer Rückfrage direkt durch.

In Ioannina hatten wir natürlich wieder eine Unterkunft mit Ladestation ausgesucht. Die Unterkunft stellte sich als eine schöne und moderne Einzimmerwohnung über einem Zuckerbäcker heraus und die Ladestation als öffentliche Ladestation direkt vor der Tür. Nach Installation der passenden App wurde die Ladestation als „offline“ gemeldet und erlaubte uns kein Laden. Wir baten den Zuckerbäcker um Hilfe. Wir kennen die Griechen als extrem gastfreundlich und hilfsbereit und der Zuckerbäcker war keine Ausnahme. Er klemmte sich mit Nachdruck hinter den Support des Ladestationsanbieters, bis sie schließlich funktionierte. So konnten wir dann auch hier bequem genug Energie in den Akku bringen, um am nächsten Tag zum Supercharger bei Patras zu kommen.

Es blieb noch genug Zeit für einen ausgiebigen Stadtbummel durch Ioannina. Endlich wieder eine Stadt, die nicht aus geschmacklos zusammengerummelten Betonklötzen bestand!

Sowohl unsere Unterkunft als auch der 20 Minuten zu Fuß entfernte schöne Teil der Stadt haben uns sehr gefallen.

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Von Ioannina sind wir mit kurzem Ladestopp am Supercharger bei Patras direkt nach Piräus gefahren und gegen 16 Uhr angekommen. Unsere Fähre, das 40 Jahre alte große Anek Schiff „ El. Venizelos“ war schon da und würde uns nach Auskunft des Lademeisters ab 18 Uhr an Bord lassen. Das Schiff ist trotz seines Alters in gutem Zustand. Uns fällt immer wieder auf, dass Anek die Schiffe deutlich besser pflegt als zum Beispiel Grimaldi/Minoan und andere.

Nach einem kurzen Ausflug zu Fuß mit Essen in Piräus waren wir pünktlich um 18 Uhr an der Fähre, was sich allerdings als Fehler herausstellte. Wir hatten so zwar schon 3 Stunden vor Abfahrt unsere Kabine, allerdings wurde unser Auto von nachfolgenden LKW zugeparkt, so dass wir erst 2 Stunden nach Anlegen in Chania wieder aus der Fähre kamen.

Wie schon hier

berichtet, wurde tatsächlich beim Boarding der Ladestand kontrolliert und unser Auto mit einer Pappkarte unter dem Scheibenwischer als EV gekennzeichnet.

Die eigentliche Überfahrt von Athen/Piräus nach Chania/Souda dauerte 9 Stunden und war auf der großen ruhig im Wasser liegenden Fähre sehr komfortabel.

Von Souda sind wir dann direkt zum Triplecharger an der Agios Georgios Kirche in Rethymnon gefahren. Durch die 2 Stunden Verzögerung beim Verlassen der Fähre war aber die Stadt mittlerweile zum Leben erwacht und die Ladestation war von einem Verbrenner zugeparkt, währen auf dem zweiten Platz ein EV lud und ein weiteres schon daneben wartete.

Wir sind kurz entschlossen nach Damnoni weiter gefahren und dort mit 8% angekommen, nachdem Voyager schon zwischendurch gejammert hat, dass wir uns fast außerhalb erreichbarer bekannter Ladestationen befinden und uns mal über die Ladeplanung Gedanken machen sollen.

Naja, wie schon vor 3 Jahren hier

berichtet, stellt uns unser freundlicher Wirt eine antike Schukodose zur Verfügung, mit der wir schon auf früheren Reisen mit 8A geladen haben, ohne ein Feuer auszulösen.

Mittlerweile hat er eine 6 kW PV Anlage auf dem Dach, so dass wir mit gutem Gewissen Sonnenstrom laden.

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Zwischenzeitlich haben uns unsere Kinder besucht, um meinen Geburtstag mit mir zu feiern.
Gestern haben wir sie am Flughafen Chania abgesetzt. Danach stand ein Altstadtbummel in Chania auf dem Programm. Aber wo soll man parken? Natürlich bei einer Ladestation in der Nähe der Altstadt. Plugshare zeigte mir das:

https://www.plugshare.com/location/531321

Wir haben uns also in das für ein Model S viel zu enge Parkhaus gequält und in der Nähe der Ausfahrt eine Ladestation mit 2 Type2 Anschlüssen gefunden, die mit Hütchen abgesperrt war. Auf die Frage, ob wir hier laden dürfen, räumte der Kassierer die Hütchen beiseite und half mir durch geschicktes Einweisen bei der Millimeterarbeit mit eingeklappten Spiegeln, mit wenig Manövrierraum in die extrem enge Parklücke zu kommen. Neben mir parkte ein fettes SUV und nahm einen Teil meines Parkplatzes mit ein.
Der Ladevorgang startete ohne app oder Karte.

Nach einem mehrstündigen Altstadtbummel konnten wir bei 35 Grad Aussentemperatur unser vorgekühltes und auf 88% geladenes Auto abholen. @suse ging zum Kassierer mit der Kreditkarte in der Hand und wollte zahlen. Er bat sie unauffällig einzusteigen und meinte nur leise „next time“. Wir bedankten uns und konnten herausfahren.

Ich vermute, unser Elektroauto mit den Nikola Tesla Rallye Aufklebern hat ihm so gut gefallen, dass er kein Geld von uns wollte. Wenn man bedenkt, dass er den ganzen Tag die Abgase der Verbrenner in der Tiefgarage einatmen muss, ist sicher jedes Elektroauto eine Verringerung der nicht unerheblichen Gesundheitsbelastung durch den Job.

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(Das SUV sieht man hier leider nicht, aber den engen Parkplatz schon…)

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Heute ein Ausflug nach Matala. Das Küstendorf, in dessen Höhlen früher die Hippies wohnten und in dem Joni Mitchell ihren Song Carey schrieb.
Heute ist Matala extrem touristisch und überfüllt mit Menschen, Autos und mit kleinen Läden, die sich im Zentrum dicht an dicht drängen. Irgendwie eine schräge Karikatur der Hippie-Vergangenheit, an die die Straßenmalereien, manche Fotos und die Namen mancher Kneipen erinnern.
Auch hier sieht man aber, dass die Griechen es dem touristischen Andrang zum Trotz verstehen, alles irgendwie pittoresk und im Rahmen des Möglichen geschmackvoll zu gestalten.

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