Beadnke mich für die hilfreichen Antworten, aber was ich schon schrieb ist, und jezt auch @Madders dazu, was ist eigentlich unter „Länger“ zu verstehen? Ab wann wird es wirklich schädlich für den LFP Akku? Kann auf der Arbeit das leider nicht Zeitgenau steuern, da inzwischen ja stark frequenziert wird. Gruß RGL
Gerade beim LFP-Akku, der ja eine an sich sehr gleichmäßige Spannungskurve hat, macht 100% vs. 95% schon einen großen Unterschied aus, da er nur bei den letzten 5% wirklich in der Spannung hochgeht. Deine Aussage trifft eher auf einen NMC-Akku zu, wobei auch da schon 100% vs. 90% einen deutlichen Unterschied macht.
@Rasagul
„Schädlich“ wird es an sich gleich nach erreichen der 100%, aber man darf es auch wie gesagt nicht überdramatisieren - selbst ein LFP-Akku, der ständig auf 100% geknallt wird und in der Sonne steht wird die Garantiezeit überleben - aber schonend ist halt anders. Genaue Erfahrungswerte für die konkret verwendete Akkuchemie wird dir hier keiner abschließend geben können…man kann sich nur an den bestehenden Studien orientieren.
Aber in deinem Fall beim Laden auf der Arbeit ist es doch auch einfach machbar, dass du auf 90% oder 95% stellst und nur gelegentlich auf 100% (um das BMS kalibriert zu halten). Dann ist doch alles gut und es erfordert auch nicht viel Planung.
Genau so hatte ich mir das auch gemerkt. Die „kritischen“ Spannungsspitzen sind beim LFP Akku schon bei etwas unter 100% weg.
Von dem her Ladelimit auf 90-95 und alles ist gut. Zumal man nach dem Laden beim Arbeitgeber ja sowieso noch nach Hause fahren muss, sprich man baut weiter Kapazität ab
Warum sind LFP Akkus dann so viel robuster (bzw. zyklenfester) als NMC, wenn der wichtigere Faktor die Anode ist? Der Hauptunterschied müsste doch die Kathode sein.
Oder ist die niedrigere Zellspannung der große Faktor?
Die Ursache für die kalendarische Degradation ist nicht die Zellspannung.
Ich habe mich auf die kalendarische Alterung gar nicht bezogen.
Beim LFP Akku bildet Fe+P an der Kathode eine art 3D Wabenstruktur in der die Lithiumionen eingelagert werden.
Diese ist wesentlich stabiler als die Struktur der Kathode in NCM Akkus. Sie hält die Li-Ionen auch fester.
Das Nickel in den NCM Akkus bildet an der Kathode eine Struktur wie Blätterteig. Die Li-Ionen sind beweglicher, werden also weniger fest gehalten aber altert schneller.
Den Vergleich LFP->Wabenstrucktur zu NCM->Blätterteig hab ich mir mal aus einem (YouTube) Vortrag vom Herrn Prof. Dr. Fichtner (Helmholz Institut Ulm) gemerkt.
Hier ein Video das diesen Sachverhalt sehr gut erklärt.
(Ist übrigens das beste Video, das mir zu dem Thema bisher untergekommen ist)
Danke für die Erklärung und das Video! Das erklärt die robustere Kathode, aber er meinte ja, dass die Alterung hauptsächlich auf der Anodenseite stattfindet:
Vielleicht hab ich da was falsch interpretiert. Aber wenn die Anode bei LFP und NMC gleich (oder ähnlich ist), muss ja doch der Hauptunterschied bei Alterung durch die andere Kathode kommen, und nicht die Anode, oder?
Recht simpel: wie @manni199 richtig beschrieben hat, ist die Olivin-Struktur der Phosphate ein vielfaches stabiler als Schichtoxide (NMC/NCA). Daher kommt der Alterungseffekt der Anode deutlich stärker zum Tragen. Bei Schichtoxiden ist das Verhältnis (abhängig von SOC) andersrum.
Da gibt es auch andere Theorien. Eine ist, dass der LFP Akku aufgrund der niedrigeren Zellspannung weniger degradiert, als andere LiIonen-Akkus.
Hast du die 389 km irgendwie in Richtung 439? km bekommen?
Wenn ja, wie hast du das geschafft?
….indem man von 20/21“ auf 19“ Felgen umstellt ![]()
(geht hier aber um ein MY SR, da sind nur 418km als max. möglich)
Genau - da hat sich nix geändert ![]()
Sorry ich war nicht genau. Bei mir ist es ein M3 RWD 60 kWh Q3/22.
Nach nun 4000km hat er bei 100% NUR 397km.
Das ist verglichen zum Neuzustand rd. 10 % weniger.
Ich würde das gerne ändern/verbessern. Tipps gerne!!!
Das wird eher die Darstellung im BMS sein. Wir haben so ein Model 3 aus 12/21 mit 29000km, der zeigt 423 oder 426km an je nach Laune.
Wir laden regelmäßig AC auf 100%.
Unser von 09/21 mit 36000km zeigt 408km bei 100% (55er Akku).
Öfter Mal auf 100% laden lassen, bis dort die Kalibrierung abgeschlossen ist.
Auf 100% laden, und dann 1-2h stehen lassen.
Erst abstöpseln wenn das Auto meldet ‚Laden Ende‘!
Das kann schon mal 20min dauern, obwohl die ganze Zeit 100% angezeigt wird.
Dann auch mal auf <5% leer fahren, und 1-2h stehen lassen.
Das 100% Laden wiederholen. Aber erst bei <30% mit dem Laden beginnen.
Da sollte helfen.
Das Entladen auf 5% brauchst du nicht jedes mal zu machen.
Bei mir hat dieses Vorgehen geholfen von anfänglich angezeigten 398km auf mittlerweile 434km zu kommen.
Das BMS meines neuen M3 SR (EZ11/22) war nach der Übernahme am 10.12.22 ziemlich durcheinander.
Vielen Dank, werde es mal so versuchen.
Fortsetzung der Diskussion von LFP 100% und dann?:
Aus den Beiträgen hier im Forum (ein Beispiel verlinkt) schließe ich, dass für die Kalendarische Alterung niedriger SOC und Temperaturen gesünder sind.
Gleichzeitig habe ich geschlussfolgert (z.B. aus diesem Video: Dieser Fehler killt E-Auto und Handy Akkus! Akkuforscher erklärt), dass bei der zyklische Alterung geringere Ladehübe möglichst um die 50% gesünder sind.
Gibt es denn schon einen Konsens, wie diese Informationen in der Realität am besten Umgesetzt werden? Z.B. wenn ich das Auto öfter fahre immer zwischen 30-70% bewegen und wenn ich mal längere Zeit das Auto nicht fahre in der Tiefgarage bei unter z.B. unter 50% SOC abstellen?
Ich denke die Mischung macht es am Ende. Man sollte sich nicht zu viel einschränken lassen von solchen Erkenntnissen. Am Ende ist es ja immer noch ein Auto, und du willst auch komfortabel damit fahren. Ich mache es so, dass wenn ich hier nur Kurzstrecke durch die Gegend fahre, dass ich dann genau das tue was du da sagst… ich lade auf 72%… weil es direkt nach dem Laden direkt wieder ein wenig absackt hier… und dann fahre ich bis etwa 30% … +/- paar Prozent. Sind längere Strecken absehbar, lade ich auf 100% … damit das BMS auch Happy ist… aber auf Langstrecke würde ich mich dann nicht auf die 30% als Untergrenze beschränken…da kann man bevor man einen SUC ansteuert auch mal durchaus niedriger fahren… weil man da ja in der Regel dann auch voran kommen will, und auch nicht bis auf 100% hochziehen wird. Fazit… ich versuche aus bestem Wissen und Gewissen dem Akku gutes zu tun… ohne mich groß einzuschränken. Ich will das Auto auch viele Jahre fahren… zumindest ist das der Plan. Mal sehen ob er in 13 Jahren auch so gut da steht wie es mein alter 3er Touring Diesel noch tut. Da rostet es nun zwar auch… und auch da gabs schon ein paar Reparaturen. Aber alles in allem war ich damit sehr zufrieden. Achso… ich lade zu 99% daheim mit 11kW.