Genau das ist das Problem das ich auch sehe…
Aber warten wir mal ab, wie es sich entwickelt.
Schreibt die Ladesäulenverordnung denn auch vor, welche Karten oder Zahlsysteme akzeptiert werden müssen? Wenn es am Ende nur die Girocard ist, dann gute Nacht… Die Girocard ist eine rein deutsche Insellösung (der meiner Meinung nach aus Kundensicht auch völlig die Daseinsberechtigung fehlt), genau das Richtige für Ladesäulen an Autobahnen mit viel Transit-Verkehr… 
Wenn es etwas bringen soll, müssen internationale Kreditkarten wie MasterCard, Visa usw. akzeptiert werden, oder Debit-Systeme wie Maestro oder VPay. Das ist aber dann gleich wieder teurer, als nur die Girocard. Auch darum gibt es immer noch Geschäfte in Deutschland, die nur die Girocard akzeptieren - Leute mit ausländischem Konto bleibt dort nur die Barzahlung.
Also, welche Kartenakzeptanz schreibt die LSV vor?
„Gängige Karten“, das kann alles heißen.
Ich selbst habe nicht mal eine Girokarte sondern nur Mastercard. Hoffe einfach mal…
Nachtrag: Es wird explizit von gängigen Kreditkarten gesprochen, wenigstens etwas…
Seit ich Tesla fahre, kauf ich nicht mehr so oft Benzin/Diesel, aber wenn ich früher an der richtigen Tanke z.B. die ADAC-Karte vorgelegt habe, habe ich einen anderen Preis bezahlt als die übrigen Kunden. Und LKW-Diesel ist auch jetzt meist 0,01€/l preiswerter als der Autodiesel (trotz gleicher Qualität). So viel zum Thema „gleiche Preise“
Die Bedenken waren ja, dass durch eine nicht zu Ende gedachte Neuerung bestehende Ladesäulen abgebaut würden, da eine Umrüstung nicht kostendeckend zu realisieren wäre.
Reicht das als Grund, wieso darüber geredet wird (nicht zerredet)?
Alle bezahlen an der Tanke fürs LKW Diesel den Preis der auf der Anzeige steht. Passt doch.
Alle Tesla bezahlen den Preis, der an der Ladesäule für Tesla ausgewiesen ist, Hyundai-Fahrer den, der für Hyundai ausgewiesen ist usw. passt doch.
Passt das wirklich?
Und auf den Einwand mit der ADAC-Karte gehst Du auch erst gar nicht ein, der Preis ist nämlich nicht öffentlich ausgewiesen.
Hier geht es um die Bezahlmöglichkeit mit Girocard, Kreditkarte, nicht um ADAC Kundenkarte. Die akzeptiert nämlich nicht jeder.
Wie in meinem Link oben (hier nochmal zum BMVI) zu entnehmen ist:
Zu den gängigen Kreditkartensystemen zählen Mastercard und VISA, die weltweit genutzt werden. […] Gängiges Debitkartensystem in Deutschland ist die girocard, da jeder Inhaber eines Girokontos in der Regel über mindestens eine solche Karte verfügt.
Das damit „Fahrern von elektrisch betriebenen Fahrzeugen aus dem europäischen Ausland“ die Nutzung erleichtert werden soll, steht aus explizit drin. (Ich denke aber, dass auch diese Leute nach 1-2 überteuerten Kreditkartenzahlungen eine eher preisgünstige (internationale) Ladekarte vorhalten werden).
Apropos aktuelle Links aus dem BMVI (Scheuer):
Mobilität: Deutschland wird Wasserstoffland
Eine Möglichkeit „vor“ der H2-Realisierung nochmal ordentlich auf die E-Bremse zu treten könnten die in 2 Jahren scharf gestellte neue LSV sein…
In einem spinn-off des Threads geht es um „gleiche Preise für gleiche Leistung“ und dies würde durch die POS-Bezahlung ermöglicht „wie bei einer normalen Tanke“ - und diese These ist IMNSHO völliger Unsinn.
Zwanzigzeichen
Genau, das ist aber meine persönliche Befürchtung, wenn jeder OCP auch MSP sein muss, dann gibt es keine Grund mehr als OCP mit anderen zu kooperieren, denn
a) muss jeder OCP dann sowieso Endkunden Abrechnungssysteme haben
b) wenn die technische Infrastruktur für a) besteht dann spricht auch nichts mehr dagegen noch schnell ne mobile App dafür zu bauen (low-hanging fruit)
c) kann der OCP jederzeit direkten Einfluss nehmen auf die Endkundenpreise → spontanen Preiserhöhungen am Wochenende wie bei Tankstellen kein Problem mehr
Warum also noch als z.B. Allgeo noch mit ENBW kooperieren? Ohne Zwischenhändler bleibt mehr für den OCP denn die Abrechnung muss er selbst eh auch können. Den Aufwand den sie sich aktuell sparen als OCP, sparen die sich ab 2023 nicht mehr.
Ist alles natürlich aus der Luft gegriffen aber ich halte das persönlich für eine mögliche Variante die eine Verschlechterung für uns Verbraucher darstellt aber OCP endlich mal schwarze Zahlen bescheren könnte.
Ich kann mir eben daher vorstellen, dass es in Zukunft keine Tarife allá Mobility+ mehr gibt sondern bestenfalls OCP Kundenkarten mit denen man Rabatt auf den lokalen aktuellen Stationspreis für Kartenzahler gibt.
Wenn ich mit der ADAC Kreditkarte bezahlt habe wurden mir drei Prozent auf das Benzin und fünf oder zehn Prozent auf den Shop Einkauf Rabatt gegeben, bzw. doppelte Bonuspunkte oder irgendwas in der Richtung.
Weiß ich nicht mehr ganz genau, habe seit zwei Jahren kein Auto mehr vollgetankt.
Die Leute von Giro-e (die gerne ihr System an den Ladesäulen verbreitet gesehen hätten) bemängeln an der neuen LSV u.a.:
1. Die aktuell am Markt verfügbaren Kartenterminals erfordern umfangreiche Anpassungen von Hard- und Software in den Ladestationen, insbesondere im hybriden Parallelbetrieb für gängige Roaming-Ladekarten. Dies führt zu spürbar höheren Kosten pro Ladesäule und steht damit vorgesehenen Investitionen im Weg.
2. Die Nutzung von „anonymen“ Ad-Hoc-Kreditkartennutzungen an Ladestationen widerspricht den Anforderungen aus Eichrecht, nach dem Lade-Ende Ihre Ladedatensätze auch nachträglich abrufen können müssen, um die Messwerte digital signiert zu überprüfen. Die Verknüpfung zwischen anonymem Zahlweg und nutzungsbeziehbaren Messwerten führt zu neuer Software-Entwicklung, die ggf. sogar in eine zeitaufwändige Rezertifizierung bei den Baumusterprüfungen führt. Die vergangene Erfahrung zum Eichrecht zeigt, wie lange und aufwändig dieser Prozess sein kann.
3. Ladestationsbetreiber werden ihre aktuellen Investitionen zurückstellen, bis die Hersteller in vermutlich frühestens einem Jahr die überarbeiteten Ladesäulen mit Debit-/Kreditkartenterminal lieferfähig anbieten können. Dies verzögert entscheidend den weiteren aktuellen Ausbau der Ladestationen und wird bei gleichzeitig wachsender Nachfrage beim Kauf von E-Autos zu einem Ungleichgewicht führen. […]
5. Die fehlende Unterscheidung zwischen DC-Schnellladern und AC-Normalladestationen / „Laternenlader“ für das Payment entspricht nicht den tatsächlichen Bedürfnissen aus Nutzersicht und den betriebswirtschaftlich sinnvollen Möglichkeiten aus Hersteller- bzw. Betreibersicht.
6. In der gesamten EU gibt es unseres Wissens kein einziges Land, das ebenfalls zwingend Debit-/Kreditkartenleser einführen will. Dieser nationale Alleingang schießt weit über das gewünschte Ziel hinaus. Mit freiwilligen Angeboten kann der Markt sich selbst gestalten.
7. Die bereits genormte Authentifizierungsmethode ISO 15118 „Plug&Charge“ steht kurz vor der Einführung. In einigen Jahren wird es selbstverständlich sein, dass Autos sich direkt an der Ladesäule identifizieren und darüber abgerechnet werden kann. Es ist somit relativ unsinnig, jetzt noch zwanghaft in „Vergangenheitstechnik“ investieren zu müssen.
Vielleicht verstehe ich das ja falsch, aber konstituiert nicht der von mir hervorgehobene Passus im Gesetzestext eine relativ einfache „Ausstiegsklausel“? Tesla macht das doch auch schon genau so - zumindest für Tesla sollte sich damit gar nichts ändern?
Haben die Teile nicht eh schon alle nen RFID-Lesegerät eingebaut?
Tankstellen können dies seit Jahrzehnten. Ev. liegt dies einfach an der eigenen Unfähigkeit?
Ein Jahr, um ein Kreditkartenterminal zu integrieren? Sieht so aus, als hätten die deutlich grössere Probleme als ein Kreditkartenterminal.
Ja, aber diese Leser entsprechen nicht den Anforderungen der PSD2- Richtlinie für sicheren Zahlungsverkehr. Und das muss man wenn man mit PIN-Eingaben arbeiten möchte.
Und das braucht man, weil die Banken, wie oben schon erwähnt, nach ein paar kontaktlosen Zahlungsvorgängen, auf PIN bestehen. Wäre ja doof, wenn man an einer Säule steht und nicht laden kann, weil man ausgerechnet jetzt die PIN eingeben muss, aber nicht kann.
An der Tanke bekommst Du einen Beleg, an jeder Säule einen Drucker anzubringen ist ein wenig, naja komisch…
Ja, es gibt aktuell keine Verbindung zwischen geeichter Ladehardware und Terminal und die muss es, wie oben beschrieben, geben.
Viel Spaß das bei der PTB zertifizieren zu lassen…
Also ist der Beleg das Problem, resp. die Vorschrift, dass ein physischer Beleg ausgegeben werden (können) muss?
Das macht ein Entwickler in weniger als einem Tag. Dann noch 2 Wochen testen, fertig. Es ist wirklich keine Hexerei.
Wenn dadurch nur ein paar Kunden mehr gewonnen werden, rentiert es sich bereits. Das Gejammer ist doch nur deswegen da, weil keine Ladekarten mehr benötigt werden und eine Einnahmequelle wegfällt. Zudem wird der Konkurrenzdruck höher.