Soweit mir bekannt ist eine Lademöglichkeit eine sogenannte privilegierte Maßnahme und kann daher von einer WEG nicht so einfach abgelehnt werden.
Die meisten Hausverwaltungen haben einfach Angst, so etwas könnte Arbeit machen.
Bei uns haben die vor kurzen von einem Energieberater ein Konzept machen lassen und auch noch Geld dafür bezahlt.
27 Wohnungen ca. 2000 m² aus den 60ern.
Konzept war in etwas so:
2025 Dach isolieren
2028 Fenster und Fassade dämmen
2033 Pelletheizung einbauen
Kosten gesamt: ca. 500.000 €
Ersparnis: eventuell 30%
Mein Vorschlag war:
2024 Wärmepumpe einbauen
Kosten: ca. 80.000 €
Ersparnis: ca. 50%
dann noch PV dazu.
Was in der Eigentümerversammlung passiert ist: NICHTS
Wallboxen wurden natürlich auch nicht genehmigt.
Was ist das denn für eine Hausverwaltung? Unpackbar!
So hat es eine Kollegin von mir gemacht. Die Leute wollte das nicht, da keiner ein Stromauto fährt, somit haben sie der Kollegin dann ihre 11kW Kabelverlegung bewilligt. ![]()
Das stimmt so aber nicht ganz, was Du schreibst. Mit dem „neuen“ WEG kann man schon einigen Druck auf die Eigentümerversammlung (EV) ausüben. Insofern ist das, was @MZW geschrieben hat, durchaus richtig gewesen.
Die EV muss den Antrag auf eine Wallbox genehmigen, sofern nicht individuelle Gründe vor Ort zwingend dagegen sprechen. Irrationale (weil statistisch nicht gerechtfertigte) Angst vor einem Elektrobrand ist definitiv KEIN solcher Grund.
Irrationale Ängste und Unwissenheit sind selbstverständlich keine Gründe, nicht ausreichende Hausanschlussleistung plus Folgekosten der Gemeinschaft z.B aber schon.
Das Thema ist sehr komplex bis man zum Ziel kommt. Anwälte helfen dabei nur bedingt. Das wollte ich nur zu bedenken geben. WEG ist viel zu komplex als dass man dies hier über einen Kamm scheren könnte.
Die schlimmsten Folgekosten lösen sich zum Glück bald. Wenn der Smart Meter Zwang kommt werden sehr viele WEGs gegen ihren Willen gezwungen sein endlich die Zählerkästen auf aktuellen Stand zu bringen und damit fällt der triftigste Grund gegen Lademöglichkeiten im Haus weg.
Man könnte jetzt als unwissender Laie auch auf die Idee kommen beim Messstellenbetreiber den Einbau eines Smart Meters zu beauftragen weil man einen dynamischen Stromtarif nutzen will. Das kann ja jeder (bald für nur 50€) für sich entscheiden… dann wird innerhalb ein paar Monate der Brief vom Netzbetreiber eintrudeln mit der nicht ignorierbaren Aufforderung den Zählerschrank auf Stand der Technik zu bringen.
Also nicht dass ich das irgendwem empfehlen möchte sowas zu probieren… aber genau das wird früher oder später sowieso bei allen passieren, ob sie es wollen oder nicht.
Der Zähler alleine wird das Problem nicht lösen, aber es geht in die richtige Richtung. Sobald eine notwendige Modernisierung des Hausanschlusses im Raum steht sind alle bei den Kosten mit im Boot.
Dann stellt sich die Frage nach der Maximallast, welche eben mit Wallbox für alle oder intelligentem Lastmanagement individuell beantwortet wird.
Da spielt es am Ende fast keine Rolle mehr, ob man selbst eine Wallbox will oder nicht.
Eine von allen getragene und bezahlte Lösung muss installiert werden. Und das kann eben ein langer Weg werden.
Für einen neuen Zähler muss am Schrank nichts umgebaut werden.
Es reicht auch eine digitale Messeinrichtung zur Erfüllung aus.
Österreicher hier. Ich hatte das gleiche Problem, auch bei mir haben die Eigentümer (3 von 7) abgelehnt. Ich bin den Weg übers Gericht gegangen. Im Zuge eines Außerstreitverfahrens wurde mir unproblematisch die Wallbox zuerkannt. War nur zeitlich ein Aufwand (3 Monate bis zur Entscheidung), Kosten waren 87,50€.
Im Außerstreitverfahren benötigt man keinen Anwalt. Wird alles über das Bezirksgericht abgewickelt.
Das einzige Ungemach ist, dass nun die Nachbarn spinnen, weil ich den Weg des Gerichts ging, aber was soll man denn tun in so einem Fall?
Ignorieren, denn solche Leute sind meist diejenige welche immer gegen Veränderungen sind.
Hier in D kein deut anders.
Wir haben 2021 die zusage der alten Hausverwaltung für die Garagen bekommen das jeder einen Anschluss bekommt (zumindest 1-Phase). Es wurde ausgesessen. Sichtlich mit Einfluss von dauerverweigerern.
2023 neue Hausverwaltung, angeblich soll sich nun was ändern.
2022 hat mein Garagennachbar sich einen eigenen Anschluss zugelegt (auf eigene Kosten). Ich kann diesen mitbenutzen. Nun ist der Neid der anderen da. Die paar fahren Hybrid (2-3 Stück von 80) und kotzen täglich wegen dem umständlichen Laden.
Tja, manchmal muss es erst weh tun bis manch einer das Hirn aktiviert.
Nochmal eine Anmerkung zu Eigentümer-Gemeinschaften.
Wir besitzen seit 15 Jahren eine Eigentumswohnung, die wir inzwischen vermieten.
In den 15 Jahren waren wir genau 1 Mal bei einer Versammlung.
Würde da jetzt jemand eine Wallbox beantragen, wäre mir das sowas von Latte. Ich würde weder dafür noch dagegen stimmen. Ich würde ja nicht einmal zur Versammlung gehen und die Protokolle lese ich auch schon lange nicht mehr.
Ich weiß nicht, wie viele der Eigentümer ähnlich denken, aber gehe auch erstmal von sehr viel Gleichgültigkeit aus.
Ok … Ich gehe stark davon aus das du mit dieser gleichgültigen Einstellung ziemlich alleine bist.
Ich möchte doch wissen was mit meiner Immobilie passiert und wo die Reise hingeht.
Ich gehe einmal im Jahr auf die EV und habe fast immer schon ein schlechtes Gewissen weil ich so wenig Bescheid weiß. (Immobilie ist vermietet)
Also bislang hat es mir gereicht, die Tagesordnungspunkte und Beschlüsse kurz zu überfliegen.
Jetzt stelle dir mal vor, du besitzt mehrere Mietobjekte: gehst du dann auf jede einzelne Eigentümerversammlung?
Ich nehme im Übrigen auch an keiner Aktionärsversammlung teil und lasse meinen Sohn Papierflieger aus den ganzen unnötigen Briefen basteln.
Wie schaut’s bei dir aus? Möchtest du nicht wissen, was mit deinen Aktien passiert und wo die Reise hingeht?
Mein Punkt ist: Zeit ist wie Geld eine limitierte Ressource, die man bestmöglich allozieren muss. Das gewichtet jeder unterschiedlich.
Ich kann nur jedem, der eine ETW besitzt empfehlen, sich IMMER um die Themen in den Eigentümerversammlungen zu kümmern! Klar, man kann Glück haben, hat eine gute Verwaltung, eine gute Eigentümergemeinschaft und eine regen Beirat, dann läuft alles einfach. Aber häufig scheitert es schon (wie in diesem Fall offenbar) an derFähigkeit der Verwaltung.
Hier ist es nur ärgerlich für den einen Eigentümer, es können aber sich wirklich teure Schäden (Sonderumlagen bis hin zu Veruntreuung) folgen.
Tipp: Mitgliedschaft hier : https://www.wohnen-im-eigentum.de/
Da gibt es für relativ wenig Beitrag viele sehr gute Arbeitshilfen, Tipps, Aufsätze und Recherchemöglichkeiten und letztlich auch Beratungshilfen!
Und der Beitrag ist (bei Vermietung) steuerlich absetzbar
Ja da gibts bereits einige Threads zu. Schau vielleicht auch mal hier rein:
Unterschied: bei Aktien ist der Kapitaleinsatz und das Risiko in der Regel erstens niedriger und zweitens definitiv beschränkt auf das investierte Kapital.
Bei ETW ist der Einsatz höher und - ganz wichtig- man haftet gesamtschuldnerisch! D.h. man muss gegebenenfalls für die Verpflichtungen anderer Eigentümer bezahlen! Und wenn eine Sonderumlage beschlossen wird, besteht Nachschusspflicht! Und wer dem nicht nachkommt, dem droht die Zwangsversteigerung!
Also vom Risiko her sind Aktien und ETW wirklich nicht zu vergleichen!
Daher gibt es bei uns nur noch „Ganz oder garnicht“.
Also kein Teileigentum mehr.
korrekt, @Tronar … auch gerade in der WEG miterlebt.