Wie die private Nutzung der Wallbox bei Dienstwagen bequem abrechnen?

Hallo,

ich brauche mal euer Schwarmwissen für eine heimische Wallbox für einen Dienstwagen.
Ich bekomme demnächst als einer der ersten Mitarbeiter in der Firma einen Vollelektrischen Dienstwagen (Model 3).

Da ich einem Einfamilienhaus wohne möchte ich natürlich auch zu Hause Laden und die Kosten vom AG übernommen bekommen.
Mein AG hat prinzipiell nichts dagegen und schlägt im Prinzip dafür zwei Möglichkeiten vor:

1.) über unser Leasingpartner das zu machen. Das wäre Leaseplan mit Alegro.
Vorteil ist hier, dass die Abrechnung im Hintergrund läuft und ich nichts einreichen muss.
Gleichzeitig könnte über eine separate RFID Karte ein privater Wagen an derselben Station geladen werden und die Kosten würden dafür logischerweise von mir übernommen - da nicht von der Firma beglichen.
Ich finde diese Flexibilität sehr gut, da ich nur den Platz für eine Ladestation habe. Allerdings ist diese Lösung sehr teuer, da man die Box leasen würde und noch obendrauf das verlegen extra zahlt. So kommen bei 3 Jahren Nutzung ca. 4000 Euro zusammen.
Weiterhin würde ich dafür keine KFW Förderung bekommen.

2.) Man kauft sich eine Wallbox (mit oder ohne Förderung), zahlt selbst das verlegen und lässt sich einen weiteren Stromzähler in den Zählerschrank setzen. Jeden Monat müsste der Zählerstand dann abgelesen, fotografiert und eingereicht werden.
Weiterhin kann dort kein privater Wagen dran geladen werden.

Ich würde am liebsten Lösung 1 und 2 kombinieren und mir eine WB selber anschaffen - mit OCPP und RFID. Diese sollte dann die Daten selber zur Firma für die Abrechnung senden.
Gibt es irgendwelche Anbieter von Software oder Cloudlösungen, die per OCPP den Verbrauch entgegennehmen können? Ich sehe da noch nicht richtig durch.
Logischerweise muss die Lösung auch für 150 Dienstwagen (wenn alle einmal auf „E“ umgestiegen sind) funktionieren und praktikabel für das Backoffice sein.

Habt ihr da Ideen - ich bin irgendwie der Pilot von unserer Firma. Oder habt ihr andere Vorschläge, weil ihr in eurer Firma schon durch habt und durch die Erfahrungen viel weiter seid?
Noch was, laden am Arbeitsplatz fällt aus. Wir sind alle im Homeoffice und über ganz Deutschland verteilt.

Danke für euren Input!
VG Marcel

Für die meisten Fuhrparks ist es am einfachsten über den gewohnten Weg der „Tankkarte“ abzurechnen.

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Danke, eine DKV Ladekarte bekommt jeder.
Mich interessiert hier jedoch nur das Thema „zu Hause laden und die Kosten dem AG in Rechnung stellen“.

Ich hab dem nächst die gleiche Situation und werde einen weiteren 3phasigen Zähler installieren - hab ja erst 4 Stück verbaut.
Man kann dann zwar auch seine bereits angeschaffte Ladestation nutzen mit der Auflage, daß an diesem ‚Abgabeort‘ nur das Gfz geladen wird.
Wenn mein Arbeitgeber das halt so umständlich mit Fotos haben will …

Die andere Variante läuft über eine Wallbox mit RFID und Abrechnungspartner z.B. NewMotion.

Dann ließ die verlinkten Seiten. Aral und Shell bietet Wallboxen für zu Hause und Firma, die über die Tankkarte abgerechnet werden.

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Hallo,

mein Tipp wäre, eine Wallbox mit RFID-Kartenleser zu installieren. Eine RFID-Karte ist dann die dienstliche. Einige Wallboxen (go-e-charger oder dies, bieten über eine App Zugriff auf die geladene Energiemenge - die du dann auf eine RFID-Karte zuordnen kannst: Screenshot machen, an Kostenstelle mailen.

Oder stelle ich mir das zu einfach vor?

stahlone

…die Messung der Go-e ist aber weit von der Realität entfernt (±10% sind möglich)…

Ich habe heute den ganzen Vormittag mich mal durch die Wallboxen gewühlt. @JoeB das mit der Abweichung ist nicht schön - vor allem, wenn es zu meinen Ungunsten ist. Die Anforderung sagt hier nur aus, dass der Zähler (egal ob intern verbaut oder extern zusätzlich installiert) nur MID konform sein muss.

Ich habe mich bereits für eine Box entschieden: EVBox Elvi
Mir gefällt das Design, hat ein festes Kabel, ist MID konform und bietet ein Webinterface zum Anzeigen der geladenen Einheiten pro Ladekarte. Meinen AG habe ich bereits gefragt, ob er einen Screenshot anerkennen würde - seine Antwort war ja!

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Wir standen vor dem gleichen Problem bei uns in der Firma. Wenn wir eine Wallbox für die Mitarbeiter anbieten ist die Firma verantwortlich für den ordnungsgemäßen Zustand der Wallbox. Heißt es muss halbjährlich der FI Schalter überprüft werden. Die Abrechnung über zB Shell New Morion wäre eine Lösung. Jedoch kosten die Wallboxen für privat doch deutlich zu viel (~3000€ plus monatliche Gebühren).

Wir regeln das jetzt mit einer Ladepauschale welche staatlich geregelt ist. Jeder der einen Hybrid oder Vollstromer fährt bekommt diese steuerfreie Pauschale mit dem Gehalt ausbezahlt. Glaube für Hybrid sind das 15€ und für Vollelektrische 30€ pro Monat. Alles laden zuhause darüberhinaus und die Wallbox selbst geht zu lasen des Mitarbeiters.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit am Standort das Fahrzeug zu laden. Wir haben zusätzlich die Erfordernis eingeführt das der Vielfahrer maximal 45km com Firmenstandort weg wohnen darf damit gerade bei Hybrid noch die Möglichkeit besteht halbwegs elektrisch hin und zurück zu kommen.

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Das Stimmt, die fertigen Lösungen sind alle recht teuer - fast schon unverschämt.

Zur Ladepauschale:
30 €/15 € Regelung:
Bekommst du, wenn du den Dienstwagen auf Arbeitgeberkosten (nicht auf zu Hause bezogen) laden kannst. Das kann sein, dass du eine Tankkarte hast, Stromkosten sonst wie einreichen kannst oder auch die Möglichkeit hast am Firmenstandort zu laden. Dann bekommen die Vollstromer 30 € und Plugins 15 € monatlich pauschal, steuerfrei und zusätzlich - um die Mehrkosten bei dir zu Hause zu decken

70 €/35 €
Wenn die Ladekosten des Dienstwagens vom AG nicht bezahlt werden, bekommen Vollstromer 70 € und Plugins 35 € monatlich.

Ich schätze das bei den allermeisten die 30/15 Regel zutreffen wird. Mir persönlich sind die 30 € beim Stromer zu wenig um damit sein Auto hauptsächlich zu Hause zu laden. Schätze damit könnte es schon beim Model3 mit dem Standby-Verbrauch pro Monat knapp werden.

Ich wohne etwas außerhalb einer Großstadt und der nächste Lader (22kW) ist ca. 6 km entfernt, der Nächste SUC 60 km.

VG Marcel

Hallo zusammen!
Ich bin neu im Forum hoffe, es ist OK, dass ich meine Frage hier stelle.

Da ich ab nächster Woche auch „dienstliche“ mit einem Model 3 unterwegs bin, beschäftigt mich das Thema auch, aber ich werde nicht so ganz schlau aus den Informationen, die ich so finde.
Meine Situation wird (soll) wie folgt sein:
Ich lade zuhause mit meiner privaten Wallbox ohne geeichten Zähler. Supercharger und Ladekarte rechne ich über meine Kreditkarte ab und stelle ich meinem Arbeitgeber über die Spesen in Rechnung.
Kann ich dann 70€ oder 30€ abrechnen?
Oder kann ich, wenn ich die Pauschale in Anspruch nehme, überhaupt keine Ladekosten mehr erstatten lassen?
Vom BMF hab ich da nämlich was gelesen: …Durch den pauschalen Auslagenersatz sind sämtliche Kosten des Arbeitnehmers für den Ladestrom abgegolten. Ein zusätzlicher Auslagenersatz der nachgewiesenen tatsächlichen Kosten für den von einem Dritten bezogenen Ladestrom ist nicht zulässig…
BMF Schreiben
Ich bin der erste bei uns mir einem E-Auto und von daher kennt sich hier auch keiner damit aus.

Vielen Dank für die Hilfe!

VG, Knut

Hallo Knut,

wenn du die 70 € nimmst, kannst du nichts anderes mehr abrechnen. Es sind alle Ladevorgänge damit abgegolten. Es darf auch nicht in/an der Firma geladen werden bzw. zur Verfügung gestellt werden.

Wenn du die 30 € nimmst, dann kannst du unterwegs alle Kosten einreichen und beim AG laden - nur die Kosten von zu Hause, z.B. an der Wallbox, einreichen fallen raus.

Wenn du auch das Laden von zu Hause beim AG einreichen kannst und er das anerkennt (MID Zähler etc…), dann bekommst du keine pauschale.

Hoffe, das ist etwas verständlicher.

VG Marcel

Mit der 70€ Regelung würde ich aufpassen.
Die gibt es nur wenn an der Firma keine Lademöglichkeit besteht.

Bei uns hat es geheißen das alleine eine Steckdose (220V) an der Aussenfassade der Firma und in der Nähe eines Parkplatzes ausreicht das die Möglichkeit des Ladens beim Arbeitgeber besteht. Es muss keine Wallbox vorhanden sein. Eine normale Steckdose reicht da aus. Und es somit nur steuerfrei 35€ monatlich geben kann.

Genau, danke. Habs oben nochmal geschärft.

Vielen Dank für die schnellen Antworten.
Dann ist das für „echte“ Außendienstler, die wirklich auch unterwegs sind, schon schlecht, da man mit 30€ selbst mit eigener PV nicht so wirklich weit kommt…
Da muss ich nochmal mit meinem Chef sprechen, ob die dann wenigsten die Kosten für die Wallbox übernehmen (ja, muss man auch versteuern, aber nur pauschal mit 25%) oder wegen Zähler schauen.
Mal sehen.
Viele Grüße,
Knut

Du kannst dir auch eine günstige geförderte Wallbox anschaffen und bei dir im Zählerschrank einen MID Zähler (ca. 50 €) daran anschließen lassen. Ein monatliches Foto vom Zählerstand und eine schriftliche Bestätigung, dass nur der Dienstwagen daran lädt, sollte für eine Abrechnung beim AG genügen. Wenn du Glück hast, kommst du bei der geförderten Anschaffung bei 0 € raus oder es bleibt nicht mehr viel über was du aus eigener Tasche bezahlen musst. Die Wallbox ist dann dein Eigentum und du kannst etwas bequemer zu Hause laden.

Ich habe mich für eine 22kW Elvi von EvBox entschieden. Da ich alles neu verlegen lassen muss, nehme ich hier gleich dickere Kabel und lasse alles für 22kW vorbereiten. Die Box selber lasse ich auf 11kW drosseln. So bin ich für die Zukunft besser aufgestellt. Außerdem hat die Box einen integrierten MID Zähler und per RFID Karte kann ich die Kosten separieren, sodass ich den Dienstwagen abrechnen und auch künftige private Fahrzeuge auf eigene Kosten laden kann. Muss aber dazu sagen das mein AG die privaten Boxen auch nochmal mit 1000 € zusätzlich bezuschusst.

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Geht es nicht so bei Benutzung Privat-PKW:
"Über §670 im BGB “Ersatz von Aufwendungen” können Arbeitnehmer die entstandenen Kosten für Dienstreisen von ihrem Unternehmen einfordern – doch in welcher Höhe?
Hier kommt die Kilometerpauschale ins Spiel. Diese beträgt aktuell:

Kfz (Auto): 0,30€/km für Kilometer 1-20
Kfz (Auto): 0,35€/km ab Kilometer 21"

Das mit den 0,35 ist m.E. neu ab 2021…

Nehme an Du willst drosseln wegen zu niedriger Hausanschluss-Absicherung?

Nein, weil die Förderung nur bis 11kW geht. Die Drosselung muss der Elektriker auch schriftlich bestätigen und muss bei der KfW mit eingereicht werden.

Ich weiß aber nicht wie lange man die gedrosselt laufen lassen muss. Habe auch nicht vor so schnell zu erhöhen, da der M3 nur mit max. 11 KW an der Box zieht.
Zusätzlich muss alles über 11kW vom Netzbetreiber genehmigt werden.

Ah ok, danke, gibts in Ösistan nicht :slight_smile: