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Wasserstoff - in Industrie und als Speichermedium

Es wird in Deutschland aktuell 0.3% der Jahresstromproduktion abgeregelt.
Und das nicht nur zeitlich sondern auch örtlich unterschiedlich.
Wie will man daraus bitte ein Geschäftsmodell entwickeln.
Was ich mir vorstellen könnte, dass man einen oder mehrere aus der Förderung gefallene Windparks hernehmen könnte, wenn man sie weiterbetreiben darf. Immer noch besser als abschalten.
Oder das Projekt das jetzt in Chile von uns gefördert wird.

Na dann setz ich das hier mal als Info dazu rein. Es geht wohl um grosse Anlagen für industrielle Anwendungen:
https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/bosch_homburg_serienproduktion_brennstoffzelle_100.html

Warum wird abgeregelt? Weil die Leitungen es nicht hergeben.
Und wie soll der Strom zu einer großen Wasserstoff Anlage kommen?! (Kleine sind ohnehin ineffizient).
Für mich passt das alles nicht in Deutschland. In Afrika oder bei den Saudis mit Sonnenenergie sieht es anders aus.

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Deswegen die Elektrolyse neben den ollen Windpark.

Due Technik muss ständig überwacht werden. Die kleinen Anlagen sind einfach nicht effizient. Dies besonders, da die Anlage ständig vor Ort gemonitort werden muss. Aufwand und Kosten passen da in keinster Weise.
So ein „oller“ Windoark ist da wesentlich wartungsärmer.
Dass neben jedem größeren Windpark eine Wasserstoffanlage stehen könnte ist Augenwischerei um Fördergelder abzugreifen: Außer Spesen nichts gewesen…

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Naja, die Frage ist halt, was passiert ansonsten mit den ausgelaufenen Anlagen?
Alle abschalten oder was?

Die Anlagen werden gebraucht, denn wir brauchen den Strom.
Wobei die alten Anlagen nur repowerd werden müssen und es würde unseren Strombedarf weitgehend decken.
Neue Kabel brauchen wir natürlich in jedem Fall. Vor allem von Nord nach Süd…

Problematisch halt, dass es viele alte Parks gibt, die man auf Grund geänderter Regularien nicht repowern kann.
Also entweder weiterlaufen lassen und eine Anschlussverwendung finden oder abbauen.
Abbauen kann nicht die bevorzugte Variante sein.

Noch mal: Was nutz eine kleine Wasserstoffanlage, die nur völlig unwirtschaftlich an einem akten, leustungsschwachen Windpark betrieben werden kann, der höchstens noch weitere 5 Jahre läuft, weil die Anlagen dann technisch am Ende sind?
DerWasserstoff aus solchen Kleinstanlagen müsste in Gold aufgewogen werden!

Das ist es doch worum es bei dem aktuellen Wasserstoffhype geht. Wir sollen unser Gold geben damit dann was „umweltfreundliches“ damit gemacht wird.

Nachdenken und vor allem nachrechnen strengstens verboten.

Natürlich gibt es für diese Anlagen eine Verwendung. Sie sollten das tun wofür sie gebaut wurden, nämlich Strom produzieren und ins Netz einspeisen. Es geht doch nur um die Bezahlung des Stroms. Also ums Geld. Physikalisch gibt es da keinen Änderungsbedarf.

Würde mit diesen Anlagen auf lokaler Ebene Wasserstoff produziert, wäre dieser unbezahlbar teuer und noch lange nicht am Verwendungsort. Wie soll das gehen? Mit dem LKW? Pipeline? Alles nur feuchte Träume. Das alles wäre ein gigantischer ökonomischer und auch ökologischer Schaden.
Es geht lediglich darum neue Fördertöpfe anzustechen.

Das kann ich halt nicht beurteilen.
Könnte aber, wenn sich halt keine anderen Abnehmer finden, eine Lösung sein.
Und nein, ich rede jetzt nicht von Einzelanlagen… :wink:

Die Abnehmer sind doch schon da. Sie wollen halt im Moment nur den Marktpreis für den Strom zahlen. Das ist weniger als der vorher subventionierte Preis.

Frag Dich doch mal was die Wasserstofferzeuger für den, unsicher und unregelmäßig, da vom Netz getrennt gelieferten Strom zahlen würden.

Stell Dir mal eine Anlage vor die mal mit 0 Auslastung (Flaute) und mal mit Vollast (Starker Wind) auskommen müsste. Meistens aber nur mit einer mittleren Auslastung. Für mich unvorstellbarer Unsinn.

Es gibt nur eine sinnvolle Lösung. Die Anlagen müssen entweder so wie sie sind oder auch repowered am Netz bleiben.

In Zukunft muss Wasserstoff dort wo er gebraucht wird (Wasserstoff nicht Strom) aus sauberem Netzstrom hergestellt werden. Zum Beispiel für Stahl und Baustofferzeugung. Wasserstoff als Speicher zur Rückverstromung ergibt zur Zeit überhaupt keinen Sinn.

Das heißt das unser ganzes Netz sauber werden muss.
Wir brauchen einen erheblichen Zubau an regenerativen Quellen. Es muss nicht nur der jetzige Strombedarf (ca. 590TWh) sondern auch der Bedarf für Wärme, Industrie und Verkehr erzeugt werden. Das heißt eine Verdreifachung der jetzigen Menge. Insellösungen sollte es nur dort geben wo es kein Netz gibt. Ansonsten sind sie ökologisch sehr schädlich und ökonomisch eigentlich völlig sinnlos, wenn unser lieber Staat nicht so viele Kosten auf den Strom laden würde. Der Strom selbst kostet auch in Deutschland nur 2 - 4 ct / kWh.

Und das muss alle schnell gehen. Wir hätten schon lange mit Vollgas anfangen müssen. Die Diskussion wo, wann und mit welchen Rücksichtnahme Windräder oder Solar zugebaut werden darf können wir uns nicht leisten. Wer das verschleppt soll bitte machbare Alternativen benennen und die auch schleunigst durchfinanzieren. Aber bitte keine lobbyierten Studien mehr auf die wir auch noch Jahre warten müssen!

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Da geb ich Dir absolut Recht.
Ich meine aber der Industriestrom ist in dem Gesamtstromverbrauch schon drin.
Und dadurch, dass die Alternativen zur Verbrennung deutlich effizienter sind als die konventionellen Möglichkeiten werden wir auch nicht die Stromerzeugung verdreifachen müssen.
Es wurde schon gezeigt, dass man den kompletten Verkehr, also alle 45Mio. KFZ in Deutschland, inkl. LKW, mit nur 20% Mehrverbrauch elektrisch wird betreiben können.
Ähnlich düfte es bei der Wärme sein, wenn man sieht, dass WPs COP von 4 und höher schaffen.
Aber ausgebaut werden muss auf jeden Fall.
Frage ist halt, wo bekommen wir zeitnah grünen Wasserstoff her?

Zumindest nicht aus Deutschland, denn wir brauchen jede KWh Strom als Strom und nicht als Wasserstoff.
Ein Auto beispielsweise mit Wasserstoff aus regenerativen Energien zu betreiben brauch 5x mehr Energie als die KWh direkt einzusetzen (in beiden Fällen von der Erzeugung bis zum Verbraucher, inkl. Verlusten, die beide haben). D.h. wir brauchen für jedes Wasserstoffauto 5x so viele Windanlagen, wie für einen Stromer - nur um das mal beispielhaft plastisch darzustellen.

Um Wasserstoff wirtschaftlich herzustellen braucht man Großanlagen die viel Energie zur Verfügung haben. Afrika oder die arabische Halbinsel haben Solarenergie im Überfluss für die könnte das interessant sein.
Bei uns könnte das auch wirtschaftlich klappen: Wir müssten halt nur ein paar Atommeiler aufstellen :wink: .

Glaubst Du da wirklich dran? Und würdest Du das auch gerne so haben? Glaubst Du wirklich dass Wasserstoff als Energiespeicher geeignet ist?
H2 ist keine Energiequelle, wie oftmals suggeriert wird. Es ist immer nur ein Zwischenprodukt vom Strom zu Strom. Und dabei mit sehr vielen Problemen behaftet und einem extrem schlechten Wirkungsgrad. Wie kann man sich nur darein versteigen?

Ich würde es lieber sehen wenn wir unser Geld erst mal vor Ort investieren.

Da bin ich mir nicht sicher. Jedenfalls betreibt die Industrie in großem Stil eigene Kraftwerke. Dort werden meist fossile Brennstoffe verfeuert. Außerdem braucht die Industrie auch viel Wärme. Auch aus fossilen Brennstoffen. Ich denke unser Ziel sollte sein überhaupt keine fossilen Stoffe mehr zu verbrennen. Egal zu welchem Zweck und mit welchem Wirkungsgrad. Denn es entsteht Imme zumindest CO2, meist auch noch zahlreiche weitere Stoffe.
Die „dreifache Menge“ ist auch nicht meine Zahl. Sie taucht immer wieder auf wenn Fachleute darüber sprechen. Ich halte das für sehr plausibel.

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Ja, sehe ich auch so. Unsere Politiker bekommen halt suggeriert, dass Wasserstfof besser ist, weil dann unsere Autoindustrie weiter mit ihrem Know How Autos bauen könnte (was ja quatsch ist in diesem Zusammenhang).

Ich halte Wasserstoff für interessant, aber sicher nicht für marktreif und bis es da ist (wenn überhaupt!) ist unsere Welt schon kollabiert. Daher: Grundlagenforschung ruhig weiter betreiben, aber nicht so tun, als wenn es eine Lösung für unsere Probleme ist.

Ich denke, dass wir uns ziemlich einig sind, was das Thema angeht. :slight_smile:

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Grüner Wasserstoff muss zum einen nicht zwangsläufig aus Süd-Europa/Afrika kommen, denn jedes Land mit hohem Anteil von Grünen Strom könnte diesen produzieren.

Norwegen hat mehr Strom als nötig und man könnte auf die Idee kommen, dort Elektrolyseure aufzubauen, um entsprechend H2 als Energieträger herzustellen.

Gerade bei Engpässen von Wind und Sonne könnten große H2-Tanks, direkt an Gaskraftwerksanlagen gekoppelt Energie bereitstellen, z.B. mittels Hochtemperatur-Brennstoffzellen, die über eine Kraft-Wärme-Kopplung verfügen. Hiermit könnte der Wirkungsgrad hochgehalten und saisonale Energiespeicher bereit gestellt werden.

Die Möglichkeiten, die uns hier dieses Gas öffnet, sind so noch nicht ausgeschöpft und durchaus ne Überlegung wert - allemal einfacher umzusetzen, als die Kernfusion (wobei ich diese technisch sehr interessant finde).

Wir haben nicht soviele und so große Batterien, dass wir Großindustrie und Energiewirtschaft allumfassend damit abdecken können - wir brauchen Energiespeicher größerer Ordnung und da Öl, Kohle und Erdgas wegfallen, muss Ersatz hierfür her.

Primär unabhängig von Wind, Sonne und Wasser.

Weil es sonst kaum wo passt:

Ne, die bauen lieber Stromleitungen nach Kontinentaleuropa.
Mittlerweile sind es meines Wissens schon drei Stück, eine nach Dänemark, eine nach Holland und eine zu uns.

So können wir mittels deren oder unserem künftigen Stromüberschuss inländisch Wasserstoff produzieren, was auch nicht schlecht ist, spart man sich die Logistik.