Sehr geehrte TFF Community,
ich benötige mal den Erfahrungsaustausch mit euch .
Folgende Situation wir haben vor 1 Jahr eine neugebautes Mehrfamilienhaus( Ende2023) als Mieter bezogen. Zu dem Gebäude gehören mehrere Parkplätze und vier davon wurden als elektrisch vorbereitet deklariert. Damals hieß es vom Bauleiter, das Säulen gebaut werden und die eigene Wallbox daran befestigt werden kann. Nach einem Jahr sieht es aber so aus als hätte sich die Wohnungsgesellschaft mit einem Anbieter verpartnert (Wattivef) und der kümmert sich um den Aufbau und Errichtung der Säule + Wallbox. Beim ersten Blick in die App habe ich schon recht happige Kosten von 65Cent/kwh gesehen. Sollte sich das so bewahrheiten, habe ich dann als Mieter schlechte Karten weil der Vermieter mir den Anbieter vorschreiben kann und nicht selber umsetzen darf? Ein befestigen der eigenen Wallbox ist an der Säule aus „versicherungstechnischen Gründen“ nicht möglich.
Gibt es in der Community Leute mit ähnlichen Erfahrungen?
Gehen wir einfach mal davon aus - er installiert 22kW Wallboxen benötigen diese eine Genehmigung des Netzbetreibers. Hat die Anlage mehrere Wallboxen - gehen wir mal davon aus sie gehen nicht über die jeweiligen Wohnungszähler sondern separat - ist ein Lastmanagement vorgeschrieben. Das dies jeder einzeln machen kann ist so nicht möglich.
Die Versicherung ist eine fadenscheinige Ausrede da er sich den Aufschlag auf die Gebäudeversicherung sparen möchte, obwohl so ein Baustein oftmals umsonst ist wenn man nicht beim billigsten aller Anbieter anläuft.
Da du als Mieter seit einigen Jahren ein Recht auf eine eigene, in deinem Besitz und Eigentum, befindliche Wallbox an deinem vermieteten Stellplatz hast, würde ich mal das Gespräch suchen. Wenn eh Kabel verlegt werden kann der Elektriker des Dienstleisters dir gleich noch eine Leitung ziehen die dann direkt an deinen privaten Zähler geht.
0,65€/kWh kann sich der Dienstleister, sorry da würde ich schon ziemlich deutlich werden, sonst wo hinstecken. Im Privatstromtarifen bei Octopus ist der Strom oftmals deutlich unter 0,20€/kWh. Und da es Recht auf eigenen Anbieter bei Strom gibt wird das Ganze nochmal deutlicher wo es hinläuft.
Wenn er Angst wegen Missbrauch hat wird es halt eine Wallbox mit RFID die nur du entsperren kannst.
Wenn es ein Lastmanagement im Hintergrund braucht ist das halt so, nicht dein Problem, das braucht er auch beim Anbieter.
Wegen Steuerbarkeit muss dann halt dein Zähler auf ein iMSys umgebaut werden, das macht der Messstellenbetreiber, und die Wallbox muss steuerbar sein.
/Nachtrag: Bei den Preisen würde ich öffentlich laden. Von der gesparten Kohle (Im Schnitt vermutlich 0,20€/kWh) könnte ich mir einen Buisnessflug nach Asien leisten. Da rentiert sich dann auch ein Abo bei EnBW oder Aral.
Dass die Säule brach liegt will der Dienstleister sicherlich nicht - Wenn du dafür auch noch mtl. Gebühren zahlen sollst verweigere die komplette Installation. (Er kann es ja machen, aber du zahlst keinen Cent dafür und wirst es nicht nutzen)
Ich kann nur für die CH sprechen. Ich wohne auch in einer Überbauung von mehreren Häusern. Bei uns hat die Eigentümerschaft die Tiefgarage komplett für E Mobilität ausgerüstet. Ich muss nun von unserem Kantonalen Stromanbieter eine Wallbox mieten und darf keine private Wallbox zB von Tesla montieren. Pro Monat muss ich CHF 35.00 für die Miete bezahlen und pro KW Strom aktuell ca. 22 Rp bezahlen. In der Miete inkl ist die Montage, das Lastenmanagement, Update über WLAN etc.
Dieses Recht beinhaltet aber nicht den Anspruch, dass jeder auf Teufel komm raus machen darf, was er will.
Das gemeinschaftliche Interesse ist mit zu berücksichtigen, damit andere später nicht von einer Nutzung ausgeschlossen werden oder es denen erschwert wird.
Das OB ist also klar, das WIE liegt im Ermessen der Gemeinschaft.
Ich stimme aber zu, dass es richtig wäre, ein Gespräch zu suchen.
Auch stimme ich zu, dass der Stromtarif inakzeptabel ist.
Hier mal einige Urteile mit Aktenzeichen was da so schon alles passiert ist:
Richtig, der Rückbau oder die Überlassung ist bei Ende des Mietsverhältnisses garantiert auch irgendwo festgelegt.
Wenn die Parkplätze elektrisch vorbereitet sind liegen dort ja Kabel. Also kann dort eine WB hin die dem Mieter gehört. Wenn er auszieht bleiben die Kabel, dann kann der nächste Mieter eine hinbauen wenn er möchte.
Wenn die Plätze bisher für jeden Mieter nutzbar sind müssen Sie halt ausgewiesen werden und sind hausabhängig.
Wenn die Kabel nicht an dem Hauszähler sind muss halt ein zweiter Zähler hin wenn es nicht möglich ist den Anschluss dorthin zu verlegen.
Würde ich bei den Preisen aber auch sofort in Kauf nehmen.
Da ist man im Winter mal locker bei 14-20€/100km
Wer trägt bei einer Mietwohnung die Kosten für eine Wallbox?
Die Kosten für die Installation sowie die Betriebskosten einer Wallbox übernimmt zu 100% der Mieter. Auch den kompletten Rückbau (z. B. im Falle eines Auszugs) müssen Sie als Mieterin komplett selbst finanzieren. Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass die Wallbox Ihr Eigentum ist und Sie sie bei Umzug mitnehmen können. Eigentlich steht die Nutzung der Wallbox nur Ihnen als Antragstellerin zu, sofern es aber auch andere Mieter*innen mit Elektroauto im Haus gibt, kann es gerade hinsichtlich der Kosten attraktiv sein, die Wallbox zu teilen.
Bei der Veränderung der Mietsache ist das Eigentum beim Mieter.
Mal von der Vermieterseite aus:
Keine zusätzlichen Kosten für Vermieter
Auch wenn Sie in den meisten Fällen Ihren Mietern die Zustimmung zur Installation einer Wallbox an einem gemieteten Stellplatz nicht verweigern dürfen, so müssen Sie jedoch nicht für die damit verbundenen Kosten aufkommen. Die Anschaffung der Ladestation sowie deren Installation muss vom Mieter finanziert werden. Dies bedeutet jedoch auch, dass sie beim Auszug mitgenommen werden darf.
Er hat Anspruch auf eine Lösung, aber wenn ich als Vermieter eine Wallbox installieren lasse, dann kann der Mieter nicht verlangen seine eigene installieren zu dürfen.
Natürlich kann er das. In dem Gesetz steht nichts dass eine Bestandsanlage davon abhält. Erst Recht nicht wenn diese nicht mal dem Vermieter gehört sondern einem Dritten der im Mietverhältnis keine Rolle spielt.
Es ist für den Mieter nicht durchsetzbar neben einer vorhandenen Installation eine eigene zu bauen.
Wenn noch nichts installiert ist und ich als Vermieteter die Anfrage vom Mieter bekomme muss ich die Einwilligung der Eigentümergemeinschaft einholen und erst dann kann es umgesetzt werden unter Berücksichtigung der verabschiedeten Rahmenbedingungen. Der Mieter kann gar nichts ohne Zustimmung machen. Irgendwas an die Wand schrauben und Kabel ziehen ist ein NoGo im Mehrfamilienhaus.
Ich zitiere mal:
Nach § 554 Abs. 1 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) besteht kein Anspruch des Mieters auf Zustimmung zum Einbau einer Einrichtung, wenn die damit verbundene bauliche Veränderung dem Vermieter auch unter Berücksichtigung der Mieterinteressen nicht zugemutet werden kann.
Schönes Zitat - geht nur bei Denkmalschutz o.Ä. schwierigen Umständen nicht durch.
Eine Ladesäule eines Drittanbieters der zu horrenden Preisen den Strom verschachert dürfte wohl kaum ein Zumutung sein die darunter fällt.
Im Notfall geht es halt vor’s Gericht.
Ich als Mieter würde mich mit dem Vermieter da nicht rumschlagen und ihm viel Spaß mit den Gebühren wünschen und 0 kWh im Jahr laden.
Das Gespräch suchen, ist erstmal eine gute idee.
Vor allem mit den anderen betroffenen.
Wenn der Gegenwind plötzlich von ALLEN E-Auto-Besitzern kommt, wird das ein Eigentor für den Vermieter.
Die Sache ist kompliziert. Daher kann ich auch jeden Vermieter verstehen, der das Problem einfach an die ortlichen Stadtwerke (o.ä.) auslagert.
Die Stromkosten sind ihm ja nicht so wichtig.
Man kann nur raten, den Dialog zu suchen.
Bei mir habe ich einfach jedem Mieter eine blaue CEE 16A am eigenen Zähler bereitgestellt. Alle anderen Lösungen waren mir zu teuer für die aktuelle Nutzung.
Schön wäre es, wenn ich einfach ein oder zwei Wallboxen installieren könnte und die Mieter sich z.B. per Karte freischalten. Müsste halt ein Abrechnungssystem dahinter und nach Möglichkeit eine PV-Überschussregelung.
Habe da aber auch nichts bezahlbares gefunden.
Tipp für Vermieter: Mietverträge für die Stellplätze niemals zusammen mit der Wohnung abschließen. Immer extra. Vorteil: Mieterhöhungen und Kündigungen sind jederzeit möglich.
Ich habe mal den Bau von acht Wallboxen in unserem privaten Parkhaus koordiniert.
Das ist schlicht auf Grund limitierter Anschlusskapazitäten kein Spaß.
Dass ein Mieter dann das Recht haben soll, seine eigene Wallbox zu installieren, stelle ich mir sehr schwer vor. Zumindest, solange nicht alle beliebigen Wallboxen miteinander in einem Lastmanagementsystem betrieben werden können.
Das Problem ist halt, dass das wirklich ein komplexes Thema ist und dann an so einer privaten, fest zugeordneten Wallbox vielleicht 2000kwh p.a. geladen werden. Wenn man dann noch ein Backendsystem für die Abrechnung benötigt, ist man schnell bei 4000€ für die Installation plus 200€ p.a. für das Backend und die Abrechnung. Schreibt man die 4000€ auf 10 Jahre Nutzung (bzw. 20.000 kwh) ab und legt die 200€ auf die kwh um, macht das 0,30€/kwh Zusatzkosten zum eigentlichen Strompreis.
Privates Laden in Mehrfamilienhäusern ist leider ein teures Komfort-Feature.
Man darf das leider nicht mit den Kosten für die Installation an einem EFH vergleichen. Ich habe beides schon gemacht. Im Parkhaus >3500€/Wallbox, am Haus <1000€.
Falls das einfach ein Preis von irgendeinem öffentlichen Ladepunkte ist, solltest du aber konkret deinen Preis als Mieter für dein Objekt rausfinden.
z.B. am Wattif Standort „HQE Essen“ „gibt es 40 Ladestationen für die Bewohner“ für 0,45€ pro kWh.
Das wäre total ok, und mein Eindruck ist das die da ganz real und offen die Kosten je nach Vertragsmodel berechnen und ihrem Vertragspartner offenlegen und eben für den Endnutzer auf die kWh umlegen. Solange nicht auch dein Vermieter hinten rum noch Gewinnbeteiligung bekommt finde ich das als Model ok.
Also egal wie hoch dein Preis dann sein soll, solange das durch reale Baukosten, z.B. einen neuen Hausanschluss entsteht und dein Vermieter da auch kein Geheimnis draus machen will, steht dem natürlich gegenüber das man es als Einzelprojekt wohl auch nicht so viel günstiger hinbekommt.
Und es muss halt dein Interesse „zu Hause laden können“ mit dem Interesse der Eigentümer(gemeinschaft) „eine Lademöglichkeit für alle Bewohner“ (müssen sie ja eben auch jedem Gewähren) abgewogen werden, und da kommt man um zentral geplante und betriebene Lösungen schwer drum rum.
Genau das.
Leute - macht doch mal halb lang.
Hier im Unterton schwingt gefühlt mit „der Vermieter ist böse und hat nach meiner Mieter-Pfeife zu tanzen“.
Das macht der Vermieter genau wie lange mit? Da zieht der Mieter ziemlich schnell ganz freiwillig aus.
Wir hatten solche Diskussionen hier im Forum übrigens auch schon häufiger - inkl. der Diskussion, ob eigene Lösung oder ob man sich der Gemeinschaftslösung fügen muss.
nach Rücksprache mit Wattifev werden bei mir dann „faire“ 65 Cent die kw/h für eine Ladung an der Wallbox berechnet. Der Preis Unterschied zu Essen entsteht durch ein anderes gebuchtes Modell und wahrscheinlich Gewinnbeteilung des Vermieters. Ich werde mich nochmal mit den Nachbarn zusammensetzen und eine Beschwerde formulieren, so fühlt man sich ziemlich verarscht bei den Preisen.
Habe mir sowas gedacht und darum den Vermieterverteidigern hier mal nichts geschrieben.
Wenn schon die Parkplätze elektrisch, ohne Mieteranfrage, vorbereitet werden ist was im Busch, sowas macht ein Bauherr nicht freiwillig und umsonst wenn er keine Lunte riecht, kostet ja auch einiges.
Viel Erfolg bei der Beschwerde. Reicht die zusammen mit der Anfrage auf eigene Wallbox ein. Jetzt könntet Ihr schließlich installieren ohne dass es den Vermieter einen Cent extra kostet, wenn die Dienstleisterboxen erstmal stehen wird das schwieriger.
Der Preis wird immer besser. Wenn man untertags mehr als 11kWh laden möchte will zahlt man ab der zweiten Stunde dann mal 0,923€/kWh.
Das kommt richtig geil rüber.