Supercharger: Optimale Fahrgeschwindigkeit

Du fährst bei konstant 110km/h 396km im Winter? Bei Regen? Mit Heizung? :open_mouth:

Sorry aber das halte ich für unmöglich!

Dank Hilden, Boxberg, User-Reports hier im Forum, dem Tesla-Rechner auf der FAQ-Seite und dem Report von Straubel Ende Dezember wissen wir recht gut, was geht:

  1. Regen: kann - je nach Intensität - Reichweiteneinbußen bis in den 2-stelligen Prozent Bereich bedeuten.
  2. Wind: Bsp - bei 10kmh Gegenwind darf man 10kmh langsamer fahren, um die gleiche Reichweite zu erzielen. Bei Rückenwind umgekehrt!
  3. Höhendifferenz Anfang/Ende: 20-40km pro 1000hm von Reichweite abziehen - oder zurechnen.
  4. Heizung/Aussentemperatur: siehe Tesla-Rechner.
  5. Reifen/Felgen: siehe Straubel-Statement: bis über 5% Unterschied id Reichweite, neue Reifen „kosten“ nochmal 1-2% Reichweite.
  6. Fahrweise: bei periodisch sehr hohen Stromentnahmen aus dem Akku kann gesamt weniger Energie aus dem Akku entnommen werden (Verlustleistung im Akku steigt mit Quadrat der Stromentnahme). Ein ruhiger Fuß / Tempomat hilft.
  7. Zuladung: auch noch ein paar Prozent.

Je nachdem wie man die og Punkte kombiniert, können sehr unterschiedliche Reichweiten herauskommen.

Sehr schöne Zusammenfassung!

Zitat user plus zur Erinnerung den Test vom August 2014.

Schade, dass der Rechner auf der Seite nicht bis 130km/h geht.
Schämt sich Tesla etwas über die geringe erzielbare Reichweite?

Um den Verbrauch bei 130km/h im ungünstigsten Fall (Winter) zu ermitteln habe ich folgende Berechnung auf der Tesla Webseite durchgeführt:
Aussentemperatur -10grad, Klima an, Autobahn, Standardfelgen
Dann kommt folgendes raus:
100km/h 344km
110km/h 316km
120km/h 290km
Ich hab mittels quadratischer Interpolation (da der Luftwiderstand mit dem Quadrat der Geschwindigkeit steigt) das Polynom ermittelt, welches durch die 3 obigen Punkte geht. x ist die Geschwindigkeit, y die Reichweite:
y=0.01x^2-4.9x+734
bei 130km/h ist die Reichweite 266km
80% von 266km (angenommen man lädt am Supercharger aus Zeitgründen nur bis 80%) = 212km
Mit 19 Zoll Felgen verringert sich die Reichweite um ca 4%, also sind wir bei 200km

D.h. von Supercharger zu Supercharger kann man bei 130km/h im Winter (angenommen man hat freie Fahrt, Staus bzw reger Verkehr vergrößern wahrscheinlich die Reichweite wegen der kleineren Durchschnittsgeschwindigkeit welche einen kleineren Luftwiderstand verursacht).

Also müsste man im Winter bei 130km/h alle 200km zum Supercharger und dort 30min laden.
D.h. eine 900km Fahrt z.B. von München nach Kiel würde ca. 9h dauern und man würde insgesamt 4 mal am Supercharger laden, insgesamt 2h von 9h.
Also wenn meine Berechnungen nicht falsch sind, kann man mit dem Model S auf längeren Strecken eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 100km/h erzielen. Wahrscheinlich kommt man schneller ans Ziel wenn man konstant 110km/h fährt statt 130km/h, da sich der Verbrauch bedeutend verringert.

Also die Wahl zwischen gemütlichem Fahren oder zügig Fahren und alle 2 Stunden eine Pause von 30min einlegen.
Im Sommer sind die Werte natürlich besser.

In anderen Ländern sind die Geschwindigkeitsbegrenzungen tiefer, deshalb ist Deutschland eigentlich das „ungünstigste“ Land für E-Auto Fahrer die auf Autobahn zügig fahren wollen.
Das Model S hat viel PS unter der Haube und ein Teil der Besitzer möchte damit auf der Autobahn auch etwas heizen, aber er kommt bei langen Fahrten (>600-700km) nicht schneller ans Ziel als einer der mit einem Kleinwagen, welcher mit 110km/h konstant dahintuckert.
Wenn man es nicht eilig hat, dann ist das Model S natürlich für die Langstrecke gut, da man zudem sofern man Supercharger-Deckung hat, kostenlos durch die Gegend fahren kann.
Wenn Leute präzise Termine einhalten müssen, also man startet z.B. in München und muss um X Uhr in Kiel ankommen, dann muss man beim Model S um auf Nummer sicher zu gehen eben mit relativ geringen Durchschnittsgeschwindigkeiten rechnen (ish schätze < 100km/h).
Ideal wäre es halt, wenn die Batterie in Zukunft nochmals um 50% größer wird. (>120-130kWh).
Dann wären die Zeitunterschiede bei längeren Strecken bei zügiger Fahrweise gegenüber dem Verbrenner relativ klein.
Aber die meisten Leute fahren ja nicht jeden Tag so weit, also ist das Model S auch jetzt für viele ein alltagtaugliches Fahrzeug.

Viele Dinge richtig beschrieben, bei zwei Sachen möchte ich allerdings gerne einhaken:

19" Felgen verringern nicht die Reichweite. Richtig wäre: Bei Nichtverwendung der Kombi 19" Turbine mit Michelin Primacy kann bei zB Standardfelge und anderen Reifen die Reichweite um bis zu 5% niedriger sein - muß aber nicht.

Auch für das MS gilt: je schneller man fährt, desto eher kommt man an - (und jetzt kommts:) - sofern man den nächsten SC erreicht. Der Zeitverlust durch zusätzliches Stromnachladen ist kleiner als der Zeitgewinn durch schnellfahren. Dh ein Benefit durch schnellfahren besteht.

Heißt: ist der nächste SC nicht so weit weg, ruhig druff, wenns Spaß macht. Du kommst schneller an!

PS: Für mich persönlich ist allerdings der Verlust an Gelassenheit durch Schnellfahren größer als der Zeitgewinn, dh ich fahre (wie viele hier) Tempomat 110-130, wenn geht.

Neulich hatte u.a. Niels auch eine „Abhandlung“ zu diesem Thema gemacht. Ich meine, die optimale Geschwindigkeit zwischen den SuC i.S. von minimaler Reisezeit lag da bei 130-140 km/h. Hier habe ich auch den Link:

Dank Supercharger ohne irgeneinen Plan in den Winterurlaub losfahren geht schon, auch ohne SuC in Insbruck und Bozen, wenn man über Nacht irgenwo schnarchnuckel kann.

Nur mal so als aktuelles Praxisbeispiel meine Tripdaten mit 19 Zoll Pirelli Winterreifen.

Berghoch bei Schneemulm mit Heizung und Licht hatte ich oft und lange mehr als 600 Wh/km, also dreifachen Verbrauch. Sehr oft das Doppelte von Rated. Jetzt wundere ich mich schon sehr über den moderat tiefen Durchschnittsverbrauch.

Unter B: Zwickau => Frankfurt/M. mit Durchschnitt 130 km/h. dann bis Bregenz 140, Arlberpass hoch konnte er kaum noch anzeigen, Diagramm voll orange. Wieder runter Sankt Anton, der grüne Reichweitebalken wurde länger. Autobahn bis Landeck 110. Dann Landstr. über den Reschenpass Richtung Bozen Schnitt 65 schneller geht kaum. Der Rest ist Südtirol, bergig, kurvig, oft Ortschaften, selten kann man überholen, wenig zugeschneit, öfter Matsch oder nasse Fahrbahn, selten mehr als 60. Rückfahrt ohne Brennertunnel und Autobahn erst ab Insbruck via Kufstein, Irschenberg, A9 mit Schnitt 115 km/h nur die rechte Spur schneefrei, aber da fuhren viele unter 90.

Ganz oben die 110 km sind Münchber-Nord bis Zwickau in genau einer Stunde.

Die ganze Zeit haben wir das Doppelte von Rated vorgeladen und ich dachte auch verbraucht. Es liegt also ganz stark an der vorsichtigen Fahrweise, bedingt durch Schnee oder Glätte.
image.jpg

na da hab ich mit meiner Frage "Hengersberg - Wien möglich " die Experten wachgerüttelt. [emoji6]
Bei den vielen Beiträgen kann ich mir es nun aussuchen ob es geht oder nicht[emoji34] Nach ca. 4Tkm eigener Wintererfahrung komm ich nicht unter 250 Wh/km bei moderater Fahrweise mit max. 125 km/h und 19 Zoll WR. Dann käme ich mit 75kW nutzbarer Energie grad 300 km weit. Ich versuch es mit 110 km/h und beobachte mal den Verbrauch. Wenn es die 250 Wh/km bleiben, werd ich wohl am SeC Linz nach Strom betteln [emoji4] Gruß Klaus

Kann es sein, dass das hier alles mächtig Off Topic ist und eigentlich mal in das Reichweiten-Thread verschoben gehört ? :laughing:

+1

Mod Note: habe es in den vorgeschlagenen Thread verschoben.

Ich hab da mal ein bisschen mit electricar.guru herumgespielt.

So wies aussieht ist die maximal erreichbare Durchschnittsgeschwindigkeit bei Langstrecken, wenn man die Ladepausen mit einrechnet ca. 120km/h, und zwar geht das nur wenn man 160km/h fährt und die Batterie jeweils nur auf 70% lädt. Falls man sich entscheidet, die Batterie bis 90% zu laden (weil z.B. die Supercharger so weit auseinander stehen) kommt es etwa aufs Gleiche raus ob man 120 oder 160 km/h fährt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit inkl. Pausen ist dann zwischen 90 und 100 km/h.

Das stimmt zumindest ungefähr mit meinen Erfahrungen überein. Wie seht ihr das? Habt ihr andere Erfahrungswerte?

160km/h, bis 70% laden:
160kmh_70percent.png

180km/h, bis 70% laden:
180kmh_70percent.png

… und hier noch
120km/h, bis 70% laden:
120kmh_70percent.png

bzw. dasselbe bei 0° Celsius und 20mm/h Niederschlag, ohne Vorheizen mit Steckdose. Dann muss man falls man mit 100% losfährt spätestens nach 280km nachladen:
120kmh_70percent_winter.png

Wie hier auch schon von vielen angesprochen ist das eben nicht immer ganz so einfach da die Ladeleistung des SuC eben von 0% an bis rund 50% mit rund 100kW vorwärts geht und darüber hinaus dann langsamer wird.

Ich denke fast dass das wichtiger ist relativ „leer“ zum SUC zu kommen wie über den einen oder anderen km/h nachzudenken. Ich hatte den Eindruck dass bei meiner letzen längeren Fahrt Tempomat knapp unter 130 die beste Wahl war. Im Winter denke ich müsste man mal schauen wie sich die Heizleistung in Abhängigkeit der Geschwindigkeit abbildet.

Man könnte vermuten dass es auch da eine optimale Geschwindigkeit gibt. Im Sommer ist es dann mit der Klima eher umgekehrt.

Ich hab mit da auch Gedanken gemacht und als Ausgangswert eine Fernreise genommen. Komme zu einer Optimalgeschwindigkeit von 120km
energiespeicher.blogspot.de/2016 … ieren.html

und berechne dann die mittlere Geschwindigkeit, die kaum über 100km/h liegt http://energiespeicher.blogspot.de/2016/01/tesla-geschwindigkeit-optimieren.html

Eduard Heindl

Die 10min für Ab/Auffahrt halte ich aber für sehr viel. Gerade bei vielen Stops verzerrt sich damit das Bild. Ich würde eher von 5min ausgehen. Ausserdem kann man wohl durchaus davon ausgehen, dass man bei langen Strecken mit (relativ) voller Batterie startet und dann fast leer ankommt (Destination Charging).

Ansonsten eine gute Berrchnung, die sich von o.g. Punkten abgesehen mit meinen Erfahrung deckt. Wenn ich es eilig habe, lade ich meist nur auf ca. 60% (Abstand zwischen Supercharger erlaubt auf manchen Strecken keine 50%) und fahre dann mit 130-140 los, lasse mir eine kleine Reserve, die ich dann zum Schluss ggf durch schnelleres Fahren (aber nie über 160) wieder abbaue. Auf vielen Strecken komme ich damit auf Durschnittsgeschwindigkeiten über 100km/h. Z.B. Taunus-Basel: 380km in 3,5h oder Taunus-Berlin (550km) in 5h, also etwa 110km/h.

Je länger die Distanz, desto mehr nähert man sich einem Gesamtschnitt von knapp 90 km/h an. Wenn ich natürlich voll losfahre und nur einmal lade, liegt der Schnitt weit höher. Aber das ist nicht Langstrecke.

Idealtempo bei den D Modellen ist etwa 135 km/h, die non D Modelle etwa 125 km/h.

Bei non D deckt sich das mit meiner Erfahrung

Hallo
Ich häng mich mal an diesen Thread an mit meiner Frage - faszinierend all eure wissenschaftlichen Berechnungen, grosser Respekt! :astonished:

Ich fahre bald ein gebrauchtes Model S 60 und freue mich riesig auf meinen ersten Tesla… doch nach allem, was man hier so liest, braucht man starke Nerven, um sich nicht verunsichern zu lassen. :confused: :slight_smile: Nun, die mutmasslichen 240km bei 80% Ladelimit dürften im Alltag für meine üblichen Pendelstrecken problemlos ausreichen, da mach ich mir keine Sorgen. Die eigentliche Feuerprobe steht im Sommer an, wenn wir mit dem Model S von Bern über Genf, Chambéry, Valence, Nîmes nach Perpignan fahren wollen. EV Trip Planner meldet für das Model S 60 mit 19 Zoll-Rädern, bei 26°C Aussen- und 21 Innentemperatur, voraussichtliches Autobahntempo 100-120km/h, folgende Etappen:

Model S 60
Bern-Chambéry 250km (!) 0:38 Min. (Ladezeit
Chambéry–Valence 161km 0:44 Min.
Valence-Nîmes 154km 1:14 Min.
Nîmes-Perpignan 226km
2:36 Min.

Meine Hypothese lautet: Wo ist das Problem? Ich behaupte mal, dass wir mit diesen Etappen doch ohne Weiteres von A nach B kommen müssten, wenngleich mit der Einschränkung, die erste Etappe durch einen weiteren Ladestopp in Lully (ca. 60km nach Bern) abzusichern.

Dazu der Vergleich mit dem
Model S 85D
Bern-Chambéry 250km 1:01 Min.
Chambéry-Nîmes 309km 0:45 Min.
Nîmes-Argelès 226km
1:46 Min.

Natürlich braucht der S85D fast eine Stunde weniger Ladezeit, aber mal im Ernst: Pausen von insgesamt zweieinhalb Stunden auf knapp 800km sind doch wohl das mindeste, was man eh einplanen würde? Mal sehen, wie gut das klappen wird - ich werde berichten.

Das ist genau das, was vile Petrol-Heads nicht wahrhaben wollen. Mit dem Model S wird das Rasen zum Reisen und die Ladeweile zu einer willkommenen Unterbrechung. Man kommt entspannt am Ziel 1-2h später an, wird aber festellen, das der urlaub schon mit der Abfahrt angefangen hat und der Urlaubseffekt nicht schon mit dem Stress durch die Rückreise zerstört wird sondern noch viel länger anhält.

Fahre am Sonntag ca. 600km mit Baby an Board. Da sind sowieso schon mögliche Unterbrechungen eingeplant, dafür stehen immerhin 4 mögliche SuC (2 geplant) zur Verfügung und noch eine Typ2 Ladesäule für mögliche weitere Pausen.

Da am Hotel im Zielort geladen werden kann, wird der letzte Aufenthalt am SuC ensprechend kurz ausfallen können.