Auch ich gehöre zu denen, die unter knarzenden Geräuschen aus den Tiefen des vorderen Fahrzeugbereichs leiden. Bisher habe ich mich bei diesem Thema zurück gehalten, weil ich nichts Konstruktives beitragen konnte. Wollte einer sein, der nicht nur zum Jammern ins Forum kommt, sondern berichten können, wie gut und geschmeidig sich alles bei Tesla fügt, wenn man nicht in deren Prozesse hineinfunkt und etwas Nachsicht für ein „new kid on the block“ übt.
Fünf Mal war ich aber nun bereits wegen knarzender Geräusche, die bei jedem Lastwechsel vorne links auftreten, im SeC. Beim ersten Mal, wenige Monate nach Übernahme in Ffm vor 2 Jahren, wollte man noch nichts feststellen können. Also habe ich es einstweilen auf sich beruhen lassen und geduldig zugehört, bis das Geräusch dann im letzten Jahr zuverlässig reproduzierbar und unüberhörbar wurde. Habe schließlich einen neuen Termin in Ffm gemacht, dort den ganzen Tag rumlungern müssen und bekam dann zum Feierabend ein unrepariertes Fahrzeug zurück; Ersatzteile müssen bestellt werden, tut uns leid, aber zum nächsten Termin bekommen Sie einen Loaner, wir melden uns…
Zum neuen Termin kam der obligatorische Kurz-vor-Feierabend Kontrollanruf von Tesla, ob der Termin am nächsten Tag beim Kunden steht. Alles Roger, meinerseits. Seitens Tesla wollte man nun aber plötzlich vom zugesagten Leihwagen nichts mehr wissen. Na, so eine Ansage kurz vor ultimo macht mich hartleibig; also: Neuer Termin, wenn Loaner verfügbar.
Neuer Termin, ca. ein/zwei Wochen später: Ich erhielt ein abgerocktes und verschmutztes MS und konnte mein M3 dann einen Tag später als zugesagt abholen. Es wurde an den Frontmotor-Befestigungen gearbeitet, und auch eine nun gerichtete Querstrebe habe unter Verspannung gelitten, womit erst die Ursache Geräusche beseitigt worden sei - so hieß es jedenfalls.
50 km sind’s vom SeC Ffm zu mir nach Haus. Das war genau die Strecke, die es gebraucht hat, um die Reparatur als gescheitert erkennen zu müssen.
Ich habe dann erstmal gewartet, Corona sei Dank wird das Auto z.Z. eh kaum bewegt, und sicherheitstechnisch gab es ja auch keinen Druck. Außerdem zeichnete sich ein neues SeC in Mannheim ab. Für mich gleiche Entfernung, aber rundum angenehmere Randbedingungen. Ich bin dann irgendwann im Februar einfach mal zum Sightseeing dort hin, man hat sich das Auto kurz angeschaut und wir haben einen Reparaturtermin vereinbart.
Mit diesem Termin habe ich dann dort wieder fast einen kompletten Tag verplempert, um abends ein unrepariertes Auto übernehmen zu müssen. Ok, ein Querlenker wurde getauscht und wir wissen, der alte war nicht die Ursache der kranken Geräusche. Ihr kennt es schon: Weitere Ersatzteile müssen bestellt werden, tut uns leid, aber beim nächsten Termin bekommen Sie einen Loaner, wir melden uns, blabla…
Nach einigen Wochen dann endlich, die Ersatzteile sind da, ein Termin wird vereinbart. Hier zeichnet sich zwischenzeitlich ab, dass HW3 verfügbar ist - also per App angefragt, ob das terminlich zusammenzulegen ist - und tatsächlich kommt ein Anruf, der das bestätigt, wenn auch mit einer Verschiebung. Aber ok, wenn Tesla damit geholfen ist, verschieben wir den Termin noch mal…
Morgen sollte der Termin sein, heute früh kam die übliche SMS-Bestätigung - und nach 16 Uhr der Kontrollanruf, ob der Termin denn stehe. Und wieder dasselbe Spiel - leider leider wir bedauern blabla - wieder kein Loaner. Und man will mich glauben lassen, ein kompletter Motoraus- und -einbau sowie ein HW3-Tausch würden „nur max.“ 5 Std. dauern. Um es kurz zu machen: Ich habe einen neuen Termin gemacht.
Wenn die Karre beim neuen Termin Ende nächster Woche wieder de facto unrepariert abgeliefert wird, oder wenn wieder unerwartet alle Loaner plötzlich defekt sind, dann werde ich wohl ziemlich garstig werden müssen. Chinesen fahren in solchen Fällen schonmal mit dem corpus delicti durchs Fenster in den Showroom oder bearbeiten das Fahrzeug öffentlichkeitswirksam mit einem Vorschlaghammer. So spektakulär wird’s bei mir absehbar nicht werden; hoffentlich gehen mir die Medikamente nicht aus… 
NACHTRAG: Auf Wunsch der Moderation konkretisiere ich an dieser Stelle noch mal die Absicht dieses Threads:
Das Sammeln suboptimaler Service-Fälle soll an dieser Stelle eine Vorstellung davon erzeugen, auf was man im schlimmen Fall gefasst sein muss - und wie man seine eigenen Interessen gegenüber einer nach amerikanischen Gepflogenheiten operierenden, prozessgesteuerten Mitarbeiterschaft durchsetzt. Außerdem sollte es darum gehen, was wie zu dokumentieren ist, welcher Eigeneinsatz erforderlich ist, welche Fristen akzeptabel sind ect. pp.
Wir, also die Tesla-Eigner, haben alle unvergleichlich tolle Autos von einer Firma, deren Visionen Unterstützung verdienen. Aber keine Rose ohne Dornen. Das gemeinsame Schnüffeln an der wohlriechenden Tesla-Rose findet an unzähligen anderen Stellen hier im Forum statt. Hier in diesem Thread konzentrieren wir uns bitte ausschließlich darauf, die Dornen beim Service sichtbar zu machen, damit niemand mehr blind hinein greifen muss und wir sie womöglich sogar entschärfen können. Die überwiegend positiven Kunden-Erlebnisse mit dem Tesla-Service helfen an dieser Stelle nicht, sie behindern nur die zielgerichtete Auseinandersetzung mit einem Randthema, dass aber auf Betroffene nahezu traumatisch wirken kann.

