Hallo Zusammen,
ich wende mich an euch mit der Bitte um Ideen oder Tipps wie ich in meiner Situation weiter verfahren soll?
in meinen fast 4 Jahren als Besitzer eines M3P(2020; 95t km) hatte ich schon das ein oder andere kuriose SeC Erlebnis und trotzdem konnte nichts die Freude und die Begeisterung an diesem Auto dämpfen…
Um so mehr schmerz die jetzige Erfahrung:
Am 05.11. zeigte der Bildschirm Probleme mit der Feststellbremse an. Um keine Zeit zu verlieren habe ich direkt einen Servicetermin im SeC Freiham (Triebwerk) für den 13.11. gebucht.
Am Abend des 9.11. war die Bremse hinten links fest und ließ sich auch nach diversen Versuchen mit dem RoadService am Telefon nicht lösen. Da keine Garantie, musste ich das Auto auf eigene Kosten nach Freiham schleppen lassen (ca.60km).
Ab hier beginnt der Wahnsinn:
Für den bestehenden Termin am 13.11. informiere ich das SeC, dass das Auto vor Ort ist und sich der Zustand bzgl. Feststellbremse geändert hat (von Warnmedlung zu blockiertem Hinterrad).
Als Antwort bekomme ich, dass ich das Auto abholen soll und zu einem neuen Termin ab dem 22.11. wieder bringen soll, da die Ersatzteile nicht verfügbar sind…
Etwas verwundert aber nicht sonderlich überrascht antworte ich, dass es zum gangbar machen evtl keine Ersatzteile braucht und ein Reparaturversuch unternommen werden soll. Nach einigem hin und her verschiebt Tesla den Termin auf Ende November ohne Reparaturversuch. Seitdem warte ich nun seit über 5 Wochen auf das Ersatzteil (wohl der Bremssattel). Auf Nachfragen reagiert das SeC meist eher abweisend bis genervt.
Natürlich gilt hier keine Garantie, keine Kulanz, kein Anspruch auf ein Ersatzfahrzeug.
Für 85€/Tag wurde mir ein Loaner angeboten (allerdings ohne Garantie, dass auch einer verfügbar ist wenn ich komme um ihn zu holen).
Der voraussichtliche Abschluss der Reparatur wurde mittlerweile auf den 29.Nov. verschoben mit dem Kommentar „der Lieferant meldet Lieferschwierigkeiten“.
So. Ich bin sicher, dass Tesla Verträge mit Lieferanten hat und vermutlich haufenweise Geld dafür bekommt wenn der Lieferant nicht liefert.
Ich trau mich auch zu behaupten, dass die Teile verfügbar wären aber die Motivation seitens Tesla gering ist, mit einem Teil ein Auto außerhalb der Garantie instand zu setzen… Prio haben hier die Neukunden sowie Fahrzeuge innerhalb der Garantie.
Zu den Kosten die sich gerade anhäufen:
Für das Abschleppen musste ich 120€ aufgrund der Distanz zuzahlen.
Da ich ein Auto gekauft hab weil ich (südlich von München) auf ein Auto angewiesen bin muss ich mir ein Auto leihen.
Rechnet man ca 50€/Tag und mittlerweile etwa 250€ für Sprit komme ich auf aktuell etwa 2100€ ohne dass mein Auto im SeC auch nur angerührt wurde…
Randnotiz: Im Juli bei ca. 90t km hab ich alle Bremsen im SeC Freiham erneuern lassen (Scheiben und Beläge).
Bis vor kurzem habe ich mir Gedanken zu potenziellen Nachfolgern gemacht und schwankte zwischen dem neuen Model3, einem Model Y oder wieder einem jungen gebrauchten M3P… Das Erlebnis gerade lässt mich leider stark zweifeln.
Ich weiß die Situation ist bei anderen Herstellern evtl. auch nicht besser. Aber bisher hab ich bei noch keinem Hersteller so eine unterirdische Kulanz-Bereitschaft erlebt wie ich sie gerade bei Tesla erlebe.
Ich kann als Kunde, der 2020 bereit war viel Geld in einen Tesla zu stecken weil er von dem Konzept und dem Auto überzeugt war, weder etwas für den Defekt noch für die Lieferschwierigkeiten, bin aber in der Geschichte trotzdem der einzige, der einen Schaden davon trägt…
Also soviel zu meiner Story… Was bleiben mir für Möglichkeiten?
Muss ich mir ein anderes Auto zulegen um die Kosten zu deckeln und versuchen das M3P zu verkaufen sobald es repariert ist (falls das überhaupt noch passiert und falls jemand in Anbetracht der Situation bereit ist so ein riskantes Investment einzugehen)?
Muss ich rechtliche Schritte einleiten um weiterzukommen?
Bitte entschuldigt, dass hier viel Frust mitschwingt aber ich bin wirklich ratlos…
Danke euch und liebe Grüße,
Michi