Mein Service-Erlebnis bei Tesla Kiel-Gettorf – ein Erfahrungsbericht

Fahrzeug: Model Y, ausgeliefert am 12.03.2025
Servicecenter: Tesla Kiel-Gettorf
Termin: 24.08.2026, 14:15 Uhr

Ich möchte hier meine Erfahrung mit einem kürzlich abgeschlossenen (bzw. eher: nicht abgeschlossenen) Servicevorgang schildern, weil ich denke, dass sie für andere Model-Y-Fahrer mit ähnlichen Symptomen interessant sein könnte – und weil mich der Umgang vor Ort ehrlich gesagt sehr enttäuscht hat.

Das Problem

Seit einiger Zeit habe ich eine deutliche, aber unregelmäßige Unwucht bzw. Vibration im Fahrwerk. Sie tritt nicht konstant auf, sondern wandert je nach Fahrsituation – mal schon ab 60 km/h spürbar, mal erst deutlich ab 170 km/h. Mein erster Verdacht war ein gelöster Schaumstoff-Soundabsorber im Inneren eines der originalen Hankook-Sommerreifen (Laufleistung der Sommerräder zu dem Zeitpunkt: ca. 12.000 km) – ein Materialfehler, der bei bestimmten Reifensätzen älterer Model-Y-Baujahre bekannt ist.

Mit dieser Beanstandung – inklusive Bitte um Sichtprüfung und ggf. Weiterleitung an Hankook im Rahmen der Gewährleistung – habe ich den Servicetermin über die App angefragt.

Terminvereinbarung und Vorbereitung

Der erste Kostenvoranschlag lag bei ca. 1.400 €, den ich angenommen habe. Im weiteren Chatverlauf wurde mir mitgeteilt, dass der bekannte Materialfehler mit dem gelösten Schaumstoff-Absorber bei meinem Fahrzeug eigentlich nicht zutreffen sollte, da mein Model Y und die verbauten Reifensätze zu neu für diese Problematik seien. Der Auftrag wurde dennoch vorbereitet, mit dem Hinweis, dass sich erst vor Ort klären lasse, ob es sich um einen Garantiefall handelt.

Ich habe daraufhin ausdrücklich gebeten, mich vor einer kostenpflichtigen Reifenmontage zu informieren, falls die Reparatur nicht über die Garantie abgerechnet werden kann – in dem Fall hätte ich die Reifen lieber unrepariert wieder mitgenommen. Das wurde zugesagt.

Am 20.08. habe ich zusätzlich noch eine Einschätzung nachgereicht: Ich war zuvor bei einem befreundeten Kfz-Meister und habe mit ihm eine Probefahrt gemacht. Seine Beobachtung: Die Unwucht ist tatsächlich erst bei höheren Geschwindigkeiten wirklich deutlich spürbar, tritt in abgeschwächter Form aber auch schon unter 100 km/h auf. Seiner fachlichen Einschätzung nach ist das „Schlagen" für eine klassische Reifenunwucht eigentlich zu hart – er vermutete eher ein Problem an Antriebswelle oder Motor, zumal die typische Unwucht-Charakteristik bei 60, 80 und 120 km/h so nicht vorlag.

Auf diese Rückmeldung hin wurde mir mitgeteilt, dass laut Garantierichtlinien Probefahrten grundsätzlich nur bis maximal 130 km/h durchgeführt werden und die vor Ort in Gettorf zulässige Höchstgeschwindigkeit ohnehin bei ca. 120 km/h liege. Sollte bis zu dieser Geschwindigkeit keine Beanstandung feststellbar sein, könnten keine Reparaturen vorgenommen werden. Der Kostenvoranschlag wurde in der Folge auf ca. 1.700 € aktualisiert, den ich ebenfalls angenommen habe.

Eigene Messungen auf der Anfahrt

Am Tag des Termins habe ich auf der Fahrt zum Servicecenter noch eigene Messungen mit einer Vibrations-Analyse-App gemacht, um möglichst objektive Daten mitzubringen. Die Auswertung zeigte bei mehreren Geschwindigkeiten eine potenzielle Vibrationsquelle im Bereich der Gelenkwelle (Antriebswelle), mit deutlich zunehmender Amplitude bei höherem Tempo:

  • 80 km/h: kaum Ausschlag, Werte im niedrigen einstelligen Bereich
  • 125 km/h: erster spürbarer Peak bei der Gelenkwelle (140,31 Hz)
  • 150 km/h: deutlicher Ausschlag (168,37 Hz), Wert ca. 50
  • 182 km/h: starker Ausschlag (204,29 Hz), Wert über 100
  • 201 km/h: massiver Ausschlag (225,62 Hz), Wert nahe 384 – weit über der eingezeichneten Referenzlinie

Der Fehler war messtechnisch also gerade oberhalb der von Tesla intern zugelassenen Test-Geschwindigkeit (130 km/h) am stärksten ausgeprägt.

Der Termin vor Ort

Das Fahrzeug habe ich gegen 14:00 Uhr im Servicecenter abgestellt und über die App übergeben.

Um 15:10 Uhr rief mich ein Mitarbeiter an und fragte, ob ich noch in der Nähe sei und mit ihm eine Probefahrt machen könne – allerdings nur unterhalb der in Gettorf zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h, da sich der Fehler darunter nicht feststellen lasse. Ich wies noch einmal darauf hin, dass der Fehler, wie bereits schriftlich mitgeteilt, erst richtig spürbar ab etwa 160 km/h auftritt. Das könne man aber nicht prüfen, und damit sei das Fahrzeug für Tesla „fehlerfrei". Ich bot daraufhin an, dass ich mich nicht an die 120-km/h-Grenze halten müsse und die Probefahrt gerne auch mit höherer Geschwindigkeit selbst fahren würde. Die Antwort war sinngemäß: Das könne man mir dann zwar glauben, aber reparieren könne man es trotzdem nicht. Auf meine Nachfrage, wozu die Probefahrt dann überhaupt noch dienen solle, kam nur, dass es Tesla überlassen bleibe, wie sie vorgehen. Damit war das Gespräch beendet.

Ich bin daraufhin noch einmal zurück ins Servicecenter und habe das Gespräch gesucht, eigentlich nur um zu verstehen, wie eine Lösung aussehen könnte. Auf meine Frage, warum ein Fahrzeug, das bis 201 km/h zugelassen ist, bei Mängeln oberhalb von 130 km/h bzw. in Gettorf oberhalb von 120 km/h grundsätzlich von der Garantie ausgeschlossen sein soll, bekam ich mehrfach nur die Antwort: „Lesen Sie doch unsere Garantiebedingungen." Keine Erklärung, keine konkrete Klausel, kein ernsthafter Versuch, auf mein eigentliches Anliegen einzugehen – nur dieser eine Satz, gebetsmühlenartig wiederholt, in einem Ton, der bei mir nur als „ist mir doch komplett egal, sehen Sie zu, wie Sie klarkommen" ankam. So eine Mischung aus Überheblichkeit und offen zur Schau gestelltem Desinteresse an einem berechtigten Kundenanliegen habe ich bei einem Mitarbeiter mit Kundenkontakt noch nie erlebt. Meine Tochter und mein Schwiegersohn waren dabei anwesend und waren genauso fassungslos über diese Art, mit einem Kunden umzugehen.

Und dann kam noch das hier

Kurz danach erhielt ich über die App die automatische Nachricht, ich sei zu meinem Termin am 24.08. um 14:15 Uhr nicht erschienen und solle mitteilen, ob ich unterwegs sei oder einen neuen Termin bräuchte – andernfalls werde der Chat geschlossen. Das Fahrzeug stand zu diesem Zeitpunkt allerdings längst auf dem Gelände und war bereits übergeben und (erfolglos) begutachtet worden.

Ich habe darauf im Chat geantwortet, dass ich sehr wohl da war, und zusätzlich noch einmal konkret nachgefragt: Ich bat um die genaue Klausel bzw. Fundstelle in den für mein am 12.03.2025 ausgeliefertes Fahrzeug geltenden Garantiebedingungen, aus der hervorgeht, dass Mängel, die oberhalb von 130 km/h auftreten oder sich dort deutlich stärker zeigen, von der Garantie ausgeschlossen sind – oder ob es sich bei den 130 km/h lediglich um eine interne Begrenzung für Diagnosefahrten der Mitarbeiter handelt.

Beide Nachrichten sind bis heute unbeantwortet geblieben.

Fazit

Der Termin ist damit faktisch ergebnislos verlaufen: Das Fahrzeug fährt weiterhin mit der Unwucht, die Ursache wurde nicht geklärt, und meine konkrete Nachfrage zur Garantiegrundlage wurde nicht beantwortet. Besonders unschön fand ich, dass eigene Messdaten und die Einschätzung eines Kfz-Fachmanns keine Rolle gespielt haben, sobald die Symptomatik oberhalb der intern gesetzten 130-km/h-Grenze lag – obwohl das Fahrzeug offiziell für 201 km/h zugelassen ist. In Kombination mit dem Ton des Gesprächs vor Ort war das für mich der unangenehmste Servicebesuch, den ich bisher bei Tesla hatte.

Mich würde interessieren, ob andere hier ähnliche Erfahrungen mit vermeintlichen „Geschwindigkeitsgrenzen“ bei der Fehlerdiagnose gemacht haben, und wie in solchen Fällen letztlich eine Lösung erreicht wurde.

EDIT:

Zusatz in dem Gleichen noch offenen Chat eingefügt:

Ich möchte diesen bereits bestehenden Vorgang bitte an einen zuständigen Service Manager bzw. die nächsthöhere Servicestelle eskalieren lassen.

Mein Fahrzeug wurde am 24.08.2026 tatsächlich im Service Center Kiel-Gettorf vorgeführt und untersucht. Die Beanstandung konnte dort lediglich aufgrund der vor Ort möglichen Probefahrtgeschwindigkeit nicht reproduziert werden. Der Fehler besteht weiterhin.

Meine beiden anschließenden konkreten Fragen in diesem Chat – insbesondere nach der genauen Garantie-Klausel bzw. Fundstelle, aus der sich ein Ausschluss der Garantie für einen Fehler ergeben soll, der oberhalb von 130 km/h auftritt bzw. sich dort deutlich verstärkt – wurden bisher nicht beantwortet.

Ich möchte daher zunächst keine neue Terminvereinbarung, sondern eine fachliche Klärung dieses bereits bestehenden Vorgangs und eine Stellungnahme durch einen zuständigen Verantwortlichen.

Bitte bestätigen Sie mir, an wen dieser Vorgang zur weiteren Bearbeitung weitergegeben wird.

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Antwort von Tesla 7:24 Uhr

Hallo,

vielen Dank für deine Nachricht und die detaillierte Beschreibung der von dir wahrgenommenen Unwucht bzw. des Fahrverhaltens ab ca. 160 km/h.

Wir haben deinen Fall sorgfältig geprüft. Nach den aktuellen Garantiebedingungen der beschränkten Neuwagengarantie von Tesla (gültig für Deutschland/Europa) sind normale Geräusche und Vibrationen – einschließlich Wind- und Straßenvibrationen – sowie allgemeine Fahrwerks- bzw. Abrollerscheinungen, bei denen keine fehlerhaften Teile ausgetauscht werden müssen, von der Garantie ausgeschlossen.

Ebenso sind Wartungsarbeiten wie Achsvermessung oder Auswuchten nicht von der Garantie abgedeckt.

Im Rahmen unserer Prüfung konnten wir keinen Material- oder Herstellungsfehler feststellen, der unter die Garantiebedingungen fällt.

Das von dir beschriebene Phänomen bei den angegebenen Geschwindigkeiten stellt daher nach den anwendbaren Richtlinien keinen garantiedeckenden Mangel dar. Eine Bearbeitung als Garantiefall ist aus diesem Grund nicht möglich.

Bitte hab Verständnis dafür, dass wir Probefahrten und Funktionsprüfungen ausschließlich unter Einhaltung der geltenden Verkehrsregeln sowie der Vorgaben unserer Versicherungen durchführen.

Diese setzen für derartige Fahrten eine angemessene Höchstgeschwindigkeit voraus. Ein Überschreiten dieser Grenzen könnten wir im Falle eines Unfalls nicht rechtfertigen und entspricht nicht unseren Sicherheitsstandards.

Aus diesem Grund können wir Geschwindigkeitsbereiche, wie von dir beschrieben, im Rahmen unserer Prüfungen nicht abdecken.

Selbstverständlich kannst du bei Bedarf eine kostenpflichtige Diagnose, Überprüfung der Rad-/Reifenbalance oder andere Serviceleistungen in Anspruch nehmen.

Bitte beachte jedoch, dass wir bei einer solchen kostenpflichtigen Maßnahme keine Garantie dafür übernehmen können, dass das von dir beschriebene Fahrverhalten in jedem Fall verbessert oder vollständig behoben wird, da es sich nach unserer Einschätzung um Erscheinungen handeln kann, die im Rahmen der normalen Nutzung und der technischen Auslegung des Fahrzeugs liegen.

Hierfür kannst du jederzeit über die Tesla-App oder deinen Service-Kontakt einen Termin vereinbaren.

Herzliche Grüße

Tesla-Team Kiel-Gettorf, xxx

Mein Reaktion darauf:

Danke für die ausführliche Rückmeldung.

Ich möchte die Begründung noch einmal konkret nachvollziehen können, da aus Ihrer Antwort für mich weiterhin nicht hervorgeht, welche technische Ursache bei meinem Fahrzeug festgestellt wurde.

Sie schreiben, dass kein Material- oder Herstellungsfehler festgestellt werden konnte und dass es sich bei dem beschriebenen Verhalten um normale Geräusche bzw. Vibrationen handeln könne.

Mein Fahrzeug wurde jedoch nicht in dem Geschwindigkeitsbereich geprüft, in dem die von mir beschriebene starke Vibration tatsächlich auftritt. Eine technische Feststellung, dass es sich bei meinem konkreten Fahrzeug tatsächlich um eine normale, konstruktionsbedingte Vibration handelt, kann ich aus dem bisherigen Servicevorgang daher nicht erkennen.

Ich bitte Sie deshalb um eine konkrete Antwort auf folgende Frage:

Welche technische Ursache wurde bei meinem Fahrzeug festgestellt, aufgrund derer Sie zu dem Ergebnis kommen, dass die von mir beanstandete Vibration eine normale, nicht garantiefähige Erscheinung und kein möglicher Defekt eines Bauteils ist?

Falls keine konkrete Ursache festgestellt wurde, bitte ich ebenfalls um eine entsprechende Bestätigung.

Zusätzlich bitte ich weiterhin um die konkrete Fundstelle in den für mein Fahrzeug geltenden Garantiebedingungen, auf die Sie Ihre Entscheidung stützen.

Mir geht es dabei ausdrücklich nicht darum, dass Tesla Mitarbeiter gegen Verkehrsregeln oder interne Sicherheitsvorgaben verstoßen. Ich akzeptiere selbstverständlich, dass eine Probefahrt durch Tesla nur innerhalb der dafür geltenden Grenzen durchgeführt werden kann.

Es geht vielmehr darum, wie ein Fehler, der bei der zulässigen Diagnosefahrt nicht reproduziert werden kann, technisch als „normale Vibration“ eingestuft werden kann, ohne dass die Ursache des beanstandeten Verhaltens festgestellt wurde.

Ich bitte daher um eine konkrete technische Begründung und die entsprechende Garantiegrundlage.

Ist natürlich nicht in Ordnung was Tesla da macht.
Du hast allerdings unglücklich argumentiert: Das Auto fällt noch unter die (gesetzliche) Gewährleistung von 2 Jahren. In der Garantie kann Tesla bestimmen was sie abdecken, bei Gewährleistung nicht. D.h. es handelt sich um einen Mangel, den Tesla beheben muss (wenn Deine Analyse zutrifft). Wichtig ist die Setzung von Fristen zur Behebung, um die Nachbesserungsversuche zu dokumentieren. Aber das hilft dir der Anwalt. Ohne Anwalt wird das vermutlich leider nichts. :-/

Noch ein Tipp: Mache für Tesla nicht sichtbare Markierungen an die Gelenkwellen, damit es nicht heißen kann, die wurden getauscht und es sind immernoch die alten drin. Foto als Beweissicherung machen.

Ich bin immer sehr zufrieden mit Gettorf. Es liegt hier vermutlich weniger an den Mitarbeitern in Gettorf, sondern an den Konzernvorgaben.

Tut mir echt Leid und ich hoffe, dass Du das baldmöglich gelöst bekommst.

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Das ist wirklich ein schwieriger Fall, denn die Vorgabe mit den maximal 130 km/h existiert so tatsächlich. Wie man Probleme oberhalb davon lösen kann/will/möchte, konnte mir bisher noch kein Mitarbeiter beantworten. Vielleicht brauchts da irgendwann doch einmal ein Exempel der deutschen Rechtssprechung, für die Nachbarländer sind die Geschwindigkeiten bekannt irrelevant.

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@Spirou-HD

Hast du schon mal mit einem anderen Satz Reifen probiert?

Hast du schon verschiedene Streckenteile, resp. mit verschiedenen Straßenbelägen probiert?

Du schreibst „seit einiger Zeit“. Vielleicht gab es irgendein Ereignis (Überfahren des Bordsteins, Schlagloch, o.Ä.) das es ausgelöst hat? Hat Tesla das Fahrwerk überprüft? Wenn nein, lass es extern überprüfen.

Es gibt im Übrigen auch Rollenstände, mit denen man diese Geschwindigkeit im Stand überprüfen kann, wenn es die AW oder die Motorwelle (das wäre höchst verwunderlich) ist, lässt sich das dort reproduzieren. Tesla hat die sicher nicht, aber du kannst das selbst in einer Werkstatt, die das anbietet, durchführen.

Wenn es von der AW oder vom Motor kommt, wird es schwierig, dann braucht es ein Gutachten und einen Anwalt. Das wird Tesla nicht freiwillig instandsetzen.

@Der-Kieler: Guter Punkt, den hatte ich tatsächlich nicht sauber getrennt. Bisher bin ich immer über „Garantie“ gegangen, dabei ist es ja eigentlich ein Gewährleistungsfall (Auto ist noch keine 2 Jahre alt), bei dem Tesla eben nicht selbst festlegen kann, was abgedeckt ist. Die Idee mit der unsichtbaren Markierung an den Gelenkwellen + Foto setze ich auch um, bevor da noch mal jemand rangeht. Und ja, kann gut sein, dass es weniger an den einzelnen Leuten in Gettorf liegt als an den Konzernvorgaben zur 130-km/h-Grenze – das nimmt dem einen Gespräch aber leider nicht die Spitze, die es hatte.

@Skerpla: Genau das ist ja das Frustrierende – die 130-km/h-Vorgabe wurde mir bestätigt, aber wie ein Fehler oberhalb davon dann überhaupt behandelt werden soll, konnte oder wollte mir bisher niemand erklären. Wenn andere Länder das schlicht ignorieren, wird’s schwer zu argumentieren, warum das hier anders laufen soll. Vielleicht braucht es wirklich mal ein Urteil dazu.

@Gigawatt: Einen anderen Reifensatz habe ich noch nicht getestet, das steht noch aus. Ein auslösendes Ereignis wie Bordstein oder Schlagloch ist mir nicht bekannt, es kam eher schleichend bzw. ich habe es erst ab einem gewissen Punkt bewusst wahrgenommen. Ich fahre zwar immer zügig aber dann doch eher 150-160 und nicht immer drüber. Vor Ort gab es immerhin eine kurze Sichtprüfung von Tesla, aber ohne Befund – richtig geprüft (z. B. am Rollenprüfstand) wurde nichts, weil ja laut deren Aussage „kein Fehler“ vorliegt. Der Tipp mit dem Rollenprüfstand ist super, danach schaue ich mich mal um, ob das jemand in der Nähe anbietet. Falls es am Ende wirklich AW oder Motor ist, war mir schon klar, dass es dann ohne Gutachten und Anwalt vermutlich nicht laufen wird – aber gut, das zumindest schwarz auf weiß zu haben.

Ich halte euch auf dem Laufenden, sobald sich was tut.

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Die Frequenzangaben von dir sind seltsam. Bei ~200 km/h dreht sich ein Rad beim Model Y etwa 24-25x pro Sekunde. Also 24-25 Hz. Was auch immer deine App da angezeigt hat ist Blödsinn.

Einfach auszurechnen, 201 km/h = 55,83 m/s

Radumfang = 2,24m (ca)

55,83/2,24=24,9

@Elmar_W: Deine Rechnung ist erstmal völlig richtig – 201 km/h ergeben rechnerisch ~24,9 Hz Raddrehzahl, exakt in der Größenordnung.

Das Missverständnis liegt woanders: Die 225,62 Hz sind gar kein Messwert, sondern eine von der App berechnete Referenzlinie für die Kategorie „Gelenkwelle“. Schau dir mal das Verhältnis aus „Gelenkwelle“ zu Raddrehzahl bei allen fünf Messungen an:

80 km/h: 89,8 / 9,92 = 9,05
125 km/h: 140,31 / 15,50 = 9,05
150 km/h: 168,37 / 18,60 = 9,05
182 km/h: 204,29 / 22,57 = 9,05
201 km/h: 225,62 / 24,92 = 9,05

Das ist kein Zufall, sondern die Getriebeuntersetzung des Model Y (~9:1 zwischen Motor und Rad). Die App rechnet dort also die Motor-/Ritzelwellendrehzahl aus und nennt das (etwas irreführend) „Gelenkwelle“ – nicht die tatsächliche Achswelle zum Rad, die 1:1 mit dem Rad dreht.

Der riesige Peak, der bei 201 km/h fast die ganze Skala sprengt, liegt tatsächlich bei ~25 Hz, also exakt bei der 1. Radordnung – genau da, wo auch deine Rechnung landet. Die 225,62 Hz tauchen in den Diagrammen meist gar nicht als Peak auf, weil sie außerhalb der Skala liegen.

Spannend eigentlich, dass der Ausschlag exakt mit der Raddrehzahl mitwächst und mit steigendem Tempo massiv zunimmt – das spricht für ein Bauteil, das 1:1 mit dem Rad dreht (Achswelle/Gelenkwelle im eigentlichen Wortsinn, Radlager, o.ä.). Reine Rad-/Reifenunwucht ist ja schon durch den unabhängigen Auswuchtcheck ausgeschlossen (alle vier Räder danach exakt 0/0, Vibration blieb unverändert).

Also: Deine Physik stimmt, du hast nur eine Referenzlinie mit dem eigentlichen Messwert verwechselt. Danke fürs Nachrechnen trotzdem.

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Kurzes Update von mir:

Ich war gestern noch zum Räder auswuchten (Freie Werkstatt). Das Ergebnis war:
2 Räder 0/0 - 1 Rad 5/10 - 1 Rad 10/10. Alle sind jetzt auf 0/0 gewuchtet.

Die Vibration selbst ist danach unverändert da – spricht also weiterhin gegen eine reine Rad-/Reifenunwucht als Ursache.

Weiter sind zwei Schreiben an Tesla per Mail raus. Einmal die Fristsetzung zur Nachbesserung, einmal eine separate Beschwerde zum Ablauf des Servicetermins in Gettorf. Beide sind jetzt raus, ich warte auf Reaktion.

Ich halte euch auf dem Laufenden, sobald sich was tut.

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Mails kommen bei Tesla nach meiner Erfahrung nie an oder werden nicht beantwortet.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg!!!

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@Der-Kieler: Danke dir! Ja, die Sorge habe ich auch, deswegen sichere ich alles zusätzlich mit Sendebestätigung/Nachweis ab. Mal schauen, ob sich was tut – danke fürs Daumendrücken!

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Jepp, Grüße an Fürth, die eine „schlecht“ verbaute Windschutzscheibe, ab 140km/h leichtes Pfeiffen, bei <5° auch früher, nicht mehr tauschen, da die Lautstärke hauptsächlich bei 120km/h+ Auftritt. Höchstgeschwindigkeit um SeC herum, maximal 80km/h.

Hab’s dann aufgegeben um mich nicht unnötig zu ärgern und mache die Musik zwei Stufen höher. Der nächste Steinschlag kommt sowieso…

Bin jetzt ins SeC Nürnberg rüber. Gleiche Fahrzeit dorthin und der Meister ist gut drauf~

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Die Mails werden gnadenlos ignoriert. Selbst per Einschreiben passiert dort nichts. Der typisch amerikanische Service eben.

Hast du damit Erfahrung, wenn ja, was hast du dann gemacht?

EDIT: Also normal ist ja dann: Anwalt und Gutachter.

Nach einem desaströsen Besuch in Karlsruhe inkl verdrecktem und zusätzlich beschädigten Fahrzeug habe ich mehrmalige Kontaktaufnahmen bemüht. Erst über die App, dann telefonisch. Am Ende blieb nur der Weg über ein Einschreiben an den deutschen Vorstand, was zumindest bei deutschen Automobilkonzernen eine regelrechte Lawine der Qualitätskontrolle auslöst. Da es keine Reaktion gab, buchte ich einfach den Rechnungsbetrag zurück und hörte davon nie wieder etwas.

Ich beschwerte mich dann nochmals persönlich in Mannheim, wo sich dem Problem angenommen wurde.

Hol im Zweifel den Anwalt, mit etwas Glück reagiert Tesla auch auf die gerichtlichen Schreiben nicht oder viel zu spät, was den Fall dann recht unkompliziert zu deinen Gunsten lösen könnte.

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Ich möchte ja nicht der Miesepeter sein aber bei Gewährleistung gilt nach einem Jahr die Beweislastumkehr. Hier musst du nun beweisen das der Mangel schon bei Übergabe vorhanden war.

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@Lunas: Kein Miesepeter, sondern ein wichtiger Punkt, danke! Ja, die Beweislastumkehr nach einem Jahr ist mir bewusst – das Auto ist älter als ein Jahr, insofern liegt die Beweislast jetzt tatsächlich bei mir. Genau deswegen würde ich das nicht mehr ohne Anwalt durchziehen, falls es hart auf hart kommt. Aber gut, dass es hier nochmal so klar gesagt wird – hilft auch anderen, die das mitlesen.

EDIT:

Noch als Ergänzung, weil die Frage zurecht aufkam: Es muss nicht die Vibration selbst schon bei Übergabe spürbar gewesen sein, sondern die Ursache (z.B. ein Fertigungs-/Materialfehler) muss schon angelegt gewesen sein - das kann sich auch erst später durch Fahrleistung oder höhere Geschwindigkeiten zeigen. Normaler Verschleiß zählt dagegen nicht. Wie belastbar das im Zweifel nachzuweisen ist (Gutachten etc.), kläre ich aber auch mit dem Anwalt - da will ich hier nichts Halbgares behaupten.

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Hast du scho mal andere Felgen und Reifen getestet?

@Lunas: Nein, ich denke das kann ich ausschließen. Mein Kollege hatte mir sonst noch tuning-concepts.de vorgeschlagen, weil die ein Hunter Radwuchtsystem haben, womit man eine richtige Räderdiagnose erstellen kann. Aber jetzt warte ich erstmal ab, ob sich seitens Tesla etwas tut.

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Ich empfehle bevor du da unnötig Geld & Zeit verbrennst mit huntern/wuchten usw., wirklich mal einfach fix die Winterräder einpacken & für ein paar Tage zum Testen montieren.

Dann ist das Räderthema zu 100% ausgeschlossen (oder halt nicht :sweat_smile:)

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