Ladeleistung sinkt während des Ladevorgangs. Warum? Ändern?

Hallo zusammen!

Während einer längeren Fahrt (ca. 700 km) hat mich das Auto (Model 3, LR, RWD) 2x zu einem Supercharger gelotst, an dem ich dann auch jeweils geladen habe. Dabei ist mir (erstmalig) aufgefallen, dass die Ladeleistung zuerst relativ hoch war (150 kW), aber nach kurzer Zeit auf einen wesentlich niedrigeren Wert (ca. 50 kW) gesunken ist und es damit viel länger gedauert hat, bis die gewünschte Kapazität erreicht war.
Das Auto hat den Akku automatisch vorkonditioniert. Bei Ankunft am Supercharger hatte ich noch 10%. Die Ladesäulen nebenan waren nicht belegt.

Warum macht er das?
Gibt es eine Möglichkeit, die Ladeleistung konstant zu halten?

Vielen Dank im Voraus für Eure Tipps.

Weist du was für ein Akku bei dir verbaut ist, bzw. wie alt ist das Auto?

Das sollte so normal sein.
Suche mal nach „Ladekurve“, da wirst du ganz viel dazu finden.

z.B. hier: (ist schon etwas älter
https://tff-forum.de/t/ladekurve-model-3/30426

Den Akku weiß ich nicht. Kann man das irgendwo nachlesen?
Das Auto ist EZ 03/2026.

Hm, ich bin zwar nicht gut im Diagramme lesen, aber ich sehe, dass die Ladeleistung tatsächlich nach ein paar Minuten abnimmt.

Ich lade bei längeren Autobahnfahrten immer an einem Supercharger. Da ist mir bisher noch nie aufgefallen, dass die Ladeleistung bereits nach wenigen Minuten abnimmt.
Im Alltag lade ich DC bei Kaufland (ca. 50 kW) und da bleibt die Ladeleistung eigentlich konstant. Nur wenn ich mal über 80% lade, sinkt die Ladeleistung ab. Aber das weiß man ja.

Hatte ich bei den anderen Superchargern einfach Glück? :wink:
Obwohl…, mir fällt gerade ein, dass ich vorher nur im Ausland an Superchargern geladen habe. Vielleicht sind die Ladestationen dort (Österreich, Italien) einfach besser/schneller/leistungsfähiger?
Würde mich nicht wundern. :grin:

Ist bei Kaufland die Ladeleistung auf 50kW begrenzt beim Schnellladen? Die SuperCharger laden deutlich schneller, je nach Model > 200kW, so daß das beim Laden bei Kaufland wohl nie zum tragen kam.

„Richtig schnell“ sind die SuperCharger bzw. die Autos nur in den ersten Minuten, das wäre soweit korrekt.

Ja, dort ist es auf maximal 50 kW begrenzt. Dafür kostet das DC-Laden auch nur 44 ct/kWh (AC sogar nur 29 ct/kWh). Da das Kaufland für uns der nächstgelegene Supermarkt ist, lade ich immer dort. Für den Alltag reicht das allemal. Der nächste Supercharger ist rund eine Stunde entfernt.

Na gut, wenn das normal ist, dass die Ladeleistung so schnell sinkt, bin ich zufrieden.
Wie gesagt, mir ist das bisher noch nicht aufgefallen.

Schönen Tag allerseits. :+1:

Das ist ganz normal. Je leerer der Akku ist, desto schneller kann geladen werden. Je voller der Akku wird, desto geringer ist die Ladeleistung. Sieht dann z.b. so aus:

Fleet Charging AVG

Hilft nur möglichst leer beim SuC anzukommen um das Ladefenster möglichst weit nach ‚links‘ in dem Diagramm zu verschieben. Und spätestens bei 80% weiterfahren wenn man die Zeit optimieren will (und nicht eh’ noch anderweitig beschäftigt ist, z.b. mit Kaffe holen&wegbringen, etc.)

Wenn Du deutlich unter dieser Kurve warst, also trotz geringem SOC, leeren Stalls links und rechts neben dir trotzdem nur geringe Ladeleistung gab muss es noch an etwas anderem liegen.

1 „Gefällt mir“

Wie gesagt, ich bin bei 10% am Supercharger angekommen und anfangs hat das Auto auch 150 kW (oder mehr?) angezeigt. Das ist dann relativ früh immer weniger geworden. Ich habe auch nur bis 60% geladen.
So ganz genau habe ich das aber nicht beobachtet und kann deshalb nicht sagen, wann genau die Ladeleistung weniger wurde. Darauf werde ich beim nächsten Supercharger-Besuch aber mal achten.

Ich nehme an die Vorkonditionierung war die komplette Zeit aktiv, nicht erst 5-10 Minuten der Stop eingepflegt?

Da der Peak bei 10% bei diesem Akku eigentlich bei ~230kW sitzen sollte, du aber nur mit 150kW angefangen hat, passt da was nicht zusammen.

An welchen SuCs hattest du denn geladen, und war das Verhalten zweimal das gleiche?

Ich bin vom Hotel zum ersten Supercharger in ca. 40-45 Min. gefahren. Da ich den Supercharger als Ziel eingegeben habe, gehe ich davon aus, dass die Vorkonditionierung aktiv war (hab’ nicht darauf geachtet). Der Supercharger war in Berlin, Mariendorfer Damm 298. Ich war dort ganz alleine, hatte anfangs noch rund 20% und bis 80% geladen.

Die erste Ladepause war dann in Leipzig. Dort war der Supercharger aber fast voll, deshalb war mir klar, dass die Ladeleistung eher schwach sein wird und habe nicht so darauf geachtet.

Die zweite Ladepause war in Herrieden (an der A6 bei Ansbach). Dort waren nur wenige Autos und man konnte sich eine Ladesäule aussuchen, an der sonst kein anderes Auto „hing“. Ich kam mit 10 oder 11% an und habe rund 60% geladen.

Die Supercharger waren jeweils vom Auto vorgeschlagen. Ich gehe daher davon aus, dass das Auto mit der Vorkonditionierung rechtzeitig begonnen hat.
In Berlin und in Herrieden ist mir jeweils aufgefallen, dass die Ladeleistung so schnell nachgelassen hat.

Auf die Anfangsleistung von 150 kW darfst Du mich nicht festnageln. Vielleicht waren es ganz zu Beginn auch 10 oder 15 kW mehr. Keinesfalls aber 200 kW oder mehr.

Da kommen zwei Dinge zusammen:

a) Ab einem gewissen SOC nimmt die Leistung ab, die eine Akkuzelle noch einspeichern kann ohne Schaden zu nehmen.
b) Beim Aufladen heizt sich der Akku auf, und zwar abhängig von der Ladeleistung. Bei 150kW heizt er sich viel stärker auf als bei 50, und je heißer er wird, desto stärker muss die Ladeleistung gedrosselt werden.

Mit einem 50kW-Lader hast du deshalb eine viel flachere Ladekurve als mit einem 150- oder gar 250kW-Lader.

In Italien war das Auto möglicherweise zusätzlich nach langer Strecke besser vorgeheizt (Konditionierung), dann ist die Ladeleistung im Durchschnitt auch besser.

Wenn das Auto die SuCs rausgesucht hat war das ja keine kurzfristige Planänderung, es gab also sicher genug Zeit fürs Konditionieren.

Vielleicht noch ein weiterer Punkt, nur um den auch ausschließen zu können. Wie lang hast Du das Auto schon, läuft das ggf. noch auf der Auslieferungssoftware oder hattest Du schon Updates?

Von der Beschreibung her hört sich das erstmal ungewöhnlich an. Eine Ladekurve wäre jetzt hilfreich. Also z.b. Teslalogger oder einer der anderen Anbieter. Da wird das im Deteil aufgezeichnet und man hat weitere Daten um das besser vergleichen zu können.

1 „Gefällt mir“

Das Auto habe ich im März neu gekauft und seither alle angebotenen Updates gemacht.

Ich werde das mal weiter beobachten. Eine längere Autofahrt mit Ladepausen an Tesla Superchargern wird voaussichtlich erst in drei bis vier Wochen stattfinden. Dann allerdings wieder über Österreich nach italien. Ich werde das aber mal genauer beobachten.

Mach dir doch mal die Mühe und mach alle 2min. ein Screenshot der Tesla-App während des Ladevorgangs, in dem man die Ladeleistung und Akkustand sieht. Dann kann man ganz schnell herausfinden, ob alles passt.

Ah, gute Idee. Das mache ich!

Ich melde mich dann wieder. Ich weiß allerdings noch nicht, wann ich wieder an einem Supercharger laden werde. Kann also dauern…

Vielen Dank an alle, die sich für mich Gedanken gemacht haben! :wink:

Sicher, dass es 50kW waren? Oder waren es vllt um die 30-34kW? Falls letzteres, ist das eine ungewollte Limitierung des Supercharger Stalls auf 100A die ab und zu auftreten kann. Wechseln des Stalls hilft dann.

Übrigens wird in der Tesla App und auf dem Touchscreen ein kleines Info-Icon (i) neben der Laderate angezeigt, sobald die Ladeleistung wegen externer Einflüsse gedrosselt ist. Ein Antippen zeigt dann den Grund an (zB Ladesäule begrenzt).

2 „Gefällt mir“

Ja, am einfachsten in deinem Fahrzeugschein.

Deiner Beschreibung nach tippe ich auf „HB6MR“ also Model 3 Standard RWD mit dem 84,5kWh CATL LFP Akku. Der sollte mindestens von ca. 10-30% die 150-170kW halten und der schafft die 170kW in der Regel auch noch bei 30% anstecken für einige Minuten bis er zu warm wird.

Bei einem 3 LR Modell mit LG Akku würdest du dagegen nur bei Start unter 5% für ein bis zwei Minuten über 200kW sehen und dann 100kW bei 50%. Im Gegensatz zum CATL Akku kann das Auto beim LG Akku die Ladekurve nicht verschieben.

Bei allen Modellen solltest du die 50kW aber wirklich erst ab 80% sehen.

1 „Gefällt mir“

Vielen Dank für die Info.

So sieht mein Fahrzeugschein aus:

In der Batterie-Liste habe ich einmal „H5MR“ gefunden. Das würde bedeuten, dass meine Batterie eine LG 5M „M53“ ~85kWh wäre. Also hat sie rund 85 kWh Kapazität. Richtig?

Ansonsten sagen mir leider die Abkürzungen „CATL“ und „LFP“ nichts. :face_with_peeking_eye:

Hm… Ich habe nicht ständig auf das Display geschaut. Mir ist nur aufgefallen, dass die Zahl plötzlich kleiner wurde (von irgendetwas um die 150 kW bis so um 50 kW). Möglicherweise ist die Zahl auch noch weiter runter. Ich war dann etwas essen und habe nur noch geschaut, wann genug „im Tank“ ist, um locker heimzukommen.
Wie gesagt, ich werde das beim nächsten Supercharger-Besuch genauer beobachten.

Korrekt.

Der Hersteller deines Akkus ist LG Chem (gehört zum großen LG Konzern aus Korea) und die Chemie an der Kathode ist aus den Elementen Nickel Mangan Cobalt (NMC). CATL ist ein sehr großer Akku-Hersteller (aus China) und Tesla kauft bei CATL Akkus mit Kathoden aus Lithium-Eisen-Phosphat (LFP) Chemie.

LFP und NMC sind damit Abkürzungen für zwei Typen von Lithium-Ionen Akkus und die haben durch chemische Unterschiede sehr unterschiedliche Eigenschaften. Durch unterschiedliche Bauformen und Software-Unterschiede verhalten sich die Autos beim Fahren und Laden halt anders.

Für dein Model 3 mit deinem Akku wären ungefähr diese Werte ideal, wenn Ladesäule, Temperatur usw. stimmen:

  • 0-3% ca. 250kW
  • 10% ca. 220kW
  • 25% ca. 170kW
  • 50% ca. 100kW
  • 80% ca. 50kW

Quelle ist die graue „LG5L“ Kurve da:

„LG5L“ ist dabei die Akürzung für den LG Akku, den Tesla im Model 3 und Y ca. 2022-2025 verbaut hat. Der ist etwas kleiner und älter als dein Akku (Code „LG5M“), aber in Sachen Chemie, Kühlung und Software ähnlich genug, dass du die Werte als grobe Anhaltspunkte im Kopf behalten kannst.

Wenn du also bei 50% deutlich unter 100kW hast, läuft was schief.

2 „Gefällt mir“