Kartenlesegeräte-Pflicht an Ladesäulen

Die Sache mit den Kartenlesern ist doch ein typisches „vergiftetes Angebot“:
Auf den ersten Blick freuen sich die, die immer wieder in den ensprechenden Postillen lesen, wie kompliziert doch das Laden eines E-Autos sei. Da ist von Ladekartenchaos usw. die Rede.
Inzwischen kann man aber an der überwiegenden Mehrzahl der Ladestellen in Europa mit einer Roaming-Karte laden, die genau das Vertragsmodell abbildet, das ich mir längst vorher ausgesucht habe, evtl. Monate bevor ich mit leerem Akku an einer Säule stehe und dann einfach laden MUSS, egal was es kostet.

Durch die ad-hoc-Zahlung an der Säule wird in Wirklichkeit alles noch weniger transparent, denn dort können die Preise jedesmal unterschiedlich sein, sowohl zeitlich als auch räumlich, und wenn ich vor meiner Fahrt nicht jede Ladesäule einzeln genau im Netz recherchiere, bin ich gezwungen, jeden Preis anzunehmen, der irgendwo verlangt wird. Und weil es Bestandsschutz für bestehende Ladepunkte gibt, muss ich sowieso eine Ladekarte oder eine App mitnehmen, weil die Säulen mit PINpad auch nur wieder ein Flicken im Flickenteppich sind.

So wird das Laden für niemanden einfacher und billiger. Es wird nur der Ausbau der Infrastruktur ausgebremst, und der Abzocke wird Tür und Tor geöffnet.

Bitte führt doch endlich eine „Durchleitungspflicht“ für alle Ladeinfrastrukturbetreiber ein, wie es sie beim Haushaltsstrom schon gibt, so dass jeder Ladestromanbieter an jeder Säule den Strom zu seinen Tarifen anbieten kann. Das wäre viel einfacher, erfordert keine neue Hardware, und es wäre allen gedient, vor allem wenn dann noch Plug&Charge nach ISO 15118 dazu kommt.

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