Kabelsalat

Hier möchte ich jetzt auch mal meinen Senf dazugeben… ich weiß, ich bin ein Besserwisser - ich bevorzuge den Ausdruck „Klugredner“ :wink:

„Stromnetze“ bestehen in Deutschland immer aus den gleichen 5 Strippen:
grün/gelb (PE) für den Schutzleiter (oder auch „Erde“) - ist immer dabei und lässt sich nicht wegdiskutieren. Hierdurch fließt im Normalfall kein Strom!
blau (N) für den Nullleiter - eigentlich dasselbe wie der Schutzleiter - hier fließt aber Strom!
und dann haben wir noch drei Phasen L1, L2, L3 (braun, schwarz, grau). Jede Phase hat eine Spannung von 230V gegenüber dem Nullleiter. Zwischen zwei Phasen liegt eine Spannung von 400V.

In einer normalen Schuko-Dose und in der blauen CEE-Dose gibt es immer eine Phase und Null und Schutzleiter - deshalb sind dies auch „230V-Steckdosen“. Die blauen CEE stellen nur eine andere Bauform der Schuko-Dosen dar - solide und spritzwassergeschützt.
In den roten CEE-Dosen gibt es drei Phasen und Null und Schutzleiter - deshalb „400V-Steckdosen“ oder umgangssprachlich „Drehstromsteckdosen“
Die roten CEE-Dosen gibt es in 2 Größen - eine ist mechanisch größer als die andere - dies hat noch nix mit Stromstärken zu tun!

Grundsätzlich lässt sich aus jeder „400V-Steckdose“ (CEE rot) eine „230V-Steckdose“ machen (Schuko oder CEE blau). Hierzu wird nur die richtige Kombination aus „Stecker -> Kabel -> Kupplung“ benötigt. Elektrisch erfolgt hier keine Umwandlung oder anderes Hexenwerk - es werden schlichtweg zwei Phasen weggelassen.

Aber ACHTUNG: es gibt eine Besonderheit.
Die grundsätzlich vorgeschalteten Sicherungen dienen dem Schutz der nachfolgenden Kabel und Geräte vor zu hohen Strömen. So wird in der typischen Hausverteilung ein Kabel mit einem Querschnitt von 1,5mm² verwendet. Diese Kabel dürfen nur mit maximal 16A belastet werden, sonst brennen die irgendwann ab… Schuko-Dose und CEE blau dürfen ebenfalls mit 16A belastet werden und sind dementsprechend mit 16A abgesichert. Die kleinere CEE rot ist mit 3x16A abgesichert. Wenn ich hier zwei Phasen weglasse und auf eine Schuko-Kupplung oder CEE blau adaptiere, ist alles gut! Denn die eine Phase ist ja ordnungsgemäß mit 16A abgesichert!

Die größere CEE rot darf mit 3x32A belastet werden und ist auch durch drei 32A-Sicherungen abgesichert. Wenn ich hier jetzt zwei Phasen weglasse und auf Schuko adaptiere, dann wäre die Schuko mit 32A abgesichert! DAS DARF NICHT SEIN! Deshalb müssen bei Adaptierungen von der CEE 32 auf andere kleinere Steckdosen immer zusätzlich 16A-Sicherungen im Adapterkabel vorhanden sein.

Ich wollte hiermit nur deutlich machen, dass nirgendwo eine Umwandlung erfolgt und auch keine großartige Elektronik erforderlich ist - der Strom ist überall gleich! Die Adapterkabel sind immer dumm und eigentlich auch entsprechend günstig zu bekommen. Steckdosen liefern keine bestimmte Stromstärke, sondern immer nur den Strom, der vom angeschlossenen Gerät „angefordert“ wird - bis maximal zur Höhe der vorgeschalteten Sicherungen.

So - jetzt kommt noch der Typ2-Stecker ins Spiel… hier ist Elektronik erforderlich, weil das angeschlossene Gerät (unser Auto) mit der Steckdose über den zu liefernden Strom verhandelt… aber das ist ein anderes Thema.

Der Klugredner
Michael