Autonomes Fahren, egal ob überwacht, oder nicht, ist ein Risiko auf deutschen Autobahnen. Die Auslastung ist die letzten Jahre merklich gestiegen. Als Transitland sind bei uns zu viele LKW unterwegs, die einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Verkehrsfluss haben. Ist keine Kritik gegen LKW, die machen nur ihren Job, Dazu kommen dann noch die Freizeitrennfahrer, die meinen die gesamte Breite der „Rennstrecke“ ausnutzen zu müssen. Dazu noch die Egoisten, die einem die Lücke zu fahren, wenn man mit der erlaubten Geschwindigkeit einen LKW, oder langsam fahrendes Fahrzeug überholen möchte. On Top noch die Spezialisten, die sich bei zäh fliesendem Verkehr an Einfahr-/Ausfahrspur vorbeimogeln, um sich dann vorne rein zu drängen. Letzendlich dann noch die Fahrer, die meinen das System macht das schon..,
Da wären wir wieder bei der heiligen Kuh Tempolimit, das ist aber ein anderer Thread;-)
Ich habe mit EAP auch auf ein vergünstigtes FSD gewettet, mein Ausführungen oben entsprechen meinen Erfahrungen, täglicher Pendelweg AB auf der A8. Bis vor kurzem noch mit Benzingolf, nun Model3
Ja vereinzelt gibt es Idioten auf Autobahnabschnitten, aber das trifft nun nicht auf alle Straßen und Autobahnen zu. Es betrifft in der Summe eher Regionen rund um Großstädte wie Köln, Hannover, München, Berlin oder Stuttgart. Allgemeingültig sind deine Aussagen nicht. Und für sFSD so in der Form auch kein Problem.
Schonmal eine Probefahrt mit FSD gemacht? Falls nein, bitte dringend nachholen, sei es hier mit Sicherheitsfahrer oder im europäischen Ausland wo FSD schon zugelassen ist.
Ich hatte eine ähnliche Einstellung, bis ich das System selbst erlebt habe und feststellen musste, dass die Bedenken weitestgehend nur auf dem Papier existieren. Es funktioniert überraschend gut.
Unterschied zum EAP ist sowieso wie Tag und Nacht. Der EAP ist absolut nutzlos bei dichtem Verkehr, FSD hingegen ist ein Segen.
Da werden sich auf Dauer Standards bilden müssen und vermutlich wird da schon auch Regulierung rein müssen.
Es gibt ja durchaus Bereiche, wo das Schwarmverhalten definitiv nicht das ist, was man will. Ich wohne hier neben einer 10-Zone wegen Spielplatz und Cafes. Da fährt wenn frei ist (ist es meist nicht) kaum einer unter 30 durch, gleichzeitig denke ich, dass das genau die Sorte Bereiche ist, für die die “+50%” gedacht sind. 5km/h mehr geht vermutlich meist noch, 200% mehr wäre dann wohl doch etwas, das ich einem selbstfahrenden System nicht durchgehen lassen würde (Menschen eigentlich natürlich auch nicht).
Auf Autobahnen ist ähnlich. Der “Schwarm” fährt 20 km/h mehr als erlaubt, wenn das ein FSD macht, bei dem ich mir auch heute noch nicht sicher wäre, ob es denn im Zweifel in der Baustelle den weißen oder den gelben Linien hinterherläuft, kann das je nach Situation noch kritisch sein.
Weiß übrigens jemand, wie die das mit den Linien langfristig handhaben? Aktuell ist FSD ja in Baustellen nicht zugelassen, oder? Aber wenn doch mal… das ist ja ein Thema, das sich auch langfristig einem Differenztraining für unterschiedliche Lokalisierungen etwas versperrt. Du kannst schlecht eine Trainingsbasis aus einem Land mit gelben Linien und weißen Ausnahmen übertragen.
Ich finde er sollte immer nur die Geschwindigkeit fahren die Erlaubt ist, denn das etwas drüber macht in der Stadt extrem viel aus. Jeder der ein Fahrsicherheitstraining mal gemacht hat weiß was 5 km/h mehr über Leben und Tod entscheiden können. Daher finde ich das ein automatisches System gar nicht + km/h fahren darf, genauso wie ein Mensch!
Die meisten fahren nicht schneller als erlaubt. Selbst im Autofahrerwunderland Deutschland.
Laut Statistiken sind es in D etwa 10% bis 20%, manche Daten sagen bis 40%, die in die Gruppe Zehndrüberfahrer gehören. Etwa 50% bis 80%, die “manche” sagen hier 50% bis 70%¹⁾, halten die Limits ein, oder fahren maximal die Tachovoreilung schneller.
¹⁾ ja, die Summe ist zusammen mit den Vielzuschnellfahrern aufgrund von Überschneidungen nicht 100%
Ich wohne an einer Spielstraße mit 7km/h Geschwindigkeitsbegrenzung. Es hält sich niemand daran, am allerwenigsten die Radfahrer. Sie fahren genauso, als würde die Begrenzung nicht existieren. Die meisten Autofahrer zwischen 10 und 20km/h, einige natürlich auch schneller.
Wird die Begrenzung als zu niedrig empfunden, hält sich niemand daran - das ist einfach ein Fakt.
Der Artikel aus Die Zeit hat ein paar interessante Informationsschnipsel. Ob auf der Autobahn schneller gefahren wird als erlaubt hängt anscheinend direkt davon ab, ob das Limit als sinnvoll erachtet wird. So würde ich diese Zahlen zumindest interpretieren:
Limit
Anteil konform
Anteil schneller
60 km/h
ca. 25%
ca. 75%
100 km/h
ca. 50%
ca. 50%
120 km/h
62%
38%
Von denen, die bei Tempolimit 120 schneller fahren, fährt über die Hälfte nur etwa 10 km/h schneller. Und das wie gesagt selbst auf der Autobahn.
Den Rest des Artikels und dessen Framing mag ich eigentlich nicht, aber darum soll es hier nicht gehen. Worauf ich hinaus will ist:
Nicht allzu gängelnde Tempolimits werden durchaus von der Mehrheit eingehalten.
Falls FSD sich ebenfalls an das Limit halten sollte, verhält es sich selbst im „schlimmsten“ Fall (Limit 60) immer noch wie ¼ der der anderen Autos. Ich sehe da kein Problem.
Wenn ich bei jemandem als Beifahrer sitze, und die Person fährt perfekt nach Tempolimit werde ich doch nicht nörgeln und auf bis zu 10% mehr drängeln. Wenn das nicht dem eigenen Fahrstil entspricht kann das dem eigentlichen Fahrer doch völlig egal sein.
Klar hinkt der Vergleich zum “überwachen” von sFSD, aber um so leichter ist es auch zu übernehmen wenn man anders fahren will.
Ein “erlernter” Regelbruch aus dem Trainingsmaterial, also das sFSD etwas einfach falsch macht weil es wirklich viele Menschen falsch machen, ist auch fundamental etwas anderes als ein mit Absicht hineinprogrammierter Regelbruch. Auch wenn der Mensch derjenige ist der an diesem Knopf dreht, mir ist nicht klar wie man das rechtfertigen könnte sowas zu erlauben. Wollt ihr auch Schalter für “Geschwindigkeit bei Nässe nicht reduzieren”, oder “Abstand zu Fahradfahrer in cm: 10-120”
Man sieht mal wieder, weder die “Redakteure” der Die Zeit, der Welt noch du können wirklich Prozentrechnen.
Nur mal ein paar Ausschnitte die euch zu denken geben sollte:
Die Zeit
“Liegt diese bei Tempo 60, fahren drei Viertel der gemessenen Fahrzeuge schneller als erlaubt”: wie viel Prozent der Autobahn hat 60 km/h als Limit?
“Sind maximal 100 Kilometer in der Stunde gestattet, fährt noch gut die Hälfte der Fahrzeuge schneller als vorgegeben”: hier dieselbe Frage.
“Liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 120, wird sie immerhin noch von 38 Prozent der Fahrerinnen und Fahrer überschritten": und nochmal dasselbe.
Welchen Anteil an den limitierten Strecken haben die 60er, 100er und 120er? Was gibt das für ein Endresultat?
Welt
Und wo findest du jetzt hier die Zahlen zum Anteil der zu schnell Fahrenden auf Landstraßen und Autobahnen? Wo wird man wohl insgesamt landen? Warum verlinken die die Studie nicht?
Du redest hier vom derzeitigen AP, die FSD-Käufer haben hierzulande lediglich die FSD-Hardware an Bord bzw. die Option gekauft, FSD zu nutzen, wenn die Zulassung von FSD supervised erfolgt.
Deshalb stehen auch im Handbuch diese Warnhinweise …
Man könnte auch sagen: je weiter das Tempolimit von der Geschwindigkeit entfernt ist, die die Leute “sowieso” fahren, desto mehr Leute halten sich nicht dran. No shit, Sherlock.
Aber ein 60er-Limit ist ja ungewöhnlich und typischerweise keine “Gängelung”, sowas wird ja nur bei echten Gefahrenlagen angeordnet (darf sonst garnicht auf der AB).
Man könnte also auch sagen: den Leuten ist das Risiko komplett palle oder sie haben keine sinnvolle Risikoeinschätzung.
Weil die Studie von einer Polizeihochschule ist und zwar “öffentlich”, aber nur auf Papier. Schland halt.
Nein, tue ich ganz explizit nicht. Ich rede von potenziellem sFSD/uFSD in Europa. Langfristig. Lies nochmal, was ich geschrieben habe.