Kein Problem. Und ich bin ja im Grundsatz bei dir: Wadenbeißer sind wichtig. Wenn niemand (nicht mal die hierzu eigentlich berufenen Behörden!) die Einhaltung von z.B. Grenzwerten einklagt, haben wir, d.h. der einfache Bürger, in der Tat verloren. Darüber brauchen wir nicht zu reden und ich verstehe auch, dass bei den meisten Befürwortern der DUH diese Verfahren im Vordergrund stehen. Aber es gibt halt auch eine andere, in meinen Augen deutlich schwierigere Seite der DUH, s. dazu die Ausführungen zu Abmahnungen.
Ich habe mal versucht aufzudröseln was hier steht und dazu in das Zitat oben eine Nummerierung eingefügt.
Mitgliedsbeiträge und Spenden werden zwar als Basis bezeichnet, sind zahlenmäßig aber geringer als 2).
Der größte Teil mit 34% ist Projektförderung je zur Hälfte von der öffentlichen Hand und zur Hälfte von privatrechtlichen Stiftungen.
Über die Höhe der Unternehmensspenden und des Sponsorings (also Einnahmen, die mit der Auflage verbunden sind Werbung für den Sponsor zu machen) wird nichts konkretes gesagt, es ist weniger als 2).
Abmahnungen sind eine der vier Haupteinnahmequellen, auch wenn hier euphemistisch von Einnahmen aus dem Verbraucherschutz gesprochen wird bleibt es dabei, dass es sich um Abmahnungen handelt.
Soweit das, was man aus Deinem Zitat herauslesen kann. Im Jahresbericht steht tatsächlich nicht viel mehr dazu, ich schau mal nach, was ich dazu noch finde, weiß aber nicht, ob ich das heute schaffe.
Wie gesagt, ich kannte die DUH bis zur Aufdeckung des Dieselskandals nur als Verein, der Immobilienfirmen abmahnt und Abmahnungen sind eine der 4 Hauptsäulen der Finanzierung der DUH. Eine weitere Säule sind Spenden von und teilweise im Gegenzug Werbung für Unternehmen, die teilweise in den Märkten unterwegs sind, in denen die DUH als Abmahnorganisation unterwegs ist.
Es würde mich freuen, wenn Aktion hier im Forum dazu führen würde, dass die von der DUH genannte Basis des Haushalts auch zahlenmäßig die wichtigste Einnahmequelle würde. Vielleicht kann die DUH dann auf die von mir als fragwürdig empfundenen Finanzierungsquellen verzichten.
Ich finde die Aufdeckung der Manipulationen bei der Abgasreinigung ja auch verdienstvoll und kann verstehen, dass man diesen Teil der Arbeit der DUH durch Spenden unterstützt. Für mich persönlich kommt eine Spende an die DUH aber nicht aber nicht in Frage, solange das Abmahnbusiness Teil des Geschäftsmodells der DUH ist. Wären die Abmahnungen ohne eigenes Finanzierungsinteresse nur unter Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung erfolgt, würde ich das vermutlich anders sehen.
Das Abmahnen von Firmen welche sich nicht an die Regeln halten (über die Regeln kann man vielleicht streiten) ist eine wichtige und wie ich finde auch gute Sache.
Sehe ich auch so.
Die Arbeit der DUH ist lebenswichtig und alternativlos.
Das mindeste, das wir beitragen können, ist, die DUH durch unsere Beiträge unabhängiger zu machen, so dass eine Finanzierung durch Abmahnungen unnötig wird.
+1
Daraus habe ich für mich den Schluss gezogen, Fördermitglied zu werden, damit die Kollegen mit dem Hang zum Perversen wenigstens auf der hellen Seite der Macht (etwas) an Bedeutung verlieren.
Klar kein Thema, aber bitte im ursprünglichen Sinne: als deutlicher und letztmaliger Hinweis auf ein Fehlverhalten und nicht als Gelddruckmaschine.
Abmahnen, nur die echten Kosten in Rechnung stellen (bei massenweisen Abmahnungen kann das nicht mehr als ein Fuffi sein), bei Fruchtlosigkeit der Abmahnung Klage raus.
Und woher wisst ihr, dass die DUH nicht die echten Kosten in Rechnung stellt ? Woher wisst ihr wie hoch die sind ?
Abmahnungen sind ein höchst effektives und auch für den abgemahnten günstiges Mittel in unserem Rechtsstaat. Wer meint, ungerechtfertigt abgemahnt worden zu sein zahlt nicht und riskiert genau das, was er ohne Abmahnung sofort bekommen hätte: Eine Klage, in deren Verlauf ein Richter die Rechtslage prüft und gegebenfalls eine massiv höhere Strafe festlegt oberdeutschen Klage auf Kosten des Abmahners abweist.
Hier geht es auch nicht um Abzocke-Abmahnungen gegen ahnungslose Omis und Jugendliche, die eingeschüchtert werden sollen. Es geht um Abmahnungen gegen Immobilienmakler, die sich, zumindest nach Ansicht der DUH als klageberechtigte Interessenvertretung, als gewinnorientierte Unternehmen nicht an das geltende Recht halten.
Genau dafür wurden Abmahnungen geschaffen (das sollte ein Anwalt eigentlich wissen), und an den Kostenentschädigungen (und nur die sieht das Gesetz dafür vor, sollte ein Anwalt ebenfalls wissen) geht auch kein Immoblienmakler pleite, so wie auch kein Autofahrer an der Radarfalle, die ihn mit 15km/h in der Ortschafft blitzt.
Aber von netten Schreiben lernt es keiner und der schreibende bleibt auf seinen Kosten sitzen und die Makler die sich dran halten dürfen sich ärgern, weil sie den Aufwand treiben, die geltenden Gesetze umzusetzen. Und der Käufer oder Mieter, der garnicht merkt, das er nicht korrekt informiert wird, obwohl genau dafür das Gesetz gemacht wurde. Soll das dann gerechter sein?
Es ist für mich wirklich erstaunlich, was hier aus einem PR-Artikel des wohl aktuell größten Feindes der DUH rein interpretiert wird und durch notorisches Festbeißen sogar die pure Behauptung des angeblichen Abmahn-Betriebes mittlerweile stillschweigend akzeptiert wird.
Measureman: Warum gehst du nicht darauf ein, dass Einnahmen von über 2 Mio. durch „Verbraucherschutz“ ein Geschäftsmodell darstellen?
Und deine Spitzen gegen mich als Anwalt kannst du dir schenken, deine Punkte sind haltlos: Man kann auch Abmahnungen ohne den Anspruch auf Kosten rausschicken, am Ende steht eine strafbewährte Unterlassungserklärung, das sind keine „netten Schreiben“. Das muss dir als Nicht-Anwalt nicht bekannt sein, deshalb erkläre ich es dir gerne.
Und klar, ich weiß nicht, welche Kosten entstehen: Aber wenn die fünf Leute haben (s. Tagesspiegel), die das betreiben, kostet es sicherlich keine 2 Mio. Sonst bewerbe ich mich da mal
Abmahnungen werden normalerweise nach RVG und Streitwerten gemessen, das sind niemals die Kosten, die bei massenhaften Abmahnungen entstehen…
Niemand spricht davon, dass die DUH auf den Kosten sitzen bleiben soll.
Wenn der Jahresbericht 2015 http://www.duh.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Jahresbericht_2015.pdf auf Seite 37 Einnahmen aus „Verbraucherschutz“ von 2.323.000 € ausweist, dann kann ich insgesamt 46.460 Abmahnbriefe für 'nen Fuffi verschicken. Dagegen hätte ich nix, aber der Glaube fehlt mir und dem FrankfurterBub irgendwie.
Abmahnungen sind der Idee nach ein gutes Ding, aber eben inzwischen leider zu einer Einnahmequelle verkommen. Das ist nicht richtig und somit auch nicht mehr gerecht. Ich bin nicht der Auffassung, dass der Zweck (jedes) Mittel heiligt. Manche Sachen sind eben Fouls.
Die Rechnung geht genau andersrum. Die DUH hat nach eigenen Angaben 83 hauptamtliche Mitarbeiter.
Ohne permanent neue Abmahnungen zu generieren, würde eine Deckungslücke im Budget von 28% des Jahresumsatzes entstehen und ein großer Teil der Mitarbeiter müsste entlassen werden, denn es fallen ja auch noch Kosten für die laufenden Projekte an, die man nicht sofort runterfahren könnte.
Rechne mal aus, wieviele Bürokräfte und Anwälte man auf Selbstkostenbasis von 2,3 Mio € beschäftigen könnte.
Natürlich sind Abmahnungen dazu da, um Rechtsverstöße zu ahnden. Aber sei doch mal ehrlich, nicht jeder Mittelständler, Autohändler oder Hausverkäufer formuliert seine Internetinserate mit dem Vorsatz, die Verbraucherrechte in Deutschland auszuhöhlen. Das sind zum Teil Lappalien, um die es dort geht, aber Abmahnung ist Abmahnung.
Lies Dir einfach mal die einschlägigen Jura-Blogs im Netz durch, genau solche Leute werden von der DUH ins Visier genommen, denn mit Daimler & Co. sind 2,3 Mio im Abmahngeschäft nicht zu verdienen.
Nicht umsonst gab es seitens des Gesetzgebers ja Bestrebungen, dieser Masche einen Riegel vorzuschieben.
Ich stelle mir gerade vor , dass Zetschke bzw. Daimler der DUH 1 Mio. Euro spendet. Könnte ein ökologischer Marketing Zug sein. Nach dem Motto, wir spenden, wir sind die Guten.
Die Frage war ob die Förderung des DUH sinnvoll ist. Meine Antwort: „Im Moment: JA“. Warum? Weil ich den Eindruck habe, dass bis auf die Amerikaner (Unterstellung: Wirtschaftskrieg) und der DUH (Unterstellung: Abmahnverein) niemand was tut.
Bezüglich der Unterstellung „Abmahnverein“: Entweder hält man sich an die Gesetze, dann geht man bei einer Abmahnung vor Gericht und bekommt Recht, weil die Abmahnung unberechtigt war oder man bezahlt die Abmanung weil man weiss, dass die Abmahnung berechtigt war. Andersrum wird ein Schuh raus: Warum kann die DUH seit Jahren diese hohen Abmahnbeträge generieren? Irgendwie scheint es durchaus noch lukrativer zu sein zu betrügen, DUH-Abmanungen zu bezahlen und gleichzeitig Anti-DUH-Propaganda zu bezahlen.
Um nochmal auf meine Antwort „Im Moment: JA“ zurückzukommen: Ich erwarte in den nächsten 6 Monaten von der DUH Taten nach dieser Rede. Sonst kann ganz schnell daraus eine negative Antwort werden.
Bevor ich Fördermitglied bei der DUH wurde, las ich mir auch den Geschäftsbericht durch und googelte nach dem Verein. Danach nahm ich auch erst einmal Abstand von einer zweiten Spende oder der Fördermitgliedschaft. Die nennenswerten Einnahmen aus Abmahnungen stießen mir ebenso sauer auf wie der HON-Status bei der Lufthansa für Herrn Resch. De facto scheint er pro 8 Euro Vereinseinnahmen einen Kilometer pro Jahr zu fliegen. Die Sinnhaftigkeit von Pendelei zwischen Berlin und Bodensee sowie die Teilnahme eines so kleinen Vereins an allerhand internationalen Konferenzen erschien mir nicht gegeben - auch heute noch nicht.
Nachdem sich nun aber VW kürzlich auf den Standpunkt stellte, in Europa sei alles nach Gesetz und Verordnung gelaufen, nachdem herauskam, dass sich das KBA als Anwalt der Industrie versteht und das Verkehrsministerium bis heute vertuscht und verhindert, nahm ich eher Volker.Berlins Meinung an: Irgendwer muss etwas dagegen tun und die DUH ist derzeit die einzig ernstzunehmende Institution in Deutschland, die etwas dagegen tun will. Daher schaue ich über die Kritikpunkte an der DUH hinweg. Die Alternative ist nämlich, dass alles so weitergeht wie bisher. Das KBA wird die deutsche Industrie schützen, das Verkehrsministerium wird Tipps zum Betrug geben, es werden weiter Menschen zu tausenden an der Luft sterben und die deutsche Autoindustrie wird in 20 Jahren aufgekauft oder pleite sein, weil sie niemand vor sich selbst schützte.
Außerdem kann man es ja mal so sehen: Würde jeder Asthmakranke in Deutschland jährlich 1 Euro an die DUH spenden, könnte die DUH auf jede andere Einnahmequelle inklusive Abmahnungen verzichten und müsste ihr Budget trotzdem nicht kürzen. Jeder Spendeneuro macht Abmahnungen also unnötiger.
Im Übrigen wurde ich auch schon einmal abgemahnt, weil ich Bilder von einer Bilderplattform übernahm und den Urheber im Impressum und nicht auf der Seite des Bildes nannte. Das widersprach den Lizenzbestimmungen. Hab ich nicht bewusst gemacht, sondern einfach das Verfahren meines Vorgängers weitergeführt. Ich war daher zuerst ziemlich wütend, wenn ich jeden Tag auf dem Arbeitsweg am großen Kanzleischild der abmahnenden Anwälte vorbeifuhr. Aber Verstoß ist Verstoß und die Abmahnung war deutlich günstiger, als eine Klage. Seitdem gebe ich die Urheber auf der Seite des Bildes an und hab inzwischen meinen Frieden damit geschlossen. Ich hätte ja auch die Lizenzbedingungen lesen können, statt einfach weiterzuführen, was jemand vor mir 5 Jahre schon falsch machte. Genau das sollten Immobilienmakler auch tun, wenn sie Angebote erstellen. Genug Geld wollen sie ja von den armen Käufern oder Mietern dafür haben. Und wenn die DUH 250 Euro pro Abmahnung in Rechnung stellt, ist das eben eine privatisierte Strafe für Fehlverhalten.