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Das Model 3 als Campingmobil

Beim Anblick des im sportlichen Coupé-Stil gezeichneten Model 3 mag man an vieles denken, kaum aber an ein Campingmobil. Die Form und auch die inneren Werte dieses Fahrzeugs versprechen Geschwindigkeit und Fahrspaß, aber kein gemütliches Nest für länger dauernde Ausflüge mit Übernachtung.

Oder?

Dieser Thread soll der Frage nachgehen, ob im Model 3 nicht doch ungeahnte Qualitäten für schöne Campingaufenthalte stecken. Wir haben es ausprobiert und machen mal einen Anfang: Mit dem Model 3 (unserem Delajo) waren wir vom 8. bis 10. April auf dem Campingplatz Tauber Idyll bei Rothenburg.

Allgemeines Setup
Angekommen! Wir sind zu zweit unterwegs mit Hund. Die ganze Ausrüstung, inklusive Klappmatratze und Lebensmittel passt bei umgeklappten Rücksitzen problemlos hinten rein. Beim Frunk und hinter den Vordersitzen hatten wir noch genügend Luft, sodaß wir bei umgeklappter 2/3 Lehne auch unsere Tochter noch hätten mitnehmen können.

Wie es sich für ein Campingmobil gehört, haben wir natürlich ein Vorzelt, sprich ein Seitenzelt in diesem Fall. Es ist das Drive Van von Vaude, eigentlich für Autos ab VW Caddy aufwärts konstruiert, aber es lässt sich auch mit dem Model 3 kombinieren.

Das Zelt hat eine Stehhöhe von mehr als 2 Meter und ist so groß, dass es beide Türen des Autos umfasst. Damit hat man aus dem Zelt heraus Zugang sowohl zu den Vordersitzen als auch zum hinteren Bereich des Teslas.

Obwohl sich das Zelt weitgehend an das Auto anschmiegen lässt, ist es freistehend und kann an allen Seiten geschlossen werden. Damit ist man jederzeit mit dem Model 3 mobil, während Tisch, Stühle etc. im Zelt bleiben können. Das nahtlose Heranfahren an das Zelt nach der Rückkehr ist völlig problemlos.

Das Zelt dient zum Tagesaufenthalt, und man kann bequem darin kochen und essen. Geschlafen haben wir bei umgeklappten Rückenlehnen auf einer auf die Maße des Innenraums des Model 3 zugeschnittenen Klappmatratze (Dicke 9 cm). Im Oberkörperbereich ist die Matratze 120cm breit und lässt zu den beiden hinteren Türen seitlich je noch ca. 10 cm Luft. Dazu kommen kleine Gelschaum-Kopfkissen. Bei vorderster Stellung von Fahrer- und Beifahrersitz ist die Liegefläche bei geschlossener Kofferraumklappe >2 m. Meine Frau und ich (192 cm) hatten keine Platzprobleme.

Soviel schon einmal vorneweg: Das Campen mit dem Model 3 in dem von uns gewählten Setup funktioniert und macht Spaß! Details dazu kommen in weiteren Posts …

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Wir haben auch bereits mehrere Nächte in unserem Model 3 verbracht.
Und wir werden sicher noch viele Nächte darin verbringen. :smiley:

Es schläft sich durch laufende Lüftung und Heizung sehr angenehm.

Super Bilder
welche klappmatratze habt ihr benutzt?? Im Model S hatten wir ein luftbett was wunderbar geklappt hat. Allerdings ist die Matratze 20 cm hoch und das ist mir jetzt im Modell 3 zu eng

Wir benutzen folgende Matratze:
amazon.de/gp/product/B077Z6 … UTF8&psc=1

Sie ist sehr leicht, nicht zu dick für das Model 3 und bietet trotzdem einen guten Liegekomfort.

Zu geil! Hahah, das muss ich auch mal ausprobieren.
Einfach mittendrin ein Model 3 zwischen all den grossen!

Mega Idee - cool gemacht, viel Spass weiterhin!

Hat die nicht ganz ebene Liegefläche (Rücksitzlehne<>Kofferraum) gestört?

Cool, danke für den Bericht!

Angeblich kann man ja relativ einfach die Sitzkissen der Rückbank rausnehmen (Achtung: die sind für Heizung, Po-Detektor usw. verkabelt!) und dann die Lehne ganz flach legen. Hat das schon mal jemand ausprobiert?

@JoniLBC Danke! Der Sommer mit kostenfreiem Laden liegt ja noch vor uns, da werden wir hoffentlich noch eine Menge Spaß auf diversen Campingplätzen haben …

@Eugenius @Jabe Ich dachte auch zuerst, wir müssten die Rückbank herausnehmen. Scheint nicht so kompliziert zu sein:
m.youtube.com/watch?time_contin … NQla0zTg1Q

Aber auch mit umgeklappten Rückenlehnen ist das Liegegefühl nicht unangenehm aufwärts, vor allem nicht, wenn man zwei kleine Kniffe anwendet. Mehr dazu in Kürze im nächsten Post (das Model 3 innen für den Campingaufenthalt einrichten) …

Hallo Delajo,
hast du die Matratze in der Mitte verkleinert? Der Innenraum ist an der engsten Stelle ja nur ca. 1.00 m breit. Wie hast du das gemacht? Hast Du vielleicht ein Bild von der geschnittenen Matratze? Tausend Dank für deine Hilfe

Hallo Wideglide
Ja, wir haben die Matratze zugeschnittten, ziemlich genau auf Maß (das Model 3 ist im Kofferraumbereich an der engsten Stelle ca. 94 cm breit).

Jedes Segment des dreiteiligen Matratzenbezugs hat einen Reißverschluß, und so kann man die Schaumstoffplatte herausnehmen, mit einer großen, scharfen Schere zuschneiden und wieder zurückstopfen. Das linke (obere) Segment (wo Kopf und Schultern draufliegen) muss nicht zugeschnitten werden, nur das mittlere und untere.

Sensationell tausend dank für deine Info

Kochen und in gemütlicher Tischrunde zusammensitzen kann man zwar nicht im Model 3 (für solche Zwecke ist das Seitenzelt da), aber am Abend oder bei Regen gemütlich lesen, surfen und Musik hören sehr wohl - und natürlich (hoffentlich gut) schlafen. Im Gegensatz zu einem ausgewachsenen Wohnmobil macht man mit dem kleinen Tesla vom Campingplatz ausgehend aber auch jederzeit problemlos kleine Spritztouren und Einkaufsfahrten. Also sollte das Model 3 so für diese Aufgaben hergerichtet werden, dass man rasch zwischen Lesen, Schlafen und Fahren wechseln kann.

Das Model 3 innen für den Campingaufenthalt einrichten
Zusätzlich zu den Fahrerprofilen für die Sitzeinstellungen haben wir zwei neue Einstellungen angelegt: Schlafen und Lesen.

Bei ‚Schlafen‘ fährt der Sitz maximal vor, und die Lehne wird senkrechter gestellt. Dadurch lässt sich jetzt ein auf Maß zugeschnittenes Brett mit Polsterung bzw. Filzband auf die Hinterseite der beiden Kopfstützen der umgeklappten Rücklehnen und auf das hintere Ende der Mittelkonsole legen. Dieses Brett unterstützt den Kopfteil der Matratze (die Gewichtsauflage in diesem Bereich ist relativ gering).

In den Übergang zwischen Kofferraumboden und umgeklappten Rückenlehnen haben wir eine Sommer-Bettdecke gelegt, die von unten den Hüftbereich noch zusätzlich polstert und das Problem, dass die umgeklappten Rückenlehnen nicht flach aufliegen, größtenteils ausgleicht. Sucht man sich jetzt noch ein schwach geneigtes Plätzchen auf dem Campingplatz, wo die Hinterräder gegenüber den Vorderrädern des Autos eine Winzigkeit höher stehen, so liegt man gefühlt flach. Herrlich!

Zum Schlafen legen wir auf die mit einen Spannbetttuch bezogene Matratze noch zwei Deckenschlafsäcke, die im Bereich der Beine und Füße nicht einengen und auch gänzlich zur einer reinen Decke (für den Sommer) geöffnet werden können.

Bei ‚Lesen‘ fährt der Sitz maximal zurück, und die Lehne neigt sich weiter nach hinten, sodass man vorne in einem gemütlichen Lesesessel Platz nehmen kann. Leider muss man den Beifahrersessel noch händisch auf dieselbe Position nachführen (Elon, wir brauchen auch Profile für den Beifahrer mit der Möglichkeit einer Synchroneinstellung fürs Camping!).

Damit die Sessel in die Stellung ‚Lesen’ gefahren werden können, muss hinten im Schlafbereich nur das Brett für die Kopfunterstützung aufrecht vor die Rückbank gestellt und das Kopfteil der Matratze hochgeklappt werden (sonst würde die Matratze zu stark zwischen Kopfstütze und Rückenlehne der Vordersitze eingeklemmt werden).

Für Ausfahrten ist nicht einmal das Hochklappen der Matratze nötig, also hat man auch mit ‚gemachtem‘ Bett freie Sicht nach hinten.

Dergestalt eingerichtet lässt sich das Model 3 mit je zwei, drei Handgriffen zwischen Fahrbetrieb, Sitzendem Aufenthalt und Liegen & Schlafen ‚umschalten‘.

Wie sich ein abendlicher und nächtlicher Aufenthalt (mit Hund) im Model 3 anfühlt, dazu mehr im nächsten Beitrag …

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Tausend dank für diesen Bericht! Kann kaum abwarten, das nachzubauen…
Welche Abmessungen würdest du für das Brett empfehlen?

Unser Brett ist 120 cm lang, 33 cm breit und 18 mm stark. So dimensioniert scheint es mir perfekt.

Toller Bericht mit klasse Tipps!

Das mit dem Speichern der Beifahrersitzeinstellungen wäre auch im Alltagsbetrieb super (z. B. für die regelmäßige Mitnahme alter Menschen oder Gehbehinderter).

Bye Thomas

Danke euch allen für eure Wertschätzung!

Von mir zwischendurch auch einmal eine Frage: Am zweiten Tag, als wir gerade Rothenburg besichtigt hatten (der Tesla stand auf dem Campingplatz) kam zweimal die Meldung, das der Fahrzeugalarm ausgelöst wurde. Mit einem komischen Bauchgefühl aber vom Kopf her zuversichtlich, dass es wohl ein Fehlalarm war, kamen wir an den Platz zurück.

Alles ok. Unseren zwei Nachbarn war es aufgefallen, dass sich der Wagen bemerkbar gemacht hat, ohne aber dass er wirkliches Missfallen auf sich gezogen hätte. Der Campingplatzbetreiber vermutete Katzen oder Marder, die über das Auto gelaufen seien. Oder könnte der Wagen bei Wind auf das Zelt reagiert haben?

Am Abend, wenn es im April im Zelt rasch abkühlt, wird es Zeit, es sich im Campingmobil gemütlich zu machen.

Der Abend und die Nacht im Model 3
Vorne in den ‚Lesesesseln‘ ist es bequem und gemütlich, vor allem wenn man damit fertig ist, am Bildschirm des Model 3 die Nachrichten zu checken, die Sehenswürdigkeiten der Umgebung, die Regenvorhersage für die Nacht und das Wetter des nächsten Tages etc. Dann Zurücklehnen und ein gutes Buch lesen, während vor einem das Kaminfeuer des ‚Romantik-Modus‘ lodert. Der Hund liegt zufrieden im Fußraum. Kleiner Tipp: Die Sprachsteuerung des Teslas aktivieren und den Wunsch ‚Spiele Norah Jones’ äußern. Wundervoll …

Nach dem Waschgang und dem Umkleiden im Zelt geht es durch die hintere Tür ins Bett. Das geht nach kurzer Übung ohne große Verrenkungen. Falls derjenige, der zur geöffneten Tür hin liegt, zuerst in die Koje geht, kann der/die andere sich ebenfalls ohne große Verrenkungen unter dem Glasdach über den anderen hinweg auf seine/ihre Seite bewegen.

Ach ja, der Hund. Der liegt auf der Sitzfläche des Beifahrersitzes und hat so beide Nächte ruhig und entspannt an sich vorüberziehen lassen (Herrchen und Frauchen so nah, was will die Hundeseele mehr?)

Während die Beine im dunklen Loch des Kofferraums verschwinden, wirkt es ‚obenherum’ durch das Glasdach recht luftig. Es ist definitiv ein besonderes Schlafambiente im Model 3, und wir haben uns niemals eingeengt gefühlt.
Aber Obacht bei der Kofferraumabdeckung! Deren vorne nach unten gezogene Kante ist unangenehm scharf, falls man dazu neigt, sich des nachts mit den Beinen ausschlagend herumzuwerfen. Uns hat sie in den zwei Nächten keinen Kummer bereitet, trotzdem werden wir uns da noch etwas überlegen, um die Kante zu entschärfen.

Sonst aber ist die Kofferraumabdeckung ideal, da sie eine ‚Tischfläche‘ bietet, für Betthupferl, Bücher, Taschentücher, eine Schale mit Trauben oder was man sonst nachts gerne in Reichweite hätte. Links oder rechts neben einem sind noch die Türablagen für eine Wasserflasche oder Wertsachen in Griffweite, und falls das immer noch nicht reicht, kann man auch noch Sachen in den Taschen an der Hinterseite der Vordersitze verstauen.

Die hinteren Deckenlampen sind für das Lesen im Bett perfekt angebracht und spenden auch ein gemütliches Licht.

Vertieft man sich vor dem Schlafen allerdings nochmal in die Lektüre, lernt man ein paar neue Eigenarten des Model 3 kennen: Zunächst hört es sich nur an, als wäre irgendwo hinten unten ein Uhrwerk im Wagen verborgen. Dann, nach einigen Minuten, verstummt das Uhrwerk mit einem gedämpften Schlag und kurz darauf geht das Licht aus. Der Wagen hat sich entschlossen, schlafen zu gehen.
Natürlich kann man erbost zum Handy greifen und das Auto wieder wecken, aber dann tickt es wieder … Wahrscheinlich kann man das Einschlafen des Autos über die Steuerung der Klimaanlage unterbinden, aber damit haben wir uns noch nicht befasst.

Schon die erste Nacht haben wir besser geschlafen als sonst meistens auf einer fremden Unterlage und in einer ungewohnten Umgebung. Auf der im Hüftbereich noch unterfütterten Klappmatratze machten sich zu keiner Zeit unangenehme Druckstellen bemerkbar (und ich bringe 15 kg mehr auf die Waage als Ove, also 90 kg).

Die Klimatisierung hatten wir nie an; in beiden Nächten ist die Innentemperatur bis auf 11 oder 12 Grad abgesunken (bei einer Außentemperatur von 6 bis 7 Grad am frühen Morgen). Dabei haben wir auf der Zeltseite das Fenster etwa 1 cm offenstehen lassen.

Die Deckenschlafsäcke haben uns gut warmgehalten. Bei noch kälteren Nachttemperaturen würde es ohne Klimatisierung aber etwas unbehaglich. Dann müsste man die Klimaanlage am Touchscreen auf Dauerbetrieb einstellen (aktiviert man sie über die Handy-App, faucht sie ungebührlich los). Eine wirklich komfortable Klima- und Lichtsteuerung für nachts kommt in den nächsten Wochen hoffentlich mit dem versprochenen Party- und Campermodus.

Wenn es morgens hell wird, hat man beim Blick durch all das Glas sowohl Zeltfeeling als auch einen Ausblick nach draußen (bei kühler Nacht sind die Fenster jedoch teilweise beschlagen). Gut zu wissen: Durch den hohen Ansatz der Heckscheibe gibt es von dieser Seite eher keine störenden Einblicke von eventuell vorhandenen Nachbarn.

Im nächsten Beitrag wird es um das Zelt in Verbindung mit dem Model 3 gehen und um den ersten Test in strömendem Regen …

Ich finde deine Beschreibung auch total interessant…das mit dem Vorzelt ist ja schon richtig Camping und gar kein Provisorium :slight_smile:

Empfinden wir auch so. Aber vielleicht sollten wir uns nach bisher nur einem dreitägigen Aufenthalt auf einem Campingplatz in relativer Nähe zu unserem Wohnort noch etwas zurückhalten mit endgültigen Aussagen. Mal sehen, wie es nach dem nächsten Campingtrip aussieht, für den wir die Bodenseeregion im Auge haben …

Cool! Wir sind Camper und bald Tesla Fahrer, natuerlich mit getrennten Autos. Ich find es super das mit einem Tesla zu probieren und auf einem Campingplatz so aufzuschlagen! Schaut euch Mal die Dachzeltnomaden an. Die haben bald ein Treffen am Brombachsee bei Nürnberg und wir wollen dort auch hin. Mit unserem Camper sind wir aber wohl überdimensioniert. :slight_smile: Berichtet weiter, wir lassen uns inspirieren! :wink: