CO2 - Argumente Tesla Model 3

Es ist auch entscheidend wo wir eigentlich hinwollen. Das Ziel ist den CO2-Ausstoß am Ende auf Netto 0 zu fahren und ich glaube das ist vielen nicht klar.
Dieses Ziel ist so radikal und gelingt nur wenn man sehr viel elektrifiziert. Mit Verbrennern wird man niemals dieses Ziel erreichen.
Bei der elektrischen Stromerzeugung ist es möglich einen sehr hohen regenerativen Anteil bei der Produktion zu erreichen, ich zeige den Leuten immer den Anteil den man bereits heute erreicht hat: nahezu 50% in Deutschland, was ich sehr beeindruckend finde (https://www.energy-charts.de/)
Jeder der gegen E-Autos soll doch mal eine Alternative benennen mit Blick auf Kosten und Wirkungsgrad.
Ich persönlich finde einen Diesel bezüglich Reichweite einfach klasse, wir haben aber nun mal das CO2-Problem, was soll man da machen.

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Das niemand zu 100% mit Braunkohlestrom lädt hast du sehr gut erkannt. Vielen Dank für diese sehr aufschlussreiche Zusammenfassung.

Welcher Spezialist hat denn hier im Thread mit 100% Braunkohlestrom „gerechnet“ um so zu argumentieren, daß ein Elektroauto in dieser völlig unrealistischen Annahme einen Diesel erst sehr spät einholt?
Mit dümmlicher Überheblichkeit kommst Du aus dem Unsinn jetzt auch nicht raus. :wink:

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Ich nehme an, es geht um die Studie vom IFW, H. Schmidt, die genau das beauptet. Die ist vor ein paar Wochen veröffentlicht worden.

Die Argumentation dabei ist folgende:
Zwei Szenarien werden miteinander verglichen. Im ersten Szenario gibt es keine BEV und wir stellen die Stromproduktion weiter auf Erneuerbar um, dabei werden nach und nach die größten CO2 Produzenten, die Braunkohlekraftwerke, abgeschaltet. Dann wird zu einem Tag X der ganze Stom regenerativ und CO2 neutral erzeugt, schön.
Im 2. Szenario gibt es nun jede Menge BEV und es werden immer mehr. Nun läuft hier die Stromproduktionsumstellung genauso wie in Szenario 1. Der Effekt ist nun der, dass durch den steigenden Strombedarf, die Braunkohlekraftwerke erst viel später abgeschaltet werden können, weil es ja noch nicht genug regenerativen Strom gibt. Ergo laden alle BEV ausschließlich Braunkohlestrom, bis der Ausbau der regenerativen Quellen den zusätzlichen Strombedarf durch die BEVs kompensiert haben.

So habe ich auch oben meine Argumentation dagegen aufgebaut und dies auch per Email H. Schmidt mitgeteilt. Wir hatten einigen Austausch und er wollte meine Argumente durchgehen und sich melden, was er aber bisher nicht getan hat.
Habe ihr noch weitere, aber bitte vernünftige Argumente gegen diese krude Überlegeung? Man macht es sich zu einfach, wenn man die Überlegung einfach als Blödsinn abtut, man muss schon stichhaltig dagegen argumentieren, was mir nicht einfach gefallen ist, im Gegensatz zu vielen anderen Studien gegen BEVs.

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Anstatt sich in eine Pseudowissenschaftliche Diskussion zu verwickeln kann man einfach sagen: Der Tesla macht einfach viel Spaß! Und jedes Auto ist schlecht für die Umwelt. Gut für die Umwelt ist auf ein Auto zu verzichten! Aber das geht bei mir leider nicht! :slight_smile:

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Wer mit Braunkohle kommt, ist ja offenbar schon zu der Überlegung gekommen, das es so nicht weiter gehen kann.

Btw, in bawü gibt es inzwischen eine Solar Pflicht für Neubauten.

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Solarpflicht wird überall kommen. Die Nebelkerzen solcher Leute ignoriert man einfach am besten.

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Danke für dein pdf! Sehr gut gemacht, das war viel Arbeit. Aktualisierst du das Dokument, wenn es neuere Zahlen gibt?

Edit: ich habe zwischenzeitlich auf dem Deckblatt gesehen, dass du das Dokument regelmäßig aktualisierst. Super!

Nee. Kannte ich noch nicht. Aber wirklich sehr detailiert. Sollte mal der ADAC veröffentlichen !

Noch eine Überlegung zum Strommix. Die Argumentation mit dem 100% Braunkohlestrom ist natürlich völlig abstrus, denn mit der Argumentation würde jedes neu angeschaffte Gerät nur mit Braunkohlestrom laufen. So geht das nicht. Vorhandene Verbraucher sind nicht ‚besser‘ als neue.

Richtig ist, dass man mehr in die erneuerbare Stromproduktion investieren muss, als man es ohne Elektroautos tun müsste. Aber man hat auf diese Weise zumindest einen gut gangbaren Weg, den PKW-Verkehr aus der Klimarechnung zu eliminieren. Alle anderen vorgeschlagenenen Wege, incl. Wasserstoff, sind viel aufwendiger und dauern viel länger bis zur realistischen Umsetzung (ein wenig politischer Wille genügt, und das Thema ist 2030 weitgehend durch).

Ich finde es andersherum viel zu verbrennerfreundlich, für den Stromverbrauch der Elektroautos den deutschen Strommix anzusetzen. Man hat ja als Stromkunde sehr wohl einen Einfluss auf die Produzentenseite. Die eigene PV-Anlage ist ein Extrembeispiel. Aber der ‚bilanzielle‘ Ökostrom ist nun auch alles andere als wertlos. Ich habe z.B. hier in München einen Ökostromtarif der hiesigen Stadtwerke, der SWM. Die haben in der Erzeugung heute schon mehr Ökostrom, als sie für alle Münchener Privatkunden, U-Bahn und Tram zusammen brauchen, und sie bauen weiter aus mit dem Ziel, in ein paar Jahren auch den Firmenkundenverbrauch durch eigene regenerative Kraftwerke voll abzudecken.

Diese Kraftwerke werden bevorzugt in München selbst und im sehr nahen Umland gebaut. Sind diese Kraftwerke allesamt in oder direkt bei München? Nein, natürlich nicht, München ist ja eine Großstadt, die kann man nicht autark machen. Die ganzen Kohle- und Kernkraftwerke im Deutschland-Strommix stehen aber ja auch nicht in München+Umland.

Auch etliche Stromtankstellen werden mit 100% Ökostrom betrieben. Die Supercharger m.W. nicht, dafür aber etliche andere, etwa Ionity, und auch die hiesigen Ladepunkte der SWM.

Bottom Line: Man ist mit einem Elektroauto derzeit noch nicht CO2-neutral. Die Bilanz sieht aber außer beim unrealistischen Beispiel ‚Auto kaufen & dauerhaft parken‘ in jedem Fall besser aus als beim Verbrenner. Man hat als Kunde eines Elektroautos erheblichen Einfluss auf die Bilanz, was beim Verbrenner nicht der Fall ist. Und überdies verbessert sich die Bilanz bei den Elektroautos jedes Jahr, was bei Verbrennern nicht in Sicht ist.

Ich finde, das ist schon ein sehr solides Faktenpaket, sogar für den Stammtisch. :slight_smile:

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Die Emissionstabelle ist super, noch viel genialer finde ich aber die Mappe oben auf der Seite. Die läuft bei mir gerade durch den Drucker und wird dann ins Handschuhfach gelegt, auch wenn ich kein Schweizer bin. :innocent: Vielen, vielen Dank für die ganze Arbeit!

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Also aus meiner Sicht fehlt bei der Rechnung am Anfang ein wichtiger Faktor. In der Rechnung wird der Akku vom SR+ mit 5000 kg CO2 in die Rechnung einbezogen und was ist mit dem Motor des Diesels?
Aus meiner Sicht muss man bei beiden Fahrzeugen den kompletten Antriebsstrang rechnen, also beim SR+ Akku und Elektromotor und beim BMW Motor und Getriebe. Die fallen ja nicht vom Himmel. Das dürfte die CO2 Bilanz noch zugunsten des Tesla verschieben.

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Die Argumentation, dass alle BEVs mit 100% Braunkohle fahren kann man grob so stehen lassen. Es stimmt ja, dass dadurch die Kraftwerke länger laufen müssen. Pessimistisch betrachten. Man sollte dann aber auch dazu sagen, dass man den Ölverbrauch aber auch senkt. Ich spare ja plötzlich dafür 6l Diesel auf 100km. Komischerweise wird das dann von BEV-Gegnern aber plötzlich nicht mehr gegengerechnet.

Am Ende ist es eh Quatsch. Aus der Steckdose kommt letztendlich immer der Strommix. Weder Öko, noch Kohle. Und Gesamtbilanziell bewegen wir uns in die richtige Richtung, wenn auch etwas zu langsam.

Den Tesla kann man aber (wenn man ihn schon mit 100% Braunkohleverstromung rechnet) zumindest nach und nach umstellen ohne das Fahrzeug hardwaretechnisch umzurüsten.

Versuch mal bei einem Stinker das Verbrennen von Kohlenstoffmolekülen auszutreiben ohne am Fz was umzubauen…

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Mensch du musst nur ganz fest dran glauben, dann klappt das!!!1!1! :wink:

Nicht wirklich. Wir sind sehr weit davon entfernt, die Kraftwerke nur so lange laufen zu lassen, wie es nötig ist. Stand heute will Deutschland bis 2038 aus der Braunkohle aussteigen, und ein Datum für den Ausstieg aus den Verbrennerautos ist noch nicht einmal explizit festgelegt. 2030 für den Braunkohleausstieg wäre aber selbst mit gleichzeitigem Neuzulassungsverbot für Verbrenner wohl machbar.

Die Frage, wie schnell wir real die Braunkohlekraftwerke abschalten, ist somit völlig entkoppelt von der Frage, wie viele Elektroautos verwendet werden. Etwas anderes wäre es, wenn wir einen ehrgeizigeren Plan verfolgen würden und den explizit Zwecks Aufbaus der Versorgung für die E-Mobilität schieben würden. Selbst dann könte man das Argument aber nicht zu 100% anwenden, zum einen weil dann die heute gekauften E-Autos länger leben als das Ausstiegsdatum, und zum anderen, weil E-Autos nicht das einzige auf der Welt sind, was zur Erhöhung des Strombedarfs beiträgt.

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DaS wäre wünschenswert, ist aber deutlich mit Vorsicht zu genießen, da es gerade beim Ökostrom gar nicht mal so viele Anbieter gibt, die echten Ökostrom verkaufen und viele konventionelle Anbieter Greenwashing-Angebote, auf die einige hereinfallen, gerade dann, wenn es günstig /billig wird.

Da du dich mit einem Gedankenspiel eher schwer tust, meine Beiträge nur halb liest und zusätzlich beleidigend wirst, versuche ich es ein letztes Mal für dich:
Elektroauto mit Braunkohlestrom laden = nie besser als Verbrenner

Elektroauto mit Strommix laden = schnell besser als Verbrenner

Elektroauto mit eigenem erzeugten Strom laden = noch schneller besser als Verbrenner

Kann man so nicht stehen lassen. Korrekt wäre (auf der wissenschaftlichen Grundlage meiner oben verlinkten Emissionstabelle):

nie -> selten (z.B. BMW 335 vs. Model 3 Performance durchaus)
schnell -> in jedem europäischen Land, inkl. Polen und Estland
noch schneller -> aktuell einzig gangbarer Weg Richtung netto Null

Wer Ford Fiesta 1.0 Eco Boost 85 PS mit Tesla Model X 600 PS vergleicht und die Vorketten (siehe Hoekstra, oben verlinkt) beim einen vergisst, wird immer einen Sonderfall finden, indem lohlohloh dennoch Recht hat.

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Super Ergänzung. Vielen Dank.