Impressum / Datenschutz Forumsregeln
TFF FORUM TFF E.V. SUPERCHARGE-ME
TFF Forum

CO2 - Argumente Tesla Model 3

Ich fahre seit Ende Juni einen Tesla Model 3 SR+ und werde deswegen viel angesprochen, habe es aber satt, ständig dem Argument: „Ja, aber (m)ein Verbrenner verbraucht weniger CO2, wenn man die Batterie einrechnet“ wehrlos ausgesetzt zu sein. Im Netzt gibt es einiges dazu zu lesen (ADAC,ifo Institut,…) , aber ich wollte ganz einfache und überzeugende Stammtischparolen auf Basis meines konkreten Teslas. Deswegen habe ich folgende Rechnung angestellt (bitte um Korrektur, wenn ich daneben liegen sollte) :

1. Produktion Akku für Tesla SR+

Die Produktion des Akkus im Tesla SR+ erfordert 5000 [kg CO2]. Die Zahlen stammen von Tesla (1) selbst und spiegeln die aktuelle Produktion wieder. Durch den Gebrauch regenerativer Energien im Produktionsprozess wird dieser Wert sinken. Der Wert wird durch die Quelle (2) bestätigt.

Quellen:
(1) Die Angaben entstammen dem Tesla Impact Report 2019 https://www.tesla.com/ns_videos/2019-tesla-impact-report.pdf
Die Ermittlung erfolgt indirekt. Tesla gibt 25 [g CO2 / Mile ] bezogen auf eine Laufzeit von 200.000 [Miles] an. Das wären demnach 5000 [kg CO2].
(2) https://www.ivl.se/download/18.14d7b12e16e3c5c36271070/1574923989017/C444.pdf Diese Studie von 2019 kommt auf eine Range von 61-106 [kg CO2/kWh]. Den Mittelwert auf 90
[kg CO2/kWh] gerundet, ergeben sich für das SR+ : 90 * [kg CO2/kWh] * 56 [kWh] = 5040 [kg CO2].

2. CO2-Emission eines Tesla SR+ pro km

Als Verbrauch ( inkl. Ladeverlusten ) geht die Quelle (1) von 149 [Wh/km] aus. 1000 [ Wh ] verursachen im aktuellen Strommix Deutschlands 401 [g CO2] .
Hieraus ergeben sich 149 [Wh/km] / 1000 [ Wh ] 401 [g CO2] = 60 [g CO2/km].

Quellen:

(1) https://insideevs.com/news/381209/2020-tesla-model-3-sr-most-efficient/
(2) https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/bilanz-2019-co2-emissionen-pro-kilowattstunde-strom

3. CO2-Emission eines BMW 420d (Diesel) pro km

Gehen wir von einem Verbrauch von 6,2 Liter / 100 km aus, stellt sich die Rechnung wie folgt dar:
Ein Liter Diesel produziert 2.650 Gramm CO2. Damit gilt: 6,2 [Liter/100 km] *2650 [g CO2/Liter] = 164 [g CO2/km].
Mit einem Aufschlag von 15%für Herstellung und Transport ergeben sich 189 [g CO2/km].

Quellen:

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/autokatalog/marken-modelle/bmw/4er-reihe/f32-f33-f36-f82-f83-facelift/301013/#technische-daten
https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/kraftstoffverbrauch-in-co2-ausstoss-umrechnen/150/3097/57956

Aus 1.,2. und 3. folgt:

Emission BMW [kg CO2] = gefahrene Kilometer * 0.189 [kg CO2/km]
Emission Tesla M3 SR+ [kg CO2] = 5000 [kg CO2] + gefahrene Kilometer * 0.06 [kg CO2/km]

…und für den Stammtisch:

=> Ab einer Laufleistung von 39.000 km ist der Tesla im Vorteil zum Verbrenner.
Die Einsparung bei 200.000 km Laufleistung belaufen sich auf 20.800 [kg CO2], da sind mehr als 55% !
=> Über die Laufzeit eines Autos verbraucht das Tesla Model 3 SR+ weniger als die Hälfte eines vergleichbaren Verbrenners an CO2.

Wenn das kein Stammtisch-Argument ist :slight_smile:

7 Like

Die Herstellung von Diesel ist auch nicht CO2-neutral. Das kannst Du in Deiner Rechnung gerne noch mit aufschlagen. Bei „Vollkostenrechnung“ gerne auch noch Energie- und Materialbedarf bei Herstellern, Zulieferern und Logistikern. Da kann der Stammtisch nicht groß genug sein :wink:

3 Like

Sehr spannendes Thema. Hierzu habe ich vor einiger Zeit ein interessantes Video von Volker Quaschning auf YouTube gesehen. Das Video verlinke ich euch gerne: Elekbtroauto, Diesel oder Wasserstoff - Womit stoppen wir die Klimakriese?

Bin mal auf eure Meinung zu dem Video gespannt

1 Like

Die 401g werden es dieses Jahr nicht mehr sein. Unsere Autos reduzieren halt automatisch jeden Tag ihren CO2-Ausstoss:

Zumal die meisten Elektroautofahrer auch Ökostrom, sehr viele eine eigene PV haben. Da kommt niemals der deutsche Strommix ins Auto. Nichtmal physikalisch.

3 Like

Meiner Meinung nach kann man das so pauschal nicht sagen. Wenn du deinen Tesla Im Betrieb mit Braunkohlestrom lädst, wirst du einen Diesel nie in der co2 Bilanz schlagen (egal wie lange du fährst)

Und wieso sollte man diese völlig abstruse Überlegung anstellen? Wollen wir dann gegen den Tesla, der aus dem eigens dafür neben der Garage gebauten Braunkohlekraftwerk exklusiv mit Strom versorgt wird dann vielleicht einen Diesel antreten lassen, der nur rückwärts fährt? :roll_eyes:

In der Realität hat sogar in Polen ein Elektroauto beim CO2-Auststoss die Nase vorne:

9 Like

:joy::joy::joy::joy:

Bitte informieren.

Wenn dein Gegenüber tatsächlich so argumentiert hat er die CO2 Problematik offensichtlich nicht verstanden. CO2 wird nicht verbraucht sondern produziert.

6 Like

Ich würde empfehlen gleiche Quellen zu nutzen, um den Verbrauch zu vergleichen. ADAC z.B. gibt für das Model 3 Standard Range 19,5kWh inklusive Verbrauch an:

Beim CO2-Ausstoß kann man dann für dieses Jahr und wohl auch für die nächsten Jahre etwas unter 400g/kWh rechnen.

Mal ganz ehrlich und simpel gefragt: Muss ich mich zwangsweise mit CO2 und Umweltgedanken rechtfertigen dass ich einen Tesla fahre?
Mein Hauptargument ist: Es macht einfach saumässigen Spass und die Kiste ist gei…! Ende der Diskussion :slight_smile:

8 Like

Jetzt wird hier schon die ADAC verlinkt. :see_no_evil:

Die haben doch mit ihrem letzten Vergleich wieder den Vogel abgeschossen.

1 Like

Beim Model 3 Standard Range sind die Unterschiede zwischen Boardcomputerverbrauch und Ladeleistung eher klein, das ist wenig strittig.

Die Diskussionen gibt es beim Long Range, wo die Unterschiede größer sind.


Das ist hier für den Standard Range aber nicht so relevant.

Ansonsten kann man z.B. auch spritmonitor nehmen und sowohl beim Diesel also auch beim Elektroauto noch etwas oben draufschlagen für Lade/Leitungsverluste Strom und Herstellung/Transport Diesel draufschlagen.

Alle reden immer „nur“ über CO2, wie siehts mit direkt in die Stadtluft entlassenen Stickoxide aus? Das olle Kraftwerk irgendwo in der Pampa bläst zwar auch den Dreck in die Luft, aber eben nicht direkt vor meine Haustür und überhaupt sind die Abgasreinigungsanlagen selbst in Braunkohlekraftwerken um Längen besser, als die abgeschalteten Anlagen in irgendwelchen Verbrennerfahrzeugen. Von daher…

9 Like

Wer sich (und andere) schlau machen will:
Peter Rüdel hat auf https://www.fakten-zur-elektromobilitaet.de eine sehr umfangreiche und informative (m.E. auch objektive) Sammlung von Fakten zusammengestellt.
Auch zu den anderen „beliebten“ Contra-Argumenten wie „Synthetische Kraftstoffe sind die Zukunft“, „Wasserstoff ist doch viel besser“ etc.

8 Like

In den Stammtisch Diskussionen zum Thema Elektromobilität vermisse ich fast immer das Argument Lärm. Eine Reduzierung des Lärmpegels kann Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit haben. https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/laermwirkung/stressreaktionen-herz-kreislauf-erkrankungen#auswirkungen-des-larms-auf-die-gesundheit

4 Like

Sehe die Rechnung auch sehr konservativ und vorsichtig gerechnet. Lädt irgendwer von euch mit dem deutschen Strommix (ja, physikalisch, aber ich meine bilanziell)?

Des Weiteren: nicht zu vernachlässigen ist der Strombedarf für einen Liter Diesel (oder Benzin), da kommt nochmal ne solide Schippe oben drauf (Details hier: https://igembb.wordpress.com/2017/11/02/auch-verbrenner-fahren-mit-strom/ )

Was aber gar nicht stimmt. Braunkohle erzeugt 1.100g CO2/kWh. Wenn ich das in Papas Rechnung einsetze, ergibt das 164g/km. Das ist immer noch weniger als die 189g des BMW 520d. Ok, es dauert 200.000km bis die Akku Produktion kompensiert ist, aber das schafft der Akku immerhin leicht.
Es gibt ja die krude Behauptung, dass man für BEV nur den schlimmsten Braunkohleanteil rechnen darf, weil ja der Mehrverbrauch der BEV verhindert, dass wir früher die Kohlekraftwerke abschalten können. Das ist aber Käse, weil a) durch den höheren Strombedarf der Druck erhöht wird mehr Ökostrom zu erzeugen. b) viele mit Ökostromtarif laden und das auch wieder den Druck erhöht, c) warum eigentlich nur die zusätzlichen BEVs den Kohlestrom nehmen müssen und nicht auch die Gebäudewärmepumpen oder überhaupt jeder neue zusätzliche Verbraucher? d) ist es nicht so, dass die Kohlemeiler aus politischen Entscheidungen weiterlaufen müssen und nicht weil Sie gebraucht werden, schließlich erhöht eine völlige Elektrifizierung der Autoflotte den Stromverbrauch nur um 20%. e) BEVs in Zukunft einen wirksamen kollektiven Energiespeicher ( 800 GWh Speicher, wenn nur jedes BEV 20 kWh zur Verfügung stellt und alle PKW BEVs sind) darstellen können, welches eine Voraussetzung dafür ist, nur mit schlecht planbaren wiedererneuerbaren Energieerzeugern, wie Wind und Sonne, zu Recht zu kommen.

3 Like

Wir reden doch hier über die CO2 Bilanz, oder? Du hältst es für abstrus, die Stromquelle in die Gleichung mit aufzunehmen, wenn wir darüber reden, wann ein Elektrofahrzeug einem Verbrenner gegenüber im Vorteil ist?
2019 setzte sich unser Strommix zu 46% aus erneuerbaren Energien zusammen. Knapp 20% stammen von Braunkohle und knapp 10% von Steinkohle.
Ich bin kein Experte @Martin_BY, aber sofern du nicht deinen eigenen Strom erzeugst, lädst auch du mit Braunkohle.

Dieses Gedankenspiel kannst du gerne machen. Du könntest dir auch eine Katze auf den Rücken schnallen, im Schwimmbad vom 5m Turm springen und dokumentieren was passiert. Beides bringt uns bei der Frage zur CO2 Bilanz allerdings nicht wirklich weiter.

Ähm…Oookaaay

Ich muss gestehen, dass ich mir die Rechnung von Papas nicht im Detail angeschaut habe. Ich hatte folgenden Gedankengang:
Braunkohlekraftwerk: 1.100g CO2/kWh
Verbrauch Elektroauto auf 100km: ca. 18kWh
Rechnung: 1.100 * 18 / 100 = 198g CO2/km

Natürlich es es provokant zu schreiben, dass man es nur mit Braunkohlestrom im Akku nicht schafft, einen Verbrenner zu schlagen.
Am Ende entscheidet meiner Meinung nach aber (Stand heute) die Stromquelle, zu welchem Zeitpunkt wir ihn schlagen.

1 Like

Moin,
ich hab deswegen auch einen Thread „Nach Teslakauf verurteilt“ aufgemacht. Das nervt echt. Man kauft sich sein Traumauto und bekommt viel misstrauische Blicke und Fragen. Am Anfang hab ich noch gegen Argumentiert aber später nur noch knapp geantwortet. Zu einem Nachbar musste ich sehr deutlich werden und gesagt das er sehr respektlos mir und meinem Tesla gegenüber ist. Ich hatte ihn auch nicht nach seiner Meinung gefragt.

Es ist nicht provokant, es ist „abstrus“. Direkter ausgedrückt könnte man auch sagen „schwachsinnig“. wink:
Niemand lädt mit 100% Braunkohlestrom.

6 Like