Amateur/Hobby Astrofotografen im Forum?

Netter Thread abweichend von den Tesla Themen! :slight_smile: Ich bin auch Hobby Astronom mit einem Bresser NT-203/1200 Spiegelteleskop auf einem Skywatcher EQ5 Mount. Allerdings mache ich nur optische Beobachtungen. Astrofotografie wäre bei mir der nächste Schritt, aber dazu fehlt noch einiges. Meine Präferenz wäre eine dedizierte Kamera, die direkt an das Teleskop geschraubt und den Spiegel nutzt.

Aber ich habe mal mit meiner normalen DSLM und einem 50mm Objektiv den Kometen Neowise fotografiert.

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Was meinst du denn mit dem Satz?

Hallo zusammen,
was halten die Profis von so etwas?
Mir geht es hauptsächlich um das Gucken nicht das Fotografieren.

Habe mit Kameras nichts am Hut und bin froh dass es Smartphones dafür gibt. :wink:

Das Ding lässt sich mit iPhone oder iPad verbinden und bedarf wohl kaum weiteren Einstellungen.

Ich meine damit eine Kamera, die man anstatt des Okulars direkt an das Teleskop anbringt, wie zum Beispiel diese hier: ZWO Kamera ASI 183 MC Color

Dient nur als Beispiel, was ich auf die Schnelle gefunden habe. Ob die was taugt, weiß ich nicht, ich kenne mich mit dem Thema (noch) nicht aus.

Ich hatte mal gelesen, dass eine eigene Astrokamera besser sein soll wegen der Spektren, die der Sensor aufnehmen kann oder so? Ich habe keine Ahnung. Eventuell kann dazu vielleicht jemand mit mehr Expertise etwas zu sagen?

Alle Kameras, die man für Astrofotografie verwendet, werden anstatt des Okulars in den Okularauszug gesteckt. Ich verwende eine EOS 6D, die mit dem passenden Adapterring und Komakorrektor dann ebenfalls gesteckt wird.

(Gekühlte) Astrokameras haben so ihre Vorteile. Die beste Kamera bekommst du sicherlich, wenn du eine gekühlte Schwarzweißkamera kaufst. Jedoch musst du dann auch jeden Kanal mit entsprechenden Filtern belichten. Der geläufigste Kompromiss wäre eine OSC (One Shot Kamera), die wie bei einer DSLR oder DSLM ebenfalls Farbbilder aufnimmt.

Pauschal zu sagen, dass diese besser sind als DSLR oder DSLM, würde ich aber nicht. Gutes Video dazu: https://youtu.be/YqGMCUkQYMo?si=UNDltuke1NZ-Mp4k

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Puh, also: wenn du hauptsächlich beobachten möchtest, ist das so ziemlich die teuerste Option für dich. Lass mich das weiter ausführen:

ich würde den Marketingtext dieses Teleskops größenteils BS nennen. Denn so Dinge wie „kann Lichtverschmutzung aus urbanen Gebieten herausfiltern“ sind schlicht physikalischer Nonsense. Auch braucht man für die Beobachtung von Planeten oder Deep Sky Objekten nicht komplett verschiedene Teleskope.

Was das Ding im Endeffekt ist: ein ordinäres Spiegelteleskop (Reflektor) mit 85mm Öffnung und 320mm Brennweite. Dahinter sitzt eine Kamera, die laufend Fotos aufnimmt und im mitgelieferten Computer übereinanderlegt (stacking) und nachbearbeitet (postprocessing). Das Ergebnis kannst du dir dann nach und nach auf deinem Smartphone ansehen. Es nimmt dir auch so Dinge ab wie das Fokussieren und kann über einen eingebauten Katalog die Objekte automatisch anfahren.

Vorteile: du stellst das Ding auf und kümmerst dich nicht um viel. Siehe dazu das Posting von E-Thorsten zum Seestar S50. Dadurch, dass es eben Astrofotos macht, siehst du auch Farben auf den fertigen Fotos. Ob man sich allerdings auch das penible polar alignment sparen kann, weiß ich nicht (wage ich aber zu bezweifeln, sofern Langzeitbelichtungen funktionieren sollen).

Nachteile: du bekommst 80mm Öffnung für 2500€, mit denen du bei weitem nicht so viel Licht sammeln kannst, wie beispielsweise mit 254mm Öffnung für deutlich weniger Geld. Vereinfacht stehen hier bei 80mm Durchmesser ca. 5.000qmm Fläche einer Fläche von 50.000qmm bei 250mm Durchmesser gegenüber. Und das Licht, das du nicht auffängst, kannst du auch nicht beobachten. Ein Fotosetup mit 80mm Newton kostet ebenfalls (deutlich) weniger als das Ding, die Einzelteile (Kamera, Filter, Teleskop, Montierung , …) kannst du ggf. auch für ein anderes Setup weiterverwenden. So ein Setup bedarf aber auch einiges an Einarbeitung und Recherche, bis alles glatt läuft :wink: Die Kamera ist in so einem Setup allerdings vom Aufwand her zu vernachlässigen, da gibt es andere Stolpersteine.

Fazit: wenn du dich nicht mit der Materie beschäftigen möchtest, die Zeit nicht aufbringen kannst/willst, als Ergänzung wenn’s mal schnell gehen soll oder wenn du es auf einen Gipfel rauftragen willst oder Geld keine Rolle spielt, ist das schon ein feines Ding. Für die reine Beobachtung, wie du schreibst, gibt es aber wesentlich hochwertigere Lösungen für weniger Geld.

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Danke dir für die ausführliche Antwort.

Vorhin erst gesehen, dass das Ding im Zuge des CES’24 vorgestellt wurde.
Und alles was ich seitdem dazu finden konnte stimmt mehr oder weniger mit deinen Aussagen überein.

Ich muss mich bei Gelegenheit mal in das Thema einlesen! Wird ja nicht so schwer sein ein günstiges/passables Setup zu finden.

Naja, das Thema ist schon komplex und ich hatte immer das Gefühl, dass einem als Anfänger in Astroforen absichtlich das Leben schwer gemacht wird. Nicht weil die Leute unfreundlich sind, sondern weil Dinge absichtlich verkompliziert werden. Den Mittelweg aus Theorie und Praxis zu finden, hat durchaus gedauert :wink:

Ich würde vorschlagen die zu allererst klar zu werden, ob du rein beobachten oder fotografieren möchtest. Ein paar Kernpunkte:

Vorteile Beobachtung:
*) günstigeres Setup
*) leichteres Setup
*) weniger penibler Aufbau nötig
*) mehr Erlebnis während der Zeit draußen

Nachteile:
*) keine Farben wahrnehmbar
*) weniger deutliche Strukturen
*) keine Fotos als Output

Zum Beginn kannst du dir auch eine ordentliche (gebrauchte) Optik auf einer günstigen Montierung (Dobson) besorgen und deine eigenen Erfahrungen machen. Verkauft ist sowas schnell wieder. Dabei immer Größe und Gewicht zwecks Transport im Auge behalten!

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Nachdem auf diesen Faden gestoßen bin, habe ich mal meine alten Beobachtungsbücher rausgekramt…

Das Datenblatt zu dem Foto mit den Sonnenflecken wurde noch mit der Schreibmaschine geschrieben.

So eine schöne Aufnahme vom Orionnebel hatte ich auch noch, aber die ist leider über die Jahre verloren gegangen.

@Furlinger , danke für die „Opa erzählt vom Krieg“ Anregung. :wink:

Als ich mit Studium und Arbeit angefangen habe ist das Hobby dann auch verloren gegangen.

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Kurz zum Seestar S50: Das Ding ist azimutal gelagert. Es werden immer 10,20, oder 30 Sekunden belichtet und automatisch gestackt. Bei Nebeln kann man einen Schmalbandfilter aktivieren. Es ist also möglich lange zu belichten. Nan hat natürlich bei längerer Belichtung eine Bildfelddrehung. Die Einzelaufnahmen kann man sich im FIT Format auch auf den Rechner laden und in einer Astrosoftware richtig nachbearbeiten. Ich versuche mich da mit Astroart.


Hier z.B. NGC7000 mit dem Seestar S50 ohne weitere Bearbeitung. Insgesamt 40min belichtet. Immer 10 Sekunden Einzelbelichtungen.

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D.h. 30 Sekunden sind das Maximum? Durch die geringe Brennweite reicht dann also ein grobes Polar Alignment aus oder führt dich das Ding durch eine Feinjustage über die Stellschrauben?

Der Seestar justiert sich vor den Aufnahmen selbst über ein Platesolving an 3 verschiedenen Himmelsarealen. Ich bevorzuge mit 10sec zu belichten.

Das sind aber zwei verschiedene Dinge. Das Polar Alignment passiert mechanisch über Stellschrauben, entfällt dann aber vermutlich wegen der azimutalen Montierung. Damit habe ich keine Erfahrung :blush:

Das Star Alignment kann dann per plate solving automatisier ablaufen.

Norden findet das Gerät über den eingebauten Kompass und die GPS Daten. Das funktioniert erstaunlich gut. Hinstellen, anmachen und z.B. Uranus eingeben und zack Uranus im Bildfeld. Das ist bei dem kleinen Sensor schon erstaunlich.

NGC4216 mit der kürzlich entdeckten Supernova SN2024gy. Die Galaxie ist 53 Millionen Lichtjahre entfernt und hat einen Durchmesser von 130 Tausend Lichtjahren. Leider war der Mond in der Nähe und dar hat das Bild etwas überstrahlt. Belichtungszeit 330x10sec. Mit dem Seestar S50.

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Schön, dass hier doch der ein oder andere (Hobby-) Astrofotograf im Forum ist und dieser Thread auflebt.
Ich werde vermutlich ab Ende des Jahres auch mal wieder was starten können, dann ist hoffentlich ruhe vom Umbau im Eigenheim :slight_smile:

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Da ist man mal „ein paar Tage“ nicht da und dann geht es hier rund. Willkommen ihr alle. Hier mal was mit meiner letzten Errungenschaft, ein 8 Zoll RC mit 1624mm Brennweite.

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Zur ausgehenden Galaxien Saison hier eine Aufnahme von M81 mit meiner neuen Montierung und Kamera als First Light. 30x300s C9.25@1570mm mit der ASI294MCpro. Montiering ZWO AM5 mit ASIair

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Kann auch mein First Light von M101 Beitragen,

Kamera: Sony A7R III
Teleskop: TS-Optics PhotoLine FPL53 60/360
Montierung: Skywatcher AL55i
ASI Air - aber konnte einfach den Autoguiding fokus nicht finden, also letztendlich ohne😅 (sollte den fokus des Guidescopes mal am Tag einstellen)

M101 mit 20-25x120s
Bearbeitet in Siril + GraXpert

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