Puh, also: wenn du hauptsächlich beobachten möchtest, ist das so ziemlich die teuerste Option für dich. Lass mich das weiter ausführen:
ich würde den Marketingtext dieses Teleskops größenteils BS nennen. Denn so Dinge wie „kann Lichtverschmutzung aus urbanen Gebieten herausfiltern“ sind schlicht physikalischer Nonsense. Auch braucht man für die Beobachtung von Planeten oder Deep Sky Objekten nicht komplett verschiedene Teleskope.
Was das Ding im Endeffekt ist: ein ordinäres Spiegelteleskop (Reflektor) mit 85mm Öffnung und 320mm Brennweite. Dahinter sitzt eine Kamera, die laufend Fotos aufnimmt und im mitgelieferten Computer übereinanderlegt (stacking) und nachbearbeitet (postprocessing). Das Ergebnis kannst du dir dann nach und nach auf deinem Smartphone ansehen. Es nimmt dir auch so Dinge ab wie das Fokussieren und kann über einen eingebauten Katalog die Objekte automatisch anfahren.
Vorteile: du stellst das Ding auf und kümmerst dich nicht um viel. Siehe dazu das Posting von E-Thorsten zum Seestar S50. Dadurch, dass es eben Astrofotos macht, siehst du auch Farben auf den fertigen Fotos. Ob man sich allerdings auch das penible polar alignment sparen kann, weiß ich nicht (wage ich aber zu bezweifeln, sofern Langzeitbelichtungen funktionieren sollen).
Nachteile: du bekommst 80mm Öffnung für 2500€, mit denen du bei weitem nicht so viel Licht sammeln kannst, wie beispielsweise mit 254mm Öffnung für deutlich weniger Geld. Vereinfacht stehen hier bei 80mm Durchmesser ca. 5.000qmm Fläche einer Fläche von 50.000qmm bei 250mm Durchmesser gegenüber. Und das Licht, das du nicht auffängst, kannst du auch nicht beobachten. Ein Fotosetup mit 80mm Newton kostet ebenfalls (deutlich) weniger als das Ding, die Einzelteile (Kamera, Filter, Teleskop, Montierung , …) kannst du ggf. auch für ein anderes Setup weiterverwenden. So ein Setup bedarf aber auch einiges an Einarbeitung und Recherche, bis alles glatt läuft
Die Kamera ist in so einem Setup allerdings vom Aufwand her zu vernachlässigen, da gibt es andere Stolpersteine.
Fazit: wenn du dich nicht mit der Materie beschäftigen möchtest, die Zeit nicht aufbringen kannst/willst, als Ergänzung wenn’s mal schnell gehen soll oder wenn du es auf einen Gipfel rauftragen willst oder Geld keine Rolle spielt, ist das schon ein feines Ding. Für die reine Beobachtung, wie du schreibst, gibt es aber wesentlich hochwertigere Lösungen für weniger Geld.