Wie weit ist Tesla der Konkurrenz voraus? (Teil 1)

Eine sehr geile Diskussionen. Danke dafür…

Jeder Aspekt hat seine Grundlagen und kann von mir nachvollzogen werden. Ich denke es ist eine Mischung aus vielem auch der fehlende Ballast von Leuten die in der neuen Welt keine Verwendung mehr haben ist ein Vorteil von Tesla.

Ich habe vor allem ein Vertrauensproblem mit den klassischen Herstellern:

Jeder echte „Tesla-Killer“ wäre in erster Linie ein Eigentor und deshalb gibts immer einen Pferdefuß und eine Kröte zu schlucken.
Vermutlich ist man schon wieder fleißig dabei sich abzusprechen (zB alle erzählen „bis 80% in 40min“), ja kein Vorpreschen…

Was das „Fahrzeug für die Masse“ angeht - man sieht am Sion wie schwer es wird, ein Fahrzeug um die 20k€ zu bauen und das wäre nicht mal langstreckentauglich und spartanisch ausgestattet (als 2. Wagen kann ich mir den aber gut vorstellen).

handelsblatt.com/unternehme … h0FAoQ-ap1

Laut diesem Bericht will VW das Werk in Zwickau komplett für die BEV Produktion umrüsten und dort ab 2020 100000 E-Autos bauen und ab 2025 1000000 Weltweit.

Falls VW es wirklich schafft mal ein super E Auto zu bauen, wie lang werden da dann die Wartezeiten werden, bis man einen kaufen kann?
Und wer kauft dann ab 2025 die 5 mio Verbrenner, die die noch produzieren? Da werden sehr viele lieber noch ein paar Jahre ihre Gebrauchten weiter fahren, bevor sie sich noch einen Verbrenner zulegen den sie später nicht mehr los werden.

Tesla schafft die 100000 bald pro Quartal und die 1000000 im Jahr werden auch in den nächsten 2 Jahren erreicht.
Aus dieser Sicht ist Tesla locker 5 Jahre voraus.

Richtig :wink:

Von wo nehmen wir die Zellen von dannen. Tesla mit GF1 und GF3 sehr bald. Der Rest kauft ein in Asien zu einem Preis der in die Höhe schiessen wird. 1 kw/h für unter 80.- Dollar für Tesla und der Rest kauft was er kaufen kann :unamused: Ich baue mir mein eigenes Motorenwerk, dem ich vertrauen kann.
Wieder eine Chance vertan bei den deutschen Vorrausdenkern. Ja klar ich bin auch nur für ein paar Jahre der CEO und danach gehe ich in Pension.

LG
W

Das ist das Dilemma, in dem die Verbrennerindustrie steckt. Ihre größte Wertschöpfung liegt im Verbrennungsmotor. Beim BEV liegt sie in der Batterie und die haben sie nicht. Wenn sie überleben wollen brauchen sie genau diese und sie werden so viele Jahre hinterher hinken, bis sie eine eigene Zellfertigung haben oder vom Markt verschwunden sind.

Um auf 1 Million Fahrzeuge pro Jahr zu kommen bräuchte Tesla mindestens eine weitere Fabrik, eher zwei. Fremont musste ja schon Zelthalle errichten, um auf ca. 300k Runrate pro Jahr zu kommen. Weitere Fabrik wird sicher länger als 2 Jahre dauern, dazu kommt dann noch der Ramp, der beim Model 3 ja sogar ein ganzes Jahr gedauert hat.

VW hat bereits Fabriken und kann diese auf BEV umstellen. Gerade wenn sich abzeichnet, dass Umstieg auf BEV doch schneller läuft, würde die VW-Gruppe dann ja mehr Fabriken umstellen.

Zumal bei der Konkurrenz auch gerne mal ein PHEV als E-Auto bezeichnet wird. Hat bei Volvo ganz gut funktioniert. Viele Menschen denken wirklich dass Volvo nur noch BEVs baue.

Sicher hat Tesla bei der Produktion „noch“ Nachteile gegenüber den etablierten Herstellern. Damit meine ich die Erfahrung im Bau von PKWs.

Die Kernkompetenz oder Kernkompetenzen verlagern sich gerade. Das wird nicht jeder Hersteller mitmachen können oder wollen. Wenn die Umschwung schnell kommt gehen halt ein paar alte Marken pleite. So geht das in jeder Branche. Die Evolution des Marktes.

Ich habe mal von meinem „großen Freund“ Günther Öttinger eine Rede gehört die zumindest einen Wahrheitsgehalt hatte. Er meinte, dass wir in BaWü sehr gut seien beim Schweißen, Nibbeln, Stanzen, Formen, etc… die Frage ist aber, ob wir in einigen Jahren nur noch die Hülle für ein Auto liefern dürfen und die Wertschöpfung im Inneren von anderen kommen würde.

so schnell vergehen also 5 jahre :wink:

electrek.co/2018/09/12/audi-e-t … ce-access/

Jetzt mal langsam - wollen mal schauen wie das in der Praxis funktioniert - oft gibt es nur 1 oder 2 Stalls pro Ladepunkt - Entwarnung gibt es hier für Audi erst, wenn man genauso problemlos durch Europa reisen kann wie mit einem Tesla - angekündigt ist noch nicht erbracht :wink:

Diese Fabriken bereits zu haben, ist vermutlich eher ein Hindernis als ein Vorteil. Eine existierende Fabrik auf eine grundlegend andere Produktion umzustellen, kann am Ende mehr Aufwand bedeuten, als eine neue Fabrik zu bauen, ganz besonders, wenn die alte Produktion weiterlaufen soll bzw. muss während der langen Umstellungszeit. Ich glaube, Letzeres untschätzt Du deutlich.

Vieles bleibt auch gleich, z.B. die teuren Lackieranlagen. Inneneinrichtung, Karosserie auch keine wesentlichen Unterschiede. Ich denke du unterschätzt vor allem, wie groß die noch notwendigen Investitionen von Tesla sind um z.B. auf 1 Million Fahrzeuge zu kommen. Tesla hat bereits über 20 Mrd USD Dollar in Anlagen gesteckt um auf Produktion von ca. 300.000 Fahrzeugen pro Jahr zu kommen. Die nächsten Schritte kann Tesla günstiger hinbekommen, keine Frage. Dennoch massives Investement.
VW kann bestehende Anlagen nutzen und größere Investitionen aus dem Cashflow finanzieren.

Und warum wollen/schaffen die dann erst in 7 Jahren weltweit 1mio BEVs pro Jahr?

Weil sie zu spät gestartet sind und auch ein Volkswagen Zeit für den Ramp braucht. Als gesamte Gruppe planen sie an die 3 Millionen elektische Fahrzeuge pro Jahr ab 2025.

Mal schauen, ob Tesla oder Volkswagen zuerst die 1 Mio pro Jahr erreicht.

Weil die Leute nicht bereit sind viel mehr Geld für weniger Auto auszugeben. :unamused:

Sorry aber „weniger Auto“ gibts vielleicht bei elektrifizierten VWs.

Beim Model S sehe ich in 9.5 von 10 Punkten mehr Auto als beim Verbrenner. Dazu gehören:

  • das Platzangebot
  • die komfortable Vorklimatisierung
  • Updates und -grades über Mobilfunk
  • Zeitersparnis durch Laden am Stellplatz
  • höhere Effizienz (ca. Faktor 3)
  • Emissionsminderung (ca. Faktor 1.5 bis 10) kombiniert mit vollständigem Entfall der lokalen Abgasemissionen
  • reduzierte Abhängigkeit von ausländischen Energielieferanten (ich spende mein Geld lieber anderen, sinnvolleren Empfängern)
  • weniger Lärm
  • weniger (Brems-)Verschleiss
  • Ein-Pedal-Fahren (der Jaguar I-Type macht das genial)
  • mehr Sicherheit durch konstruktive Freiheiten
  • und nicht zuletzt: Teil einer Lösung statt eines Problems mit technologischer Sackgasse zu sein

Abgesehen davon sind die Gesamtkosten in vielen Nutzungsszenarien ja heute schon geringer als beim Verbrenner. Es muss also gar nicht „mehr Geld“ ausgegeben werden, genauso wie eine 5-EUR-LED auch günstiger ist als eine 2-EUR-Halogenbirne.

Was kriege ich denn „weniger“? Pubertäre Quartettkartenvergleiche mit VMax und Reichweite vielleicht?

+100

Vielen Dank für die komprimierte Darstellung. Das ist die Realität, die von vielen deutschen Museumsverwaltern (alias Managern) noch totgeredet und totgemanaged werden will. Noch klappt das, weil die Leitmedien dabei mitmachen.

Die Zukunft lässt sich aber nicht aufhalten, nur vielleicht ein wenig verschieben.

Mehr/Weniger? Kommt drauf an, was man vergleicht: Tesla S gegen Nissan Leaf? Gewinnt Tesla in fast allen Punkten, keine Frage. Einzig in der Zuverlässigkeit und Anzahl der Werkstattbesuche lag bei uns der Leaf vorne.
Tesla vs. aktuellen A3? In fast allen Punkten liegt der A3 vorne, um nur die wichtigsten zu nennen: Reichweite, Geschwindigkeit (Entfall von Zwischenladungen), Flexibilität (ich fahre hin, wo ich will und kümmere mich nicht um Lademöglichkeiten), Navi+Verkehrsinfo (da ist Tesla mind 10 Jahre hinterher), Zuverlässigkeit (ich war noch nie mit einem Wagen so oft in der Werkstatt wie mit dem Tesla und die meisten Probleme bekommen die nicht gelöst, einfach, weil kein Teil defekt ist, sondern die Software gestümpert).
Wo ist der T besser? In den reinen Fahrtkosten (Super vs Strom), Abgasfreiheit, Wagen ist halt grösser und damit komfortabler (Luftfederung), Fernbedienung per App, Fahrverhalten (Leistung, schaltpunktfreies Fahren).
Wie wirkt sich das in der Praxis aus? Wir fahren kaum noch mit dem Tesla und wenn, dann nur dorthin, wo es mehrere Lademöglichkeiten gibt (damit hoffentlich wenigstens eine funktioniert). Wenn wir nächstes Jahr keine zwei Autos mehr brauchen, wird das einzige mit Sicherheit kein Tesla sein!
Wie der Vorredner schon sagte: der normale deutsche Autofahrer vergleicht seinen Diesel mit einem E-Auto und wenn er >100 k€ ausgeben soll, muss das Ergebnis eben in allen Punkten besser sein und das ist Tesla nicht.