Wie groß ist der Aufwand, die Tesla PW 2 auf Notstrombetrieb zu schalten?

Hallo zusammen,

das Thema Notstrom wurde hier ja schon ausgiebig diskutiert. Ich habe aber (da ich kein Elektriker bin) immer noch Fragen zu Gesamtaufwand. Vielleicht könnt ihr an der Stelle etwas Klarheit schaffen.

Zur Situation:
Haus Neubau, 20 kWp PV-Anlage, Tesla Powerwall 2, Tesla Backup-Gateway 2, Dreiphasen-Wechselrichter SolarEdge SE17K.

Funktioniert alles wunderbar, nur war damals mein Elektriker mit der Einrichtung vom Notstrombetrieb überfordert und hat’s einfach nicht gemacht. Nun möchte ich das nachholen und ein paar wichtige Stromkreise (Kühlschrank, Gefrierschrank, Büro und ein paar wichtige Lampen/Steckdosen) auf eine Notstrom-Phase schalten lassen. Ich frage mich, ob die Verschaltung der Anlage für den Notstrombetrieb aufwändig bzw. teuer sein wird. Hardwaremäßig sollten ja alle Voraussetzungen erfüllt sein.
Habt ihr hier Erfahrungswerte? Was muss ich vorab wissen bzw. klären?

Danke schonmal!

Wenn du eine ganze Phase für Notstrom haben willst, dann muss diese erstmal vom Schaltkasten zu deinem PV Notstromteil geführt werden und dann wieder zurück. Dann läuft im Normalbetrieb der ganze Phasenstrom da durch. Mir und meinem Elektriker war das zu kritisch wegen der Länge und nötigem Querschnitt und dem Kabelweg. Daher haben wir nur ein paar Schaltkreise auf die Notstromphase gelegt, dazu ein paar extra Steckdosen angeschraubt, Kabeltrommel steht daneben. Mein Senec V3 kann nur 3KW im Notstrombetrieb, da passt das schon so.

Bei der Tesla PW2 mit Notstrom GW2 ist das äusserst einfach. In der Elektroverteilung brauchst Du nichts anderes zu tun als die von Dir gewünschten Kreise auf die Notstrom Phase umzulegen.
Angenommen Deine PW ist für L1 als Notstromphase konfiguriert und Deine PW2 ist richtig auf die L1 verkabelt (Davon gehe ich aus)
Dann such Dir im Sicherungskaste die Sicherungen die auf L1 liegen raus.
Und wechsle am Abgang der Sicherungen die Kreise so um dass Deine gewünschten Kreise auf diesen Sicherungen liegen.
Zur Not vielleicht noch ein paar Sicherungen extra einbauen wenn es nicht reicht.
Mehr brauchst Du nicht tun. Die PW bzw das GW2 legt den Notstrom direkt auf diese Phase am Ausgang. Alles interne „magic“.

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Danke, das gibt schon mal einen guten Anhaltspunkt. Da die Installation der PW und des GW von einem Tesla-Partnerunternehmen durchgeführt wurden, gehe ich davon aus, dass sie es korrekt gemacht haben. Somit könnte ich also einen „Wald-und-Wiesen-Elektriker“ darauf loslassen, die gewünschten Schaltkreise auf L1 zu legen.

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Hallo zusammen,

ich bin auch neu hier und blicke trotz langem Suchen beim Thema Notstromfähigkeit was das Gateway 2 angeht, nicht wirklich durch:
Wir haben eine Powerwall, ein Gateway 2 und Fronius-Wechselrichter, die Anlage hat eine Leistung von 9,9 kwP.
Bei der Installation der Anlage hatten wir auf die Notstromfähigkeit verzichtet, weil der Installateur meinte, das würde noch einmal 1.500,00 € mehr kosten. Jetzt würde ich doch gerne die Notstromfähigkeit nutzen. Der Installateur behauptet nun, dass man jetzt auch den Wechselrichter austauschen müsste bzw. 2 Wechselrichter bräuchte, einen für die Notstrom-Phase und einen für den „Rest“…

Stimmt das / kann das sein? Ich bin leider auch kein Elektriker und verstehe das alles trotz langer Recherche nicht wirklich bzw. verstehe hier auch die Posts eigentlich so, dass nur eine entsprechende Notstrom-Verkabelung des Gateways erforderlich ist?

Für jede Hilfe wäre ich sehr dankbar :slight_smile:

Bei der Anlagenleistung vermute ich, dass Dein Wechselrichter dreiphasig ist. Ein dreiphasiger Wechselrichter würde im Notstrombetrieb abgeschaltet werden (er sollte im Non-Backup-Pfad des Gateway2 installiert sein). Wenn es Dir ausreicht, bei einem Stromausfall mit reinem Batteriebetrieb zu arbeiten (dazu hast Du ja die 20% für Notstromversorgung, die Du in der App einstellen kannst, je nach Bedarf kannst Du hier auch mehr oder weniger einstellen), brauchst Du keinen zusätzlichen Wechselrichter.
Dann erzeugst Du im Notstromfall allerdings auch keinen Strom, d.h. auch wenn die Sonne scheint, hast Du keinen Strom mehr, sobald die Powerwall leer ist.
Was Dein Elektriker Dir sagen will, ist, dass Du mit einen zusätzlichen einphasigen Wechselrichter auch bei einem Stromausfall bei Sonne Strom erzeugen kannst um damit Dein Haus zu versorgen und die Powerwall zu laden.
Wenn Du darauf verzichten kannst, kannst Du mit der augenblicklichen Installation arbeiten, Du musst nur darauf achten, dass alle Verbraucher, die Du bei einem Stromausfall versorgen willst, auf der Phase liegen, die die Powerwall bedient.

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Vielen herzlichen Dank! Jetzt kann ich auch die Aussagen des Installateurs besser einordnen! Dann stelle ich erst einmal in der App ein gewisses Notstromkontingent ein und lasse noch einmal die Verkabelung checken, so dass im Zweifel alles passt

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