Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV? (Teil 2)

Fortsetzung der Diskussion von Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV? (Teil 1) - #5051 von harlem24.

Vorherige Diskussionen:

Hier nochmal das Video mit der 55kW induktiven Ladung…

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Welche Mikrowellenstrahlung meinst du denn. Die Inverter eines Induktionskochfeldes sind zwischen 20 und 50 KHz unterwegs. Da ist nichts mit Mikrowellen.
Übrigens auch ein Klassischer Leiterkontakt mit 3% Verlustleitung wäre eine mittlere Katastrophe, denn das wären bei 250 KW Ladeleistung immerhin 7,5 KW Dauerstrich. Da geht dein Stecker völlig entspannt in Dampf auf.
Induktives Laden macht aktuell nur bei kleineren Leistungen ( Max. 10 bis 20 KW) und sehr kleinem Spulenabstand (optimale Feldkopplung) einen Sinn.
In der Garage zum Beispiel wäre es eine sinnvolle Lösung, vor allem wenn das Fahrzeug auch noch automatisch einparkt.

Sehr geil. Verluste durch Wireless selbst praktisch 0, nur das Netzteil hat dieselben Verluste wie nen Kabelcharger auch. Und mehr Abstand zum Pad erlaubt höhere Leistung. Man lernt nie aus :grinning:

Nur gut, dass die 2-3% Verluste verteilt über mehrere Meter Kabel, Filter, (externen) Gleichrichter, und Innenwiderstand in den Zellen anfällt… Und zumindest die 50-60cm Gebläse von Gleichrichter und Kühlkreislauf bei Tesla mit zu dem Besten gehört, was der Massenmarkt zu bieten hat…

(Und nein, diese Verluste sind offensichtlich weder bei Elektrisch oder Magnetisch gekoppelter Induktionsladung nur an der Luftschnittstelle, genausowenig wie das ausschliesslich an der Kontaktfläche des Steckers anfällt.

Fun fact: Für Leitungsgebundenes Laden gibt es prinzipiell bereits die Technologie, dort die Verluste auf praktisch 0 zu fahren, nennt sich HTS - auch wenn Flüssigneon / Flüssigstickstoffkühlung dann als Verlustleistung gelten muss…

Bei Induktionskopplung ist es prinzipbedingt in den typischen Geometrischen Dimensionen nicht möglich, einen Vergleichbaren Wirkungsgrad wie ein klassisches Kupferkabel zu erzielen…

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Zwei Pads mit maximal 52 kW, Power Cabinet (wohl ohne A/C) nimmt 150kW.

Wer mag den Wirkungsgrad überschlagen?

Die Aussage im Video war ja nicht, dass es verlustfrei ist, sondern dass die Verluste die gleichen sind, wie beim kabelgebundenen Laden. Lediglich der Luftspalt soll angeblich nahezu verlustfrei sein. Kann natürlich sein, dass das eine Lüge war, aber ich möchte an das Gute im Menschen glauben :grinning:

Nein, das ist nicht gelogen - die Luft erwärmt sich ja nicht durch das Magnetfeld, egal wie groß der Spalt ist :wink:

Ja, aber man stellt sich die Feldlinien normalerweise nicht Parallel vor, sondern eher mit kugeliger Ausbreitung und je größer der Abstand, desto mehr müsste da dann ja daneben gehen.

Gibt es zum „induktiven Laden während der Fahrt“ eigentlich mittlerweile schon einen funktionierenden „Proof of concept“?
Nur warum dann nicht gleich einen Linearmotor in die Straße einbauen? Warum müssen dann Autos drauf fahren? Warum macht man das nicht gleich mit Schwebetechnik? Oh wait…

Was hat das alles dann noch mit Wasserstoff zu tun? Im Ernst: Schaut euch mal H2.Live an. Die Wasserstoff-Infrastruktur wird seit ~20 Jahren aufgebaut, bis jetzt hat man keine 100 Standorte in Deutschland aufgebaut, Europaweit sind es ganze 151 - und da werden explodierte und nicht mehr in Betrieb gehende Standorte mitgezählt.
Der Fall von Montpellier zeigt wie es um Wasserstoff bestellt ist: Zu teuer in Anschaffung UND Betrieb. Da ist nix mit Henne und Ei - da fehlte schlicht immer der Hahn.

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Okay, eventuell solltet Ihr induktive Ladung intensiver in einem anderen Thread diskutieren…

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gute Nachrichten für die Umwelt, schlechte Nachrichten für die Lobbyisten
https://www.golem.de/news/energiewende-bundesregierung-lehnt-foerderung-fuer-blauen-wasserstoff-ab-2201-162490.html

DAMIT ist dann auch die FCEV-Politik einiger Autobauer quasi tot

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Von wem wird aktuell eigentlich der Wasserstoff an den Tankstellen subventioniert? Die 10€ pro Kilo entsprechen ja nicht den wirklichen Kosten.
Da das ebenfalls kein grüner ist, dürfte der dann zumindest staatlich nicht mehr gefördert werden.

nach dem, was ich bislang gelesen habe, ist der Wasserstoff an der Tanke steuerbefreit, der Strom zur Erzeugung ist ebenfalls steuerbefreit und der Aufbau der Tankstellen wird, gefördert durch das BMDV und unter Koordination durch die NOW GmbH, ebenfalls stark subventioniert.

Mit anderen Worten: Von uns allen.

kleine Anmerkung noch: GENAU DAS ist btw. mal via Frag-den-Staat angefragt worden. Die Antworten kamen aber größtenteils geschwärzt und DERART verklausuliert, dass man sich schon allein daran denken kann, WIE VIEL Filz wirklich an dem Zeug dranhängt.

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Kleine Anschubfinanzierung wäre ja ok. Natürlich ist H2 aus Gas nicht gut, aber das wäre ja eh nur für eine Übergangszeit. Energiespeicherung ist nach wie vor ein Problem und wenns für Autos nichts taugt, vielleicht lernt man ja was daraus für andere Zwecke. An windigen Sommertagen haben wir eine Ökostromüberproduktion, die wir teuer ins Ausland verkaufen müssen, hier wäre eine Speicherung z.B. sehr nützlich.

Invstitionen/Förderung in/von Forschung und Entwicklung finde ich erstmal nicht schlecht und es muss nicht jedes Invest am Ende auch Früchte abwerfen.

Fürs Auto möchte ich H2 nicht haben, da ist man dann ja wieder von Tankstellen abhängig.

Typische Wasserstoff-Welt: Man redet ewig über die theoretischen Möglichkeiten, pitcht das gegen die Alternativen und dann passiert beim Wasserstoff einfach nichts. H2 Mobility scheitert seit >4 Jahren an den angepeilten 100 Tankstellen in Deutschland.
Bei der Elektrolyse sieht es ja auch nicht groß anders aus

Bei fefe gabs einen schönen leserkommentar zum wasserstoff:

https://blog.fefe.de/?ts=9f1945f9

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…und der Guteste unterschlägt dabei natürlich, dass man, anders als bei der Elektrolyse, ja noch irgendwo das Erdgas her bekommen muss, folglich der CO2-Fußabdruck für Gewinnung und Transport obendrauf kommen (und ein paar Liter Blut und Tränen, wenn man sich entweder vom Ami, vom Russen oder irgendwelchen Saudis abhängig macht).

Aber hey - EVENTUELL können wir auch stattdessen einfach direkt mittels Kernfusion Energie erzeugen. Brauchen wir nur wen, der uns nen kleinen Stern auf die Erde liefert, damit wir den ausbeuten können. Wie schwer kann DAS schon sein?

Für den bei der oben erwähnten Methanpyrolyse anfallenden Kohlenstoff gibt es imho eine wiederentdeckte Verwendung: der in China neu gebauten Kugelhaufenreaktor, auf deutsch ball pile reactor oder Hochtemperatur, kurz HTR. Ohne ins Detail gehen zu wollen: er enthält den Brennstoff nicht in Stäben, sondern in tennisballgroßen Graphitkugeln, die mit Uran 235-Kügelchen gefüllt sind, die wiederum mit Kohlenstoff beschichtet sind (aha :wink: ). Dazu wird Methan in einer geheizten Apparatur (flow bed) in seine Bestandteile gespalten.
Der Vorteil dieser Reaktoren: sie müssen nicht zum Brennstabwechsel abgeschaltet werden, weil die Kugeln laufend unten entnommen, auf ihren Uranverbrauch untersucht und je nachdem oben ersetzt oder wieder eingefüllt werden.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß er mit deutlich höherer Temperatur arbeitet (also mehr Energie erzeugt) und selbstsichernd ist; das heißt, daß er sich bei Ausfall des als Kühlmittel verwendeten Heliums abschaltet. Es darf nur kein Sauerstoff in den Reaktor gelangen, weil sonst das Graphit brennt.

Ach die regelmäßigen Märchen von den angeblichen Vorteilen des HTR. Das Teil wurde in Deutschland eingemottet weil die Realität im Normalbetrieb schneller zuschlägt und dann auch irgendwann nicht mehr vertuscht werden konnte. Ich würde dem Scheitern des HTR-Typs sogar das Scheitern der Atomenergie in Deutschland anrechnen. Es gibt trotz der angeblichen Sicherheit bis heute kein tragbares Konzept für Abbau, Entsorgung etc. der Ruinen. Die Pläne sind auf dunklen Kanälen (um es nicht „Industriespionage“ zu nennen) nach China gekommen, dort hat man das „weiterentwickelt“ und ist auf die gleichen Prinzipbedingten Probleme gestoßen. Das Thema ist in China längst genauso tot wie in Deutschland.

Natürlich hat das mit Wasserstoff nur das zu tun, dass man anno dazumal mit den Überkapazitäten aus der Atomenergie und dem „abfallenden“, unerwünschten Wasserstoff aus der Kernspaltung auch noch ein Geschäft machen wollte. Das mit den Überkapazitäten ist ein wiederkehrendes Muster beim Wasserstoff. Offensichtlich ist es anders nicht vermittelbar die Hälfte der nutzbaren Energie einfach wegzuwerfen.

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