Wasserstoff: Eine Alternative zum BEV? (Teil 1)

Ich denke das Wasserstoffauto hat keine Zukunft auf dem Massenmarkt. Es war ja auch mal geplant die Brennstoffzellen mit Alkohol zu betreiben. In einigen Ländern ist das billiger unabhängiger Treibstoff.

Aber deshalb alle Forschung über Bord zu werfen halte ich für dämlich. EVs werden auch im mittlerer Zukunft nicht alle Transportbedürfnisse decken können. Aber vermutlich werden sie den Massenmarkt für sich beanspruchen. Mangels Lademöglichkeiten und preiswerter Akkus wird das aber noch etliche Jahre dauern.

Hier noch eine Möglichkeit H ohne massiven Stromeinsatz zu poduzieren:

spiegel.de/wissenschaft/tech … 34657.html

Ist schon von 2010. Keine Ahnung was daraus geworden ist. Für mich sind allerdings die Argumente

  • Laden @Home
  • Produzieren @Home

schlagend. Bis das mit H möglich sein wird (Hammerlinse auf dem Dach oder Bakteriensee im Keller :slight_smile:), bin ich schon unter der Erde.

Bye Thomas

BTW: Nicht immer erobert das objektiv beste System den Markt (VHS/Beta/Video2000)

Genau. Das Rennen macht das erste System, das gut genug ist, und das die Nachfrage bedienen kann.

Mal ne kurze Zwischenfrage:
Hab irgendwo mal aufgeschnappt, dass die Wasserstofftankstelle nach einem Tankvorgang ca. 30min lang wieder Druck aufbauen muss, bevor der Nächste tanken kann. Ich kann diese Behauptung aber nirgends mehr finden. Stimmt die Behauptung überhaupt?

Hier mal die Zusammenfassung. Stand Frühjahr 2016.

  • wenige EU-Staaten machen mit. Problemlose weite Reisen gehen (derzeit) nicht.
  • 19 funktionierende H2-Ladepunkte in D. Man erreicht kaum andere „Gebiete“. Wer es nicht schafft, „strandet“. Letzteres fällt bei 50 gut-verteilten Stationen weg
  • dafür Zeitaufwand, um H2-Ladepunkt zu erreichen, macht Zeitvorteil beim Betanken zunichte.
  • teure, aufwändige Technik im Auto. Letzteres bleibt.
  • teure, aufwändige Technik am Ladepunkt. Kosten sollen sinken. Bleiben teuer.
  • deutlich geringere Energie, die pro Transport geliefert werden kann. Mehr Transporte nötig mit Tanklastern.
  • Fahrzeuge bisher u.a. wegen Platinanteil in Brennstoffzelle sehr teuer.
  • Brennstoffzellen unterliegen dem Verschleiß
  • Stromspeicher, Elektronik, E-Antrieb wie beim E-Auto nötig sowie die H2-Technologie.
  • Betreiber des Konsortiums wollen nicht das beste System, sondern die Infrastruktur (Tankstellen und teure Wartungen) erhalten. Man schaue sich die Namen an.
  • Brennstoffzellenfahrzeuge sind nicht emissionsfrei! Es entsteht Wasser. Ob mit weiteren Inhaltsstoffen? Sollten die Verantwortlichen trinken, wenn es nur H2O ist.
  • der Toyota Mirai „macht unter sich“ - will sagen auch auf eisgefrorener Strasse entsteht eine Pfütze. Diese gefriert im Winter.
  • Gewichtsvorteil gegenüber Akku, weil ein Teil des Verbrennungsprozesses - Sauerstoff - nicht im Fahrzeug mitgeführt werden muss. Wird Akku evt. auch schaffen.

Jede eigene PV-Anlage (vielleicht melden die Eigentümer bei der zu erwartenden Besteuerung diese nicht mehr an) kann ohne Netzbelastung tagsüber am Arbeitsort oder P+R-Parkplatz das Fahrzeug (teilweise) beladen und am Abend zu Hause (falls nötig) aus einem dortigen Speicher. Wie soll das je mit H2 funktionieren? Größere Akkus in BEVs können Netze entlasten.

Mir gefallen meine BEVs.
Gerne sende ich per E-Mail einen Vortrag: Braunsdorf_2016 Feldheim_H2-Workshop.pdf (5 MB)

Die Mirai-Fahrer in Kalifornien sind jedenfalls sauer, dass das Betanken von 5 Fahrzeugen 2 Stunden dauert an einer der wenigen H2-Tankstellen.
Oder dass man zum Toyota-Händler fahren muss (mit Terminvereinbarung), der mit seiner mobilen Betankungsanlage aber nur halb voll machen kann (350 bar).

gas2.org/2016/01/15/toyota-tells … eliveries/
insideevs.com/toyota-provides-mo … structure/
gas2.org/2015/05/15/feedback-hyu … ev-owners/
reneweconomy.com.au/2015/toyota- … -evs-60374

Das mit dem Betanken wusste ich garnicht o.O
Wenn ich erstmal 30m - 1h warten muss, bis ich nach einem Wasserstoffauto meines betanken kann, dann ist jeglicher Vorteil dahin >.>

Nun im Fall von Betamax gab es damals massiven externen Druck (Content-Industrie). Deshalb grunze ich jedem, der es nicht hören will, die Vorteile des BEV ins Ohr :slight_smile:
Bye Thomas

Durch den Newsletter von electrive.net (ist empfehlenswert, wer ihn noch nicht hat), kam heute ein Ausschnitt vom Audi-Chef Rupert Stadler, zum Thema alte und neue Antriebe:

„Heute haben wir Otto, Diesel, Plug-in, Gas, ab 2018 auch rein elektrisch. Es wird wieder eine Phase kommen, in der wir die Komplexität zurückfahren. Aber es ist nun mal in einer Transformationsphase so, dass man mehrere Dinge gleichzeitig beherrschen muss. Die konsequenteste Form des elektrischen Fahrens ist die mit Wasserstoffantrieb. Sie ist auch die umweltfreundlichste, vorausgesetzt, der Wasserstoff wird aus regenerativer Energie erzeugt.“
(Gesamtes Interview: [url]http://www.bilanz.ch/gespraech/audi-chef-das-e-auto-wird-bald-normal-werden-620693[/url])

Nun die Frage, was soll man zu dieser „Konsequenz“ sagen?

Alles Gute!

Hmmm - Rupert Stadler erklären was Umwandlungsverluste sind und dass H2 darum nicht umweltfreundlicher sein kann würde schon helfen.

Dass der Kerl wohl entweder keine Ahnung hat, oder einfach sagen muss, was ein Manager sagen muss.

Er sagt aber auch (und damit muss er ganz klar Tesla meinen):

„Gehen Sie davon aus. Diejenigen, die ein E-Auto mit einer vernünftigen Reichweite ausprobiert haben, werden es ihren Freunden berichten. Dann wird es bald normal werden.“

Da hat er mehr als recht :slight_smile:

Neues aus der Wasserstoff-Märchenecke:
srf.ch/sendungen/schweiz-akt … -vielfalt#
ab 10:40min
Schon immer wieder interessant wie H2 gepushed wird- allein beim Blick auf die Tankanlage und bei den Preisen wird einem schwindlig… mal ganz abgesehen von der Gesamteffizienz (wird natürlich verschwiegen). Man wundert sich schon warum „sexy“ klingenden Fantasie-Technologien die offensichtlich zum scheitern verurteilt sind gepushed werden… oder hab ich irgendwas falsch verstanden? :question:

Nikola wird in der USA und Kanada seinen LKW mit Wasserstoffzellen ausstatten und will die Tankstellen selber bauen. Die Gasturbine als Generator wird man dann wohl nur in anderen Märkten anbieten.
[url]https://nikolamotor.com/pdfs/Nikola_Hydrogen_Final.pdf[/url]

Für LKW erscheint Wasserstoff wohl etwas sinnvoller. Wenn dafür die Tankstellen entstehen könnte daraus auch PKW-Nutzung entstehen, so quasi nebenbei. Ob’s sinnvoll ist und so kommt sei dahin gestellt. Aber denkbar wäre es.

Kurz angemerkt, da es einigermaßen in diesen Thread passt:
Direkt hinter dem SuC Kamen wird zur Zeit eine Wasserstoff-Tankstelle von Air Liquide gebaut.

…

…

Wasserstofftransport in welchem Gasnetz, bitte?

Sinn Wasserstoff ins Gasnetz einzuspeißen würde es nur machen, wenn man es zu Methan umwandelt. Die Flüchtigkeit von H2 wird vermutlich zu hoch sein, für die bisherig ausgelegten Leitungen.

Alles Gute!

…

Wasserstoff beim Erdgas? Und das (nur) mit 2% Verlust? Kann ich mir nicht vorstellen. Adastramos hat schon Recht, wenn dann über „Kunst“-Methan, aber das mögen die Zellen wieder nicht so arg. Und Methan per Gasmotor verbrennen? Da bau ich mir nen Holzvergaser :wink:
Wenn wir schon das Laden per Strom nicht hinkriegen, wer soll dann die Tankstruktur für den Wasserstoff bauen & bezahlen? Und warum sollte das für die breite Masse billiger werden?