Vom 2020 Model 3 LR zum 2024er Model Y Performance

Guten Abend wünsche ich und ich dachte, ich schreib mal einen Erfahrungsbericht nach 4 Tagen mit dem neuen Model Y Performance.

Im Juni 2020 habe ich meinen ersten Tesla gekauft, ein Model 3 Long Range, dem ich nach wenigen Wochen diesen Acceleration Boost gegönnt habe.

Das Fahrzeug faszinierte mich von Beginn an. Zu Anfang bemerkt man gar nicht, wie entspannend diese für mich inzwischen extrem unverzichtbaren Features sind, die sonst kein, oder kaum ein Fahrzeug hat.

Ich brauche keinen Schlüssel, keine Handbremse, keinen Startknopf und kann am Ende der Fahrt einfach aussteigen und gehen. Nutze ich meinen Bulli, bleiben am Ende immer der Schlüssel stecken und Türen offen.

Dreieinhalb Jahre lang störte mich allein die bockige Federung und Dämpfung, als ehemaliger Citroen C6-Fahrer auch kein Wunder. Leider polterte die Federung auch akustisch unangenehm, zählen Dortmunds Straßen ja auch zu den Vernachlässigsten in unserem einst modernen Land.

Geliebt habe ich hingegen die Leichtigkeit der Mischung aus Carrera-Bahn, Autoscooter und Kart, die das Model 3 bei Kurvenfahrten an den Tag legt. Auf schönen, neuen Straßen gibt es kaum Agileres und nichts Angenehmeres.

Am letzten Mittwoch kam also dann mein neues Model Y Performance.

Kurz mal was zur Auslieferung in Dortmund. Dass diese an Schmucklosigkeit kaum zu überbieten ist, brauche ich hier ja niemandem mehr zu erzählen.
Die Mitarbeiter waren alle sehr freundlich und gefühlt kaum volljährig. Der junge Mann, der meine Übergabe betreute, erst seit 4 Tagen dabei. Entsprechend konnte ich mir die wenigen Fragen, die ich obschon einiger weniger Neuerungen seit 2020 auch sparen. Ich hab ja Euch, auch wenn man hier gern auf Threads mit 10.645 Beiträgen verweist, wenn ich Fragen habe, die schon öfter mal gestellt wurden. Meist macht dieser Hinweis mehr Mühe, als kurz die Frage zu beantworten, dafür vermittelt es einem aber das schöne Gefühl, endlich mal wieder streng erzogen worden zu sein.

Der junge Herr mit dem dreckigen, gelben Lappen, von ihm wollte ich ja kurz erzählen.
Er war sehr lieb und sicher auch schon stubenrein, die Konversation erfrischend jung und durchaus angenehm. Auch war er eher von der nervösen Sorte, fuchtelte er mit seinem staubigen Lumpen doch durchgehend hektisch von Dreckfleck zu Dreckfleck, um diesen mit möglichst viel Druck schnellstens wegzuschmirgeln.

Als ich auf die Felge mit dem fetten Bordsteinabrieb zeigte, setzte er auch dort seinen Feudel an, da war man dann endgültig überzeugt, dass er zuvor nicht beim Aufbereiter tätig war.
Die wenigen, echten Mängel (die zerstörte Felge, eine zerkratzte Zierleiste und ein Spoiler mit weißen Farbeinschlüssen, das wars zuerst) wurden auch nicht notiert.
Ich möge mich innerhalb von 24 Stunden per App beschweren. Das find ich etwas unprofessionell, aber wenns am Ende gut geht, soll es mir egal sein. Diesen Felgenkratzer nicht aufzunehmen, find ich eher spannend. Den kann ich mir schließlich auch auf den 15 Minuten Fahrt nach Hause geholt haben, wo ich die Schäden dann per App meldete.

Einzig ein ganz leicht flackerndes Display bei diffusen Lichtverhältnissen ist noch ein Punkt, den ich nachträglich hinzugefügt habe, sonst scheint das Auto in Ordnung zu sein.

Im Titel hab ich etwas gelogen. Ich habe kein 2024er-Modell abgeholt, mein Auto wurde im September 2023 gebaut. Direkt danach haben sie ihn neben einem Kohlekraftwerk abgestellt, wo er bis letzten Dienstag wohl auch stand.
Dann muss einer eben schnell bei einer freien Tanke durch die Waschanlage gefahren sein, das gute Sparprogramm für 6.99 geordert haben, um das Gefährt dann auch Platz 13, Reihe B zu stellen.
Entsprechend fand ich die Rückstände der letzten 5 Monate Industriegebiet zwar nicht auf den glatten Flächen, jedoch aber ist sämtlichen Fugen und vor Allem hinter den schönen, schwarzen Türgriffen. Ein leicht grün-gräulicher, dezent schmieriger Belag aus Staub und Moos. Allerdings nur hinten, vorne muss der Jungspund wohl schnell geschmirgelt haben.

So, das war jetzt die Realität und ich nehme solche Merkwürdigkeiten mit genau dem Humor hin, in dem ich sie hier auch beschrieben habe. Es ist mir egal, weil ich mein Auto ohnehin selbst in kürzester Zeit ähnlich zurichten werde.

Der Typ war niedlich, ich sorge mich nicht, dass die netten Menschen bei Tesla mir keine neue Felge geben werden und das Aufo funktioniert wunderbar.

Nun mal zum Unterschied zum alten Model 3.
Die Federung und Dämpfung ist erwachsen geworden, ich höre keinerlei Poltern mehr und die Dämpfung hat sich sehr verbessert. Dass er steinhart ist und hoppelt - nun gut, was soll ich von einem P-Modell schon Anderes erwarten. Dennoch ist das Model Y jetzt um Längen besser „gefedert“.

Ich hätte nicht das P-Modell genommen, wenn ich nicht befürchtet hätte, dass mir das LR nach dem Model 3 zu lahm ist. Ich habe Recht behalten.
Entgegen den schieren Messwerten kommt mir das M Y-P sogar lahmer vor, als das M 3-LR mit Boost, aber nur ein bisschen :wink: Und das Carrera-Bahn-Gefühl ist so gut wie weg, das ist wirklich etwas schade. Man merkt halt, dass die Kiste höher und schwerer ist.

Und er ist richtig leise. Viel weniger Innengeräusche, 60km/h kommen einem nicht mehr wie 75 vor, sondern eben wie 60. Übrigens: In ejner aktuellen Mercedes C-Klasse kommen einem 60km/h wie 40 vor, nur um aus meiner Sicht mal die Komfortunterschiede zu einer deutschen Premiummarke aufzuzeigen.

Etwas verblüfft bin ich von dem Mehrverbrauch, den ich bislang im Schnitt zu ertragen habe. Stand bei meinem Model 3 nach den letzten 80.000km ein Schnitt von 175Wh auf dem Display, sind es jetzt 210, trotz gedämpfter Fahrweise (weil ich einen neuen Hund habe) Ich hatte 190 erwartet, aber vielleicht gibt sich das ja noch, ist ja noch etwas kühl draußen.

Fazit: Ich bin sehr zufrieden, Tesla bleibt eine merkwürdige Firma und Gott sei Dank habe ich mir keinen BMW I4 gekauft, der auch mein Interesse geweckt hatte. Das Model 3 bleibt in der Familie, damit hab ich meinen Sohn sehr beglückt, denn er ahnte nix davon.

Und dann hätte ich noch ein, zwei Fragen zu den komischen Geräuschen, die mein Alter ja noch nicht machen konnte.

Ich kann ihn hupen und pupsen lassen, in diesem Kameramodus von der App aus, aber die Sache mit dem Mikrofon funktioniert nicht. Ich hab mal irgendwo gesehen, dass man etwas in die App sprechen kann und das Auto gibt es auf gruselige Weise an Passanten wieder.
Bekloppt und lustig, aber mein Auto kann das nicht. Ich drücke auf den Mikro-Button, ohne Ergebnis. Mach ich was falsch? Das Mikro ist freigeschalten.
Und: Kann man das Enterprise-Geräusch beim Rückwärtsfahren leiser machen, ändern, oder ausschalten?

Danke für die Geduld, wer bis hierher durchgehalten hat und einen schönen Abend noch.

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Das ist ein Materialfehler, wird im Rahmen der Garantie getauscht.

Das wird nur im Sommer mit sparsamem Fuß funktionieren. Gemessen an der Leistung aber immer noch unfassbar günstiges Autofahren (reine Verbrauchskosten).

Den Fehler haben wohl einige. Abwarten bis es hoffentlich irgendwann behoben ist - in der Praxis braucht das vermutlich eh niemand wirklich (nur zum Nachbarn beeindrucken).

Nein.

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Danke, amüsant geschrieben!

Dann gibt es zwische MY LR und P doch größere Verbrauchsunterschiede als ich dachte, denn mein MY LR braucht nur so viel wie dein M3:

Es kommt halt stark auf die Fahrweise an. Das MY braucht durch die größere Stirnfläche bei höheren Geschwindigkeiten eben deutlich mehr als das M3.

Mit meinem Model-S aus 2016 brauchte ich auf der Autobahn bei Tempo 120-140 genauso viel wie nun mit dem MYP aus 2023 (ca. 220wh/km).
Bei beiden waren auch 21" Reifen drauf, das macht auch nochmal 5-10% aus ggü. 19".
Fuhr ich mit dem MS noch schneller, brauchte es weniger als das MYP nun, und das obwohl es knapp 8 Jahre älter war.

Bei Tempo 100-110 brauche ich nun auch nur noch 170, den Verbrauch habe ich wenn es viele Baustellen usw gibt.

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Witzig, mein 2020er LR inkl Boost wurde auch durch nen MYP ersetzt, gleiche Einschätzung meinerseits.

Bereue den Wechsel allerdings keine Sekunde, man fühlt sich eine Klasse besser was Verarbeitung, Geräusche etc angeht.

Bin gespannt wie dir das Fahrwerk zusagt, ich überlege stark ua die Tein Dämpfer einzubauen da mir gerade im 30-50kmh Bereich die Gullideckel zu sehr durchschlagen. Sportliches fahren ist ebenso noch gut möglich.

Verbrauch hab ich auf 30.000km 18.7kwh und ich fahre nicht sehr stromsparend, das wird sich bei dir schon noch einpendeln.

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Dein „Enterprise“ Geräusch ist so gewollt und nennt sich „PWS“ - Pedestrian Warning System - und hat den Sinn Fußgänger zu warnen, welche das leise E-Auto sonst nicht hören. Im alten Model 3 war es noch nicht verpflichtend sondern nur als Retrofit verfügbar, mittlerweile ist es Pflicht bei Neuzulassungen seit einer Weile. Die Lautstärke ist so gewollt, gewöhnt man sich dran. Immerhin weiß man so immer ob der Rückwärtsgang auch drin ist :sweat_smile:

Finde ich genauso

Ich komme auch vom M3LR Boost zum MYP und finde das MYP presst (bei guten SoC und warmem Akku) von unten raus schon deutlich mehr, auf der Autobahn fühlt er sich vielleicht minimal träger an… Ich fahre aber gerne :slight_smile:

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Bei der Verarbeitung stimme ich voll und ganz zu, bei den Windgeräuschen meine ich war das Model 3 sogar etwas leiser.

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Der Schritt im Fahrwerk von C6 mit Hydraktiv III+ ist bei komfortorientierter Fahrweise ja zu jedem Auto riesig…
Bin selbst C5 mit Hydraktiv III+ gefahren.

Da müssen sich selbst Premiumhersteller mit Ihren Luftfahrwerken anstrengen.

Beim Y Performance macht natürlich nicht nur die Aerodynamik, sondern auch die Felgengröße beim Verbrauch einiges aus.
21" Felgen mit neuen Reifen wollen ja erstmal gerollt werden.

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Wie gesagt, mein Model 3 war noch von 2020, ohne Doppelverglasung und so.

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Kann mich nicht mehr erinnern ehrlich gesagt, mein Model 3 aus den USA war nicht ideal verarbeitet hatte mehr Windgeräusche, aber beim China Modell sah das dann schon wieder anders aus.

Ab 140kmh wird’s im MYP schon laut aber das hast du bei anderen Autos auch und Innsbruck Umgebung hat ja 100kmh auf der Autobahn daher bekomm ich das nicht so mit.

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Ah, ich hatte einen 2021er Chinesen… das erklärt das schon :smiley:

So … um nochmal auf die Mängel bei der Übergabe zurückzukommen …

Die Felge haben sie mir kostenlos getauscht, ohne Zicken, die zerkratzte Zierleiste auch.

Am flackernden Display haben sie nix gemacht, leider war heute strahlender Sonnenschein, da flackert es auch nicht. Das muss an einem Helligkeitssensor liegen, der diffuse Lichtverhältnisse nicht sauber regeln kann. Egal, wird schon so gehen.

Diese weißen Flecken auf dem Spoiler sind mit dem Lumpen des jungen Mannes ja nicht weggegangen, in der Waschanlage dann schon, was mich sehr erstaunte. Den haben sie dann natürlich nicht getauscht, logo.

Ich mag es bei Tesla in Dortmund herumzufahren, die jungen Menschen dort sind immer sehr lieb und zuvorkommend. Ich hatte auch Spaß mit dem Mädchen, das mir die Montage der Anhängerkupplung erklären wollte.
Ich solle mir einen Pfannenwender von meiner Frau leihen, um die Plastikverkleidung hinten aufzubekommen, so ihre Worte. Ich habe gar keine Frau, dafür aber einen eigenen Pfannenwender. Ich hab ihr ihre Männerfeindlichkeit auch nicht übel genommen, weil sie so niedlich war und wenn sie mal ne Bohrmaschine braucht, dann kann sie sie gern von mir borgen :slightly_smiling_face:

Einzig der komische Geruch, der seit der Aktion in meinem Auto steht, ist mir negativ aufgefallen. Es riecht nicht mehr nach Neuwagen, sondern nach irgendeinem Fett, oder so. Dabei haben die innen doch gar nichts gemacht. Hoffentlich geht das wieder weg.

Hat der Mechaniker im SeC vllt. den Döner versehentlich im Fußraum hinten liegen gelassen…? :face_with_peeking_eye:

madmax