TV-Tipp: "Das Märchen von der Elektro-Mobilität" (in D)

Jep, sehe ich auch so. Alles eher symbolisch…

Naja, ich hatte ja auch bewusst geschrieben: Überteuert mit kurzer Reichweite will niemand haben. Das nicht jeder für den täglichen Gebrauch lange Reichweiten braucht ist völlig klar. Doch die Logik steht bei sowas leider nicht immer im Vordergrund. Da wird dann auf der emotionalen Ebene mal schnell mit dem Thema „Reichweitenangst“ gespielt (siehe Beitrag). Dies nutzen auch die deutschen Autobauer indirekt aus. Man will im Moment gar nicht Autos mit +200 km Reichweite bauen. Das macht aus deren Sicht derzeit noch einfach keinen Sinn. Man macht sich doch selber keine Konkurrenz wenn man Rekordgewinne mit dem Rest der Flotte macht. Deswegen ist ja auch die Preisgestaltung bei BMW kein Zufall. Das Auto soll gar nicht preislich attraktiv sein. Das würde überhaupt nicht in das Konzept passen. Selbst wenn Sie das Auto deutlich günstiger anbieten könnten. Deswegen ist alles so wie es jetzt ist auch kein Zufall oder Unvermögen der deutschen Autobauer. Sie wollen es derzeit noch nicht anders.

Ich bleibe allerdings dabei, das man sich durch diese E-Autos der ersten Generation ein wenig den Ruf für die Zukunft verbaut oder zumindest Marktanteile in diesem künftigen Bereich abgeben wird. Es bleibt immer ein kleiner Nachgeschmack. Die Meinung vieler Leute (denen ich begegnet bin) ist doch heute schon das die meisten E-Auto eher hässlich sind und die Reichweite zu kurz ist. Wenn ich mit meinem Model S vorfahre heißt es oft: Das ist aber mal endlich ein schönes E-Auto. Meist kommt dann noch die skeptische Frage ob er denn wirklich 400km Reichweite hat. Daran sieht man, welche Meinungen über E-Autos so vorherrschen. Und die derzeitign Autoverkäufer verstärken dies meist noch. So sieht doch die Praxis aus…

Da gebe ich Dir grundsätzlich ja auch recht, Oliver P. Allerdings war mein „will niemand“ Kommentar nicht unbedingt nur auf dich bezogen. Und selbst mit Deiner Einschränkung halte ich es für falsch. Es gibt ja genügend i3 und e-Golf-Fahrer, bei denen ggf. auch (oder sogar besser) ein Zoe oder Leaf ausreichen würde (obwohl die Erstgenannten doch ein wenig mehr Assistenzsysteme bieten, wie z.B. ACC). Ich bleibe dabei: hier werden beim Argumentieren viel zu häufig Extreme verwendet. :wink: Das heißt aber eben nicht, dass die dargestellten Inhalte falsch wären.

Ich denke aber, der Markt wird es regeln. Sobald der erste Hersteller (z.B. Nissan) ihre Reichweite auf 300km NEFZ aufrüsten müssen alle anderen Nachziehen. Und sie werden es. Denn keine E-Fahrzeuge zu verkaufen ist absolut schlecht für die Hersteller: keine Flotten-CO2-Schönung und schlechtere Auslastung der Fixkosten.

Letztendlich zeichnet sich aber genau jetzt ab, was ich schon länger vermute: mit der Elektrorevolution wird es nur etwas, wenn die Großen mitmachen. Und da gibt es sehr wenige Firmen, die es grundsätzlich ernst meinen (v.a. mal Nissan/Renault). Aber PHEVs dürften nur bedingt lange halten als Lösung. Sie nützen vielleicht noch zur CO2-Schönung, aber nicht in jedem Land und jedem Markt. Kalifornien dürfte hier sehr bedeutsam werden, gerade jetzt wo sie die Regelungen noch einmal verschärfen wollen. China dagegen fördert ja PHEVs genau so wie die EU. Da wird sich erst mal bis auf starke Hybridisierung nicht so viel tun (die BYDs sind ja meines Wissens nach v.a. PHEVs).

Danke für den Tipp.

Ok, mit Superlativen/Extreme sollte man schon vorsichtig sein. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, das wir von den deutschen Autobauern in Bezug auf E-Mobilität (aus den genannten Gründen) nicht viel erwarten dürfen. Ich vermute ebenfalls das die Japaner (neben Tesla) uns bald zeigen werden, das auch mehr Reichweite zu bezahlbaren Kosten geht. Die Weiterentwicklung der Akkus wird dies schon alleine bald ermöglichen

Hier noch der Link. http://www.goingelectric.de/forum/goingelectric-crowdfunding/ Es ist jeder eingeladen, sich daran zu beteiligen. :slight_smile:

@Great_Cornholio:
Danke, da habe ich auch schon geschmökert. Sollte ich demnächst mal doch eine Ladestation brauchen kann ich sehr wahrscheinlich eine recht gute Lokation anbieten, direkt und mit keinen 6km Umweg auf der der Autobahnstrecke München-Ulm. :wink:

@Rest:
Also, wenn ich bei reinen BEVs einer Marke (außer Tesla) vertraue da was voranzutreiben, dann Nissan (inkl. Renault).


Danach gehe ich noch am ehesten von (erschlagt mich nicht wieder) VAG aus. Und ja, ich glaube auch, dass die derzeit gar nicht wirklich wollen. Aber es gibt eben drei Gründe für VAG, warum es ggf. für sie doch sinnvolle erscheinen könnte etwas zu tun, auch wenn sie eigentlich nicht wollen. Und ja, mir ist auch bekannt, dass VAG normalerweise drei bis fünf Jahre zu spät kommt (oder zu früh, wie beim Lupo 3L oder A2 3L). Dafür sind sie dann ganz schön effektiv (Beispiel SuV. Viel zu spät. Dann kam Cayenne und Tiguan…).

  1. Derzeit versucht VAG ja mit aller Macht bis 2020 an Toyota vorbei zu kommen was die Verkaufszahlen und die Marge angeht (letzteres scheint dabei eher sekundär). Da sie nun im BEV-Segment doch überraschend brauchbare Verkaufszahlen haben (z.B. der e-Golf in Norwegen) könnten sie hier doch etwas unfreiwillig mitziehen - wenn ihnen jedes Mittel Recht ist an Toyota vorbei zu ziehen. Und der Abstand zu Toyota ist gering genug, dass das Erobern von Marktanteilen so wie es Tesla tut ausreichend sein könnte hier eine Offensive sinnvoll erscheinen zu lassen.

Denn wie und wo will man denn in gesättigten Märken sonst noch so richtig wachsen? Die E-Mobilität wäre hier eine Lösung - Tesla macht es vor. Und auch für den US-Markt ist das alles relevant. Wenn bei den „teuren“ E-Mobilen jetzt auch noch die Marge besser wäre, dann könnte man vielleicht auch was bei dem schwerer erreichbaren Margenziel tun. Wenn die Zahlen stark genug sind wird das Management reagieren. Ist wie mit Hunden und einer Wurst. Die können nicht anders.

  1. Porsche und zu einem geringeren Teil die vorsprungseinfordernde Audi sind durch Tesla unter Druck (Audi derzeit vor allem mal PR-technisch) - und müssen eigentlich reagieren. Und wenn Porsche reagiert ist die Technik schlagartig serienreif und somit auch günstig für Audi verfügbar (bzw. wird zur „Kostenminimierung“ gleich auf zwei Kostenstellen aufgeteilt und gemeinsam entwickelt. Und genau so sieht es wohl derzeit mit dem Q6 e-Tron aus - der soll gleichzeitig von Audi und Porsche entwickelt werden…).

Und wenn es dann schon im Audi ist, warum nicht gleich den Passat damit ausstatten, um dem wachsenden Druck des ME von Tesla zu begegnen und auch hier (wie in #1) neue Marktanteile zu räubern? Und kurz nach dem Passat, so zeigt uns die Geschichte, kam bisher immer der Golf (wenn nicht sogar davor, siehe Golf GTE). Und wenn der Golf mal 300km am Stück fahren kann (real), dann ist die E-Mobilität zumindest mal in der EU beschlossene Sache - und alle Mitbewerber müssen reagieren.

  1. China ist für VAG zu bedeutend um es zu verschlafen. Das werden sie nicht. Die PHEVs dürften in China mit ihren Luftproblemen nur eine sehr kurze Sonderrolle spielen. Ich erwarte, dass sobald genügend Ladekapazität vorhanden ist China nur noch reine BEVs erlauben (bzw. bevorzugen) wird und PHEVs fallen lässt. Ähnliches zeichnet sich ja auch schon für Kalifornien ab. Um in diesen Märkten nicht auch noch Absatz zu verlieren muss VAG also ebenfalls nach vorne flüchten, wenn sie ihr eigenes Ziel bis 2020 erreichen wollen.

Somit könnte VAG etwas trotzdem zum unfreiwilligen Vorreiter werden - weil Tesla sie wie von Elon geplant praktisch dazu zwingt. Und „rationalisieren“ kann ein Manager sich das dann auch gut durch Skaleneffekte. Das kennen die VAG-Manager ja. Immerhin sind sie ja alle auf dem Trip „Kosten sparen durch konzernübergreifendes Teilen der Technik“. Da sind sie Meister, siehe Skoda.

Und VAG hätte auch die Kapitalgewalt dem SuC-Netzwerk etwas entgegenzustellen, und zwar extrem schnell. Immerhin sind sie in praktisch allen Ländern der Welt vertreten. Hier überall eine Taskforce aufzustellen und loszupflastern ist für die doch ein Klacks. Zudem könnte man sich gleich noch in einigen Ländern - in denen Tesla noch garnicht ist - als absolut innovativer E-Pionier vorstellen, z.B. in ABC (Argentiien-Brasilien-Chile), Südafrika oder Indien (im VAG-Expansionsplan ist das gar nicht mal so unwichtig heißt es ja).

Einen positiven Nebeneffekt dürfte das auch noch haben: sobald VAG genügend Zellen benötigt wird schon aufgrund der Transportkosten wohl eine Zellfertigung in die EU, evtl. sogar nach Deutschland wandern. Ist ja eigentlich egal welcher Firmenname draußen drauf steht (Panasonic, Samsung, LG, Tesla…). In den neuen Bundesländern ist noch genügend Platz für so was.

Kann natürlich auch ganz anders sein. Ich habe ja keine Glaskugel. Aber das hat hier niemand. :wink:

Edit: kleinere Aufräumarbeiten in der Textwand.

Toller Post, Naheris!
Mal sehen, was die nächsten zwölf Monate bringen werden.

Danke für das Lob :slight_smile:

Ich gehe eigentlich von 60 Monaten aus bis sich merklich was getan hat. Aber in 12-24 Monaten werden wir sehen, ob die Reise endlich losgeht - und wohin. :slight_smile:

Ich war gestern beim Checken einer Ladestation bei einem grösseren VW Betrieb und kam mit einem (offensichtlich senioreren) Mitarbeiter ins Gespräch über Elektromobilität. Ua. Jene im VAG Konzern. Er sagte unter vielen anderen Dingen, man sei (seit Monaten) dabei einen kleinen Rotationskolbenmotor (vulgo Wankel) als Stromgenerator für einen Elektroantrieb zu evaluieren/entwickeln/testen…

Kennt das jemand? Will VAG tatsächlich einen seriellen Hybrid oder ein EV mit einem solchem Range Extender herausbringen?

Hat ein Wankel bessere Eigenschaften als Generatorantrieb als ein „Hubkolbenmotor“?

Hab ich mir auchschon mal gedacht. Als seriellen Antrieb. Ist leiser.

Sind Wankelmotoren nicht auch für ihre Leistung kompakter?

Wankelmotoren können extrem klein gebaut werden und haben wenige bewegliche teile.
Auch die Motorsteuerung (Software) ist einfach. Normalerweise sind sie aber alles andere als sparsam im Verbrauch.

Es gibt grundsätzlich einige Vorteile für einen Range Extender mit einem Wankelmotor, so läüft ein 1-Scheiben Wankelmotor viel vibrationsfreier als ein entsprechend großer 2 Zylinder Hubkolben, auch bei Gewicht und Bauvolumen gibt es Vorteile.

Versuche dahin laufen viele , z.B AVL:

fuerex.eu/userdata/file/2013 … .01.30.pdf

Auch Audi hat damit geliebäugelt, unser lieber Herr Piech hats gestoppt:

heise.de/autos/artikel/Wanke … 43757.html

Aber grundsätzlich möglich und allemal besser als der Rollermotor im I3

Und damit bauen sie einen Kleinwagen mit 50km elektrisch und 200km RE?
Nicht, weil es besser ist, sondern weil man keine größeren Akkus im Sortiment hat.

Da wird einem Angst und Bange, ob der mangelnden Handlungsfähigkeit.

… war schon 2007 angekündigt …

[url]Audi A1 Hybrid Coming to Tokyo

Vorsprung durch Ankündigung halt … Damals währ das ein Kracher gewesen , aber nach Tesla … Gääähhhhnnn …

Nachtrag: … wurde vom „Marktführer“ VW blockiert … weil passt nicht in den Baukasten !!

Von dem gleichen P…er kam dann der Spruch „sowas hätte ich von Ihnen erwartet“ in Richtung Audi Vorstand !!

Kann mir eigentlich jemand verraten, wo man - wie BMW - einen Zuschuss für eine Ladestation bekommen kann? Wenn ich es richtig verstanden habe, dann haben die 900.000 Euro (in Worten: Neunhunderttausend) dafür bekommen.

Ich möchte demnächst auch eine Ladestation für unsere Ferienwohnungsgäste und sonstige Strandbesucher aufbauen - und ich würde mich mit der Hälfte zufrieden geben. Weiß da jemand was?

Ciao,
Gerhard

Es hat auch jeder der 3 grossen Deutschen Autohersteller lt. der Sendung hunderte Millionen an Steuergeldern zur Herstellung von Autos bekommen.

Finde den Fehler…

Umgelegt auf eine andere Branche wäre das in etwa CocaCola bekomt Förderung in irren Höhen zur Entwicklung eines neuen Getränks? Wohl eher nicht.

IMHO ist diese Förderung der BMW Ladesäule und der Förderung der Autohersteller bei Ihrem Kerngeschäft ein perfektes Beispiel von an Gruseligkeit kaum zu überbietendem Lobbying.

Verflechtung Politik und Wirtschaft vom Feinsten. Zum Kotzen.

Und das Beste: Es wird nicht mal was draus :laughing:

Generell verstehe ich sowieso nicht warum Konzerne - egal wer, egal wo - auch nur einen einzigen Cent gefördert bekommen. Startups und Ideen gehören gefördert nicht die die schon mehr als genug haben.

Startups werden nicht gefördert. Die haben nämlich noch keinen Erfolg gehabt. Dafür kann ich gerne mehrere Beispiele liefern, die ich selber bei dem Thema erlebt habe. Sehr frustrierend wenn man dann solche Dinge sieht. Bei uns ging es nur um einen mittleren fünfstelligen Betrag. Vielleicht hätte ich mehr verlangen sollen. :wink:

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr kann ich nur den Kopf schütteln. BMW - ja, das sind die mit den Milliardengewinnen - dieses BMW ist sich nicht zu blöde, wegen 900.000 Euro einen staatlichen Zuschuss zu beantragen. Das wäre mir ja sowas von peinlich…

Meine Frau hat die Sendung auch gesehen - und sie kauft jetzt vermutlich keinen Mini mehr in ihrem Leben.

Immer noch kopfschüttelnd…

Ciao,
Gerhard

Diese „Datenbank“ von der die Rede war könnte hier sein:
[url]Search of the Europarl website | European Parliament