TheNewMotion gewinnt Ausschreibung in Berlin

Was mich aufregt? Dass er ein sein subventioniertes Luxusauto samt seiner subventionierten Infrastruktur als positives Beispiel für unsubventioniert funktionierende Infrastruktur darstellt. Im Going Electric Forum tauchten in den letzten Wochen dafür zwei User auf, für die erstmals ein Elektroauto leistbar wird - jetzt, da es die Drillinge für unter 10.000 Euro auf dem Gebrauchtmarkt gibt. Denen soll er mal erklären, dass sie mit ihrer Staatsgläubigkeit und ihrer Hoffnung auf öffentliche Ladeinfrastruktur aufhören und lieber ein Model S für 100.000 Euro kaufen sollen - das aber auch nur deshalb nur 100.000 kostet, weil es in zahlreichen Ländern subventioniert wird.

„Check your privilege“ fällt mir dazu nur ein.

Warum wird hier immer auf der persönlichen Ebene rumgehackt ?
Ich denke das Thema ist objektiv interessant genug, dass man es da auch belassen kann. :sunglasses:

Ich frage mich schon länger, mit welchem Weg der Staat E-Mobility fördern kann. Eine fertige Infrsstruktur mit schnellen Lademöglichkriten wäre schick, aber so wie es gerade aussieht, gibt es schon keine Einigung, welches das richtige System ist :confused:

Günstigere Autos, die sich mehr Menschen leisten können wäre auch toll, fairerweise muss man aber zugeben, dass auch 35.000 € nicht das ist, was die Mehrheit für ein Auto ausgeben kann und will.

Also konstruktiv: wie fördert man E-Mobility effektiv ?

Ach bitte, wenn die Preise dann bei 35000 angekommen sind für entsprechenden Fahrzeuge verkauft es sich von alleine.
Und einfachere EVs wird es bald viel günstiger geben.
Diejenigen welche es sich nicht leisten können, werden vom Gebrauchtwagenmarkt eine Auswahl haben. Wie jetzt.

Ja, Tesla profitiert aktuell recht ordentlich von den staatlichen Förderungen in der Welt, und die SuC Prämie beim Kaufpreis deckt - zumindest in Deutschland - den Aufbau der Infrastruktur nicht.

Aber: Tesla würde auch mit einem günstigeren Auto die SuC bauen (müssen). Und langfristig wird sich das auch refinanzieren, selbst wenn es nur dazu dient, den breiten Markteintritt zu schaffen und das Model3 irgendwann an den Käufer zu bringen.

Mit 100.000 € und Privilegien hat das m.M. nach nicht viel zu tun.

Es gibt kein Geschäftsmodell um 22 kw AC Ladeinfrastruktur wirtschaftlich zu betreiben - insofern hat TeeKay inhaltlich recht.
Ich halte es bei dem Thema wie Elon Musk in Bezug auf Batterie Technologie - wenn jemand eine Idee hat, dann soll er sich melden und eine konkrete Beschreibung liefern.

Wenn man sich mit der Ausschreibung beschäftigt, so ist diese leider in technischen und konzeptionellen Details extrem zweifelhaft.

Die SuC sind für längere Fahrten und stehen an Autobahnen. Sie werden nie alle Ladevorgänge abdecken, zur Zeit nicht und schon gar nicht, wenn Tesla den Absatz erhöht.
Hier geht es um Ladevorgänge in einer Großstadt, möglichst da, wo die Autos eh länger stehen.
Der Hinweis auf nicht subventioniert Infrastruktur von Tesla macht hier wenig Sinn.

Das Argument war ja nicht, dass Tesla es machen soll, sondern ein finanzstarker Hersteller/Stromkonzern, der von steigender E-Mobilität profitieren könnte. Tesla wurde nur als Beispiel genannt, dass es sich rechnen würde.

Noch einmal: Genau das ist völlig falsch, Tesla baut keine Ladeinfrastruktur in Großstädten. Selbst wenn sich SuC rechnen würden, was völlig unbewiesen ist und mindestens auch etwas mit den Verkauf von Autos zu tun hat, was einen Stromkonzern nicht interessiert, selbst dann ist das kein vernünftiges Beispiel.

Ich bin da argumentativ auf Deiner Seite, wollte nur sagen, wie es zu der Diskussion kam.

Natürlich gibt es ein Modell. Stellt die Säulen optimal auf und finanziert sie über die Strafzettel der Falschparker. Dann hat man nicht nur eine Finanzierung sondern auch eine optimale Abdeckung und einen Kaufanreiz für E-Mobile. Win Win Win

35.000€ für ein reines EV? Ich habe ein Angebot für den eGolf vorliegen für 27.200€ netto. Wenn die Reichweite nicht bei 150km sondern bei 300km liegen würde, hätten wir bereits mehrere im Fuhrpark. Reichweite und Schnarchladung sind jedoch ausschlaggebende Gründe diese Anschaffung derzeit noch nicht zu tätigen.

Genau das ist doch der Punkt: Derzeit gibt es kein BEV am (deutschen) Markt, das es sicher über 300km schafft und 35.000 € kostet :wink:

nicht nur Strafzettel, aktive Parkraumbewirtschaftung für die Ladestandorte mit abschleppen, das Geschäftsmodell beherrschen Supermärkte in Hamburg auch.

Danke.

Der Model 3 von Tesla wird mehr sein wie ein VW Golf :unamused:

Tesla wird vermutlich nie einfache, billige Autos verkaufen.

Und es ist ja nicht nur die Reichweite welche zählt, sondern viele andere Dinge an einem Fahrzeug, siehe Model S.

Okay - das finde ich eine interessante Information. Hat jemand Daten dazu wieviele der bestehenden Ladestationen (ohne DSK und private LS) staatlich subventioniert wurden, bzw. durch direkte staatliche Investitionen erstellt wurden? Ich habe letzte Woche in München an einer RWE Säule geladen, da habe ich keinen Hinweis auf Förderung drauf gefunden…

Also mein MS wurde nicht subventioniert - ich habe den vollen Listenpreis bezahlt. Ja - und der deutsche Staat erlässt mir die KFZ Steuer. Innovationen finden in aller Regel im nicht so preissensitiven Marktsegmenten an. Das war und ist schon immer so - hat was mit economies of scale zu tun. Daran sehe ich nichts Verwerfliches oder Abgehobenes.
Ich möchte nochmal einen Gedanken in die Diskussion bringen um klar zu machen was ich meine: vor Jahren haben wir für den Zugang zum Internet hohe Gebühren gezahlt. Die Telecom Unternehmen haben sich gefragt wie können wir vom Infrastrukturanbieter zum Inhalteanbieter werden, da die hohen Zugangsgebühren auf Dauer nicht zu halten waren. Gleichzeitig wurden die Netze massiv ausgebaut und alle fragten sich - wer soll diese Bandbreite jemals sinnvoll nutzen. Das war vor ca. 15-20 Jahren. Alles passierte nur auf der Basis privater Investitionen ohne staatliche Subventionen. Der Staat hat sich darauf beschränkt den Wettbewerb zuzulassen. Und heute: Internetzugang ist über Flatrates um Faktoren schneller und billiger - nahezu kostenlos. Die Idee Inhalteanbieter zu werden ist für die Telecom Unternehmen gescheitert (Die TELEKOM verkauft ihre Inhaltefirmen xxx24 an Springer). Die Geschäftsmodelle haben sich gewandelt und die Telecom Unternehmen verdienen mit ihrer Infrastruktur gutes Geld - ohne Zugangsgebühren.
Was macht euch so sicher, dass der Markt kein Geschäftsmodell findet über das das AC Laden von Elektrofahrzeugen ein profitables Geschäft wird?! Sicher ist wenn das Geschäftsmodel darauf basieren soll den einzelnen Ladevorgang an sich durch den Verkauf der KWh profitabel zu machen - wird das nur über staatliche Subventionen gehen. Aber wer sagt denn, dass das das einzige denkbare Geschäftsmodel ist und bleibt? Mit der Logik hätte man vor 20 Jahren auch eine Subventionierung des Internetzugangs verlangen können…

Du glaubst ernsthaft, Du hättest Dein Model S zu diesem Preis und zu diesem Zeitpunkt in Deutschland kaufen können, wenn es nicht die sehr unmarktwirtschaftliche Politik in Kalifornien, USA insgesamt, Norwegen und Holland gegeben hätte? Ich verfolge Eure engagierte Grundsatzdebatte hier mit großem Interesse, und es gibt ein paar Punkte, wo ihr aneinander vorbei redet. Dieses ist einer davon.

Ja klar - unter der Annahme dass auch ohne die Subventionen in Norwegen und den USA genügend Käufer für das MS am Markt sind… Denn es geht doch betriebswirtschaftlich nur um die Absatzmenge. Und alle behaupten doch, dass die Nachfrage größer als das technisch mögliche Angebot von Tesla ist… Was hat unter diesen Bedingungen dann der Kaufanreiz in Norwegen mit dem Preis in Deutschland zu tun?!

Das sehe ich auch so.
Was hat der Model S Preis ( große Ausstattung wohlgemerkt ) von 100.000.-€ hier in D mit den Subventionen in CA , NO oder NL zu tun? Wenn dort dann der Wagen im Vgl. nur noch 80 oder gar 60-70 T€ kostet?
Eure Argumentation würde ja bedeuten, wenn es in besagten Ländern keine Subvention gegeben hätte, wir alle, dort und hier, je mindestens 120-130 T€ hätten bezahlen müssen .
Kann irgendwie nicht so sein.

… nur mal so als Idee: der Staat könnte doch problemlos ein Bündel von sinnvollen Maßnahmen ergreifen:

  1. eine klare und deutliche stufenweise Verschärfung der Co2 Grenzwerte für die nächsten 10-15 Jahre (Bepreisung des freien Guts „saubere Luft“ / warum sollten die Automobilhersteller keine Co2 Abgabe zahlen???)
  2. eine Vorgabe für den diskriminierunsgfreien Zugang zu Ladesäulen und einen technischen Mindeststandard -> siehe auch Diskussion hier im Bord zu CCS
  3. eine Vorgabe, dass wer Elektrofahrzeuge auf den Markt Deutschland / Europa bringen will die dafür erforderliche Ladeinfrastruktur bereitstellen oder vertraglich gesichert nachweisen muss

Wie das dann passiert, wo gebaut wird, wie die Abrechnung erfolgt bleibt dem Markt überlassen…

Schlagt mich nicht - ist ja nur so eine Idee.
Und by the way: gegen zeitlich begrenzte staatliche Kaufanreize habe ich nichts. Bin mir nur nicht sicher ob die sozialpolitisch nicht diejenigen unterstützen, die eigenltich keine Unterstützung brauchen - auch wenn sie - siehe PV - sehr effektiv sind…

Nein. Es würde bedeuten, dass Tesla in ganz Europa nur eine Handvoll Autos hätte absetzen können. Eine mögliche Konsequenz hätte sein können, dass sie gar nicht (oder erst sehr viel später) überhaupt anfangen, den europäischen Markt zu bedienen. Von Amerika aus den europäischen Kontinent zu erschließen, erfordert ein ziemlich großes up-front Investment (Typ-Zulassungen für jedes einzelne Land, Shipping, Personal und Räume für Sales, Support, Werkstätten, Ersatzteilversorgung…). Die Entscheidung dafür, dieses Investment zu diesem Zeitpunkt zu machen, wurde durch die Politik in Norwegen und Holland sicher nicht erschwert… Um nur mal einen möglichen Aspekt herauszugreifen, wie die dortige Politik die Verfügbarkeit Deines Model S mit beeinflusst haben könnte. Ganz genau werden wir die Kausalitäten natürlich nie feststellen können, egal wie lange wir diskutieren, aber die Annahme, dass die Pro-EV-Politik in anderen Ländern völlig ohne Einfluss auf das Angebot in Deutschland ist, erscheint mir etwas naiv.

Anderes Beispiel: Supercharger. Sicher helfen die Supercharger an deutschen Autobahnen beim Verkauf von Teslas in Deutschland. Aber hätte dieser Ausbau ohne die Niederländer und Norweger, die mit ihren Autos nach Süden reisen wollen, wirklich genauso forciert stattgefunden? Und welche Auswirkungen hätte das dann auf den deutschen Markt gehabt? Wir können nur spekulieren…