Hallo zusammen,
ich habe da mal ne Frage.
Ich werde wohl irgendwann unseren ersten E-Fahrzeug bekommen. Mein Plan ist es, via Wallbox zu tanken.
Aber dann komme ich schnell über die 80% Stromverbrauch vom Vorjahr. Also sind alle gekniffen die sich nach Sept. 2022 nen E-Wagen anschaffen, da der Stromverbrauch explodiert. Sehe ich das Falsch, oder gibt es da nen paar sinnvolle Tipps und Tricks, für neue E-Fahrer???
LG Dirk
Ja , siehst du richtig. Das fällt in die Kategorie „Pech gehabt“… im Grunde genommen, wäre es sogar besser gewesen im letzten Jahr noch mehr Strom zu nutzen und dann erst dieses Jahr mit dem Sparen anfangen… hat man letztes Jahr schon gespart, ist man vielleicht schon auf 80% vom 2021 Verbrauch gekommen… jetzt davon nochmal 20% wegsparen, damit man nicht über die gedeckelte Stromenge hinweg kommt, dürfte bei dem einen oder anderen schwierig werden…
Gibt noch mehr Sonderfälle. Bei mir ist der Opa gestorben im April. Haus stand leer das ganze Jahr. Ab nächstem Jahr will ich das nutzen… was meinst was das für ein jährlicher Stromverbrauch war? Genau, fast nix…
Solche „Härtefälle“ sollen allerdings auch bedacht werden. Z.B. bei Installation einer Wärmepumpe, evtl. auch bei Anschaffung eines E-Autos. Ist soweit ich weiß aber noch nicht ganz klar für welche Fälle es hier Ausnahmen gibt.
Ich denke dann kann man den Punkt 11 berücksichtigen.
Eine Lösung wäre ein Wechsel zu Tibber.
Du zahlst dort als monatlichen Grundbetrag 3,99 € an Tibber, die Messstellengebühr (ca. 7 €) sowie ansonsten Börsenstrompreis zzgl. Steuern und Netzentgelte (derzeit je nach Netzbetreiber ca.15 Cent pro kWh) .
Du hast dort die Chance unter 40 Cent im Monat zu kommen, insbesondere wenn Du mit der stundenweisen Abrechnung zu verbrauchsgünstigen Zeiten lädst.
Kommst Du darüber, greift die Strompreisbremse und die Differenz wird Dir im nächsten Monat erstattet.
Durch die gesunkenen Strompreise besteht derzeit zumindest eine gute Möglichkeit einige Monate unter die 40 Cent zu kommen und damit nicht nur die Jahrespreise des Versorgers zu unterbieten, sondern auch einige Monate weniger wie 40 Cent zu bezahlen.
Dann spielt der Vorjahresverbrauch am Ende keine Rolle mehr.
Es ist natürlich auch eine kleine Spekulation, weil keiner weiß, in welche Richtung es in den nächsten Monaten geht.Bei Tibber kannst Du aber sehr kurzfristig wieder kündigen.
Zwischen den Jahren waren die Durchschnittspreise einschließlich Steuern und Netzgebühren bei 18 Cent, derzeit sind es 31 Cent.
Es schwankt natürlich immer ein bisschen je nach Wind und Sonne und dem Betrieb der französischen Atomkraftwerke (ob sie Strom brauchen oder Überschuss haben) und natürlich auch ob viel teurer fossiler Strom benötigt wird.
Aber ich vermute mal und hoffe es natürlich, dass die Preise zum Laden nachts wohl in den nächsten Wochen meistens unter 40 Cent bleiben wird.
Mein Stromanbieter ist auf 51 Cent gestiegen und mein Verbrauch 2022 ist trotz Photovoltaikanlage gegenüber dem Vorjahr auch um 30 Prozent höher als 2021, weil die Fahrleistungen gestiegen sind. Insofern bin ich in einer ähnlichen Situation.
Eine weitere Möglichkeit ist auch, dem Netzbetreiber plausibel den zu erwartenden Mehrverbrauch gegenüber dem Vorjahr darzulegen. Du meldest ja auch Deine Wallbox dort an.
Dort dürfte es dann hinsichtlich der Verbrauchsprognose auch Spielräume geben.
eher Punkt 10
„Neue Wärmepumpen und Ladeeinrichtungen für Elektroautos müssen dem Netzbetreiber ohnehin mitgeteilt werden. Daraufhin wird der Verteilnetzbetreiber in der Regel die Jahresverbrauchsprognose anpassen, das Entlastungskontingent erhöht sich automatisch.“
Voraussetzung man hat halt 0815 Stromzähler und noch keinen „Intelligenten“
Wie berechnet sich eigentlich ganz konkret die Jahresverbrauchsprognose? Ich kapiere es nicht. Und wer macht das? Der Stromanbieter?
Was ich gefunden habe ist dass es sich aus dem Abschlag von September 2022 berechnen soll, also ((Abschlag September 22 - Grundgebühr)/Arbeitspreis)*12? Ich finde im Internet nirgends wie es konkret berechnet wird, die Beispielrechnungen beginnen immer mit dem ermittelten Verbrauch.
Ich habe zum letzten Mal im Februar 2021 einen Zählerstand übermittelt. Wir haben auch 2022 eine 11kW Wallbox angemeldet aber ich habe nirgends gefunden, ob und wie das in die Prognose eingehen würde.
Kann man seine Jahresverbrauchsprognose irgendwo einsehen?
Für die Prognose würde ich den Anbieter kontaktieren, dieser muss Dir ja sagen können mit welchem Durchschnitt er die 80% berechnet. Ich glaube aber, dass das erst ab März (Rückwirkend bis Januar) angewandt wird.
Die Wallbox fließt laut
mit ein.
Punkt 10
Neue Wärmepumpen und Ladeeinrichtungen für Elektroautos müssen dem
Netzbetreiber ohnehin mitgeteilt werden. Daraufhin wird der Verteilnetzbetreiber in der
Regel die Jahresverbrauchsprognose anpassen, das Entlastungskontingent erhöht sich
automatisch.
Hierzu habe ich meinem Anbieter meine Fahrleistung pro Jahr mitgeteilt, auch wenn für mich die Strompreisbremse aktuell nicht zählt.
Vielen Dank für die ausführliche und schnelle Antwort. Wer ist da der Ansprechpartner, der lokale Netzbetreiber, oder der Stromanbieter?
In meinem Fall habe ich meine jährliche Fahrleistung dem Stromanbieter mitgeteilt, dürfte bei Dir nicht anders sein.