Roadster Batterie retten

Ich möchte dieses Thema noch einmal nach oben schieben, denn es ist bald Winter und die meisten Roadster werden jetzt eingemottet.

An erster Stelle möchte ich euch die Angst vor einer langsam sterbenden Fahrbatterie nehmen, solange ein Roadster Strom bekommt, passiert da nix (Voraussetzung ist eine PEM mit vollständig intakten Isolierungen). Wir hatten schon Roadster mit weit über 400 tKm und der ersten Batterie - zugegebenermassen mit einem CaC unter 100, aber stabil gebalanced und immer noch gut für 150 Km - was immer noch ausreicht für die Triumph-Fahrt zur Eisdiele :wink:

Bitte NICHT den Storage-Modus einstellen, AUSSCHLIESSLICH den Standard-Modus und am Besten mit 10A.
Sollte euer 220V Ladekabel noch den kleinen schwarzen Kasten mit blauem und grünem Gummiknopf haben: Das ist ein FI (Fehlerstrom Schutzschalter), den hierzulande kein Mensch braucht, da jedes Haus einen FI hat. Dieser FI ist der Grund für mindestens die Hälfte aller tiefentladenen Batterien (wirklich !).

Mein Tipp: Geht zum Elektriker eures Vertrauens, lasst das Dingen abschrauben und den Schukostecker direkt ans Kabel - wer den FI aus Originalitätsgründen behalten will soll es tun, aber nicht im Ladekabel !
Warum ? Die Kabelenden im FI sind erstmal ohne Ader-Endhülsen aufgelegt (eigentlich nicht zulässig…), dann neigen sie zur Oxidation und lösen den FI aus - wer dann nicht regelmäßig nach seinem Schätzchen kuckt oder per OVMS reinkucken kann, hat dann nach drei, vier Monaten schonmal die A-Karte gezogen…
Wer noch ein funktionierendes UMC hat kann das ja nehmen, ansonsten mit Sharp-Adapter an einer Wallbox geht natürlich auch klar.

Achtung: Ist das ESS tiefenentladen, bitte keinerlei Fummeleien oder Basteleien mit irgendwelchen lustigen Ladegeräten oder gar „Labor-Netzteilen“ von Alibaba über die einzelnen Sheets, das endet für die Batterie i.d.R. wenn nicht gleich dann auf Dauer tödlich (…es soll Leute geben, die regelmäßig in der Wüste parallell zum „Burning Man“ ein „Burning Roadster“ Festival haben…).
Ein „einfaches“ Laden der Sheets mit Nennspannung (z.B. geregelten 37Volt) funktioniert so nicht, wir sprechen in einem Sheet von 9 Blöcken (á 69 Einzelzellen), die balanciert geladen werden müssen. Die einzelnen Blöcke nehmen die Spannung unterschiedlich auf und laufen beim unbalancierten Laden so weit auseinander, daß später, nach vermeintlich geglückter Reanimation die Sheet eigenen Balancerboards es nicht mehr schaffen, die Zellen zu balancieren. Der Effekt muß nicht gleich ein Totalausfall sein, i.d.R. aber z.B. unkorrekte Reichweitenberechnung, zu frühes Abschalten beim Laden trotz eines scheinbar tollen CaC usw. Leider hatten wir in der letzten Zeit vermehrt Roadster mit Batterien, die falsch wieder „hochgezogen“ wurden…
Ein ESS vergisst das übrigens nicht, die maximale und minimale Ladespannung wird für jeden Brick in der Batterie gespeichert - jetzt die gute Nachricht: JA, die Produktion der Batterien für Roadster ist brandaktuell wieder angelaufen (das weiß ich aus erster Hand, allerdings ist Warten angesagt…). Den Tausch auf eine neue Batterie (es gibt nur noch 3.0 mit 80 kW) wird ausschliesslich in den SeC‘s gemacht, wer mit einer offensichtlich falsch geladenen Batterie zum Termin auftaucht, wird wieder weggeschickt und kriegt kein neues ESS :man_shrugging:

Ach ja, die „kleine“ Batterie nicht vergessen, das ist die vorne rechts, im Radhaus vor dem Vorderrad. Die sollte vor dem Winter geprüft werden. Bitte nicht eingebaut (bzw. angeschlossen) nachladen, das könnte das Switchpack killen…

Gruß aus Nordhessen !

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