Reichweitenmodus / Range mode

Nein hat man nicht. Auf Kurzstrecke sogar im Gegenteil, da der Materialstress durch das ständige erwärmen und abkühlen geringer ausfällt, da die Batterie bei über -10°C nicht aktiv beheizt wird. Und ganz nebenbei bleiben die Verbräuche mit 175 bis 250 Wh/km im normalen Bereich, anstatt dass der 5.5 kW Durchlauferhitzer deinen Verbrauch unnötigerweise in Regionen von 400 bis 500 Wh/km treibt. Das BMS kümmert sich um den Rest, so wird z.B. falls nötig einwenig gewärmt bevor geladen wird, oder die Rekuperation ist begrenzt.

Hier im Forum fahren viele mit Reichweitenmodus herum. Wenn du gerne auch im Winter möglichst viel Rekuperation haben möchtest, lade am besten so, dass der gewünschte Ladestand erst kurz vor Abfahrt erreicht wird. Dann hast du beides :wink:

Soll der Akku nicht auch weniger gekühlt werden wenn der Reichweitenmodus an ist? Das könnte sich ja evtl. schon minimal negativ auf den Akku auswirken, wenn er deutlich wärmer ist als bei Reichweitenmodus aus.

Bevor etwas negativ für den Akku ist, greift das BMS unabhängig vom Range-Mode ein.

Negativ für den Akku ist sowohl das stehen sowie jeder Zyklus und da kann das BMS auch nichts machen.

Will damit nur sagen, dass das BMS den „Schaden“ immer nur begrenzen kann. Und es aus meiner Sicht mit Sicherheit bei eingeschaltenem Rangemode einfach einen grösseren Kompromiss eingeht und näher an die Grenzen geht. (Im Sommer ein paar Grad mehr im Akku, im Winter weniger)
Ob sich das auf Dauer auf die Kapazität niederschlägt kann niemand von uns sagen aber positiv ist es sicher nicht.

Warum jemand permanent mit Rangemode on fährt auch wenn er die paar KM gar nicht braucht, kann ich mir nicht erklären.

Wenn ich nur extreme Kurzstrecke fahren würde, dann würde ich darüber nachdenken.
Aber ansonsten überwiegen doch die Nachteile. (Angeblich höherer Reifenverschleiss vorne, ein wenig mehr Stress für den Akku, Heizleistung…)

Das kann ich Dir sagen: ich fahre mit range mode an, damit ich von Wien aus auf dem Weg nach Franken nicht zweimal oder gar dreimal zum Laden anhalten muß. Meine Mitfahrerin ningelt ohnehin schon rum, daß man überhaupt zum Laden anhalten muß, wir brauchen so für die 500km eine halbe Stunde länger als vorher mit dem fetten Benz. Wir fahren morgen nach Feierabend mal wieder übers Wochenende in die alte Heimat und damit mein kleiner 70D das schafft, werde ich morgens den range mode ausmachen wenn wir nach Wien-Hütteldorf ins Parkhaus fahren, damit der Akku etwas vorgeheizt wird. Am Nachmittag werde ich 2h früher Feierabend machen und im Parkhaus den Akku an der vorhandenen 11kW-Säule möglichst vollladen, den Wagen und den Akku derweilen mitheizen und beim Losfahren den range mode wieder anmachen. Dann reichen die 343km bei 100% hoffentlich auch im Winter für die 310km nach Hengersberg, von wo aus es ja nur noch 180km bis Nürnberg sind, da reicht eine gute halbe Stunde aufladen.

Ergänzung: natürlich reichen die 343 typischen Kilometer bei 100% bis nach Hengersberg, aber ich soll ja auch 130 fahren wo es erlaubt ist und auf dem 140er-Abschnitt bitte auch 140. Ich habe mit dem abr ausführliche Berechnungen angestellt - es lohnt sich nicht, in Österreich das Tempolimit zu überreizen und dafür in St.Valentin nachladen zu müssen. Es bringt auch höchstens fünf Minuten Ersparnis, in Hengersberg nur auf 50% zu laden und in Regensburg nochmal und dafür auf deutscher Seite auch mal 180 zu fahren, wenn es die Verkehrs- und Rechtslage erlaubt.

Das sehe ich anders, denn was du als „extreme Kurzstrecke“ bezeichnest ist bei einem solch effizienten Antriebsstrang locker mal 30-50km, vorher wird da ohne Zuheizen nicht viel warm. Wenn man im Winter in den Fahrzeugen aller Marken mal hinhört, wie die Armaturenbretter bei Erwärmung des Innenraums fröhlich vor sich hin knacken und mit etwas Physik (Ausdehnung bei Wärme, Zusammenziehen bei Erkalten) ist für mich schnell klar, dass ich lieber dem Akku etwas weniger Leistung abverlange, als dass ich ihn (ausser auf Langstrecke oder im Gebirge) unnötigerweise erwärme nur um ihn am Ziel gleich wieder abkühlen zu lassen.

Die Reduzierte Heizleistung bemerke ich nicht, ok ich fühle mich auch bei 18-20° C und nicht bei 24° C wohl. Und ein Schaden am Akku wird durch begrenzte Rekuperation bzw. unabhängig von RM on/off erfolgtes Zuheizen vor Ladebeginn effektiv verhindert. Da bleibt nur die paar Grad mehr, welche im Sommer zugestanden werden. Deshalb mache ich im Sommer den RM für gewöhnlich ja auch aus, auch wenn am SuC so oder so die Lüfter auf voller Drehzahl laufen (und das Setting womöglich ohnehin übergangen wird um kein #rapidgate zu haben).

Abgesehen davon ist die „Wohlfühltemperatur“ für einen Akku nunmal eine ganz andere als für den Menschen. 50°C sind z.B. überhaupt kein Problem und gar notwendig um maximale Leistung zu erreichen , solange die Zellen nicht dauerhaft so gelagert werden.

+1

Ich fahre fast ausschließlich mit range mode on. Im Prinzip aus fast den gleichen Überlegungen heraus wie tornado. Und schlecht für den Akku kann das offensichtlich nicht sein, da mein Akku in den Charts des MaxRange Tesla Battery Survey oberhalb des Durchschnittes bei der Degradation liegt.
Und „extreme Kurzstrecke“ fahre ich (auch in dieser Jahreszeit) mit dem Rad oder dem ÖPNV. :wink:

Naja, das Knacken der Amaturenbretter liegt aber auch am extremen Temperaturgefälle im Material in sehr kurzer Zeit. Die Heizluft, die da durchströmt, hat schnell mal über 60 Grad. Der Akku wird viel langsamer erwärmt. Aber es stimmt natürlich, auf Kurzstrecke (< 30 km) lohnt es sich überhaupt nicht. Ansonsten gilt, Akku möglichst im optimalen Temperaturbereich betreiben, dann hält er am längsten. 1 C aus eine gefrorenen Akku abfordern bei 30% SOC ist schon heftiger Stress für die Zellen. Und 1 C liegt schnell an.

Quelle?

Tesla lässt ja 3 C (240 kW) oder mehr zu…

Diese These halte ich für unbewiesen. Gerade in der Doktorarbeit von Peter Keil gibt es Hinweise das es selbst bei einer Temperatur von 10° C beim Laden also auch beim Entladen eine höhere Degradation gibt als wenn dies alles bei 25° C geschieht.

Wenn das Heizen nicht für die Akkugesundheit nötig ist warum heizt dann Tesla die Batterie?

Klar findet das auch statt dass die Reku-Begrenzung Weg geht und auch dass das Laden schneller geht. Aber letztlich ist das auch ein Ritt auf der Rasierklinge. Seit ein paar Jahren schränkt Tesla die Leistung bei kalten Temperaturen immer mehr ein. Die Anzeige der Reku-Begrenzung ist zwar bei 15°C Batterietemperatur weg, aber im BMS ist noch lange nicht die maximale Ladeleistung freigeschaltet.

Ich halte den eingeschalteten Range Mode bei kalten Temperaturen für schädlich, insbesonders beim Laden, auch wenn die Ladeleistung reduziert ist. Meiner Meinung nach dürfte erst ab einer Batterietemperatur von 0° C mit geringem und mit der Temperatur sehr langsam ansteigendem Strom geladen werden. Bei eingeschaltetem Range Mode wird aber erst unter -10° C die Batterie geheizt. Ich vermute dass selbst bei ausgeschaltem Range Mode die Ladeleistung in Abhängigkeit von der Temperatur ein Kompromiss ist, damit man nicht ewig auf das Laden warten muss.

Ich habe deshalb schon im letzten Winter die Ladestrategie umgestellt, indem ich den Range Mode abgeschaltet habe, gleich abends nach der Heimkehr mit warmer Batterie lade, und morgens dann mit MAX vorheize, wobei bei kalter Temperatur dann auch das Batterieheizsymbol erscheint. Bei einer Außentemperatur um 0° C hat die Batterie dann bei der Abfahrt eine Temperatur von 8-12° C erreicht.

Die Batteriegesundheit sind mir die paar kWh für das Vorheizen der Batterie wert. Wenn ich sehe wie Tesla die Versuche eine Tauschbatterie bei immer schwächerer Batterie zu bekommen abwimmelt, dann möchte ich wenigstens alles getan haben um die Degradation in Grenzen zu halten. Die aus dem BNS ausgelesen nominale Kapazität hat sich jedenfalls seit dem letzten Jahr außer geringen Schwankungen nicht mehr verändert.

Tesla hat jetzt kurzfristig wegen des Isolationsfehler meiner Batterie eine schlechtere Batterie eingebaut, aber sie werden diese hoffentlich bald so wie in den Garantiebedingungen beschrieben wieder gegen meine alte Batterie oder eine mindestens gleichwertige austauschen.

ich merke, dass ich sowohl die pro, als auch die contra-argumente für mich als gut empfinde und somit eigentlich überfordert bin „zu wissen“, was denn nun gut ist…

Für mich war der Reifenverschleiß vorne mit seinen Folgen das Killerargument, da ich es so im ersten Sommer erlebt habe. :astonished:

Das betrifft meines Wissens nach aber das Beheizen der Batterie im normalen Betrieb. Beim Laden, speziell DC, wird die Batterie schon bei höheren Temperaturen, also geringerer Kälte beheizt. Und das unabhängig von der Einstellung des range mode. So zumindest mein Wissensstand.

Ich beziehe mich nur auf AC. Bei DC wird meines Wissens bei niedrigen Temperaturen immer geheizt.

Volle DC Ladegeschwindigkeit wird meiner Erfahrung nach erst ab 30° C Batterietemperatur erreicht. Dies ist aber im Winter bei normaler Fahrt kaum zu erreichen. Erst nach dem ersten SuC kommt man darüber.

Das ist wohl wahr! Die paar Euro an Strom die man mit den Reichweitenmodus spart fressen die Vorderreifen mehr als auf… :cry:

Das hier war für mich bisher die schlüssigste Aufstellung der Parameter. Demnach wird beim Laden unter 0°C (alle Werte logischerweise Akku-, und nicht Außentemperatur) der Akku beheizt, unabhängfig von range mode on/off und AC oder DC. Im normalen Betrieb gelten die unterschiedlichen Grenzwerte 8°C / -10°C in den beiden range modi. Kann sich aber in einem der zahlreichen FW-updates auch schon wieder geändert haben.

Dass das X in range mode on Reifen „frißt“ ist äußerst unschön und sollte doch auch per FW zu ändern sein?

Ist es ja, brauchst nur auf „Off“ zu stellen. :mrgreen:
Ich habe den Range Mode vor 3 Jahren 2 x ganz kurz ausprobiert. Ich sehe keinerlei Vorteil darin, die Nachteile wurden schon zigmal erklärt. Wenn es auf diese letzten Kilometer ankäme, dann nehme ich den Fuß vom Gas.
LGH

Ok dann für dich: wenn man im Winter oft Kurzstrecke fährt, wie zb ich 10 km einfach ins Büro, heizt man mit RM off völlig sinnlos denn Akku hoch, der dann nicht mal warm ist bei Ankunft. Verbrauch so >350 kWh/km auf besagten 10 km. Mit RM on eher 250 kWh/km auf der selben Strecke. Ob auf dieser Strecke die Reifen gefressen werden oder doch eher auf der Autobahn weiß ich nicht. Wenn der Stadtverkehr die Reifen frisst, lasse ich den RM vielleicht künftig aus. Die Akkuheizung ist dann auf der kurzen Strecke aber weiterhin völlig sinnlos. Was ich eigentlich bräuchte wäre „4WD an, Akkuheizung aus“

Zum Reifenthema:
Ich meine auch irgendwo mal gelesen zu haben, dass der Antrieb in Abhängigkeit der Temperatur ebenfalls variiert wird. Wenn ich mich nicht irre werden ist unter Null Grad Außentemperatur der Antrieb bei aktivierten/deaktiviertem Reichweitenmodus gleich.
Da es mir ähnlich geht wie George, aktiviere ich in der kälteren Zeit auch den Reichweitenmodus.

Aber bitte lasst das hier jetzt nicht zum Glaubenskrieg ausarten. Es wäre schön, wenn wir hier nur Fakten zusammentragen könnten und dann kann jeder für sich entscheiden, wann er was aktiviert oder nicht.

Ich glaube kaum, dass der Wagen dadurch mehr Reifenverschleiss generiert. Womöglich fällt dieser vornehmlich an einer Achse an, muss man halt den zweiten Winter oder mal zwischendrin kurz vorne/hinten tauschen.