Wird das hier nicht beschrieben, wie es funktioniert?
Im folgenden möchte ich kurz beschreiben, wie ich bei mir PV Überschussladen mit zwei Solaredge Wechselrichtern, einer SolarEdge Hausbatterie, einer Easee Wallbox in HomeAssistant realisiert habe.
Analog lässt sich die Herangehensweise in HomeAssistant sicherlich auf beliebige Komponenten übertragen, sodass man sich teure Zusatzhardware für PV Überschussladen oftmals sparen kann, wenn man seine Hardware in HomeAssistant integriert.
Herausforderungen, Konzept & Besonderheiten
Meine PV Anlage hat 14,76 kWp. Das führt gerade an Tagen mit leichten Kumulus-Wolken dazu, dass die PV Leistung oft zwischen wenigen kW (1-3 kW) und einer hohen kW Anzahl hin und herspringt, wenn sich eine Wolke dazwischenschiebt. Gleichzeitig kann meine Hausbatterie mit bis zu 5kW ge- oder entladen werden. Wir haben also prinzipiell einen Puffer von 5 kW in beide Richtungen, wenn mal eine Wolke kommt.
Gleichzeitig möchte ich verhindern, dass die Hausbatterie, wenn sie schon auf oder nahe 100% ist, kurzzeitig um wenige Prozentpunkte entladen wird, um dann direkt wieder auf 100% geladen zu werden. Sowas mögen gerade LFP Zellen garnicht. Daher habe ich einen kleinen Helfer in HomeAssistant eingefügt, der sich “LFP Safe Mode” nennt. Sobald der Ladestand der Hausbatterie 100% erreicht, ist das PV Überschussladen deutlich konservativer. Im LFP Safe Mode speise ich lieber etwas mehr ins Netz ein, als die Batterie ständig etwas zu entladen und dann wieder auf 100% zu geben, wenn sich eine kleine Wolke dazwischengeschoben hat.
Sonderfall SolarEdge:
Speziell bei SolarEdge in HomeAssistant ist wichtig, dass man eine lokale Modbus-Integration wählt. Es gibt mehrere SolarEdge Integration. Die Hauptintegration “SolarEdge” verwendet dabei die SolarEdge Cloud. Leider wird hier der Status nur alle 15 Minuten vom SolarEdge Server abgerufen, was eine viel zu geringe Auflösung für das Handling von Wolken bedeutet. Daher benötigt man eine Integration, die sich die Daten direkt vom Wechselrichter in höherer Auflösung abruft, ohne den Umweg über die SolarEdge Server zu nehmen.
Ich verwende hierfür “SolarEdge Modbus Multi”. Speziell beim Setup mit mehreren Wechselrichtern muss man hier aber gewisse Werte noch miteinander verrechnen, um die Kombination beider Wechselrichter zu bekommen. Falls ihr hier Hilfe benötigt, meldet euch gerne, dann kann ich das auch noch genauer beschreiben.
So habe ich das Ganze in HomeAssistant realisiert:
Automatisierungen in HomeAssistant:
- Ampere Regelung
Triggert minütlich, sofern
- PV Überschussladen erwünscht (Schalter im Dashboard)
- LFP SafeMode aus (Hausbatterie nicht nahe oder auf 100%)
- Auto lädt gerade auf
Dann berechne ich die gewünschte Amperezahl so, dass das was in die Hausbatterie geladen wird plus Einspeiseleistung minus einem Puffer von 400 Watt für die Wallbox zur Verfügung steht und passe die Ampereleistung der Easee-Wallbox an.
Trigger: Hausbatterieladeleistung + Netzeinspeisung für 10 Minuten über 3 kW, sofern
sofern
- PV Überschussladen erwünscht (Schalter im Dashboard)
- LFP SafeMode aus (Hausbatterie nicht nahe oder auf 100%)
- Auto an Wallbox angeschlossen und “Wartet auf Ladestart”
→ Start mit 6A Ladeleistung. Das kann dazu führen, dass erstmal etwas aus der Batterie entladen wird, ist aber nicht tragisch, da die Hausbatterie ab dem Frühjahr eh fast nie leer wird. Habe in einer anderen Automatisierung noch ein Limit, welches das Laden generell stoppt, wenn die Hausbatterie unter einen Schwellwert fällt, welchen man im Dashboard dynamisch einstellen kann.
Trigger:
- Aus der Hausbatterie wird für vier Minuten mehr als 4kW entnommen, oder
- Netzbezug über 500 Watt
sofern PV Überschussladen aktiv.
Dann wird das PV Überschussladen gestoppt.
→ Nur wenn für mehr als 10 Minuten mehr als 4,2 kW Überschuss da ist.
→ Sofort, sobald mehr als 100 Watt aus der Hausbatterie entnommen werden.
Falls für irgendjemanden der Sourcecode in .yaml interessant sein sollte, meldet euch gerne.