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Planung einer Wallbox mit Wärmepumpenstrom (unterbrechbare Verbrauchseinrichtung)

Liebe Community,

Ich baue gerade ein Haus und plane jetzt die Elektroinstallation. Folgende Vorraussetzungen sind gegeben:

  • Luft-Wasser Wärmepumpe (unterbrechbar, Verbrauch ca. 2000kWh/a)
  • Model-3 (ca. 40.000km/a an heimischer Wallbox nachzuladen)

Ein unterbrechbarer Zähler kostet bei Naturstrom 7,90€ im Monat zusätzlich. Dafür fällt der Preis pro kWh um 4,5ct. Das lohnt sich also ab einem Verbrauch von ca. 2100kWh/a. Ich würde grob 400€ im Jahr sparen, dadurch würden sich auch Mehrkosten bei der Installation schnell amortisieren.

Bisher habe ich Anfragen gestellt:

  • Bei Naturstrom: Abrechnung der Wallbox über den Wärmepumpentarif ist kein Problem, vorrausgesetzt der Netzbetreiber stimmt dem Anschluss der Wallbox zu.
  • Beim Netzbetreiber: Anschluss der Wallbox als unterbrechbare Verbrauchseinrichtung (gleich Wärmepumpe) ist kein Problem.

Bevor ich das aber umsetzte brauche ich noch Euren Rat:

  1. Habe ich noch einen Denkfehler / etwas nicht bedacht?
  2. Welche Leitungen sollte ich zur Wallbox legen lassen (zusätzlich zum Strom)?
  3. Sollte ich eine besondere Elektroinstallation vorsehen, die das Laden bei Lastabwurf „soft“ beendet, oder kann man einfach im Betrieb über einen Schütz trennen (lassen)?
  4. Welche Wallbox ist denn überhaupt geeignet? Gibt es Probleme, wenn die regelmäßig vom Strom getrennt wird? Ich würde wohl eigentlich jeden Tag genau dann anstöpseln, wenn die Wallbox gerade stromlos ist. Gibt das Probleme mit dem Laden?

Danke für Euren Input!
Euer @pschwed

Das Model 3 wird bei 40.000km etwa 10.000 kWh verbrauchen. Quasi vollständige Ladung über Wallbox oder gibt es noch andere geplante Ladepunkte (Arbeitgeber)?

Der Verbrauch der WP erscheint mir dazu im Vergleich sehr gering, bist Du Dir bei den 2.000kWh sicher?

Was ist mit PV? Wenn Du neues Haus planst, ist doch bestimmt eine PV geplant. Deren Ertrag mindert dann natürlich den von Lichtblick bezogenen Strom, lohn es sich dann immer noch?

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Ich lebe in Schleswig-Holstein. 2000KW ist in der Tat ziemlich optimistisch gerechnet. Ich habe ein 132qm KFW-40-Haus, dass p.a. 2250KW-2500KW benötigt. Ist ne NIBE F1255PC mit passiver Fussbodenkühlung im Sommer als Erdwärmepumpe mit zentraler Zu- und Abluftmodul inkl. WRG (86% Effizienz). Ist eine Tiefenbohrung mit 99m Tiefe, die nur 2-3m vom Haus weg ist. Gesamt JAZ liegt zwischen 4,8-4.9. Habe über den lokalen Stadtwerke eine KFW-zertifizierten Wärmepumpentarif mit 2 Zählern, wo ich die Wallbox inkl. 4 Stündigen Sperrzeiten mit Abrechnen darf. Grundgebühr liegt bei 78 Euro im Jahr und Strompreis bei 21 cent pro kWh zur Zeit, statt regulär 31 cent bei uns.
Wenn der Rundzähler vom Versorger ein Signal zur Unterbrechung bekommt, dann kann der Elektriker das so einstellen ,dass der den Stromfluss halbiert, statt ganz abzuschalten. Muss man mit dem E-Installateur halt vorher besprechen, oder man lädt über Nacht. Nachts wird nie abgeschaltet ,sondern meist tagsüber. Habe nen GO-E Charger Homefix 11KW als Wallbox, der behält seine Einstellungen, wenn der Stromlos gemacht wird, da man den über die APP per WLAN bequem konfigurieren kann. Man kann sämtliche Ladezeiten , Zähler per RFID Chip, Stromstärken Einstellungen und optionales PV-Überschuss-Laden konfigurieren. Hast du ne Überdachung für die Wallbox, oder steht die frei? Wenn Carport oder Garage vorhanden, dann sollte man sicherlich zusätzliche Stromleitungen wegen Steckdosen usw. gleich mit legen lassen. An deiner Stelle würde ich für die Wallbox eine Leitung legen lassen, die auch für 22KW Leistung ausreichend ist. Der Preisunterschied spielt dabei kaum ne Rolle mehr, aber du hättest später die Möglichkeit ne zweite 11KW Box zu installieren ohne Lastmanagement, sofern der Versorger das abnickt. Die Freigabe sollte man sich vorher beim Versorger schriftlich geben, um keinen Ärger später zubekommen. Bis 11KW ist anmeldepflichtig. Ab 11KW ist genehmigungspflichtig. In meinen Fall hätte ich ne Freigabe bis 30KW gehabt. PV habe ich bislang nicht im Einsatz, da Amortisationzeit länger als die Haltbarkeit der PV-Zellen wäre. Wirtschaftlich gesehen macht es in Relation zum Kostenaufwand keinen Sinn. Meine Meinung.

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Die PV wäre das einzige an deinem neuem Haus, was wirklich Geld verdient, zudem Dir die Bank die ganze PV-Anlage nach spätestens 11 Jahren mit Hilfe Ihrer Erträgen schenkt.
Ich verstehe nicht wie du auf eine solche lange Amortisationszeit von > 30 Jahren kommst.

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Es gibt 2 Möglichkeiten. Wenn man jetzt PV installiert bekommt man nur ne Vergütung von 8 cent / Kwh fürs Einspeisen. Das ist das einzige, was tatsächlich Geld bringt. Darüber brauchen wir wohl nicht reden, dass der Jahresertrag nicht sonderlich viel abwirft. Genau genommen komme ich nie auf nen grünen Zweig, wenn ich den Strom einspeise, weil die Entstehungkosten liegen im Schnitt bei 10 cent. D.h ich verkaufe den Strom 20% unter Wert. Wenn ich das Dach vollknalle dann brauche ich ewig, bis ich die Investitonskosten von bspweise 10-12T € ohne Speicher reinbekomme. Wer es aus reiner Ideologie macht ,soll es gerne machen, aber rechnen tut sich es nie, da PV auch Alterbedingt degradiert usw.

Die andere populäre Möglichkeit , wäre den selbst erstanden Strom selbst zu Verbrauchen. Man rechnet im Schnitt ca. 10-11 Cent Entstehungskosten. Das bedeutet meine Ersparnis zu meinen 21 cent ohne PV über den Versorger wäre meine Dividende. Sind dann zum og. Bsp statt 8 cent dann 3 cent mehr pro/KWh, die ich einspare um sie gegen die PV-Investion gegenzurechnen.
Ich weiss dass jetzt von mir eine allgemeine Behauptung ist, da ohne konkrete Zahlen, aber Fakt ist, wenn der Strompreis nicht mindestens doppelt so teuer ist wie jetzt in meinem Beispiel, dann rechnet der sich der Aufwand noch nicht.
Anders sieht es aus, wenn man vor 10 Jahren ne PV installiert hat und die höhere Einspeisegebühren von damals garantiert über 20 Jahre bekommt, aber auch sowas ist ja nur zeitlich begrenzt wirtschaftlich. Wenn man sehr hohen Eigenverbrauch hat, dann ist evtl. eine Möglichkeit, die man durchrechnen muss. Wer aber nen geringen Eigenverbrauch hat nützt PV wenig.

Die Herstellungskosten eine 10kWp Anlage mit 1000kWh/kWp und €1000/kWp betragen bei 20 Jahre Nutzungsdauer 5ct/kWh.
Also bitte noch mal so einfach die Herstellungskosten einfach mal so doppelt so hoch anzusetzen, damit das eigene Gefühl bestätigt wird und der ganze Eindruck völlig verzerrt wird.

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Wenn sie solche Preise veranschlagen können, dann hätten sie in der Tat Recht. Meine aktuellen Marktrecherchen ergaben, da andere Zahlen, da ich auch die Wartungskosten mit einrechnen muss, alles andere wäre schön gerechnet.

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Für eine 30kWp zahlt man nicht mehr als €800/kWp.
Natürlich kann man den Preis eine PV-Anlage beliebig nach oben treiben. Aber eine Standardanlage kann man zu diesen Preisen ohne Probleme realisieren.

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Ich lese ueberall von Wartungskosten bei PV Anlagen, meine hatte seit 2013 keinerlei Wartung und selbst in der Wohngebaeudeversicherung ist sie mit drin. Falls man Wechselrichterersatz als Wartung sieht - hatte ich bis dato noch nicht. Habe ca. 1600 Euro /kwp bezahlt und komme jetzt nach 8 Jahren bald in die Amortisation. Eigenverbrauch ist ne tolle Geschichte, m.E. je geringer die Einspeiseverguetung umso mehr macht es Sinn ein E-Auto zu laden , um den Eigenverbrauch zu maximieren -speziell durch Wegfall der EEG Umlage bei Eigenverbrauch. Dies auch bei WP-Strom 8 cent (entgangene Einspeisung) versus 21 cent ist halt schon eine signifikante Differenz. WP - Zaehler habe ich auch, aber die PV ist am Normalstrom dran, ergo nur bedingt sinnvoll, weil es entweder Eigenverbrauch oder WP-Tarif bedeutet. Eine OpenWb habe ich seit kurzem auch, um die Ladelast der PV Leistung anzupassen.

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HAst du mal konkrete Angebote? IM PV Forum sind solche Preise doch durchaus schwer zu finden!

PV ist deine Beste Chance deinen Strompreis im Griff zu haben.
Wartung gibts defakto nicht, wer Wartung bezahlt selbst schuld bei Haus Anlagen.

Wechselrichter ein zweiter vielleicht in 10-12 Jahren, da kostet der aber auch weniger.

Frägst einfach mal diverse Firmen an sie sollen dir ein Angebot machen, musst ja keinem erzählen das du mehrere hast. Wenn paar Angebote hast, versuche zu handeln :smiley:

Je nachdem ob eure Elektriker auch gerade goldene Löffel benutzen ist das Angebot dann passend. Speicher lohnt in den meisten fällen nicht.
Dein Elektroauto ist dein Speicher und Hauptverbraucher

Viel Glück :slight_smile:

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Ich bleibe dabei, dass die meisten sich das immer noch schön rechnen. Wenn man den Eigenverbrauch fürs Auto damit versucht abzudecken, bedeutet es dass man Auto tagsüber Zuhause haben muss. Für den Pendler der das Auto nichts tagsüber Zuhause hat ist bringt das nix.Im Winter habe ich ebenfalls kaum Ertrag. Da wären wir dann beim Thema Speicher, der dann den autarkiegrad auf bis zu 70% erhöhen kann, wenn man dann richtig hochrüstet. So ein 3DC System mit allen drum und dran liegt dann bei 2400-2500€ pro kwp . Diese Gesamtsystemkosten verschechtern ebenfalls den Return of Invest erheblich.Und Man muss dann immer noch ein Drittel vom Versorger beziehen.

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Ich befürchte, dass @AirTesla sich nicht überzeugen lässt😉
@Eberhard stimme ich zu 100% zu.
Was gibt es schöneres, nach der Arbeit im Garten zu sitzen, dass Model 3 nuckelt 8kw aus der Wallbox, die Gartenpumpe läuft und die Wärmepumpe kühlt aktiv das Haus….alles für lau.
Ich finds total geil und freue mich darüber!
Natürlich sieht es im Winter anders aus, aber dann läuft die Gartenpumpe ja auch nich😂

Fakt ist: es steht und fällt mit den Investitionskosten der PV.
In meinem Fall waren es 960€ p. KWP für 14 KWP

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Ich freue mich natürlich, dass hier so ausführlich über PV diskutiert wird. In meinem Fall bin ich aber eher bei @AirTesla. Aus folgenden Gründen:

  • ich lade meinen Tesla nachts, weil ich tagsüber arbeite. Hier bräuchte ich also einen Speicher, der den Preis pro erzeugter kWh erheblich verteuert
  • durch den Hausbau habe ich die Investitionskosten für die PV-Anlage nicht mehr auf der hohen Kante. Hier fallen also Bankzinsen an, die man auch auf den Strompreis umlegen muss
  • Mein Haus hat keine besonders große Dachfläche und ist auch für PV nicht gut ausgerichtet. Der Ertrag würde also meinen Verbrauch selbst im Sommer nicht decken.

Natürlich habe ich mir vorher ein Angebot von 3DC durchrechnen lassen. Das Ergebnis war wie erwartet: Amortisation tritt frühestens nach 20 Jahren ein, aber auch nur, wenn bis dahin keine Defekte auftreten. Das war mir insgesamt zu heikel und so bleibt das Dach (erst mal) nackig.

Jetzt aber mal zurück zur Wallbox (PV oder WP, ist ja eigentlich egal!):

Wie habt ihr die denn angeschlossen? Sobald der Netzbetreiber oder die PV Anlage abschaltet, wird die ja stromlos gesetzt. @AirTesla, Du lässt deine GO-E also einfach mitten während der Ladung unter Last trennen, oder wie kann ich mir das vorstellen? Und was passiert, wenn man ansteckt, während die Wallbox gerade stromlos ist? Das wäre bei mir eigentlich jeden Tag der Fall und ich hätte Angst, dass der Tesla dann einschläft und nicht über Nacht lädt, weil er gar nicht merkt, dass irgendwann wieder Strom da ist.

Ich plane mit ca. 40tkm an der heimischen Wallbox plus weitere 20tkm an Superchargern. Du hast es also völlig richtig erkannt: Das Model 3 wird den Löwenanteil an Strom verbrauchen, deshalb ist es für mich ja auch so extrem wichtig, dass ich für die Wallbox den vergünstigten Arbeitspreis von 21-23ct bekomme.

@pschwed
Wer sich von den Anbietern was „durchrechnen“ lässt, ist selber schuld :wink:

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Ja, leider hat nicht jeder die Möglichkeit oder die Kenntnisse, so eine Anlage selbst zu planen und zu bauen. Für Nacht-Lader mit hohen Ladehüben ist aber eine Sache ganz klar: Ohne Speicher geht es nicht. Und dieser Speicher ändert die Kalkulation erheblich.

Ich habe derzeit geplant, 6mm2 über ca. 10m in meine Garage zu verlegen. Eine Freigabe für 11kW habe ich auch schon schriftlich.

Aber was ist mit Datenleitungen? Brauche ich noch z.B. Cat7 zusätzlich? Oder Steuerleitungen?

Die Wallbox braucht sie aktuell nicht - aber sie fressen kein Stroh, wenn schon gebaut wird, dann verleg ein oder besser gleich zwei IP-Kabel.

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Leg dir einfach ein ausreichend dimensioniertes Leerrohr in die Garage/Carport! Zum Beispiel KG Rohr mit 100er Durchmesser.

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