Hallo,
da ich vermute, dass ich hier nicht der Einzige bin, der mit dem Problem der der photovoltaik-abhängigen Ladung seines Teslas kämpft, möchte ich meine Erfahrungen hier einmal kundtun:
Ausgangssituation:
Ein Tesla Model 3, gut 200m² Flachdach am Arbeitsplatz, ein Tesla Wallconnector und ein Smarthome mit openhab.
Der TWC hängt bereits an einem Schütz, der vom Smarthome gesteuert wird und so komplett stromlos nach Feierabend geschaltet wird, da er frei zugänglich ist.
Nun kam eine 9,9kWp-Anlage von Solaredge dazu. Sie hat Leistungsoptimierer an allen 32 Modulen und einen zusätzlichen Modbus-Zähler von Solaredge verbaut.
Der TWC kann von Haus aus keine fremdgesteuerte Ladung durchführen. Man kann aber bis zu vier TWC an einem Anschluss betreiben. Einer ist dann der Master und drei sind Slaves. Diesen Umstand nutzt der „TWC Manger“. Der eigene TWC wird durch den Drehschalter auf „F“ zum Slave gemacht und der „TWC Manager“ ist eine Linux-Software, die auf einen „Raspberry Pi Zero W“ installiert wird und die Steuerung übernimmt. Ich habe den Raspberry nicht in den TWC sondern in einen Verteilerkasten daneben gebaut. Man benötigt einen RS485-USB-Dongle für die 2-Draht-Verbindung zum TWC. Die ersten vier 3-EUR-China-Dongle funktionierten nicht, obwohl sie bei einigen Leuten funktionieren. Nach 4 vergeblichen Tagen habe ich die Dongle-Empfehlung der TWC-Manager-Installationsanleitung für 30 EUR bestellt. Ich habe sie angeschlossen und sofort stand die Kommunikation.
Nun war ich in der Lage den Ladestrom auf einer Webpage des TWC-Managers einzustellen. Er unterstützt nur 0,6,8,10,13 und 17 Ampere. Das reicht aber vollkommen aus. Das nächste Problem war die Ladeleistung. Normalerweise lade ich 3-phasig und kann so von ca. 4,1 bis 11 kW regeln. Das ist aber ungünstig, wenn man weniger als 4 kW solare Leistung hat. Es musste also ein zweiter Schütz her, der 2 Phasen des TWC schaltet (in Reihe zum ersten Schütz). Nun kann ich den Bereich 1,38 bis 11 kW abdecken. Die Umschaltung zwischen ein- oder dreiphasig sollte nicht während des Ladens erfolgen!
Nur wie kann mein openhab dem TWC-Manger den Ladestrom mitteilen? Hierzu gibt es einen http-request, der bei mir so aussieht:
sendHttpGetRequest(„http://192.168.1.164/index.php?&nonScheduledAmpsMax=„+(SollLadestrom.state)+“&submit=Save“)
Nun brauche ich die Daten vom Solaredge-Wechselrichter. Für obenhab gibt es ein fertiges Binding, das über eine Web-Anwendung die Abfrage ermöglicht. Dies hat aber zwei Nachteile, die es unbrauchbar machen. Erstens sind die Werte nicht in Echtzeit und zweitens gibt es eine Begrenzung auf 300 Abfragen pro Tag. Die 300 Abfragen waren bereits vor Sonnenaufgang erreicht .
Aber der Modbus-Zähler lässt sich über den Wechselrichter auslesen, wenn die Funktion im Wechselrichter aktiviert wurde. Dies hat einige Tage gedauert, da ich als Endanwender keinen Zugang zu diesen Einstellungen habe und der Installateur es auch nicht wirklich wusste. Letztlich hat der Solaredge-Support die Funktion aus der Ferne aktiviert. Es folgen noch einige Stunden Probier- und Programmierzeit bis ich alle 5 Sekunden einen Leistungswert des Wechselrichters erhalte.
Ich kann nun in einem manuellen Modus den Ladestrom per PC/Handy regeln oder im Automatik-Modus der Photovoltaik folgen. Dazu habe ich noch eine Sommer-/Winterprogrammierung mit unterschiedlichen Schwellen. Im Winter sollen möglichst 100% Photovoltaikstrom ins Auto wandern (plus Zukauf) und im Sommer soll nur Photovoltaikstrom ins Auto gehen (ohne Zukauf).
Im Moment mache ich alle drei Minuten einen Abgleich von Lade- und Solarleistung. Ein wenig Feintuning wird sicher noch nötig sein.
Das Ganze geht, wird aber nie eine plug-and-play-Lösuung werden
Grüße
Stefan aus Düren