Petition zu Balkonkraftwerken

Moin,

wer es noch nicht anders mitgekommen hat: Von Andreas gibt es eine Petition, die die Vorschläge zur „Entbürokratisierung“ von Balkonkraftwerken unterstützt:

Petitionen: Petition 146290 (bundestag.de)

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Sry aber totaler Schwachsinn diese Petition.

Eine Seite ausfüllen, Netzbetreiber/messstellenbetreiber kommt und tauscht den Zähler kostenfrei (dazu ist er nach MSBG verpflichtet)

Wo ist da jetzt eine bürokratische Hürde?

Wenn der Zähler sich rückwärts drehen dürfte, wäre das eine Umgehung der netzentgelte obwohl man in dem bezugsmoment ja das netzt belastet hat.

Die 800w sind auch langsam eine Grenze die kritisch wird ohne das eine Firma das ganze einbauen muss, wird die Sicherung des Stromkreises nicht getauscht wird im idealmoment eine Leistung von 3600w + 800w = 4400w über eine Steckdose nutzbar was zur Überlastung dieser führt und im schlimmsten Fall zum Brand führt.

Den Überschuss bekommt man seit diesem Jahr auch nach EEG vergütet (den Verzicht muss man nicht akzeptieren)
Letztes Jahr war das noch anders da man mit einem klassischen Micro Wechselrichter die 70% Regelung nach EEG nicht erfüllen konnte.

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Nun, über 38000 Mitzeichner sehen das anders als Du.
Aber wie Du magst.

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Das ist der Grund weshalb Normen und Vorschriften von Fachleuten erarbeitet werden und nicht von Menschen die an der YouTube Uni studiert haben, und auch keinen Überblick über den ganzen Netzbetrieb haben.

Bei dem Punkt mit der Privilegierung an Balkonen in Weg’s stimme ich aber voll und ganz zu

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Das ist alles nur Theorie praktisch gibt es keine Geräte die per Schuko so viel ziehen.
Und wann, wie lange bringt so ein BKW die 800Watt?
Werden nicht eh schon Wiedland Dosen empfohlen?

Aber stimmt, man könnte mehrere Geräte per 10A Doppelstecker dran hängen.
Warum werden keine 10A Doppelstecker verboten?

Es soll Steckdosen geben wo die Zuleitung direkt an die Sicherung geht (Waschmaschine, Spülmaschine, Trockner, Außensteckdose, usw., usw.).

Typisch DE, da wird erstmal diskutiert warum es nicht geht statt Lösungen.
Nicht alle Elektriker arbeiten wie oben angegeben und man kann sich auf die Zuleitung verlassen.

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Ich befürchte, du hast das Problem nicht erkannt und genau desahlb das, was @Padtline2306 schreibt:

Im Normalbetrieb hast du recht. Im Fehlerfall können dann aber an der Fehlerstelle fast 20A fließen, ohne das der 16A Automat auslöst. Das ist das Problem.
Die Strombelastbarkeit von 1,5 mm² ist je nach Verlegeart zwischen 16,5A und 21A.

Die Lösung wäre, dass Balkonkraftwerk an einen eigenen Automaten zu hängen.
Da dies aber wieder Aufwand bedeutet, wird man es sich einfach machen…

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Ich habe mir vor ein paar Tagen nach kurzer Recherche ein BKW mit 600W Wechselrichter bzw. 2x 410W Panelen gekauft und montiere es morgen am finalen Platz, Strom erzeugt es aber bereits jetzt schon. Sogar die visuelle Darstellung des erzeugten Stroms über das WLAN konnte ich einrichten und das war am Anfang gar nicht so leicht, aber man bekommt es hin.

Wir bekommen die BKW hier im Dorf mit immerhin 150€ gefördert, so das mich der Spaß lediglich 310€ kostet.

Ich hatte vorher keinen blassen Schimmer was alles zutun ist, aber man muss nur dem Netzbetreiber Bescheid geben (online in 3 Minuten erledigt) und das Ding im Marktstammregister eintragen, das wars.

Wenn also ein absoluter Honk wie ich das hinbekommt, dann wirklich jeder.
Da braucht es keine Petition für „weniger Bürokratie“.

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Nun, unter welche der beiden Kategorien fällt bei Dir der VDE, der das gleiche vorschlägt?

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Als Elektromeister muss ich sagen, was bereits geschrieben wurde, die 800W sollten das höchste der Gefühle sein…

Theoretisch kann über einen 16A Stromkreis dann 3680W+800W „gezogen“ werden ohne dass eine Sicherung kommt. Klar kann man sagen: Gibt keine Schukogeräte die es können ABER: Es gibt ja auch Verlängerungen/Mehrfachsteckdosen usw. Ich kenne KEIN Haus, egal ob Alt/Neu, wo jede Steckdose extra abgesichert wäre. Eher im Gegenteil, oft sind viele Räume auf der gleichen Sicherung und dann kann eine Überlastung sehr wohl stattfinden.
Die Sicherung ist in 1. Linie ein LEITUNGSSCHUTZSCHALTER und bei vielen (meist älteren) Bauten ist die Elektrik eh schon katastrophal… Wenn diese dann noch stark belastet wird, könnte das tatsächlich ein riesen Problem geben.
Optimum wäre tatsächlich eine eigene Steckdose mit eigener Sicherung für das Balkonkraftwerk, dann kann man auch (meiner Meinung nach) mehr als 800W anbauen (dürfen).
Aber das sollte keinem Laien überlassen werden.

Die Anmeldung ist (bei meinem Energieversorger) recht einfach. Ich glaube zwar nicht das die Generation 70+ das hinbekommt aber ich glaube die kaufen sich dann auch keine PV. Wenn doch, dann sind auch diese Clever genug die Daten auszufüllen oder lassen das die Familie/Bekannte machen.
Daher sollte eine vereinfachung nicht notwendig sein.

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Ich bin mir gerade nicht sicher wo ihr überall Wechselrichter anschließen wollt, aber da es hier um Balkonkraftwerke geht, gehe ich davon aus die auch auf dem Balkon abzuschließen.
Und zumindest bei den Balkonen wo ich bisher war, hat die Balkonsteckdose überall einen eigenen FI, bei neueren Installationen auch mal einen eigenen FI/LS.

Aber noch wird ja keiner zu PV gezwungen.

Die Vereinfachungen würden nur dazu führen das mehr Anlagen (von den eh existenten) auch angezeigt werden würden.

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Alle, die finden, da ist eh wenig Bürokratie: es gibt bereits Urteile, dass eine WEG per Beschluss Balkonsolar ablehnen und den Rückbau verlangen kann, aus optischen Gründen.

Die Klägerinnen haben keinen Anspruch auf Genehmigung des Balkonkraftwerkes.

Wenn das nicht im WEG geändert wird, scheitert Balkonsolar da, wo es am meisten bringt, nämlich in MFH. Ja, ich weiß, alles unklar, aber solange wird kein Verwaltet irgendwas durchwirken und ich würde ohne Beschluss nicht in das finanzielle Risiko gehen. Für einen Beschluss braucht es Vorlauf und teilweise Strategie, als Mieter muss man es über den Eigentümer machen und ist von dessen Bereitschaft abhängig, das in der Versammlung auf die Tagesordnung zu heben und wenn man eine verknöcherte Eigentümergemeinschaft hat, kann man es vergessen, siehe die Threads zu Ladeinfrastruktur in WEGs, immerhin privilegiert nach neuem WEG-Recht.

Alleine deswegen ist die Petition wichtig, selbst wenn der ganze Rest nicht wäre.

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Solche Aussagen kommen zustande, wenn man ohne Recherche antwortet.

Dir ist schon bewusst, dass es sich einen extrem engagierten Fachmann handelt?
Dipl.-Ing. (Studium Maschinenbau, Informatik)
Promoviert (Dr.)

Vorstellung

Also erst recherieren!
Den meisten unter uns sollte auch das Dr.Backe Forum bekannt sein.

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…in seinem Gebiet sollte er dann auch ein Fachmann sein, aber DAS ist eben nicht „sein“ Fachgebiet…

…ist im übrigen genau das gleiche, wie wenn ein Herr L. (Dr.; Astrophysik) uns Dinge über E- und H-Autos erklären will …

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Reicht es bitte mit dem diskreditieren.

Ich habe es doch beschrieben und um Recherche gebeten. Er ist nicht nur ein Fachmann auf dem Gebiet Photovoltaik), sondern ein anerkannter Spezialist (Koryphäe).

Das kann ich durchaus nachvollziehen. Wie sieht ein Haus am Ende aus, wenn jeder das äußere Erscheinungsbild mit irgendwelchen Anbauten verändert? Zieht am Ende den Wert des Hauses und der Eigentumswohnungen runter. Und das ist für nicht wenige deren Altersversorgung.

Nicht anders als jetzt auch auch. Die Zeit sozialistischer Plattenbauten ist vorbei. Auch so schon sieht jeder Balkon etwas anders aus. Blumenkübel, hängepflanzen, Katzennetze, Stehpfanzen, Sat-Schüsseln, Wäscheständer, …
Eine zeitgemäße WEG würde da aktiver vorgehen: „Hier, wir haben uns diese Anlage ausgesucht. Gibt 10% Nachlass bei Bestellung über uns, Montage durch unseren Hausmeister auf Gemeinschaftskosten.“ Dann klappt es auch mit dem Werterhalt. („Wohnung mit installiertem BKW zu vermieten“).
Gleiches Problem wie damals bei den Ladesäulen. Da wird auf Teufel komm raus blockiert bis eine gesetzliche Lösung gekommen ist.

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Mein Vertrauen ins „Elektromeister“ ist da nicht das höhste, nachdem für dien gleichen Auftrag sich die Antworten zwischen

„Da muss ein neuer Kasten hin, drei Mann, drei Tage, in sechs Monaten, kostet 7000 EUR“

und

„jo, ich bin morgen eh in der Nähe, setze da eben einen FI/LS ein, trinke meinen Kaffee schwarz mit viel Zucker“

bewegt haben.

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Dies ist nur ein Artikel, hier ein Auszug aus der Homepage vom VDE:
" 4. Duldung des Schuko-Steckers als Steckvorrichtung für die Einspeisung bis 800 W

Grundsätzlich bevorzugt der VDE die Installation durch das Fachhandwerk, da nur so die Möglichkeit besteht, die Installation auf Tauglichkeit zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Um die flächendeckende Verwendung von Mini-Energieerzeugungsanlagen zu ermöglichen, spricht sich der VDE dafür aus, den Schuko-Stecker für die Einspeisung bis zu einer Systemgesamtleistungsgrenze von 800 W zu dulden."

Und da sind wir wieder bei dem, was ich und @Furlinger bereits weiter oben beschrieben haben.

Es geht 1.000 mal gut…

Was der VDE „bevorzugt“ ist klar, wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

Wenn sich aber sogar diese Interessenvertretung schon so äussert, das 800W geduldet werden können, dann scheint ja fachlich nichts dagegen zu sprechen.
Es wurde ja sogar von der Melkkuh „Wiedlanddose“ Abstand genommen.

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Das mag tatsächlich bei Neubauten (wenn vernünftig durchgeplant) so sein, aber sicherlich nicht beim Altbau.
Im besten Fall gibt es 2 FIs für ein ganzes Haus/Wohnung, im schlimmsten was veraltetes mit 300/500mA Auslösung, bis hin zu gar keine FIs.
FI ist nicht gleich FI übrigens.
Dazu kommt, dass bei einigen Bauten mitlerweile Brandschutzschalter (Vergleichbar mit FI/LS) eingesetzt werden müssen. (z.b. Holzhäuser)
Das alles (sollte, nicht muss) ein Elektriker sich anschauen.

Eine Vereinfachung, würde im Zweifel dazu führen (so sind Balkonkraftwerke ja eigentlich auch angedacht), dass ein Laie die einfach irgendwo hin hängt und anschließt ohne ein paar Eckdaten zu prüfen.
Dies führt in einigen Fällen dann zu Bränden/Personenschäden/Sachschäden.
Es mag in 99% der Fälle gut gehen, keine Frage… Aber die, wo es nicht klappt, sorgen im Zweifel für einen Brand/schlimmeres → Zack werden die Vorschriften wieder verschärft.
Da wäre keinem mit geholfen.

Und was weiter unten das Vertrauen in, wie geschrieben wurde, „Elektromeister“ angeht:
Nicht jeder hat da Zeit/Lust (Fachkräftemangel z.b.) zu und schlägt dann was drauf, weil das Angebot vllt auch halbherzig gemacht wurde und wenn der Auftrag doch kommt, soll es „spaß“ machen.
Und nicht jeder arbeitet gleich, einige Gewissenhafter, einige weniger.
Das ist in jedem Beruf so. Habe auch schon Azubis gesehen, die bessere Arbeit machen als Meister/Gesellen.

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