Petition für Tempolimit auf deutschen Autobahnen (2014)

Meiner Meinung nach sollte man Fernlicht auf der Autobahn immer mit dem Gedanken am Gegenverkehr einsetzen, was mich dazu bewog in Deutschland das automatische Fernlicht abzustellen. Ein Grund ist der absichtlich niedrig gehaltene Bewuchs auf dem Mittelstreifen.
Selbst in ländlichen Gebieten in Norwegen ist das automatische Fernlicht überfordert und gefährdet teilweise sogar den Gegenverkehr.

Viele Automatismen, Errungenschaften und Assistenten sollen das Leben einfacher machen, erwirken jedoch durchaus das Gegenteil:

  1. Beispiel: Warntöne beim Rückwärtsfahren - ein Müllarbeiter wurde dagegen immun und dadurch über den Haufen gefahren, der Fahrer wurde nachlässig, weil er sich darauf verließ, das er gehört wird (war 2016 wohl in den Schlagzeilen in D)

  2. Beispiel: Spurhalteassistenten, ESP, aber auch semiautonome Fahrassistenten können zu Nachlässigkeit bei den Nutzern führen oder sogar unverantwortliches Fahren hervorrufen, da versucht wird die Grenzen auszuloten (wir kennen das ja zur Genüge).

  3. Höhere Akkukapazitäten unterstützen möglicherweise die „1000km abreißen“-Mentalität anstatt den Vorteil zu sehen, den ein begrenzter Akku (max 100kWh) dem Fahrer „ermöglicht“ regelmäßige Fahrpausen einzulegen. Fahrpausen gekoppelt mit einem Tempolimit verringern das Aggressionspotential auf der Straße ungemein. Ich gebe zu das 3. Beispiel ist etwas provokant. :mrgreen:

In Bezug auf Tempolimit habe ich mich bisher unwohl gefühlt mich entscheiden zu müssen. Von meinem Verbrennervorleben ist eine Reisegeschwindigkeit von 160 -180 km/h als sehr angenehm empfunden worden. Das Model S hat mich jedoch gelehrt das 130 km/h voll ok sind.

Ich mag älter werden und vielleicht auch zulange in einem Land mit 110km/h Autobahnen wohnen, aber jetzt wäre ich sogar für ein Tempolimit. Viele Gründe dafür zeigt das Video vom Autobahnkrieg sehr deutlich und es ist heute nach wie vor immer noch aktuell: [url]- YouTube

Gruß,
SB.

War eine größere Gruppe Rehe auf einem Acker geradeaus in Fahrtrichtung, Straße machte ein ganzes Stück voraus eine Kurve, Entfernung zu den Rehen war als ich sie wahrnahm etwa 500m, meine Schätzgenauigkeit auf die Entfernung dürfte bei ±30% liegen. Ich wusste, dass es in der Gegend viele Rehe gibt und habe als Stadtkind bewusst Ausschau gehalten und habe die Rehe im Fernlicht gesehen. Habe dann an der Kurve kurz gehalten um mehr zu sehen, da war die Entfernung dann 2-300m.

Ich bin mir also ziemlich sicher, die Rehe nachts mit Fernlicht in ungefähr 500m wahrgenommen zu haben. Ich habe (bzw. hatte vor etwa 15 Jahren) allerdings auch eine recht hohe Sehschärfe von 2,25.

Gruß Mathie

Und in was für einer Einheit hast du die Sehschärfe messen lassen ???

Visus / Dioptrie ???
Der Visus (Sehschärfe) liegt zwischen 1.0 und 1.6 bei jungen Menschen.
Ansonsten sind die Angaben von etwa bis ungefähr ja nicht wirklich hilfreich.

Visus 2,25 entspricht einer Winkelauflösung von 0,4 Bogenminuten. Visus 1 entspricht einer Bogenminute. Dioptrien werden üblicherweise mit mit Vorzeichen angegeben und geben nicht die Sehschärfe an. Die Messung des Visus erfolgte durch eine Optikermeisterin, die Tafel für 2,25 war die Tafel mit den kleinsten Symbolen. Wenn ein Visus von 1,6 die höchstmögliche Sehschärfe wäre, würde ich annehmen, dass es keine Tafeln für 1,75, 2,0 und 2,25 gäbe. Übrigens sind weder Visus noch Dioptrien Einheiten.

Du kannst es mir glauben oder nicht, wenn ich sage etwa 500m +/- 30%, dann waren das auch irgendwas zwischen 350 und 650m, definitiv ein Mehrfaches von den angegeblichen 150m Sichtweite mit Fernlicht.

Aber wir entfernen uns selbst für ein OT-Thread langsam ziemlich weit vom Thema. Festzuhalten bleibt, dass mit gutem Fernlicht bei einer klaren Nacht Tempo 200 auf der Autobahn nicht gegen das Sichtfahrgebot verstößt.

Gruß Mathie

Dazu kann ich nur meine bisherigen Erfahrungen mit Wild schildern: Ich hatte noch nie (!!!) bei mehreren Millionen Fahrkilometern einen Wildschaden, obwohl ich sehr viele Wildbegegnungen hatte. Bisher konnte ich immer die Gefahr rechtzeitig erkennen und mein Tempo angemessen gestalten. Hoffe das das weiterhin so gut klappt. Das Ganze gilt analog natürlich für hohe Geschwindigkeiten auf der Autobahn: Man muss jederzeit in der Lage sein sein Auto zu beherrschen. Dazu kommen noch die zunehmenden Fehler der anderen und die vielen Psyschofahrer, die irgendwas im Auto beweisen müssen. Hoffen wir dass weiter alles gut geht. OB ein Tempolimit wirklich was nützt? Wenn dann vielleicht radikal 120 und das streng durchgesetzt… :confused:

Kannst du begründen, warum du denkst, dass ein so relativ niedriges Limit gut wäre? Besser als, sagen wir, eines von 150 km/h?
(Wir hätten dann in D 50 / 100 / 150 – man könnte dann noch überlegen, an LKW-freien Tagen auf dreispurigen Strecken 200 zu erlauben…)

Ein höheres Limit lässt sich ja vielleicht politisch leichter durchsetzen und hat trotzdem den gewünschten Harmonisierungseffekt?

(Ich finde ja z.B., dass in der Schweiz und den Niederlanden viel zu dicht aufgefahren und viel zu gnadenlos in nicht vorhandene Lücken reingeschoben wird – und das hat m.E. auch mit dem dort geltenden niedrigen Limit zu tun.)

cer,
der überzeugt ist, dass eine regelmäßige, verantwortliche Nutzung des Fernlichtes ziemlich gut gegen Wildunfälle hilft.

Dann hast du einfach Glück gehabt. Ich habe ein Wildopfer auf meinem Kerbholz. Mit 80km/h auf gerader Landstraße, zu beiden Seiten Felder die eine Senke von 3m neben der Straße her bilden. Das Reh kam 3-5m aus dem Nichts.

Keine Chance, weder mit ausweichen oder abbremsen. Der Frontauffahrschutz für Fußgänger des Volvo’s war so gut, das das Reh schwer verletzt aber noch nicht tot war. Nach 20min kamen die Jäger und bis dahin war das Reh tot. Es durfte also noch 20 min leiden, was nicht unbedingt ein tolles Gefühl ist, das Leiden eines Tieres mit ansehen zu müssen, wo man nix weiter machen kann außer zusehen, denn es könnte ja doch versuchen noch zu flüchten. Sowas macht kein Spaß, aber deine Pauschalisierungen sind zwar gut für dich, helfen der Sache jedoch wenig.
Ich bin übrigens ein vorausschauender Fahrer, aber 80 waren auch dafür zu schnell.

Dass das Laserlicht nur 150m reicht ist doch absurd. Wer nur soweit noch sehen kann der sollte alters- oder krankheitsbedingt das Fahren aufgeben.

Vielleicht sollte man nicht generell sondern abgestuft nach Alter des Fahrzeuglenkers die Höchstgeschwindigkeit reduzieren, dass Menschen die bereits jenseits der 45 sind geistig und körperliche Einschränkungen haben ist ja klar, das ist einfach ein biologischer Prozess.

Vielleicht ab 45 dann max 160, ab 55 dann 130 und ab 65 dann 110…? Es wäre ja nur vernünftig auch die nachlassende körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu berücksichtigen, schließlich ist das genauso - eher sogar eine viele gewichtigere - Einflussgröße wie Straßenbelag, Wetter, technische Voraussetzungen des Fahrzeugs etc.

Man sollte allerdings auch die Unerfahrenheit und den Übermut junger, körperlich fitter Fahrer berücksichtigen… Also vielleicht doch einfach 130 km/h für alle? :wink: Also, alle außer BananenBrot, Flico und Mathie. Darauf müsste man sich doch einigen können. :stuck_out_tongue:

Bin einverstanden soferne die 3 Ihre Tagesstrecken jeweils einen Tag vorher ins Netz stellen :smiley: :smiling_imp:
LGH

Wie bei jeder kontroversen Diskussion gibt es auch hier ein paar wenige Teilnehmer, die ihre Meinung besonders ausdauernd und mit großem Nachdruck vertreten. Das ist kein Vorwurf, die Diskussion verläuft ja zivilisiert und niveauvoll, wie bereits mehrfach lobend erwähnt. Dennoch meldet sich die große Mehrheit der Leser hier nicht oder kaum zu Wort. Vielleicht zeichnet eine Umfrage ein etwas repräsentativeres Bild?

Ich habe diese Umfage in der „Tesla Owners Area“ angelegt. Mich interessiert das Meinungsbild unter verifizierten Tesla-Fahrern:
:arrow_right: Welche Regelung sollte Deiner Meinung nach auf deutschen Autobahnen gelten?

Bitte dort nicht diskutieren, sondern die Diskussion hier weiter führen!
(Umfragen sind in Tapatalk nicht sichtbar.)

Das Ergebnis aber bitte hie publizieren. Noch hab ich mein Model 3 nicht.

Hier das erste Zwischenergebnis.
LGH

Absicht, dass die Umfrage im Owner-Bereich ist?

Ja. Sorry. Nachdem wir neulich eine (politische) Umfrage hatten, die im öffentlichen Bereich ein völlig anderes Bild produziert hat, als im Owners Bereich, halte ich Umfragen im öffentlichen Bereich für wenig aussagekräftig. Eine Umfrage im öffentlichen Bereich repräsentiert weder die Öffentlichkeit, noch die Tesla-Owner. Eine Umfrage im Owner Bereich hat wenigstens eine relativ scharf definierte Grundgesamtheit.

Klar, gern. Danke Healey.

Alles klar, verstehe ich nach den Erfahrungen im A2 Forum sehr gut (dort sind politische Themen seit einiger Zeit generell untersagt).
Freue mich trotzdem, wenn’s hier veröffentlicht wird.

:arrow_right: Hier seit jener Erfahrung auch.

Inzwischen mindestens einer mehr für Option 2.

Gruß Mathie

Ich habe für mich keine Sonderbehandlung gefordert daher bitte solche Unterstellungen einfach unterlassen - jeder kann doch nachlesen dass ich das auf alle bezogen habe.

Ich sehe keinen Grund - zumindest keinen vernünftigen - dass man solche naturwissenschaftlichen Fakten ausklammert - das muss natürlich genauso zur Sprache kommen wie angepasste Höchstgeschwindigkeit bei dichtem Verkehrsfluss schlechtem Wetter oder anderen Einflussfaktoren.

Dass manche glauben mit 45 55 oder noch älter sei man noch genauso fit ist einfach Unsinn - Erfahrung ersetzt nunmal nachlassende geistige und körperliche Fähgikeiten nur bedingt. Altersstarrsinn und eine falsche Wahrnehmung der Realität ist mit Scherheit zusammen mit Selbstüberschätzung das Gefährlichste im Strassenverkehr - vor allem je höher die Geschwindigkeit ist.

Einverstanden. Entschuldigung.

Ich auch nicht. Und ich bin auch ganz ernsthaft der Meinung, dass die psychologischen Unzulänglichkeiten jüngerer Verkehrsteilnehmer ebenso berücksichtigt werden müssen wie die physiologischen Einschränkungen älterer Verkehrsteilnehmer.
:arrow_right: destatis.de/DE/Publikatione … cationFile

Wenn man das alles berücksichtigt, kann man beliebig komplizierte Regeln aufstellen. Das erinnert ein bisschen an das deutsche Steuerrecht, das es auch jedem recht machen will und gerade dadurch nicht nur kompliziert, sondern auch ungerecht ist. Oder man sagt halt einfach: 130 km/h fertig aus. Einfache Regel, versteht jeder, ist trivial zu kontrollieren/durchzusetzen, und ist in sehr vielen Fällen vollkommen angemessen.