Das Tesla Model 3 war das bestverkaufte BEV in Island im Jahr 2020. Ich hätte eigentlich gedacht, das in dem Markt sich die SUVs wie e-tron & Co. besser verkaufen. Es gibt ja nur eine grössere, asphaltierte Strasse in Island, die Ringstrasse einmal aussen um die Insel rum.
Sonst sehen die Strassen so aus (war schon selbst zweimal da, ein traumhaftes Land), und es geht nur mit einem Geländewagen weiter:
Obwohl es keine nationalen Fördermassnahmen für Elektroautos gibt, konnte sich der Model 3 vom Januar 2020 bis September 2020 auf Top 3 der meistverkauften Modelle in der Schweiz etablieren.
Es gibt eigentlich nur einen anderen „richtigen“ Anbieter, Orka náttúrunnar: https://www.on.is/en/
Die haben mittlerweile zwar ein ziemlich dichtes Netz rund um die Insel (und nicht nur an der Ringstraße), aber maximal 50 kW.
Teslas nächster SuC in Island, der nächste Woche eröffnet werden soll, hat laut einem Zeitungsfoto mindestens 8 Stalls und soll 250 kW liefern.
Damit hat Tesla bis jetzt das Monopol auf Schnellladen in Island. Der neue Standort liegt übrigens so gut, dass man mit einem Model 3 LR oder Performance (die meistverkaufte Varianten) locker von Reykjavík nach Akureyri (wichtigster Ort in Nordisland) fahren kann. Sogar ein Trip in die Fjorde im Norwesten wird möglich.
Wenn die geplanten Standorte entlang der Ringstraße (Straße Nr. 1) fertig sind, kann man mit einem LR (fast) jeden Ort in ganz Island nur mit SuC erreichen. Wenn man in einer entlegenen Ecke losfährt, setzt das halt voraus, dass man mit vollem Akku losfahren kann.
Island ist zwar ein extrem kleiner Markt, aber es scheint eine Art kleines Norwegen zu werden. Ich habe viele Isländer kennengelernt; die sind überwiegend sehr technikbegeistert, haben kein Problem damit, Geld auszugeben, fahren gerne PS-starke Autos (das Model Y dürfte einschlagen wie eine Bombe) und haben quasi unbegrenzt Energie aus Erdwärme und ein wenig Wasserkraft. In den kleinen Orten hat fast jeder sein eigenes Haus und kann locker in der Einfahrt laden.