Darum geht es nicht.
Es geht darum, dass der Tesla auf Schnee eben sehr anders fährt als Verbrenner.
Besser, aber anders.
Was das manuelle Zuschalten angeht: ja, im Prinzip bin ich bei Dir. Ich würde mir ja auch den Track Mode im LR wünschen (oder ein M3P mit Anhängerkupplung und den 18"-Felgen…) und Geld dafür bezahlen, würde das aber in dem Fall nicht überbewerten.
Was der „Snow Mode“ macht, ist, dass er Glätte erkennt (übrigens nicht nur bei Schnee, zB auch auf feuchtem Laub hatte ich das schonmal) und dann die Balance des Fahrzeugs komplett verändert.
Ab dem Zeitpunkt hast Du permanenten Allradantrieb (nicht mehr nur Heckantrieb mit ab und zu vorne mal etwas Spitzenlast) mit 50:50 Antriebsverteilung.
Und Du hast 60% Reku vorne, 40% hinten.
Insbesondere der Reku-Teil verbessert das Fahrverhalten sehr, aber man muss vom Verbrenner gewohnte Gewohnheiten lassen. Insbesondere das Bremsen. Bremsen sollte man erst, wenn die Reku nicht mehr reicht. Da das insbesondere bergab bei rutschigen Strecken schon mal passieren kann, hilft Üben da für den Übergang schon. Da die Reku ja eine sehr andere Bremskurve hat als die Reibbremse, ist der Übergang etwas gewöhnungsbedürftig bei Glätte. Also für mich war das nichts, was man so direkt mit irgendeinem anderen Auto, das ich schonmal gefahren hatte, vergleichen kann, daher der Übungsbedarf. Und ich bin in 15 Jahren in der Autoindustrie schon ziemlich viel verschiedene Karren aller Leistungsklassen gefahren und hatte auch schon so einige Trainings.
Aber Tesla mit Reku im Grenzbereich ist einfach noch ein bisschen anders. Wenn man sich dran gewöhnt, erstmal nur die Reku zu nutzen, holt der Wagen da sehr viel mehr Traktion aus dem Untergrund als bei anderen Autos, die ihr Antriebs- bzw. Bremsmoment nicht so gut regeln können. Man macht das nur schlagartig kaputt, wenn man dann doch auf die Bremse latscht und kann dann plötzlich anfangen, durch das Bremsen mehr zu rutschen als ohne… für mich war der Grenzbereich nicht unbedingt intuitiv. Dass man da mit „Gas/Strom geben“ wieder raus kommt, ist ja auch beim Verbrenner nicht anders, aber auch da ist das Verhalten beim Tesla anders, weil der sehr viel schneller wieder Reibung findet.
Man kann das alles auf sich zukommen lassen, das Auto ist im Zweifel recht gutmütig, aber wenn man es richtig ausnutzen will, dann gilt wie bei allem: Üben hilft, dann wird man auch nicht überrascht.
Ist ähnlich mit dem Schlupfstart. Mit dem kann man erstmal ein bisschen schön im Schnee rumdriften, fühlt sich fast an wie ein klassischer Hecktriebler. Macht auch Spaß. Nur haut er irgendwann, wenn man zu schnell wird, dann doch wieder das komplette ESP-Programm rein und zieht einem den Wagen dann gerade, auch darauf sollte man vorbereitet sein.
Ich denke, Tesla macht das automatisch, weil man in den entsprechenden Situationen oft einfach nicht die Zeit hat, mal eben ins Menü zu gehen und den Fahrmodus zu wechseln, da geht es ja ggf. um Sekundenbruchteile.
Und permanent aktivieren wird Tesla es nicht wollen, weil der Snow Mode vermutlich erheblich weniger effizient ist. Permanent beide Motoren betreiben wird einiges kosten und der vordere Motor rekuperiert halt ineffizienter als der hintere.
Der Wagen schaltet das Programm wieder ab, wenn man eine Weile mit normalem Schlupf fährt, er also keine Glätte mehr bemerkt.