Mit dem Model S LR Raven, Bj. 2020 über die Alpen

In diesem Post gebe ich gerne meine Erfahrungen über die winterliche Akkuleistung meines Model S bekannt.
Die Reise ging im Dezember von den Nordalpen im Salzkammergut über Schladming und Villach bis in den Hafen nach Lignano (Udine). Distanz ist exakt 400 km. Ca. 300km davon Autobahn. Die Temperatur bei Abfahrt war -7°C, am Tauern etwas kälter, ab Kärnten um die 0° bis Italien auf +10°C ansteigend. Über Nacht in der Garage etwas über dem Gefrierpunkt.

Ich habe das Auto und den Akku in der Garage per App mit der Wallbox verbunden, vorklimatisiert, und zum ersten mal auf 100% geladen.

Für die Ungeduldigen: es ging sich aus, aber knapp.

Ich fuhr auf der Autobahn weitgehend die Richtgeschwindigkeit, meistens mit dem Autopiloten. Zum Autopiloten selbst. Er funktioniert eigentlich am besten vom ganzen Auto. Ich habe es genossen, nur mehr aufmerksam mit der Hand am Lenkrad im Notfall eingreifen zu müssen.
Einzig bei Linksabbiegespuren, wo man gerade aus fahren will, versagt er öfter mit einer Phantombremsung. Es ist mir unerklärlich, warum sich das Auto offenbar nur nach dem linken Mittelstrich richtet und nicht auch den rechten zur Orientierung mit einbezieht. Ober OK, die bei Tesla müssen noch viel mehr lernen.

Die Scheibenwischerautomatik ist eine Gefahr, weil sie sich weder in Automatikstufe 1 oder auch 2 rechtzeitig aktiviert. Da hilft es mir auch nicht weiter, wenn diese bei irgendjemand anderen funktionieren sollte.
Von der Verkehrszeichenautomatik will ich weiter gar nichts schreiben, weil sie am Vergleichsweg mit anderen Autos eigentlich nicht wirklich funktioniert und für mich daher auch eine Gefahrenquelle ist. Meine Frau und ich fahren seit Jahrzehnten BMW und Audi, da gab es diese Themen nie.

Am Ende der Reise zeigte das Infosystem, dass man unter 120 km/h fahren soll, um ans Ziel zu kommen. Eigentlich kein Problem, da ich sowieso von der Autobahn abfahren musste.
Da im Endteil der Reise alle paarhundert Meter eine Ladesäule steht, habe ich es auch gewagt, mit nur 25km Restreichweite anzukommen.

Die Teslaeigene Akku Restanzeige errechnete 26% Rest bei Abfahrt und funktioniert so wie viele andere Systeme eigentlich nicht wirklich zuverlässig. Am Ende waren es 3%. Natürlich können verschiedenen Faktoren während der Fahrt auftreten. Da ich in Summe nicht über Richtgeschwindigkeit fuhr, bei weitem zu ungenau!

Mein Resümee: Im Winter verkürzt sich die Reichweite, trotz vorgeheiztem Akku vom Netz von über 500km auf gut 400km.




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Netter Bericht, 3 Anmerkungen:

Das System ist dafür nicht konzipiert, genausowenig wie für innerstädtischen Verkehr. Da musst du auf die V12 (FSD) warten, wenn es denn je in Europa kommt.

Auch klar. Die Rest-SoC-onArrival Anzeige berücksichtigt Topographie, aber nicht Geschwindigkeit und Temperatur (respektive Heizbedarf). Für Richtgeschwindigkeit ist sie auch nicht programmiert, aber auch nicht für Normverbrauch. Es wird irgendwo dazwischen liegen. Bei etwa 110-115 im Sommer kommt man gut hin.

Das hätten dir vermutlich einige genau so prognostiziert.

Echt? Ist das so beim Model S? Das ist interessant.
Beim Model 3 ist das anders, da ist die früher immer von 150 auf Autobahnen ausgegangen, jetzt ist es weniger, aber mit 130 überschätzt sie den Verbrauch eher als ihn zu unterschätzen.
In Österreich und Italien komme ich meist eher mit mehr Rest-Akku an als das Auto anfänglich schätzt.

Weiß ich nicht, ich habe kein M3, aber bei meinem S Raven ist es genau so wie beschrieben. Fahre ich 150, benötige ich mit Sicherheit 75% mehr vom expected SoC.
Mit 130 benötige ich ebenfalls sicher um 10-20% mehr (nicht ausgehend von der Einheit kWh, sondern %-Punkte)

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Na, zunächst einmal kann man doch positiv festhalten, dass es die Autofahrt weniger langweilig macht, wenn man sich mit dem Verbrauch und den Einflussfaktoren beschäftigt :smiley:

Die Energie-App finde ich ganz interessant, um die verschiedenen Faktoren und ihren Einfluss auf Abweichungen zum prognostizierten Verbrauch zu sehen. Ob das jetzt alles immer so exakt stimmt (Windrichtung und -stärke…) ist natürlich immer fraglich, aber das mindert mein Interesse nicht.

Die der Prognose zugrundeliegende Geschwindigkeit kann man ja annäherungsweise ermitteln, in dem man die Soll-Geschwindigkeit im Tempomat schrittweise ändert, bis der SoC bei Ankunft sich nicht mehr ändert. Der Wert stimmt dann aber halt auch nur, wenn kein anderer Einflussfaktor querschießt.

Am Ende ist das aber für mich mittlerweile nur noch aus (technischer) Neugier. In den neueren MS sind die Reichweiten so hoch, die Dichte der Schnelllader so hoch und die Ladezeiten so kurz, dass man - zumindest in den meisten Regionen - einfach wie früher „drauf losfahren“ kann. Für mich das Beste an allem - elektrisch Fahren ist normal geworden.

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Eine wichtige Sache habe ich noch vergessen. Im Fonds erfrieren die Leute fast, und vorne brennt einem entweder das Gesicht oder die Zehen ab, damit es hinten wenigstens etwas erträglich ist.