LFP-Akku, Degradation optimieren

Mach ich auch so. Laden bis 90 % (auf der arbeit) und 40 minuten vor Abfahrt auf 100% laden (2x pro Woche) und bei den aktuellen Temperaturen vorheizen. Komme dann mit 95% Zuhause an.

Hat es denn eine merkliche Auswirkung auf den Akku, wenn man immer mal wieder für eine Stunde lädt (AC nicht Schnellladen)? Bin öfters mal unterwegs bei Kunden, wo ich kurz anstecken kann während ich meinen Termin erledige. Ist das ok für den Akku? Oder lieber sein lassen und wenn leer dann über Nacht einen vollen Zyklus laufen lassen?

Ich zitiere gerne das Handbuch für dich (https://www.tesla.com/ownersmanual/model3/de_de/GUID-7FE78D73-0A17-47C4-B21B-54F641FFAEF4.html)

Model 3 verfügt über eines der höchstentwickelten Batteriesysteme der Welt. LASSEN SIE DAS FAHRZEUG BEI NICHTBETRIEB STETS ANGESCHLOSSEN, um die Hochspannungsbatterie zu schonen.

Kleine Ladehübe sind deutlich besser für den Akku als große :wink:

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Danke - dann werde ich das nutzen, wenn es geht und immer mal ein paar Kwh mitnehmen :smiley:

Ich vergleiche das gerne mit der Rekuperation, die ja ständig kleine Ladehübe verursacht: wenn das schädlich wäre, würde man die Funktion nicht einbauen.

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Neue Informationen:

Die Grafik rechts enthält die Informationen zur kalendarischen Degradation bei einer LFP-Zelle. Die wichtigsten Punkte sind wohl diese:

  1. Je niedriger der State of Charge (SoC) (und die Temperatur), desto länger hält der Akku.
  2. Im Bereich 40% bis 70% ist die kalendarische Degradation annähernd konstant.

Wir sollten erst einmal anerkennen, dass LFP-Akkus viel haltbarer sind als NMC- und NCA-Akkus.

Wenn man seinen Akku schonen und vielleicht auch für länger als 8 oder 10 Jahre benutzen möchte, dann könnte man folgende Ladestrategie verfolgen.

  1. Ladeziel auf den Sweet Spot von 70% einstellen.
  2. Vor jeder Langstreckenfahrt auf 100% laden.
  3. Entweder einmal pro Woche auf 100% laden oder, wenn man das nicht geschafft hat, den Akku nicht unter 10% entleeren.

Ob die 10% wirklich sinnvoll sind, weiß ich nicht. Ich würde hoffen, dass das BMS im Zweifel immer zu wenig SoC anzeigt und nie zu viel. Dann wäre diese Vorsichtsmaßnahme nicht notwendig. Da müssen wir noch Erfahrungen sammeln.

Wer ist schon mal liegengeblieben? Schrumpft die angezeigte Reichweite mit der Zeit und steigt nach einer 100%-Ladung wieder auf den normalen Wert? Das wäre gut.

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Wollte hier auch mal etwas beitragen.
Ich fahre das Model 3 seit November 2020. Er wird nur über Steckdose geladen und ich halte den Ladestand meistens zwischen 40 und 80%. Das Auto hat jetzt 16000km auf der Uhr und nach Auslesen hat der LFP Akku noch eine Kapazität von 93%.
Das finde ich in 1,5 Jahren doch Recht bescheiden.
Nichtsdestotrotz liebe ich dieses Auto👍

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Der Wert kann sich durchaus erheblich ändern, wenn du den Akku mal auf 100% auflädst und dann auf 5% runter fährst.

Dem BMS fehlen wichtige Informationen, wenn der LFP Akku nicht hin und wieder mal bis 100% aufgeladen werden.
Daher kann es garnicht richtig einschätzen, wie viel Kapazität noch im Akku steckt und falsche Werte ausgeben.

Vor kurzen hat ein anderes Mitglied hier das Model 3 Abends mit 5% abgestellt und morgens hat es 14% angezeigt.
Das war wohl genau das, wo das BMS, mit neuen Daten, neu berechnet und wieder mehr Kapazität freigegeben hat.

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Welchen Pufferwert hast du ausgelesen? Ich würde vermuten, dass der recht stattlich ausfällt.

Vielleicht sollte ich ihn mal leer fahren. Auf 100% lade ich ihn schon 1-2 mal im Monat aber unter 10% war er schon ewig nicht mehr. Puffer stand glaube ich bei 6KWh🤔

Ich würde einfach nichts machen, so lange du die volle Reichweite nicht brauchst.

Wenn du in Urlaub fahren willst und da die volle Kapazität nutzen willst, kann es durchaus sinnvoll sein, den vorher mal auf 5% runter zu fahren.
Sonst wäre es nur zum Beruhigen und um zu wissen, wie hoch die Degradation wirklich ist.
Besser wird der Akku dadurch nicht.

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Würde mich nicht wundern, wenn sicher 3 der 6 kWh Puffer wieder zur nutzbaren Kapazität rüberwandern → deine Degradation dürfte recht niedrig ausfallen

In einem englischsprachigem Youtube Video Tesla LFP Battery 10% RANGE LOSS PROBLEM? | Model 3 RWD - YouTube
wird die These aufgestellt, dass der LFP Akku doppelt so schnell 10% Degradation erreicht als NMC/NCA Akkutypen.

Das ist durchaus interessant, weil viele Nutzer immer auf die Zyklenfestigkeit des LFP verweisen und daraus schlussfolgern, dass der Akku 1,5 Mio Km halten wird. Interessant ist dabei, dass Zyklenfestigkeit nur eine variable in der Haltbarkeit darstellt.

In dem Video wird auf das regelmäßig vorgeschriebene 100% laden des LFP abgestellt, um das BMS seine obere Grenze zu zeigen. Dies ist bei LFP genauso schädlich wie bei NMC/NCA und hat nichts mit der Zyklenfestigkeit zu tun.

Jedoch soll beim LFP einmal wöchentlich auf 100% geladen werden, bei anderen Zellchemien nur für Trips und nicht für tägliche Nutzung.

Dadurch könnte es sein, dass viele LFP täglich auf 100% geladen werden und somit die Degradation tatsächlich schneller voran schreitet.

Demfolgend hat das Nutzungsverhalten einen viel stärkeren Einfluss auf die Halbarkeit als die Zyklenfestigkeit.

Gibt es denn bei den LFP Fahrern dazu weitere Erkenntnisse?

Gruß

Stein

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Sind die 10% in den Daten überhaupt nachvollziehbar?

Inzwischen müsste es doch schon genug Einträge in Tessi, Teslafi oder wo auch immer die Daten gesammlet werden, geben, um das mal zu prüfen.

Ich kenne mich damit leider nicht aus.

Das die anfängliche Degradation mit 10% höher ausfällt als bei anderen Akkus mit 5% hat aber rein gar nichts mit der danach fortlaufenden Degradation zu tun.
Auch nicht mit der Zyklenfestigkeit.

Auch wird immer noch mißverstanden das man einen LFP nicht auf 100% laden soll. Für die optimale Haltbarkeit muß auch dieser eher bei 80% und weniger gehalten werden. Das BMS kann nur den Zustand nicht richtig lesen wenn der Akku nicht auf 100% ist. Eine Frage der Buchhaltung, das hat nichts mit der Haltbarkeit der Zellen zu tun.

Im LFP Thread wurde sowas bei keinem bisher auch nur im Ansatz festgestellt, also nicht mal in der Nähe von 10%.

Der LFP Akku zeigt sich im Forum hier so, dass die Zyklenanzahl bzw. die Anzahl gefahrenener Kilometer und ob DC oder AC Laden kaum eine Rolle spielt. Nur das Alter ist hier signifikant. Quasi alle Akkus die gleich alt sind haben die selbe Degradation die sich aber <4% bewegt.

Das ein 100% Laden und stehen lassen nicht gut für den Akku ist, ist glaube ich auch die Meinung im LFP Thread.

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Die Daten stammen wohl aus Tessi.

Womit hat diese zu tun?

Ich habe gerade im Teslalogger nachgesehen.

Das sieht bei weitem nicht nach 10% aus.
Eher um die 5% nach 80.000 km

Wie hoch war die Werksangabe hier?

Nach der Verteilung der Punkte, sieht es so aus, als wären hier 2 verschiedene Modelle in einer Auswertung.

eines mit 440 km und ein anders mit ca. 420 km am Anfang.
kann das sein?

Jep, einmal ein 60kWh LFP Akku ab 12/21 und ein 55er vorher.
Es sind 423km und 440km oder so.

Und ja, es sind bei weitem nicht 10%, würde sagen noch nichtmal 5%. Und wie man auch sieht sind die Punkte bei 80000km exakt auf der gleichen Höhe wie die mit wenig Kilometern. Zyklen scheinen beim LFP nichts auszumachen, zumindest bei den aktuellen Daten.

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