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Leasing läuft aus - es wird kein Tesla mehr

Im Laufe der Jahre hab ich ja immer wieder mal hier Posts gelesen in denen sich Leute von Tesla verabschiedet haben. Manche davon waren sehr frustriert, andere recht sachlich. Ich hab öfter drüber nachgedacht ob diese Posts nicht eher entbehrlich sind und bin da nach wie vor nicht sicher. Nun schreib ich selbst eins und falls sich rausstellt dass es entbehrlich ist - sorry dafür.

Vorab in jedem Fall ein Dank an die Betreiber dieses Forums und an alle hier mitdiskutierenden. Dieses Forum hat meine Tesla Zeit sehr aufgewertet und mir viele Infos zugänglich gemacht, die ich bei Tesla selbst nie bekommen hätte. Ich weiß welcher Aufwand es ist so ein Forum zu betreiben, insbesondere wenn es so gut frequentiert ist. Daher Hut ab und danke an die Betreiber.

Nun geht mein fünfjähriges Leasing in einigen Monaten zu Ende und eigentlich war mein Start 2016 schon ziemlich unglücklich. Da ganz allgemein Autos in dieser Preisklasse sonst nicht mein Ding sind, habe ich mir die Anschaffung wohl überlegt. Ich habe sogar für mehrere Tage ein MS gemietet, um das wirklich gut abzuwägen. Als Mietwagen hatte ich einen AP1, bei dem alles erwartungsgemäß funktioniert hat. Dank der damals zugekauften Chips auch Dinge wie Wischautomatik, Fernlichtautomatik, Schilderkennung etc. Ich muss aber auch zugeben dass ich über diese Dinge nicht groß nachgedacht habe, da sie schon vorher bei meinen 25k Autos vorhanden waren und funktionierten. Also schlug ich zu, MS 90D inkl. AP.

Bekommen habe ich eins der ersten AP2 Fahrzeuge. Es funktionierte kaum eins der Konfortmerkmale. Autopilot schon gar nicht. Tempomat nur „dumm“, also ohne Abstandshalter. Nicht mal Lichtautomatik war da. Ich fühlte mich wie in den 80ern.
Das SeC erklärte mir die Umstände des Technologiewechsels und versprach eine rasche Nachlieferung aller Features per Update. Was war ich damals naiv. Mit der „Elon Time“ war ich damals noch nicht vertraut. Es dauerte Monate, dann kam mal die Lichtautomatik. Weitere Monate und der Tempomat bekam mal den Abstandshalter. Irgendwann kam mal der AP, jenen die damals dabei waren brauche ich ja vermutlich nicht erklären wie schlecht der Anfangs für lange Zeit war. Phantombremsungen die das Mittagessen des Beifahrers nach oben befördern waren noch das Harmloseste. Aus meiner Sicht funktioniert der AP bis heute nicht in der Qualität des AP1. Nach zwei Jahren kam mal die Wischautomatik, ich halte sie bis heute für unbenutzbar. Bei Diskussionen wurde ich darüber belehrt, dass die Wischautomatik super ist, sie würde „lernen“, es wäre „KI“. Nun, ich drücke ständig auf den Wischknopf wenn es leicht regnet da sich trotz eingeschalter Automatik zu wenig tut (insbesondere Nachts) und ich kann nach zwei Jahren sagen dass das Ding ganz sicher nichts lernt. Zumindest nicht von mir. Ich bin hier auch eher pragmatisch, mich beeindrucken Buzzwords wie KI nicht. Von mir aus kann Tesla den CERN Supercomputer anzapfen, die Qualität die bei mir ankommt muss einfach stimmen. Und die hat nie auch nur ansatzweise meine vorigen Autos erreicht.
Noch schlimmer ist es eigentlich mit der Fernlichtautomatik die etwas vor der Wischautomatik ausgerollt wurde (ich denke nach 1,5 Jahren). Das Ding ist eigentlich peinlich, ich kann es nicht benutzen, es blendet ständig viel zu lange den Gegenverkehr. Da hat sich auch mit weiteren Updates nichts getan.

Womit wir beim Thema Updates wären. Wenn man mal beiseite lässt, dass damit zumindest scheibchenweise das nachgereicht wurde was ich ohnehin gekauft habe, hat sich damit auch ständig etwas zu Ungunsten der eigenen Freude verändert. Zum Beispiel die Änderungen am Batterie Management System. Mein Auto superchargt schon lange nicht mehr so schnell wie am Anfang (die Peaks mögen zugeben höher sein, aber das ist nur ein kurzer Moment fürs Auge), Rekuperationssperren selbst an einem etwas kühleren Sommertag gab es früher auch nicht. Ebenson die „Gedenkminute“ nach dem Einsteigen bis er fahrbereit ist wurde kontinuierlich länger und ist mittlerweile manchmal beinahe peinlich. Zu den Bugs, manche davon durfte ich hier im Forum ja sogar als einer der ersten melden, komme ich vielleicht später noch.

Trotz allem, ein gewisser Spieltrieb meinerseits und so ein gewisser „Early Adaptor Spirit“ haben mich über vieles hinweg sehen lassen und ich war die ersten 2,5 bis 3 Jahre sehr happy.
Irgendwann merkte ich dann aber: Das wars jetzt. Es wird sich nichts mehr bessern. Wisch- und Fernlichtautomatik, der Autopilot, die Schilderkennung die ich bis heute nicht habe (oder hab ich sie inzwischen und sie ist einfach so schlecht dass ich sie nicht bemerke?) etc. das kriegen die nicht mehr besser hin bei meinem Wagen. Tesla entwickelt schon lange primär für andere Hardware Plattformen, hier sind keine großen Sprünge mehr zu erwarten. Abgesehen davon krieg ich ohnehin kaum noch Updates trotz perfektem WLAN (hab ich ans SeC gemeldet, dann kam mal eins, inzwischen wieder seit 7 Monaten tote Hose).

Und so verstand ich das erste Mal in meinem Leben was man unter einer „inneren Kündigung“ verstehen könnte. Ich hab mich damit resignierend abgefunden, lasse mich während der Wegfahr-Gedenkminute von Passanten (oder jenen die auf meinen Parkplatz warten) komisch anglotzen, starte 1-2 mal im Monat meine hängengebliebene MCU neu, schalte zwischen Radio und Spotify hin und her wenn meine Playlist mal wieder hängt (relativ neuer Fehler) und versuche an die erhöhte Vorsicht zu denken wenn meine Parksensoren mal wieder nicht wollen. SeC Besuche haben selten langfristige Besserung gebracht, waren aber bis vor einem halben Jahr aufgrund der Garantie zumindest kostenlos. Jetzt außerhalb der Garantie fahr ich dort mit keinen Bugs mehr hin, es ist sinnlos und womöglich kostet es mich dann sogar auch noch was.

Verändert haben sich irgendwie auch die SuC Besuche. Waren die Unterhaltungen mit anderen Ladenden anfangs noch wie ein Fan Treffen mit vielen netten Plaudereien, bemerke ich nun dass es auch anderen wie mir geht. Dazu einige Gespräche mit richtig frustrierten Leuten, zum Beispiel in der Zeit der massiven Über-Nacht-Peissenkungen oder mit jenen die sehr stark von der Limitierung der Ladeleistung oder Degradation betroffen sind. Macht irgendwie auch keinen Spaß mehr, manchmal hab ich ja schon einen Blick dafür wenn da einer steht der über seine Ladeleistung verärgert ist - dann bleib ich lieber im Auto sitzen um mir die „und wie schnell ladet deiner?“ Frage mit anschließendem Klagelied zu ersparen.

Also alles in allem waren schöne Jahre dabei. Keine der von mir genannten negativen Umstände wäre für sich allein ein Problem. Es ist die Summe von all dem die dazu geführt hat dass ich mein Geld nicht mehr zu Tesla tragen möchte.

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Alles Gute für die Zukunft.

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Was wird es bei dir neues werden?

Auch ich habe mich fremd entschieden nach dem 2. Tesla jetzt. Bin dann 2x M3 zwar nur etwas über 1 Jahre gefahren, möchte aber mal wieder ein frisches Design in der Garage stehen haben.

SUC laden spielt bei mir keine Rolle, schaffe es nicht mal die 1500km Freiladen Km zu nutzen, da ich immer zu Hause lade.

Ich habe mich für den Mach E entschieden…als GT Variante dann sogar Performance technisch auf dem Level der Tesla M3’s

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Ich habe noch nicht entschieden, wenngleich ich wohl angesichts Lieferzeiten hier mal zu Potte kommen sollte :wink:
Im Moment liebäugle ich ein wenig mit dem peugeot 508 als hybrid. Hatte vorher quasi durchgehend Franzosen - zufrieden stets. Das muss ich mir aber noch gut überlegen, hab ich doch selbst so oft über die hybrid plugins geflucht die mir die ladestationen blockieren :joy:

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Schön geschrieben! Und auch für mich als Tesla Fan echt nachvollziehbar.

Wir haben seit einigen Wochen ein M3 2021. In Sachen Ladeverhalten, Reaktionszeit, Spotify Zuverlässigkeit, usw. hat sich die letzten Jahre wohl einiges getan, wenn ich mir deinen Text so durchlese.

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Dafür gibt es andere Merkwürdigkeiten. Schildernichterkennung, Reichweitenpseudo. Ne Hutablage, die den Kofferraum blockiert, angebliche Premiumverhältnisse etwa bei Konnektivität und Innenraum, . …

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Man kann das so schon verstehen und aufgrund genau dieser Erfahrungen mit den ersten AP 2.0 FLs habe ich mich für den recht stabilen AP 1 entschieden. Der läuft soweit ganz gut. Etwas schlechter als in der E Klasse aber das was ich brauche also macht er gut oder so wie dei E Klasse. Fernlichtassi etc. funktionieren wie in der E Klasse also gut. Kann da wirklich nicht meckern. Würde sogar sagen dei Wischerauto ist vom MB Zulieferer, denn sie verhält sich 1:1 identisch.
Mit den anderen Themen ist es so ne Sache. Da kann man bei jedem Hersteller Glück oder Pech haben. 5 Jahre Leasing sind lang, vielleicht bei einem Tesla wirklich zu lang wenn man einen erwischt der eben nicht so gut ist.
Beim MS gilt das Credo gut gefixed fährt zufriedener. Als Leasingnehmer ist das ja ganz was anderes. Da ist man gerade beim Modellwechsel BetaTester. Auch übrigens bei allen Herstellern. Ich hatte mal eine E Klasse W212 mit Kartendaten die 5 Jahre alt waren. Da schlecht eigngekauft wurde war ein Update erst nach 12 Monaten verfügbar. Sehr genial…die Routenführungen…achso und gefahren ist der am Anfnag gar nicht Dank Injektorenprpblem…

Aber solong viel Glück mit dem neuen!

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Ich würde da jetzt eher widersprechen dass man als leasingnehmer automatisch betatester wäre oder so. Zumindest in meinem Fall, da ich stets über meine Hausbank lease und ich daher gegenüber dem Hersteller (bzw dem autohaus) als ganz normaler Käufer auftrete.

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Ne das ist anders gemeint…oft kommt man ja gerade in den Modelwechsel hinein. Wie bei dir. Dann hat man gelitten den die Neuwagen aus der neuen Serie sind dann einfach Beta Versionen. War bisher bei mir immer so, wenn man Pech hat. Deshalb nehme ich privat immer die ältere aber stabilere Modellreihe. Das klappt gut! Bei Leasingfahrzeugen bekommst du einfach die neue Modellreihe je nach Timing und Laufzeiten. Hab später bei MB und Audi sogar die Verträge angepasst um genau das zu vermeiden. Aber siehe oben einmal hatte ich dann auch Pech. Bei meinem alten also der EKlasse die ich bis vorgestern hatte im übrigen auch. War einer der ersten mit E6d Norm und was soll ich sagen….2 Jahre, 30 Tkm Motorschaden….

Kann ich voll verstehen, irgendwann ist die Early Adopter Phase weg und dann muss die Kiste funktionieren und fertig.
Der S lief immer hervorragend und beim Model 3 war ich dann aber auch so weit. Nur läuft die Kiste seitdem wie ein Uhrwerk und verbessert sich tatsächlich laufend, wobei nicht mehr in so gravierenden und schnellen Schritten wie früher.

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Lieber @betatester,

du schreibst mir aus der Seele - mit der kleinen, aber wesentlichen Unterschied, daß dein MS ein Leasing-Fahrzeug ist, und wir unseren beiden Teslas (MS 2016 + MX 2017) gekauft haben, und deshalb voll von den von dir genannten „massiven Über-Nacht-Preissenkungen“ getroffen sind.

Wir sehnen uns auch noch nach die sehr wohl fungierende AP1, Licht- und Wischautomatik des MS zurück - aber so ist es eben mit unseraller Elon im wackligen Boot zu steigen :rofl: .

Wären wir in deine Situation würden wir auch wie dir tun - auf etwas anderes wechseln. Ob nun Peugeot PHEV oder etwas anderes - aber sicherlich nicht Tesla, leider. Nun ist leider der Preisverfall von unser MX aktuell so hoch, das wir uns dazu entschlossen haben für 3.610 EUR eine Garantieverlängerungsversicherung bei Helvetia zu kaufen, und das MX weitere 4 Jahre/80.000 km zu fahren. Wenn dann auch die Tesla-Garantie auf Batterie und Antrieb weg ist kommt auch bei uns etwas anderes an die Wallbox in der Garage.

Wir hoffen dann immerhin etwas noch für das schöne Fahrzeug zu kriegen - und wie du werden wir auf eine überwiegend schöne Zeit zurückblicken können. Aber nochmals Tesla? Eher nein.

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Danke @Europhil für die eindrücke. In der Tat muss ich sagen, dass ich oft gezweifelt habe ob es eine gute Idee war zu leasen, insbesondere in meinem Fall wo ich mich für ein operating leasing entschieden habe, wo ein raus kaufen ja gar nicht vorgesehen bzw nur mit Kunstgriffen möglich ist. So wie sich die Dinge aber entwickelt haben, bin ich nun aber froh darüber. Die Schwäche dieser leasingform (jedenfalls wurde das von manchen meiner Freunde so gesehen) dass ein kaufen nicht vorgesehen ist, hat sich in meinem Fall zu einer „Rücknahmegarantie“ entwickelt, ich hätte sonst bei den Wertverlusten wohl auch saftig abgebissen.

Hi @betatester,

eine

gab’s tatsächlich auch damals - jedoch leider nicht für Privatkäufer.

Das gibt es normalweise immer aber eher bei einer Finanzierung. Kenne das gar nicht ohne. Das ist ja genau der Grund warum man das dann überhaupt macht…

Weiterhin allzeit Gute Fahrt. Wie man allerdings nach 5 Jahren E-Auto auf die Idee kommen kann, auf einen Hybriden (also Verbrenner) zu wechseln, ist mir schleierhaft.

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Es ist wie gesagt noch nicht entschieden. Aber: Ich bin auf Langstrecke angewiesen und das tue ich mir wahrscheinlich mit einem anderen vollelektrischen momentan nicht an. Das ist sicherlich ein positiver Punkt an tesla den ich in meinem ursprungspost nicht erwähnt habe. An das SuC Netz kommt momentan niemand ran.

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Das ist auch so…wenn BEV dann Tesla (auch bei mir bei Langstrecke).

Wenn Tesla dann beim Neukauf oder Leasing Glücksspiel, gebraucht machbar.

Wenn kein Tesla dann Hybrid oder gar Diesel…
Ist leider aktuell (noch) so…

Bei Kurzstrecken Fahrern ist das kein Thema da geht jedes andere BEV ebenso wenn man zuhause laden kann.

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Aus meiner Sicht ist das heute nicht mehr so, mehrere Kollegen nutzen BEV anderer Marken für Langstrecken problemlos. Dank Ionity, Fastned, Aral, EnBW inzwischen absolut problemlos. Aber ich will hier keine Werbung für andere BEV machen. :slight_smile:

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Ganz ehrlich? Wenn die Langstrecke immer identisch ist ja, wenn nicht noch nicht. Der Zeitverlust ist aktuell dann noch höher + Risiko…hab mir das sehe gut überlegt da ich die Schwächen von Tesla bzgl. Service ja kenne.

Das würde ich mir nie antun wenn es ein identisches Produkt bei MB, Audi oder Co gäbe.

Produkt = Fahrzeug + Infrastruktur

Gibt es aber nicht!

Meine Meinung zum Thema Service:
Service auch lokal verfügbar Tesla: Note: 4-
Andere Hersteller: 2-3

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Das mag in Deutschland so sein, hier in .at sind wir da noch weit weg von lustig. Aber es sind zumindest schon so viele, dass ich schon öfter deren gefrickel mit den Karten und der Hotline beobachten konnte. Von den Preisen die ionity und Co derzeit aufrufen mal gar nicht zu sprechen.

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