Lastmanagement Ladestationen in Gemeinschaftstiefgarage

So, hier mal die konkreten Gegebenheiten, über die ich im andren Thread rund um das WEG schonmal gesprochen hatte (wenn das hier nicht passt, gerne woanders hinschieben).

So sieht die Situation in der Anlage bei uns aus:

Es sind insgesamt 15 (nicht 14 wie ich an andrer Stelle schonmal schrieb) Stellplätze für 3 Häuser. Das rote Haus ist das in dem ich wohne. Zwei der 5 roten Stellplätze habe ich angemietet (die beiden äußeren auf der linken Seite). Die 5 roten Stellplätze gehören alle zum roten Haus.

Die Anbindung zum Haus, die ich gerne installieren lassen würde ist die blaue Linie. Geht durch den Garten der Nachbarn und dann wohl ein Stück unter den gepflasterten Parkplätzen durch.

Grundfrage ist noch der generelle Installationsaufwand für meinen Ladepunkt. Das andre Problem, welches sich unter Umständen stellt ist das Thema Lastmanagement, sollte sich in der Eigentümerversammlung eine kritische Größe an Interessenten für Ladepunkte melden.

Die drei Häuser sind nicht direkt miteinander verbunden, was die Elektrik angeht. Der Hauselektriker hat schonmal in den Raum gestellt, so eine Lastmanagement Lösung für die Anlage könnte 40.000 Euro kosten.

Und das wäre wohl auch meine Frage hier: ist in dem beschriebenen Kontext überhaupt eine Lösung für alle 3 Häuser auf einmal nötig? Oder kann man die nicht wie 3 einzelne Häuser à 3 Einheiten betrachten und die Lösung vereinfachen?

Die drei Häuser haben ja auch drei Hausanschlüsse. Man kann sie also komplett getrennt betrachten. Bei Eurem Haus gibt es nur fünf Stellplätze, da sollte man mal die Nutzer der übrigen drei Stellplätze fragen, was sie von Elektromobilität halten, und wenn da kein Interesse besteht, dann kann man rechnen, was der Hausanschluss zusätzlich aushält. Hier könntest Du auch eine Doppel-Wallbox verwenden, die ihre Leistungsaufnahme für beide Anschlüsse zusammen auf 11 kW begrenzt, also sozusagen ein Mini-Lastmanagement.

Insgesamt wird das aber eine teure Geschichte. Du brauchst ein Tiefbauunternehmen, eine Kernbohrung mit entsprechend abgedichteter Kabeldurchführung für die Außenwand, den Elektriker, die Doppel-Wallbox mit Säule und noch ein Garten- und Landschafbauunternehmen, um die Pflasterung und die Grünflächen wieder herzustellen. So kommt man auch auf eine beträchtliche Summe, ich würde das auf 20-30 TEUR schätzen.

Jetzt stellt sich die Frage, wo Du wohnst. In NRW wird so etwas im Rahmen des Programms Elektromobilität von der Landesregierung gefördert. Zudem werden neue Hausanschlüsse kostenlos gebaut, wenn sie der Elektromobilität dienen. Unter diesem Gesichtspunkten könnte es schon interessant zu sein, für alle Stellplätze Ladeinfrastruktur zu schaffen und dazu einen neuen Hausanschluss zu bauen. Es gibt einen Zuschuss zu 50% der Kosten bis zu 3.000 € je Ladepunkt an einer Ladesäule. Wenn das jetzt für alle Plätze 50.000 € kostet, dann sind das nach Förderung noch 25.000 € und unterscheidet sich dann nicht mehr von der selbst gezahlten Doppel-Wallbox (für die es nur 2x 900,00 € = 1.800 € Bundesförderung gibt).

Die Landesförderung NRW gibt es übrigens nicht mehr für Privatpersonen und sie ist nicht mit KfW-Förderung kombinierbar.

3 Häuser à 5 Einheiten, verstehe ich das richtig? In diesem konkreten Fall würde ich das auf jeden Fall separat betrachten. Anders als etwa bei einer gemeinsamen Tiefgarage sehe ich hier überhaupt nichts, womit die Arbeiten an einem Haus die an den anderen beeinflussen könnten. Ich sehe auch keine Möglichkeit für Synergien, solange man nicht eine Komplettanlage mit völlig separatem neuen Stromanschluss erwägt.

3 Häuser mit jeweils 3 Einheiten sind es. Unser Haus hat 3 Einheiten/ 3 Parteien mit 5 Stellplätzen.

Also wenn sich das bewahrheitet hat sich das Projekt dann eigentlich schon erledigt… Wir wohnen in Rheinland-Pfalz.

Kernbohrung hoffe ich wird nicht benötigt, da dort wo die blaue Linie rausgeht genau ein Kellerfenster ist. Die Strecke ab dem Fenster bis zum gepflasterten Bereich ist komplett Garten. Das Meiste davon sogar eher eine Reihe von Büschen/ Bäumen. Wenn die Verlegung der Leitung so teuer ist, dann bin ich glaub ich in der falschen Branche gelandet.

Vielen Dank für die Grafik, macht die Situation anschaulicher,

Die beiden Sätze passen mMn nicht zusammen. Wenn die drei Häuser jeweils einen eigenen Hausanschluss haben, sollte es normalerweise keine Lastmanagement,ösung geben, welches irgendwie eine Abhängigkeit zwischen den Häusern schafft.

Deshalb habe ich zwei Fragen:

  1. Stehen die Häuser alle auf einem Grundstück oder auf mehreren Grundstücken?

  2. Wenn alles ein Grundstück, gibt es dann einen zentralen Netzanschluss, von dem auf alle drei Häuser verteilt wird?

Wie ist den das Nutzungsrecht des Gartens geregelt, müssen Leitungen durch den Garten geduldet werden oder falls nicht, ist das Einverständnis schon geklärt? Falls das mit dem Einverständnis schwierig wird, gibt es einen alternativen, möglicherweise längeren Weg, der nur durch Gemeinschaftsflächen führt oder muss man vom Parkplatz über öffentliche Wege zum Hauseingang gehen?

Gruß Mathie

Du hast recht, das war von mir eher geraten bzgl. der Elektrik. Aus unserm Keller gehen aber kein direkten Leitungen zu den andren Häusern, soviel weiß ich. Was das nun genau bedeutet bzgl. des Hausanschlusses kann ich nicht sagen. Bei Heizung und Warmwasser ist das anders, da hab ich schon mitbekommen, dass unser Haus wohl für die andren die Zentrale ist.

zu 1: ich glaube es zählt als 1 Grundstück
zu 2: ich glaube nicht, aber siehe oben - so sicher bin ich mir da nicht.

Einverständnis mit dem Nachbarn ist geklärt. Das sind auch genau die Nachbarn die das zweite paar Stellplätze genau neben unseren haben.

Wenn das rechtlich ein Grundstück ist und Heizung und Warmwasser bei Euch im Haus zentral ist, würde ich vermuten, dass auch der Elektrohausanschluss zentral ist und dann irgendwo verteilt wird…

Ich wage trotz der trotz der unklaren Lage mal einen Schuss ins Blaue, um eine sehr grobe Grössenordnung abzuschätzen.

Annahme ist, dass nur zwei Ladestationen gewünscht werden, die beide auf den jeweiligen Wohnungszähler geklemmt werden, die Wallboxen sich 11 kW als Leader/Follower teilen.

Wenn Du die Lastmanagementfähige Heidelberg-Box nimmst bist Du bei etwa 1.250€ pro Wallbox inklusive Stele. Dann nochmal grob 1.000 € für Kabel, Sicherung und FI samt Anschluss je Wallbox (wenn im Zählerschrank noch genug Platz ist) und für die Außenarbeiten inkl Fundamente der Stelen nochmal über den dicken Daumen gepeilt 3.000 €. Die Außenarbeiten gehen durch zwei, also grob 1.500 € je Wallbox. Von den Kosten gehen dann je Wallbox 900€ Förderung ab. Bliebe ganz grob irgendwas um die 3.000 € je Ladepunkt.

Das mal so als ins Blaue geschossene Schnellabschätzung wenn Eure HV gute Handwerker hat, die die Preise für wiederkehrende Kunden kalkulieren und die Lohnkosten nicht völlig anders sind als bei uns in Berlin. Bin jetzt davon ausgegangen, dass Du kein anstehendes Wasser hast und ohne Kernbohrung mit Doyma-Dichtung in WU-Beton aus dem Haus kommst, sonst dafür auch nochmal ganz grob 1.000 € (geht auch durch zwei).

Wenn man die Kabel schon zu den 4 Parkplätzen die nebeneinander liegen ziehen würde, wären die Mehrkosten dafür sehr gering (Erdkabel kosten ein paar Euro je Meter) und die Kosten für die Erdarbeiten würden sich auf mehr Schultern verteilen.

Hoffe Du kannst mit den Infos was anfangen.

Gruß Mathie

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Ich will hier keine Werbung machen und kann auch zu der Firma nicht viel sagen.
Für unsere TG wurde ein Angebot mit Gerätschaften von dieser Firma angeboten:
https://www.echarge.de/de/intelligentes_energiemanagement

Es war preislich OK und keine monatliche Kosten. Und wir haben auch unterdimensioniertes
Hausanschluss.

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Zu meiner Anfrage zum Thema oben: der WEG-Verwalter hat bislang niemanden gefunden, der als Planer die Vorprüfungen der Anlage erledigen möchte. Er meint, dass zuerst eine Lastgangmessung durchgeführt werden müsste. Daraus soll ein Konzept erarbeitet werden, wie die freie Stromkapazität sinnvoll für möglichst viele Ladestationen und gleichzeitig ladende Fahrzeuge verwendet werden kann. Die Eigentümer könnten dann auf diese Grundausstattung inkl. eines Lastmanagements auf eigene Kosten anschließen, solange, wie vorhandene Stromkapazität ausreicht. Für später noch mehr Ladestationen wäre dann ein neuer Kostenansatz nötig.

Nach dem Konzept würde ein Teil-Lastmanagement also am Anfang stehen. Wenn ich das mit den OCPP-gesteurten Wallboxen richtig verstehe, könnte bei diesem Konzept das Lastmanagement aber auch erst später hinzugefügt werden, wenn ein paar mehr Wallboxen installiert werden würden? Das sollte ja erstmal billiger sein und ohne die Hürde, erst ein Interismkonzept fertig zu planen.

Warum fragt der Verwalter nicht beim Netzbetreiber um eine Lasterhöhung an? In der Regel rechnet der Netzbetreiber einen pauschalen Baukostenzuschuss pro kW Lasterhöhung ab und dann hat man Ruhe. Warum viel Geld für ein Lastmanagement ausgeben wenn man das Problem mit einer größeren Zuleitung erschlagen kann.
Im MFH unsere Töchter wurde das so gelöst.

Das mag im Einzelfall gehen, aber schon bei mittelgroßen Wohnanlagen wird das schwierig! Ich bin gerade dabei eine Wohn- und Geschäftshaus mit 34 Wohnungen und einem Gewerbe zu planen, habe 18 Stellplätze in der Tiefgarage. Wenn ich die alle mit 11 kW ohne Lastmanagement versorgen wollte, würde mir der Netzbetreiber zurecht einen Vogel zeigen.

Das Lastmanagement braucht man natürlich nicht bei der ersten Wallbox in der Garage, oft reicht die Reserve auch für zwei oder drei Wallboxen ohne Lastmanagement. Aber in einer Gemeinschaftsgarage wird man irgendwann ein Lastmanagement brauchen. Ich würde dann jetzt schon mal eine entsprechende Wallbox kaufen, dann muss man die nicht rausschmeißen, wenn (hoffentlich bald) so viele Elektroautos da sind, dass man ein Lastmanagement braucht.

Gruß Mathie

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So war das auch nicht gemeint. :wink:
Aber oft würde ohne Leistungserhöhung auch mit Lastmanagement die übrige, zu verteilen die Last zu gering ausfallen was dann den Nutzen verringert. Und möglicherweise würde eine Lasterhöhung vorerst, wenn nur wenige Ladeeinrichtungen betrieben werden, noch gar kein Lastmanagement nötig sein. Das könnte dann später nachgerüstet werden.
Bin übrigens von dem Thema selbst betroffen da wir eine Wohnung in einem 52 Parteien Haus haben mit ebenso vielen TG Stellplätzen. In der letzten ETV in 2019 hat der Verwalter ohne Not in Aussicht gestellt das Thema aufzugreifen habe aber das Gefühl, daß der auch nicht so dolle darüber Bescheid weiß. Werde daher hier sorgfältig mitlesen :+1:

Das wäre auch mein Gedanke (bislang gibt es keine Anfragen nach Ladeinfrastruktur seitens der 60 Eigentümer, nur der Stellplatz zu meiner vermieteten ETW hat seit ~20 Jahren eine Schuko am Wohnungsanschluss).

Wie gesagt, das mit OCPP-fähigen Wallboxen die erst später bei Anzahl X an ein zentrales Lastmanagement angeschlossen werden müssten, klingt sehr gut. Aber dieses Konzept müsste irgendein Planer vertreten und/oder die Nachrüstmöglichkeit vom Wallbox-Hersteller garantiert werden können. Ich bin selber nicht vor Ort um dort etwas anzuleiern. Der WEG-Verwalter ist halt auch Verwaltungsfachwirt und kein E-Techniker und hat halt einen WEG-Beschluss für die Übernahme der Planungskosten bis zu einer bestimmten Höhe.

Vielleicht kann da @Ralf_W weiterhelfen, er ist ja Planer und selbst wenn das nichts für ihn ist, könnte er möglicherweise jemanden empfehlen.

Gruß Mathie

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Danke, mit RW war ich in Kontakt, für den Bereich kann er leider keinen Planer nennen.

Ich denke mein Fall passt hier am besten rein. Eben eine Mail von der Syna GmbH erhalten. Die wollen knapp 600€ für die Leistungsänderung. Ist das normal? Ich bin davon ausgegangen, dass ich bis 11 KW nur anmelden muss. Der Elektriker hat mir auch nichts gesagt…
Zumal ich nur mit 8KW lade…

Kann ich da was machen oder bin ich knapp 600€ los?


In der Situation würde ich mal den Bedarf von 22kW anmelden, es kann sein dass da der gleiche Betrag herauskommt, dann kannst Du Dir später das mit dem nächsten, der eine 11kW WB anbringen will, teilen.

Lt . Angebot wollen die, sofern richtig verstanden, 43,00€ pro kVA.
Wäre also das doppelte, schenkt sich nichts.

Eventuell könnte ich nur 3,7 kW anmelden, da ich sowieso meistens über Nacht lade und mir das eigentlich ausreicht…
Aber dann könnte es möglicherweise Probleme geben, wenn ich hin und wieder wieder auf 11 bzw. 8 kW erhöhe (?)

Regt mich im Moment etwas auf, dachte ich die Sache hätte sich mit 1000€ abzgl. 900€ Förderung für mich erledigt :sweat_smile:

Ist im Haus unserer Töchter dasselbe, auch Syna. Liegt am Mehrfamilien Haus. Bei unserem EFH in derselben Straße würde nichts berechnet für 22 kW.
Es liegt an der Last des bisherigen Hausanschlusses der berechnet wird und alles darüber kostet dann pro kVA. War die Berechnungsgrundlage in den Unterlagen nicht dabei?

Für das Geld bekommst Du aber eine Erhöhung des Hausanschlusses um 11 kVA, das heißt nach meinem Verständnis Du kannst die 11 kVA auch ohne Lastmanagement jederzeit ziehen.

Ist finanziell günstiger als ein Lastmanagement zu installieren um ohne Erhöhung der Leistung des Hausanschlusses auszukommen.

Gruß Mathie